Das Fest des heiligen Valentin ist nicht nur der Tag der Verliebten, sondern auch eine Peinlichkeit für die Liturgie- und Kalenderreform der 60er Jahre. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Wie lange noch will der Vatikan zuschauen, wie die Menschenheit unbeirrt den Heiligen Valentin
feiert, den die Kirche bei der Reform des liturgischen Kalenders in der Versenkung hat verschwinden lassen?
Hochoffizielle Katholiken feiern heute nicht den Heiligen Valentin. Das wäre eine revisionistische Rückkehr
hinter die epochalen Reformen des Zweiten Vatikanums.
Wer am heutigen Tag in der katholischen Messe den
Heiligen Valentin feiert, ist ein Traditionalist, Lefebvrist oder Sedisvakantist.
Die offizielle Kirche,
die seit dem Zweiten Vatikanum Tag und Nacht am Puls der Zeit horcht, hält heute die Heiligen Cyrill
und Methodius hoch – um die sich am 14. Februar allerdings niemand schert.
Doch so kann es nicht weitergehen.
Es ist an der Zeit, daß der Papst beginnt, die liturgische Ordnung wiederherzustellen. Beginnen könnte
er mit dem heutigen Tag.
Der 14. Februar ist der Tag des Heiligen Valentin. Alle am grünen Tisch gezimmerten
Liturgiereformen, werden nicht im Stande sein, dieses Faktum aus der Welt zu schaffen. Punkt. Aus.
Man
wird für die wichtigen Heiligen Cyrill und Methodius ein neues Datum finden müssen. Ein geeigneter Tag
wäre der 7. Juli. Das ist der Tag, an dem die zwei bis zur Liturgiereform gefeiert wurden.
Warum sie
von dort verschwinden mußten, weiß heute wohl niemand mehr so recht. Der 7. Juli ist im neuen Liturgischen
Kalender ohne Heilige geblieben.
Der Valentinstag ist ein Beispiel dafür, wie die wild gewordenen Liturgiereformatoren
der 60er Jahre ihren beispielslosen Heiligen- und Bildersturm durchexerziert haben.
Kirchen- und weltfremde
Liturgiker wüteten damals ungehindert im Herzen der Kirche, während die überraschten Gläubigen in
Scharen davonliefen. Das ganze wurde später – ob zutreffend oder nicht – als „Liturgiereform des Zweiten
Vatikanums“ bekannt.
All das hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch man kann nicht ewig über die
Niederlagen der Vergangenheit jammern.
Die Zeit zum Wiederaufbau ist gekommen. Er könnte mit der Erkenntnis
beginnen, daß der Valentinstag ein besonderer Tag auch für jene ist, die in die Liturgie der Kirche
verliebt sind.
Das ist der Tag, an dem die Rückkehr zum Alten beginnen muß. Denn es ist an der Zeit,
daß endlich auch die Kirche die 60er Jahre hinter sich läßt und wieder die Kirche aller Zeiten wird.
Warum damit nicht am Valentinstag beginnen?
Der Valentinstag dem Heiligen Valentin.
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37 Lesermeinungen
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Kalenderfragen Die Kalenderreform hat der Heiligenverehrung bewusst Schaden zugefügt, vielleicht aus
falsch verstandener ökumenischer Gesinnung. Trotzdem war auch hier Rom nur halbherzig fähig „loszulassen“,
Reform und Bürokratismus gingen eine unheilige mesalliance ein; es genügt doch völlig, Hochfeste und
Feste einheitlich festzulegen, für Gedenken und Eventualgedenken aber je mehrere Optionen anzubieten,
die dann lokal noch ergänzt werden können. Warum soll nicht auch jeden Werktag ein Heiligengedenken
möglich sein?? Oder mehrere?? Das tut der Eucharistie keinen Abbruch.
