16:34:26 | Freitag, 10. Februar 2006
Die Kirche wird angeblich für den in der Türkei erschossenen Priester „sobald wie möglich“ einen Seligsprechungsprozeß eröffnen.
(kreuz.net, Vatikan) Heute hielt der Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Camillo Kardinal
Ruini, in der römischen Lateranbasilika das Begräbnis für den am Sonntag in Trabzon im Norden der Türkei
erschossenen italienischen Priester Andrea Santoro (61).
Die greise Mutter des ermordeten Priesters saß
beim Begräbnis in der ersten Bankreihe. Sie hatte schon am Donnerstag erklärt, daß sie dem Mörder
ihres Sohnes vergebe.
Kardinal Ruini würdigte den rücklings ermordeten Priester als „Märtyrer und
Zeugen der christlichen Liebe“.
Laut einem Bericht von Radio Vatikan applaudierten die Gläubigen – es
waren mehrere Tausend anwesend – beim Requiem zweimal. Das zweite Mal wurde geklatscht, als der Kirchenfürst
ankündigte, daß der Seligsprechungsprozeß für Don Santoro „so bald wie möglich“ eröffnet werden
solle.
Für den Seligsprechungsprozeß würden
die Regeln der Kirche eingehalten werden, betonte der
Kardinal. Doch er sei „innerlich davon überzeugt, daß sich im Opfer von Don Andrea alle Elemente finden,
die einen christlichen Martyrer ausmachen.“
Kardinal Ruini verwarf in seiner Predigt „mit Entrüstung“
die von türkischen Medien gegen den Priester verbreiteten „absurden und beleidigenden“ Vorwürfe des
Proselytismus. „Proselytismus“ ist eine despektierliche Bezeichnung für die Bekehrung Andersgläubiger.
Der Kirchenfürst brach in seiner Predigt auch eine Lanze für die Religionsfreiheit. Sie sei die Mutter
aller Freiheiten.
Ebenso würdigte er den unerschrockenen Einsatz des ermordeten Priesters für den Glauben:
„Im Zentrum seines Handelns stand eine ganz einfache Überzeugung: Daß Jesus Christus am Kreuz sein
Leben für alle hingegeben hat.“ Daher müsse – so der Kardinal – ein Jünger Christi, und ganz besonders
ein Priester, alle Menschen lieben und sich für alle hingeben.
Vor diesem Hintergrund könne man die
Entscheidung des Priesters verstehen, in die Türkei zu gehen und dort seinen Dienst zu leisten. Kardinal
Ruini unterstrich, daß sich der Ermordete in eine besonders entlegene Gegend der Türkei begeben hatte.
Don Andrea sei ein Mann von durchdringender Intelligenz gewesen. Er habe gewußt, daß sein apostolischer
Eifer in diesem Land und unter diesen Leuten vielen Beschränkungen unterworfen wäre. Das habe er akzeptiert
und verinnerlicht.
Der ermordete Priester sei davon überzeugt gewesen, daß die Gegenwart seines Gebetes
und das Zeugnis seines Lebens für sich sprechen würden und daß sie zu einem wirksamen Zeichen der Liebe
und Versöhnung würden.
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Brigitte Bussmann 18:08:03 | Samstag, 11. Februar 2006
#10
Aliatus 04:05:29 | Samstag, 11. Februar 2006
#9
Athanasius 23:46:13 | Freitag, 10. Februar 2006
#8
Gratianus 23:33:41 | Freitag, 10. Februar 2006
#7
Gotthard 22:40:47 | Freitag, 10. Februar 2006
#6
Irenäus 22:11:20 | Freitag, 10. Februar 2006
#5
Regina 22:05:54 | Freitag, 10. Februar 2006
#4
Evelin 21:57:32 | Freitag, 10. Februar 2006
#3
Irenäus 21:54:55 | Freitag, 10. Februar 2006
#2
Brennnessel 17:33:46 | Freitag, 10. Februar 2006
#1
markos evgenikos 16:58:39 | Freitag, 10. Februar 2006