Ernennungen
In die ägyptische Wüste geschickt?
Ein hochgestellter Kurienerzbischof ist gestern überraschend zum Apostolischen Nuntius in Ägypten ernannt worden. In diesem Land gibt es kaum Katholiken.
(kreuz.net, Vatikan) Papst Benedikt XVI. ernannte gestern Mons. Michael Louis Fitzgerald (68) zum neuen Nuntius in Ägypten und zum Vatikanischen Delegierten bei der Arabischen Liga.

Die Arabische Liga umfaßt 22 Mitgliedstaaten im Mittleren Osten und Nordafrika. Ihr Hauptsitz befindet sich in der ägyptischen Hauptstadt Kairo.

Die Versetzung von Erzbischof Fitzgerald läßt aufhorchen.

Erzbischof Fitzgerald war bisher Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog. Es ist höchst ungewöhnlich, daß ein leitender Kurialbischof mit vielen Dienstjahren plötzlich in eine bedeutungslose arabische Nuntiatur abgeschoben wird.

Diese Ernennung sieht darum aus wie eine Degradierung. Mons. Fitzgerald gilt als sehr liberal.

Mons. Fitzgerald wurde als Sohn irischer Eltern in England geboren. Er erfüllte sich seinen Jugendtraum, trat bei den Weißen Vätern ein und wurde Afrikamissionar.

Der neue Nuntius in Ägypten war seit 1987 Sekretär des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog und seit Oktober 2002 dessen Präsident. Dabei lag ihm besonders der Dialog mit dem Islam am Herzen.

Erzbischof Fitzgerald folgt in Kairo dem Ende Januar ins vatikanische Staatssekretariat berufenen Erzbischof Marco Dino Brogi (73).

Mit der Abberufung von Erzbischof Fitzgerald wurde in Rom die Frage laut, ob der Heilige Vater überlege, den Rat für den interreligiösen Dialog generell abzuschaffen.

Solche Vermutungen stellte zum Beispiel der Nachrichtendienst der US-Bischofskonferenz ‘Catholic News Service’ an. Der Rat könnte einem anderen Vatikanischen Dikasterium einverleibt werden.

Erzbischof Fitzgerald erklärte vor ‘Catholic News Service’, daß er Kairo sehr gut kenne. Er erwarte, den Dialog mit den Muselmanen als Nuntius fortführen zu können.

Im Rückblick auf seine Arbeit für den interreligiösen Dialog sieht Erzbischof Fitzgerald einen deutlichen Fortschritt. Heute gehe der Dialog nicht nur von katholischer Seite aus – auch andere Religionen würden Initiativen ergreifen.

Der Rat für den interreligiösen Dialog entstand im Jahr 1964, während des Zweiten Vatikanischen Konzils, als Sekretariat für die Nicht-Christen.

Zehn Jahre später gründete Papst Paul VI. innerhalb dieses Sekretariats eine Kommission für die religiösen Beziehungen mit den Moslems.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Laurentius2   11:32:51 | Samstag, 18. Februar 2006
@marcel & markos
Bravo Marcel, das nenne ich eine neo-thomistische Argumentation à la Chesterton !
@markos
Ist nicht ein großer Teil der Kopten mit Rom uniert und damit auch „KATHOLISCH“ ?
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#9   markos evgenikos   20:01:40 | Donnerstag, 16. Februar 2006
In Ägypten gibt es Kopten
Und die sind wahre Christen.Jahrhunderte unter dem Islam und trozdem die Religion behalten.8 mios insgesamt.Und die sind kaum Monophysiten,wie früher behauptet.
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#8   Toby   13:54:55 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Erzbischof Fitzgerald …
… war der nicht maßgeblich an der Ausrichtung jenes ominösen interreligiösen Kongresses in Fatima beteiligt, der im Oktober 2003 stattfand? Was von dort berichtet wurde, ist hanebüchen.
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#7   Peccator   13:33:27 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Ach, was wär’ das schön…
Mit der Abberufung von Erzbischof Fitzgerald wurde in Rom die Frage laut, ob der Heilige Vater überlege, den Rat für den interreligiösen Dialog generell abzuschaffen.
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#6   Marcel   11:59:00 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Lehrsätze „können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein.“
Sirilo: (Die Gefahr, daß sich Eskimos für Pinguine halten, ist somit nicht gegeben!)
… nach der „Behandlung“ durch ökumenistische Dialektik auf jeden Fall.
Anders könnten Katholiken incl. Würdenträger sich nicht für Protestanten und Luther für den gemeinsamen Lehrer halten.
Das ist so absurd wie ein Pinguin am Nordpol.
„Da, wo wir bei einem ersten Blick einen Widerspruch gesehen haben, können wir schließlich eine komplementäre Position erblicken.“ (W. Kasper, 2000, im Zuge der „Gemeinsame[n] Erklärung über die Rechtfertigung“)
–> In der Behauptung, am Nordpol gäbe es Pinguinie, sehen Sie nur auf den ersten Blick einen Widerspruch (zur Realität). Schließlich können Sie erblicken, daß die Arktis als Komplementär der Antartkis Pinguine oben und unten gleichzeitig positioniert haben kann.
„Dogmen können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein.“ (W. Kasper)
–> Die (Naturwissenschafts-) Lehrsätze, wonach Pinguine nur am Südpol seien, können durchaus einseitig, oberflächlich, rechthaberisch, dumm und voreilig sein.
:-)
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#5   Sirilo   11:25:31 | Donnerstag, 16. Februar 2006
@Dorothea / Marcel
Auf Grönland und in Alaska gibt es gar keine Pinguine – die kommen nur in der Antarktis vor.
(Die Gefahr, daß sich Eskimos für Pinguine halten, ist somit nicht gegeben!)
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#4   ottaviani   11:20:28 | Donnerstag, 16. Februar 2006
vor ca 30 jahren
wurde doch schon einmal ein leitender kurienerzbischof
plötzlich zum nuntius in Teheran wie sich die bilder gleichen ich hoffe nur Papst Benedikt ist etwas konsequenter als paul VI
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#3   Marcel   10:52:16 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Arme Eskimos (Katholiken)
Dorothea: Ich wüßte da noch weitere Prälaten, die in die Wüste zu schicken wären. Sind in Grönland und Alaska bereits Nuntiaturen errichtet? Kardinal Kasper beispielsweise wäre ein geeigneter Kandidat, um den Interreligiösen Dialog mit den Pinguinen zu forcieren.
Was geschähe dann mit den Eskimos in Alaska? Am Ende würden sie, wie schon so viele Konzilskatholiken, Kardinal Kaspers dualistische Dialektik inhalieren, sich gar nicht mehr für Eskimos (Katholiken) halten sondern für Pinguine, dann ihre Überlieferung (Glauben) incl. Kleidung abstreifen und so langsam erfrieren (seelisch).
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#2   Ansgar   10:39:55 | Donnerstag, 16. Februar 2006
@ Dorothea
… und Kardinal Danneels könnte sich schon mal in die Klicklaut-Sprache der Orkas einlesen, um mit ihnen den Dialog in der Nuntiatur Südpol zu führen. Abgesehen davon: kreuz.net ist zu loben für die Reanimierung typvoller Bezeichnungen. „Muselmanen“ – herrlich.
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#1   Benedikt   10:09:38 | Donnerstag, 16. Februar 2006
Naja…
Ausgesprochen hilfreich ist das aber für die Christen in arabischen Staaten mE nicht, wenn ihr Nuntius sich nur mit dem interreligiösen Dialog beschäftigt.
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