#36 virOblationis 12:47:47 | Donnerstag, 16. Februar 2006
christliche Wallfahrten in frühester Zeit Daß das frühe Christentum keine Wallfahrten gekannt haben
soll, entspricht gewiß nicht den Tatsachen. Bereits die Israeliten der alt- und der neutestamentlichen
Zeit wallfahrteten zu einer Vielzahl von Heiligengräbern, insbesondere zu Erzvätern (Hebron!) und Propheten,
was Joachim Jeremias an einer Fülle von Beispielen gezeigt hat (Heiligengräber in Jesu Umwelt). Ebenso
werden die frühen Christen heilige Stätten aufgesucht haben. So berichtet – ich meine es war Melito
von Sardes im 2. Jh – davon, wo sich das Grab Christi in Jerusalem befinde; dabei war es zu jener Zeit
nicht einmal zugänglich, da von einem heidnischen Heiligtum (Jupiter Capitolinus / Venus) seit Hadrians
Sieg über die Juden (Bar Kochba – Aufstand 132 – 135) überbaut. – Hätte es keine Wallfahrten, z.B.
zu dem Grab des Herrenbruders Jakobus im Cedrontal gegeben (das man noch heute mit einem ganz nahe dabei
gelegenen, hellenist. Grabmal identifiziert), wie hätte sich dann wohl die Nachricht erhalten, wo dieser
Ort zu suchen ist? Bei den Arabern hieß noch nach dem 2. WK der Ort des Isaias-Grabes „Hügel der Säge“:
Bei lebendigem Leibe nämlich soll der Prophet zersägt worden sein (vgl. Hebr. 11, 37).
#35 richard 12:23:16 | Donnerstag, 16. Februar 2006
2.@ Dr.Heger: Das frühe Christentum kannte noch keine Wallfahrten (Legler). „Reliquienkult und damit
verbundene Wallfahrten galten als Musterbeispiele für Aberglauben und Götzendienst“ (S. 50). „Pilgern“
kam erst Ende 3. Jhdts. langsam in Mode. Der Heilige Jakob kann wirklich nichts dafür, daß er in Fortsetzung
der Jahrtausende alten – und Gewinn bringenden – antiken Wallfahrten (die Strahlungswerte der „blind spring“
über der Krypta sind von einer sensationellen Größe: 23 000 E) ohne jeden realen Hintergrund von Fälschern
nach Galicien verpflanzt wurde.
@Richard: Santiago de Compostela Es ging in dem Text, der mir in Erinnerung ist, allerdings nicht um heidnische
Kulte dort, sondern um christliche Wallfahrten dorthin in der christlichen Antike. MfG Christoph Heger
#33 richard 11:14:31 | Donnerstag, 16. Februar 2006
@ Dr. Heger: Natürlich war dort bereits in der Megalithzeit und Keltenzeiteines der wichtigsten Heiligtümer
Europas: ein Heiligtum der „Großen Mutter“, IRIS Flaviae. Es lag laut Prof.Kaminski („Sternstraßen der
Vorzeit“) am westlichsten Ende (finis terrae= Ende der Erde, Kap Finisterre) eines megalithischen Kult-
und Orientierungsnetzes, von Prof. Kaminski als „megalithische Pilgerstraße“ bezeichnet. Sie liegen also
mit bereits „antikem Heiligtum“ völlig richtig, Dr. Heger! Mit freundl. Grüßen
@Richard: Santiago de Compostela Diese Sicht der Dinge war auch die meine – bis vor einiger Zeit, als
ich zu meiner völligen Verblüffung in dem angegebenen Text las, daß das (angebliche) Grab des Apostels
in Santiago de Compostela schon in der Antike ein bedeutender Wallfahrtsort gewesen sei. Ich werde heraussuchen,
was ich da genau gelesen habe und auf welche Quellen sich diese überraschende Aussage stützte. MfG Christoph
Heger
2.@ „stimme“ Ich will Sie natürlich in gar keiner Weise verletzen! Das vorweg. Im offiziellen „Biographisch-Bibliographischen
Kirchenlexikon“ (Band II) lese ich: „Die Legende, erst im 7. Jhdt. auftauchend, wonach Jakobus in Spanien
gepredigt habe, dort gestorben und begraben sei (berichtet von Isidior von Sevilla), ist nach heutiger
Kenntnis mit ihren Aussagen unhaltbar“. Und der weltweit sehr bekannte Kulturhistoriker Legler bemerkt
u.a.:“…Tatsächlich sind die drei ältesten Santiago betreffenden Urkunden, jene von 829, 844 und 854,
allesamt Fälschungen. die dabei herausragende ist jene auf den 4.9.829 datierte, eine Schenkungsurkun-de…Diese
Realitätsveränderung durch Fälschung findet ihr Meisterstück in der von Bischof Gelmirez in Auftrag
gegebenen Historia Compostelana…“. Wie gesagt, ich bin an Wahrheit interessiert und verabscheue das
Böse, die Lüge (sollten Sie mir eventuell das unterstellen wollen). Positive Traditionen: JA!!! Ich
könnte noch dutzende seriöse Quellen anführen, welche „Santiago“ als Fälschung bezeichnen.
