Requiem
Alle Zutaten für ein Martyrium
Die Kirche wird angeblich für den in der Türkei erschossenen Priester „sobald wie möglich“ einen Seligsprechungsprozeß eröffnen.
(kreuz.net, Vatikan) Heute hielt der Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Camillo Kardinal Ruini, in der römischen Lateranbasilika das Begräbnis für den am Sonntag in Trabzon im Norden der Türkei erschossenen italienischen Priester Andrea Santoro (61).

Die greise Mutter des ermordeten Priesters saß beim Begräbnis in der ersten Bankreihe. Sie hatte schon am Donnerstag erklärt, daß sie dem Mörder ihres Sohnes vergebe.

Kardinal Ruini würdigte den rücklings ermordeten Priester als „Märtyrer und Zeugen der christlichen Liebe“.

Laut einem Bericht von Radio Vatikan applaudierten die Gläubigen – es waren mehrere Tausend anwesend – beim Requiem zweimal. Das zweite Mal wurde geklatscht, als der Kirchenfürst ankündigte, daß der Seligsprechungsprozeß für Don Santoro „so bald wie möglich“ eröffnet werden solle.

Für den Seligsprechungsprozeß würden die Regeln der Kirche eingehalten werden, betonte der Kardinal. Doch er sei „innerlich davon überzeugt, daß sich im Opfer von Don Andrea alle Elemente finden, die einen christlichen Martyrer ausmachen.“

Kardinal Ruini verwarf in seiner Predigt „mit Entrüstung“ die von türkischen Medien gegen den Priester verbreiteten „absurden und beleidigenden“ Vorwürfe des Proselytismus. „Proselytismus“ ist eine despektierliche Bezeichnung für die Bekehrung Andersgläubiger.

Der Kirchenfürst brach in seiner Predigt auch eine Lanze für die Religionsfreiheit. Sie sei die Mutter aller Freiheiten.

Ebenso würdigte er den unerschrockenen Einsatz des ermordeten Priesters für den Glauben:

„Im Zentrum seines Handelns stand eine ganz einfache Überzeugung: Daß Jesus Christus am Kreuz sein Leben für alle hingegeben hat.“ Daher müsse – so der Kardinal – ein Jünger Christi, und ganz besonders ein Priester, alle Menschen lieben und sich für alle hingeben.

Vor diesem Hintergrund könne man die Entscheidung des Priesters verstehen, in die Türkei zu gehen und dort seinen Dienst zu leisten. Kardinal Ruini unterstrich, daß sich der Ermordete in eine besonders entlegene Gegend der Türkei begeben hatte.

Don Andrea sei ein Mann von durchdringender Intelligenz gewesen. Er habe gewußt, daß sein apostolischer Eifer in diesem Land und unter diesen Leuten vielen Beschränkungen unterworfen wäre. Das habe er akzeptiert und verinnerlicht.

Der ermordete Priester sei davon überzeugt gewesen, daß die Gegenwart seines Gebetes und das Zeugnis seines Lebens für sich sprechen würden und daß sie zu einem wirksamen Zeichen der Liebe und Versöhnung würden.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Brigitte Bussmann   18:08:03 | Samstag, 11. Februar 2006
Martyrer
ich wage zu bezweifeln, ob der italienische Priester Andrea Santora ein Martyrer ist. Es ist wohl nur der Wunsch von Papst Benedikt. Aber trotz allem bin ich davon überzeugt, dass er das Ziel seines Lebens, nämlich GOTT erreicht hat. Der Priester wurde halt zum Zeitpunkt des moslemischen Widerstandes gegen die verzerrte Mohammed-Darstellung getötet, wenn dieser Vorfall der Mohammed-Darstellung nicht gewesen wäre, wäre der Priester auch nicht im Vorfeld zum Martyrer erklärt worden.
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#10   Aliatus   04:05:29 | Samstag, 11. Februar 2006
@ regina
„Warum verstecken Sie sich eigentlich hinter der Bezeichnung Evelin?“
Liebe!
Sie sind z.B. in Geldnot und möchten ein Kunstobjekt verkaufen, das in ihren Besitz gekommen ist durch einen Mittelsmann. Was tun sie?
Suchen sie nach der Expertise?
Sie suchen einen Verkäufer!
Aliatus
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#9   Athanasius   23:46:13 | Freitag, 10. Februar 2006

