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Dienstag, 14. Februar 2006 18:14
O Du lieber Valentin!
Das Fest des heiligen Valentin ist nicht nur der Tag der Verliebten, sondern auch eine Peinlichkeit für die Liturgie- und Kalenderreform der 60er Jahre. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Wie lange noch will der Vatikan zuschauen, wie die Menschenheit unbeirrt den Heiligen Valentin feiert, den die Kirche bei der Reform des liturgischen Kalenders in der Versenkung hat verschwinden lassen?

Hochoffizielle Katholiken feiern heute nicht den Heiligen Valentin. Das wäre eine revisionistische Rückkehr hinter die epochalen Reformen des Zweiten Vatikanums.

Wer am heutigen Tag in der katholischen Messe den Heiligen Valentin feiert, ist ein Traditionalist, Lefebvrist oder Sedisvakantist.

Die offizielle Kirche, die seit dem Zweiten Vatikanum Tag und Nacht am Puls der Zeit horcht, hält heute die Heiligen Cyrill und Methodius hoch – um die sich am 14. Februar allerdings niemand schert.

Doch so kann es nicht weitergehen.

Es ist an der Zeit, daß der Papst beginnt, die liturgische Ordnung wiederherzustellen. Beginnen könnte er mit dem heutigen Tag.

Valentin von Rom
Valentin von Rom
Der 14. Februar ist der Tag des Heiligen Valentin. Alle am grünen Tisch gezimmerten Liturgiereformen, werden nicht im Stande sein, dieses Faktum aus der Welt zu schaffen. Punkt. Aus.

Man wird für die wichtigen Heiligen Cyrill und Methodius ein neues Datum finden müssen. Ein geeigneter Tag wäre der 7. Juli. Das ist der Tag, an dem die zwei bis zur Liturgiereform gefeiert wurden.

Warum sie von dort verschwinden mußten, weiß heute wohl niemand mehr so recht. Der 7. Juli ist im neuen Liturgischen Kalender ohne Heilige geblieben.

Der Valentinstag ist ein Beispiel dafür, wie die wild gewordenen Liturgiereformatoren der 60er Jahre ihren beispielslosen Heiligen- und Bildersturm durchexerziert haben.

Kirchen- und weltfremde Liturgiker wüteten damals ungehindert im Herzen der Kirche, während die überraschten Gläubigen in Scharen davonliefen. Das ganze wurde später – ob zutreffend oder nicht – als „Liturgiereform des Zweiten Vatikanums“ bekannt.

All das hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch man kann nicht ewig über die Niederlagen der Vergangenheit jammern.

Die Zeit zum Wiederaufbau ist gekommen. Er könnte mit der Erkenntnis beginnen, daß der Valentinstag ein besonderer Tag auch für jene ist, die in die Liturgie der Kirche verliebt sind.

Das ist der Tag, an dem die Rückkehr zum Alten beginnen muß. Denn es ist an der Zeit, daß endlich auch die Kirche die 60er Jahre hinter sich läßt und wieder die Kirche aller Zeiten wird.

Warum damit nicht am Valentinstag beginnen?