Santiago de Compostela Der Hl. Jakobus in Santiago de Compostella nach Dinzelbacher: Eine Lüge Das ist
aber ziemlich mutig von Dinzelbacher! Ich war vor kurzem einigermaßen verblüfft, in einer Festschrift
zu Ehren von Prof. Detlev Müller, einem hervorragenden Gelehrten im Fach der christlichen Orientalistik,
zu lesen, daß das (angebliche) Grab des Apostels in Santiago de Compostela schon in der Antike ein bedeutender
Wallfahrtsort gewesen sei. Also nichts mit der immer zu lesenden Geschichte, daß erst die (angebliche)
Wiederauffindung seiner Leiche im Mittelalter den Anfang der Wallfahrt dorthin gemacht habe! MfG Christoph
Heger
@ richard Die Hl. Philomena war die Lieblingsheilige des Hl. Pfarrers v. Ars. Sie ist ihm wiederholt erschienen.
Als Märchenfigur wäre ihr das schwergefallen. Was den Hl. Jakob in Santiago de Compostela betrifft,
so ist die Anwesenheit eines Apostel in einem Ort des Röm. Reiches (wie eben Santiago) keineswegs außergewöhnlich.
Außergewöhnlich war es, dass Jahrhunderte später der unversehrte Leichnam gefunden wurde. Bekanntlich
anerkennt die kath. Kirche Wunder. Wer behauptet, der Apostel Jakob sei nicht in Santiago gewesen, soll
das beweisen. In Wirklichkeit geht es da unter dem Schein der Wissenschaftlichkeit darum, die Tradition
des Jakobsweges, mit dieser die Reconquista und die Rekatholisierung Spaniens zu treffen. Der Teufel giftet
sich bis heute, dass die Rekatholisierung Spaniens und mit dieser die Katholisierung Süd- und Mittelamerikas
gelungen ist. Mit ihm giftet sich Prof. Dittelbacher. Für Heilige und Selige der alten Zeit genügt der
Traditionsbeweis. Wer behauptet, dass es sich nicht um Heilige oder Selige handle, soll beweisen, dass
diese Seligen und Heiligen nie verehrt worden sind. Letzteres wird i.d.R. schon aufgrund der nach ihnen
geweihten Kirchen, Kapellen und Altäre schwierig sein. Deswegen braucht der Modernismus die Unterstützung
von „Kapazundern“ wie Prof. Dittelbacher: Leicht zu durchschauen.
#28 Rudolphus 12:27:21 | Mittwoch, 15. Februar 2006
Ein ökumenischer Heiliger Denn das Valentinsfest wird bekanntlich in der angelsächsisch-protestantischen
Welt hoch gefeiert, so wie auch Weihnachten und Ostern – ohne unseren traditionellen katholischen Kalender
kommen auch die Bibelprotestanten nicht aus … Der traditionelle Kalender der Kirche ist der Kalender
des Volkes!
wann wird gefeiert? Nicht überall werden die beiden Slawenapostel am 14. 2. kirchlich gefeiert. In den
slawischen Ländern (auch in der Diözese Gurk-Klagenfurt – Solidarität mit den slowenischen Christen)
ist der 5. Juli (Ankunft der Brüder in Mähren) der Festtag.