Von einem Fanatiker ermordet zu werden, heisst aber noch nicht unbedingt bewusst selbst das Martyrium gewollt oder gar untergangen zu haben.
Dieser Prozess sollte vorerst (5 Jahre) nicht geführt werden.
Hat er sich gegenüber dem Jungen Islamisten zu Jesus-Christus bekannt, ausdrücklich, oder ist er einfach Opfer religiöser Wahnsinn.
Aber wir werden schon sehen.
Allerdings: requiescat in pace.
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#8   Gratianus   23:33:41 | Freitag, 10. Februar 2006
Geschmacklos und beleidigend
@ Evelin
Mann kann ja hier auf kreuz.net des Öfteren abstruse Kommentare lesen, aber was Sie sich hier geleistet haben ist äusserst geschmacklos und beleidigend. Am Tage der Beerdigung, eines wegen seines Bekenntnisses zu Christus ermordeten Priesters, solche Ansichten von sich zu geben, zeigt wie verblendet Sie sind.
Kardinal Ruini ist nicht gerade der typische emotionsgeladene Italiener, der sofort Santo subito schreien würde… Desweiteren hat er über einen Priester seines Bistums gesprochen (ich habe das Sterbeamt heute morgen im Fernsehen verfolgt), einen Priester dessen Vorgesetzter er seit Jahren war, und den er gut kannte… Wenn Kardinal Ruini also seine Überzeugung kundgibt, dass die Kriterien des Martyriums gegeben sind, darf man ihm vertrauen. Die 5 Jahre bis Prozessebeginn werden zeigen, ob die für eine Eröffnung notwendige Verehrung sich durchsetzen wird.
Sie sollten sich für Ihre Aussagen schämen. Ich werde es jedenfalls nicht versäumen bei nächster Gelegenheit das Priestergrab des Erzbistums Rom auf dem Campo Verano zu besuchen und am Grab dieses Glaubenszeugen zu beten.
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#7   Gotthard   22:40:47 | Freitag, 10. Februar 2006
an den dauernd spekulierenden Gatten
Hw. Santoro dürfte außerdem ein Anhänger irriger Vorstellungen zum Ökumenismus und interreligiösem Dialog gewesen sein.
Gibt es dafür belegbare Beweise bzw Anhaltspunkte … außer dass er nicht zu den Pius-Leuten gehört hat?
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#6   Irenäus   22:11:20 | Freitag, 10. Februar 2006
Märtyrer
Allerdings können nach kirchlicher Lehre sogar unmündige Kinder das Martyrium erleiden (siehe z.B. das Fest der unschuldigen Kinder). Sollte er verdammt sein, wäre auch dann ein Requiem sinnlos. Wenn er jedoch im Stande der Gnade war, war er tatsächlich ein Märtyrer, wenn auch eine öffentliche Verehrung nicht umbedingt sinnvoll wäre.
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#5   Regina   22:05:54 | Freitag, 10. Februar 2006
@Gatte der Evelin
Warum verstecken Sie sich eigentlich hinter der Bezeichnung Evelin?
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#4   Evelin   21:57:32 | Freitag, 10. Februar 2006
Bei aller Achtung für Andrea Santoro +
scheint mir ein Martyrium dennoch nicht gegeben zu sein. Denn dieser Priester wurde nicht aufgrund seines persönlichen Glaubenszeugnisses, sondern seines äußerlichen Christseins (es war nicht einmal von Bedeutung, dass er katholisch war) ermordet. Er hätte auch ein absolut ungläubiger, nur nach außen als kath. Priester sich Darstellender sein können.
Nur der Umstand, in der Türkei als Priester tätig zu sein, scheint mir als Glaubenszeugenis (das Kreuz auf sich nehmen) zu wenig zu sein. Sein Vorgänger, ein deutscher Priester, den ich persönlich kennengelernt habe, ist mit einer Nonne durchgebrannt. Hätte es damals ein Karikaturenproblem gegeben, hätte dieser Vorgänger, obwohl innerlich schon zur Apostasie bereit bzw. entschlossen, das Opfer sein können.
Man muß nur den italienischen Priester mit dem Hl. Stephanus, den Aposteln und den Blutzeugen durch die Jahrhunderte vergleichen. Da wird der Unterschied deutlich. Hw. Santoro dürfte außerdem ein Anhänger irriger Vorstellungen zum Ökumenismus und interreligiösem Dialog gewesen sein.
Der Gatte der Evelin
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#3   Irenäus   21:54:55 | Freitag, 10. Februar 2006
Sünde
Sollte das Motiv für die Ermordung des Priesters in der Tatsache gelegen haben, daß er Christ war, ist es eine Sünde, für ihn ein Requiem zu zelebrieren. Wie Augustinus gesagt hat, wir sollten für die Märtyrer nicht beten, sondern vielmehr sie um Beistand anrufen.
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#2   Brennnessel   17:33:46 | Freitag, 10. Februar 2006
Alle Zutaten für Martyrium
Santo Subito
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#1   markos evgenikos   16:58:39 | Freitag, 10. Februar 2006
Martyras
So wurden viele orthodoxe Priester getötet.
Ohne Martyrion keine Evangelisierung
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