Der Valentinstag dem Heiligen Valentin.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 37 Lesermeinungen:
Mittwoch, 8. März 2006 09:44
Dr. Otterbeck: Kalenderfragen
Die Kalenderreform hat der Heiligenverehrung bewusst Schaden zugefügt, vielleicht aus falsch verstandener ökumenischer Gesinnung. Trotzdem war auch hier Rom nur halbherzig fähig „loszulassen“, Reform und Bürokratismus gingen eine unheilige mesalliance ein; es genügt doch völlig, Hochfeste und Feste einheitlich festzulegen, für Gedenken und Eventualgedenken aber je mehrere Optionen anzubieten, die dann lokal noch ergänzt werden können. Warum soll nicht auch jeden Werktag ein Heiligengedenken möglich sein?? Oder mehrere?? Das tut der Eucharistie keinen Abbruch.
Donnerstag, 16. Februar 2006 12:47
virOblationis: christliche Wallfahrten in frühester Zeit
Daß das frühe Christentum keine Wallfahrten gekannt haben soll, entspricht gewiß nicht den Tatsachen. Bereits die Israeliten der alt- und der neutestamentlichen Zeit wallfahrteten zu einer Vielzahl von Heiligengräbern, insbesondere zu Erzvätern (Hebron!) und Propheten, was Joachim Jeremias an einer Fülle von Beispielen gezeigt hat (Heiligengräber in Jesu Umwelt). Ebenso werden die frühen Christen heilige Stätten aufgesucht haben. So berichtet – ich meine es war Melito von Sardes im 2. Jh – davon, wo sich das Grab Christi in Jerusalem befinde; dabei war es zu jener Zeit nicht einmal zugänglich, da von einem heidnischen Heiligtum (Jupiter Capitolinus / Venus) seit Hadrians Sieg über die Juden (Bar Kochba – Aufstand 132 – 135) überbaut. – Hätte es keine Wallfahrten, z.B. zu dem Grab des Herrenbruders Jakobus im Cedrontal gegeben (das man noch heute mit einem ganz nahe dabei gelegenen, hellenist. Grabmal identifiziert), wie hätte sich dann wohl die Nachricht erhalten, wo dieser Ort zu suchen ist? Bei den Arabern hieß noch nach dem 2. WK der Ort des Isaias-Grabes „Hügel der Säge“: Bei lebendigem Leibe nämlich soll der Prophet zersägt worden sein (vgl. Hebr. 11, 37).
Donnerstag, 16. Februar 2006 12:23
richard: 2.@ Dr.Heger:
Das frühe Christentum kannte noch keine Wallfahrten (Legler). „Reliquienkult und damit verbundene Wallfahrten galten als Musterbeispiele für Aberglauben und Götzendienst“ (S. 50). „Pilgern“ kam erst Ende 3. Jhdts. langsam in Mode.
Der Heilige Jakob kann wirklich nichts dafür, daß er in Fortsetzung der Jahrtausende alten – und Gewinn bringenden – antiken Wallfahrten (die Strahlungswerte der „blind spring“ über der Krypta sind von einer sensationellen Größe: 23 000 E) ohne jeden realen Hintergrund von Fälschern nach Galicien verpflanzt wurde.
Donnerstag, 16. Februar 2006 12:06
Dr. Christoph Heger: @Richard: Santiago de Compostela
Es ging in dem Text, der mir in Erinnerung ist, allerdings nicht um heidnische Kulte dort, sondern um christliche Wallfahrten dorthin in der christlichen Antike.

MfG
Christoph Heger
Donnerstag, 16. Februar 2006 11:14
richard: @ Dr. Heger:
Natürlich war dort bereits in der Megalithzeit und Keltenzeiteines der wichtigsten Heiligtümer Europas: ein Heiligtum der „Großen Mutter“, IRIS Flaviae. Es lag laut Prof.Kaminski („Sternstraßen der Vorzeit“) am westlichsten Ende (finis terrae= Ende der Erde, Kap Finisterre) eines megalithischen Kult- und Orientierungsnetzes, von Prof. Kaminski als „megalithische Pilgerstraße“ bezeichnet. Sie liegen also mit bereits „antikem Heiligtum“ völlig richtig, Dr. Heger!
Mit freundl. Grüßen
Donnerstag, 16. Februar 2006 09:27
Dr. Christoph Heger: @Richard: Santiago de Compostela
Diese Sicht der Dinge war auch die meine – bis vor einiger Zeit, als ich zu meiner völligen Verblüffung in dem angegebenen Text las, daß das (angebliche) Grab des Apostels in Santiago de Compostela schon in der Antike ein bedeutender Wallfahrtsort gewesen sei. Ich werde heraussuchen, was ich da genau gelesen habe und auf welche Quellen sich diese überraschende Aussage stützte.

MfG
Christoph Heger
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