#26 Peccator 11:55:52 | Mittwoch, 15. Februar 2006
Lieber Autor dieses Beitrag: Ein ganz herzliches „Dankeschön“ für diesen hervorragenden Kommentar. Übrigens:
Es gibt zwei Hl. Valentins. Der eine war Priester und Martyrer und wurde unter Claudius an der Flaminischen
Straße in Rom hingerichtet. Der andere war Bischof zu Terni und ebenfalls ein Märtyrer Er wurde nach
langer Geißelung in den Kerker geworfen. Da man ihn aber nicht zum Abfall bewegen konnte, war er um die
stille Mitternacht auf Befehl des Stadtpräfekten aus dem Gefängnis geholt und enthauptet.
dinzelbacher Bei der Lektüre von Peter Dinzelbacher stellt sich allerdings die Frage, wie wissenschaftlich
seriös er vorgeht. So übersetzt er etwa die mittelalterliche Dedikation „divae Mariae“ als „der göttlichen
Maria“ und schließt daraus die Vergottung Mariens im katholischen Kult. Wer mit offenen Augen die Kirchen
Roms aufsucht, wird auch Inschriften wie „Divo Thomae“ finden. Daraus eine klamheimliche Vergottung des
hl. Thomas zu folgern, wäre schon recht abenteuerlich.
@ an „stimme“: Ob die Abqualifizierung „aufgeblasener Wichtigmacher“ zutreffend ist oder auch nicht, überlasse
ich dem unvoreingenommenen Leser des nüchternen Beitrages von Prof. Dinzelbacher. Fernurteile ohne Kenntnis
erinnern mich immer an unselige Zeiten… Jedes Volk, jede Religion, kann nur leben, wenn es sich auf
positive Traditionen und Vorbilder der eigenen Geschichte besinnt. Daß bei diesen Traditionen immer Mythen,
Sagen und reale Begebenheiten ineinander fließen, liegt auf der Hand. Ich lehne deshalb auch Traditionen
nicht ab, sondern hinterfrage vieles, um zum wahren Kern vorzustoßen.
Zur katholischen Überlieferung habe ich mehr Vertrauen als zu irgendeinem aufgeblasenen Wichtigtuer wie
Prof. Dr. Peter Dinzelbacher (@ richard). Dass von irgendeinem Heiligen nicht Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis,
Meldezettel vorhanden sind, heißt nicht, dass er nicht dennoch gelebt und gewirkt hätte.
Die Revolution, oder die Auflehnung gegen Gott Sulpicus fragte rethorisch: Gibt es überhaupt … etwas
Gutes an dieser sogenannten „Liturgiereform“? Wer beide Riten kennt und auch den durch sie verkörperten
Glauben, wird mit Nein antworten. Es ist eine klare Situation. Zwischen dem Zustand vor und nach der „Reform“
liegen Welten. Auch 1517 tarnte sich die – wie immer gegen Gott gerichtete – Revolution als angebliche
„Reform“. Man kann nicht verstehen, wie seit 1965 so etwas Grauenhaftes wie die Verstümmelung des katholischen
Glaubens und der diesen exakt ausdrückenden hl. Messe geschehen konnte. Mann kann ebensowenig verstehen,
warum fast alle Kleriker diesen Spuk mitmachen. Diese Zulassung Gottes ist ein Geheimnis apokalyptischen
Ausmaßes. Der Glaube der ewigen Kirche ist es dann – wenn wir ihn demütig annehmen –, der uns daran
erinnert, daß wir an der Front des unerbittlichen Kampfes zwischen Himmel und Hölle stehen. Anders gesagt:
Diese alles zerstörende Liturgie“reform“ trägt die Handschrift Satans: immerhin wurde sie entscheidend
von Dienern der „Kirche Satans“ entworfen, den Freimaurern; Stichwort Bugnini. Satan ist der feindliche
Oberbefehlshaber und lenkt als übermenschliche Intelligenz jeden Angriff gegen die Kirche Christi. Weswegen
man die Kirchenkrise nicht durch menschliche Mittel, wie z.B. die V.II-Diplomatie, in den Griff bekommt.
