Am Samstag wurde ein Kurienkardinal beschuldigt, in seiner Zeit als Diözesanbischof Gelder vom berüchtigsten Drogenbaron seines Landes angenommen zu haben.
(kreuz.net, Rom) Am Samstag trat der kolumbianische Rechtsanwalt Gustavo Salazar Pineda mit einer handfesten
Beschuldigung gegen den Kurienkardinal Alfonso López Trujillo (70) an die Öffentlichkeit.
Der Kardinal
soll – will man Salazar glauben – in den Achziger Jahren Drogengelder angenommen haben. Das berichtete
die kolumbianische Presse.
Der aus Kolumbien stammende Kardinal ist gegenwärtig Präsident des Päpstlichen
Familienrates in Rom. Er war früher Erzbischof von Medellín im Nordwesten des Landes.
Rechtsanwalt
Salazar ist in Kolumbien eine bekannte Persönlichkeit. Der langjährige Universitätsprofessor wurde
1984 zum besten Strafverteidiger des Landes gewählt. Er ist Autor von über zwanzig Abhandlungen zum
Strafrecht.
Bekannt wurde Salazar in seiner Heimat auch als Strafverteidiger von bedeutenden Drogenbaronen
des Landes, unter ihnen der berüchtigte Pablo Escobar († 1993).
Seine Enthüllungen verbreitete Salazar
in einem Interview mit dem kolumbianischen Rundfunksender ‘Radio Caracol’. Dabei erklärte er, daß Kardinal
López Trujillo die Gelder angenommen habe, als er in den Jahren 1979-1991 Erzbischof von Medellín war.
Die Erklärungen des Rechtsanwaltes sind auch als Werbebemühungen für sein Buch jüngstes Buch zu verstehen,
das am Sonntag unter dem Titel „Der Vertraute der Mafia“ der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Neben
dem Kardinal bringt Rechtsanwalt Salazar weitere Geistliche, Politiker und Rechtsanwälte mit der Drogenmafia
in Verbindung.
Der damalige Erzbischof von Medellín habe in seiner Limousine den „Club Unión“ erreicht.
Dort habe er von verschiedenen Bandenführern, die ihm vorher seinen Ring geküßt hätten, einen Aktenkoffer
voller Dollarscheine erhalten – behauptet der Rechtsanwalt.
Unter den Anwesenden habe sich auch der wichtigste
und blutigste kolumbianische Drogenkönig, Pablo Escobar, befunden. Er kam im Dezember 1993 bei einer
Polizeiaktion ums Leben.
Salazar erklärte auch, daß Kardinal López Trujillo ein leidenschaftlicher
Liebhaber von Geld sei, das er gerne als Peterspfennig nach Rom gebracht habe. Auf diese Weise – so Salazar –
sei er auch zu seinem Kardinalat gekommen.
Rechtsanwalt Salazar beteuerte im Interview, daß er über
die dunklen Ereignisse im Leben Kolumbiens die Wahrheit sage.
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6 Lesermeinungen
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Drogengeld für Kardinal „Audiatur et altera pars!“ Vor Veröffentlichungen solcher Beschuldigungen ist
Rückfrage bem Beschuldigten unbedingt angebracht. Erweisen sich die Beschuldigungen als haltlos, kann
der Berechtigte wegen Verleumdung klagen, und der Veröffentlicher solch falscher Beschuldigungen wird
rechtskräftig verurteilt.
Handfest? Schwarze Limousinen, Koffer voller Geld – das klingt alles sehr nach Kriminalroman… „Handfest“
scheint an den Beschuldigungen derzeit wenig zu sein.
Fällt ihm ja früh ein… …das ganze ist mindestens 15 Jahre her und fällt Salazar zufällig dann
ein, wenn er ein Buch veröffentlichen will. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Wenn der RA zu dem Schluss gekommen ist, dass der Kardinal Trujillo u. andere schuldig geworden ist, dann
muss er eine Strafanzeige einbringen und dann muss das in einem Prozess geklärt werden, sowohl auf staatlicher
als auch auf kirchlicher Seite.
Audiatur et altera pars! Ein Verteidiger von Drogenbaronen schwärzt einen Kurienkardinal an. kreuz.net
erkundigt sich nicht erst einmal bei dem Kardinal nach dessen Sicht der Dinge, sondern bringt sofort die
inkriminierenden Aussagen des Strafverteidigers. Hauptsache, man kann einem Bischof ans Bein pinkeln.
Das ist kein objektiver Journalismus, sondern gezielte Rufschädigung eines Kirchenmanns. Vielleicht sogar
üble Nachrede…