Eines ist sicher. Wenn der Papst, wie in Fatima vorhergesagt, blutig verfolgt werden wird: die FSSPX wird
unter den wenigen sein, die treu zu ihm stehen.
@ Gotthard Dieser Festtag hat keinerlei Tradition – sondern ist eine modernistische Ausgeburt des Hochkapitals.
Aber gerade die Modrnisten in der Kirche sind es doch, die bei diesem falschen Treiben mitmachen und mit
sogenannten „Messfeiern für Liebende“ das profane Valentins-Gedöns noch zu überbieten scheinen. Sie
benutzen dazu also einen Heiligen aus dem alten Kalender, den es nach „wissenschaftlichem“ Befund nie
gegeben hat. Ein Selbstwiderspruch des Modernismus, will ich meinen.
#19 GerdEric 08:10:14 | Mittwoch, 15. Februar 2006
@ Ottaviani der katholischen kirche alten heidnischen uberlieferungen einen christlichen sinn zu geben
halte ich für sehrgut dadurch sieht man das die kirche den ganzen menschen anspricht alter heidnischer
Wien in alten Schläuchen… das garantiert das Überleben des Heidentums, was auch damit bewiesen ist.
„Falsche Heilige“, so betitelt Prof. Dr. Peter Dinzelbacher seinen umfangreichen Beitrag im Buch „echt_falsch –
will die Welt betrogen sein?“ (2003). Diesem Wissenschafter nach lebt(e) die kath. Kirche mit abertausenden
rein erfundenen/fiktiven Heiligen. Z.B. waren „Georg, Notburga, Margareta, Renatus, Christophorus, Wilgefortis,
Martina, Philomena, Zopito, Ursula, Josaphat“ und tausende andere erfundene Personen. Der Hl. Jakobus
in Santiago de Compostella nach Dinzelbacher: Eine Lüge (er zitiert Luther: „Darumb laßt man sy ligen
und laufft nit dahin, dann man waißt nit, ob sant Jacob oder ain todter hund oder ain todts roß da liegt“).
richard
@ sacerdos helveticus Kann vielleicht jemand , der Einblick in das Direktorium (liturgischer Kalender)
einer dieser Diözesen hat, sagen, was dort mit dem Fest der Heiligen Cyrill und Method geschieht. Wird
deren Festtag dann verschoben? Natürlich steht auch in den Bistümern Fulda, Limburg und Mainz das Fest
der Heiligen Cyrill und Methodius an erster Stelle (weißes Messgewand). Wahlweise kann aber auch die
Messe vom Heiligen Valentin zelebriert werden. Im Direktorium der Diözese Fulda steht „Oder“ da. Der
Heilige Valentin hat den Rang eines gebotenen (!) Gedenktages (Memoria obligatoria). Scheinbar hat der
zelebrierende Priester also die freie Wahl, ob er sich für die Heiliegn Cyrill und Methodius oder für
den Heiligen Valentin entscheidet. Aber vielleicht kann diese Frage ein Liturgieexperte besser beantworten.
#16 Gotthard 23:53:39 | Dienstag, 14. Februar 2006
ach Gatte @ Gotthard: Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Sie um 21.14 Uhr genau das Gegenteil schreiben
wie um 19.14 Uhr? Das nenne ich einen flotten Meinungsschwenk! ist dir schon mal aufgefallen, dass ich
zuerst von einer hausfrauen.de seite zitiert habe? und dass ich anschließend deine und eure art de Diskussion
und Argumetation auf den Arm genommen habe? Schade …
Sacerdoti Helvetico salutem! Vielleicht weiss der in der Ostkirche bewanderte Dr. Michel, wann der Festtag
von Cyrill und Methodius in den (unierten) Ostkirchen gefeiert wird. Das kann ich leider nicht sagen.
Jedoch in der Orthodoxie ist es so: 14. Februar: Tod des hl. Kyrill 6. April: Tod des hl. Methodius 11.
Mai: gemeinsames Fest der Heíligen Kyrill und Methodius 27. Juli: gemeinsames Fest der hl. Sieben Kyrill,
Methodius, Klemens, Naum, Sabas, Gorazd, Angelarius Ursprünglich scheint der 6. April, am Todestag Methods,
der Tag gewesen zu sein, an dem beide Brüder gemeinsam gefeiert wurden (nach einer Vermeldung im Prolog
des Tomislav aus dem J. 1330). Wegen der großen Fastenzeit wurde stattdessen aber schon in alter Zeit
der 11. Mai als gemeinsames Fest begangen. Heute ist der 11. Mai (bzw. 24. Mai wegen der Kalenderverschiebung)
das Hauptfest und in Bulgarien sogar staatlicher Feiertag. Die Brüder Kyrill und Method waren von Geburt
nämlich höchstwahrscheinlich (bulgarische) Slaven oder zumindest Halbslaven.
Kalenderreformen Dass der Hl. Valentin noch in u.a. den Bistümern Limburg und Mainz am ursprünghlichen
Festtag gefeiert wurde, war mir bisher nicht bekannt. Kann vielleicht jemand , der Einblick in das Direktorium
(liturgischer Kalender) einer dieser Diözesen hat, sagen, was dort mit dem Fest der Heiligen Cyrill und
Method geschieht. Wird deren Festtag dann verschoben? Wie gesagt ist das Fest der beiden „Slavenapostel“
Cyrill und Methodius nur in Europa von so hohem Rang (Fest; die zweithöchste Stufe), dass er eigentlich
nicht von anderen Heiligen verdrängt werden kann (Es müsste sich denn um ein Hochfest) handeln, weil
Valentin zum Beispiel irgendwo Kirchenpatron wäre. Vielleicht weiss der in der Ostkirche bewanderte Dr.
Michel, wann der Festtag von Cyrill und Methodius in den (unierten) Ostkirchen gefeiert wird. Vielleicht
eben am 14. Februar, dem Tag an dem Cyrill starb?
Kalenderreform: Beleg für die Zerstörungswut der V2-NOM-Modernisten! @ Gotthard: Ist Ihnen schon aufgefallen,
dass Sie um 21.14 Uhr genau das Gegenteil schreiben wie um 19.14 Uhr? Das nenne ich einen flotten Meinungsschwenk!
@ Gunter Maria Michel: Der Todestag mag schon sein. Die Frage erhebt sich, warum dennoch Jahrhunderte
lang das Fest im Juli gefeiert wurde. Außerdem begründet sich darin nicht, warum der Hl. Valentin ersatzlos
gestrichen wurde. Genau der gleiche Mist ist übrigens beim Thomastag, wie er in Nürnberg gefeiert wird,
gegeben. Der Artikel ist völlig richtig. Die Kalenderreform im Rahmen der Liturgiereform war die blanke
Zerstörungswut der Modernisten. Der Gatte der Evelin
14. Februar Wer es noch nicht weiß: am 14. Februar verschied der hl. Kyrill in Rom. Deshalb wird dieser
Tag als Festtag gefeiert. Und so soll es auch bleiben, denn die Brüder aus Thessaloniki, die von Papst
Johannes Paul II. neben dem hl. Benedikt zu Schutzpatronen Europas erhoben wurden, gehören zu den ganz
großen Heiligen, und um sie „scheren“ sich sehr wohl die Gläubigen! Das hindert nicht, daß auch der
hl. Valentin wieder zu Ehren kommen soll. Gunther.
#11 Gotthard 21:14:22 | Dienstag, 14. Februar 2006
lasst ihn in der Versenkung Wie lange noch will der Vatikan zuschauen, wie die Menschenheit unbeirrt den
Heiligen Valentin feiert, den die Kirche bei der Reform des liturgischen Kalenders in der Versenkung hat
verschwinden lassen? Wie ich eben lesen konnte, ist dieser „Festtag der Liebenden“ eine kommerzialisierte
Entdeckung eines „Heiligen“ – geboren wohl in England und den USA. Dieser Festtag hat keinerlei Tradition –
sondern ist eine modernistische Ausgeburt des Hochkapitals. Und es wird nicht der Hl. Valentin gefeiert,
sondern es wird sein Name geklaut für Blumen, Pralinen, Zeitungsannoncen etc etc etc … Lasst den Valentin
aus dem Kalender raus.
„Tag der Liebenden“ Dass der 14. Februar als „Tag der Liebenden“ begangen wird, hat in seiner neueren
Form vor allem auch eine stark kommerzialisierte Prägung, der ein kirchlicher oder liturgischer Bezug
völlig abgeht. So hat eben bislang noch niemand bemerkt, dass der Valentinstag offiziell „abgeschafft“
wurde. Na toll! Übrigens: Der Hl. Valentin findet sich immerhin noch in den Regionalkalendern der Bistümer
Fulda, Limburg und Mainz. In puncto „Tag der Liebenden“ ist zumindest hier die Welt noch in Ordnung.
#6 ottaviani 19:22:12 | Dienstag, 14. Februar 2006
der brauch der katholischen kirche alten heidnischen uberlieferungen einen christlichen sinn zu geben
halte ich für sehrgut dadurch sieht man das die kirche den ganzen menschen anspricht
Blick in die Geschichte Der Brauch, am Valentinstag Blumen zu schenken, geht zurück bis in die Antike –
auf den Gedenktag der römischen Göttin Juno (Schützerin von Ehe und Familie) am 14. Februar, der an
diesem Tag Blumen geopfert wurden und an dem Paare per Liebeslotterie für ein Jahr verbandelt wurden
(Lupercalia-Fest). Im Mittelalter passte der Klerus die bereits bestehenden Feiertage und Bräuche dem
christlichen Glauben an und weil der 14.2. mit dem Tag der Enthauptung des heiligen Valentin fast identisch
war, nannte man nun den Tag der Verliebten „Valentinstag“. Der italienische heilige Bischof soll verbotenerweise
Paare christlich getraut und den Liebespaaren bunte Blumensträusse überreicht haben. Er gilt als Schutzpatron
der Bienenzüchter. Das „Valentinsbrot“ galt als Heilmittel, das Beifusskraut („Herba S. Valentini“) ist
ihm geweiht. So konnten „Christen“ mit gleichem Brauchtum wie die „Heiden“ feiern und das alte Brauchtum
wurde unter neuer Etikette weitergeführt.
q.e.d. Wer am heutigen Tag in der katholischen Messe den Heiligen Valentin feiert, ist ein Traditionalist,
Lefebvrist oder Sedisvakantist. Na, dann können sich diese Gemeinschaften über neue Mitglieder freuen:
Das Mainzer Domkapitel!
Kalenderreform Dass die Kalendereform im Gefolge des letzten Konzils etwas künstliches und technisches
besitzt, ist unbestritten. Zuviele Feste (darunter eben beim Volk beliebte) wurden ohne Notwendigkeit
gestrichen oder hin- und hergeschoben. So erging es auch den Heiligen Cyrill und Methodius (früher am
7. Juli). Immerhin ist der heutige Festtag der Todestag eines der beiden, nämlich des Heiligen Cyrill
(+14.2.869 in Rom) Der Heilige Valentin ist aber immer noch im Heiligenkalender (dem Martyrologium Romanum;
Ausgabe 2001 ) enthalten und zwar an seinem bisherigen Gedenktag. Da Cyrill und Methodius jedoch seit
1980 als Patrone Europas gelten, haben sie auf unserem Kontinent den Rang eines Festes (mit Gloria) und
so darf Valentin nicht liturgisch gefeiert werden, ausser er wäre gerade zufällig Kirchenpatron. (Die
Möglichkeit der Kommemoration ist in der nachkonziliaren Liturgie leider offiziell abgeschafft worden).
Ausserhalb Europas wären Cyrill und Methodius nur ein (gebotener) Gedenktag und bei Vorliegen besonderer
Gründe wäre auch eine Messe zu Ehren des Heiligen Valentin möglich.
Wahrlich eine Herzensangelegenheit! Mit diesem Beitrag hat der Verfasser sicherlich das Herz vieler Tradionalisten
erobert. Vergelt’s Gott! Sancte Valentine, ora pro nobis.