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Freitag, 17. Februar 2006 08:52
Realschule der Piusbruderschaft muß geschlossen werden
Ein Schüler soll auf dem Pausenplatz geohrfeigt worden sein. Die staatliche Schulaufsicht protestiert heftig und gerät dabei in die Fänge von offensichtlichen Widersprüchen.
Erweiterte Realschule Herz-Jesu in Saarbrücken
Erweiterte Realschule Herz-Jesu in Saarbrücken
(kreuz.net, Saarbrücken) Wegen einer an einem Schüler ausgeführten Körperbestrafung soll die Herz-Jesu-Realschule in Saarbrücken zugesperrt werden. Das berichtete am Mittwoch die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’.

Saarbrücken ist die Landeshauptstadt des Saarlandes im Südwesten von Deutschland.

Von den Maßnahmen nicht betroffen ist die Saarbrückener Don-Bosco-Grundschule St. Arnual mit 23 Kindern und ein Internat mit 27 Schülern.

Der Saarländische Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) bestätigte am Dienstag abend, daß ein Lehrer und die Schulleitung körperliche Züchtigungen – im wesentlichen Ohrfeigen – zugegeben hätten.

Die Vorfälle betreffen zwei Schüler der neunten Klasse und sollen sich im Dezember und jetzt im Februar zugetragen haben.

Bereits im Dezember besuchte das Schulaufsichtsamt – nach Angaben des Wochemagazins ‘Spiegel’ – die Realschule. Deren Rektor ist Pater Firmin Udressy. Er stammt aus der Schweiz und ist Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Im Dezember gab es für den fehlbaren Laienlehrer eine Abmahnung.

Im letzten April war die Privatschule bereits abgemahnt worden, nachdem die Mutter eines entlassenen Schülers von angeblichen Schlägen, Tritten und dem Einsperren in einen Keller berichtet hatte.

Die Staatsanwaltschaft leitete damals ein Ermittlungsverfahren ein, das noch nicht abgeschlossen ist.

Vergangene Woche wurde der im Dezember abgemahnte Lehrer rückfällig. Rektor Udressy entließ ihn darauf und informierte die Schulaufsicht.

Doch jetzt beklagt sich Kultusminister Schreier darüber, daß die Leitung der Herz-Jesu-Realschule den jüngsten Vorfall dem Ministerium erst am Montag per Fax gemeldet hat.

Die Realschule soll erst zum Schuljahreswechsel geschlossen werden, damit die etwa 50 Schüler das laufende Schuljahr noch zu Ende bringen und dann in andere Schulen wechseln können.

Träger der erweiterten Realschule ist der Don-Bosco-Schulverein. Er steht der von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründeten Priesterbruderschaft St. Pius X. nahe.

Die Herz-Jesu-Schule will gegen den Entscheid Einspruch einlegen: „Wir haben nichts verheimlicht und uns keines Vergehens schuldig gemacht“, erklärte ein Sprecher der Schule.

Mit einer Schließung bestrafe man nur die Schüler. Die Eltern seien über die Schließung bestürzt.

Natürlich habe der ohrfeigende Lehrer falsch gehandelt und es sei richtig, ihn zu entlassen, betont eine Elternvertreterin. Er sei aber zugleich einer der beliebtesten Lehrer gewesen.

Die Schulen der Piusbruderschaft unterrichten nicht nur die Kinder von traditionalistischen Gläubigen. Auch weniger religiöse Eltern schicken ihre Kinder angesichts der chaotischen Zustände an den staatlichen Schulen gerne dorthin.

Die Herz-Jesu-Schule bietet eine erschwingliche Ganztagsbetreuung und Hausaufgabenhilfe.

Eine Person, welche die Schule persönlich kennt, erklärte vor ‘kreuz.net’, daß es in keiner Weise um schwerwiegende Vorfälle gehe. Die Situation sei auch völlig widersprüchlich:

„Wäre der geohrfeigte Schüler vor 16 Jahren abgetrieben worden, hätten das die gleichen Kreise, die heute von »Mißhandlung« reden, als »Menschenrecht seiner Mutter« und »Errungenschaft der modernen Gesellschaft« gepriesen.“

© Bild: Erweiterte Realschule Herz-Jesu
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 110 Lesermeinungen:
Montag, 25. Dezember 2006 16:59
Josefus: Was ist inzwischen geschehen?
später Nachtrag: Das Verwaltungsgericht als auch das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes haben der Klage der Schule gegen ihre Schließung zum 01.08.06 im Eilverfahren zugestimmt.
Der Schließungsbeschluss ist somit per Gerichtsbeschluss vorerst aufgehoben.
Der entlassene Lehrer, dessen 2 leichte Körperbestrafungen, (davon eine ein Wisch über den Kopf, die zweite ein reflexartiger Klaps) zu dem Schnellschuss der Ministers gegen die Schule führte, obwohl sie sogar den Lehrer nach dessen eigener Meldung der Vofälle entlassen hatte, wurde im November in 2 Instanzen von jeglichem Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen.
Samstag, 25. Februar 2006 23:22
Gotthard: Bedeutung
Diese Minischule hat doch wohl in der Schullandschaft in Saarbrücken keinerlei Bedeutung… 63 kids in einer 6-klassigen Schule sind eine zu vernachlässigende Größe…
hätte sie eine Bedeutung in der Privatschullandschaft von Saarbrücken, wären die Schülerzahlen wesentlich größer.
Ich denke mal, dass der Schulträger ob dieser geringen Resonanz nicht gerade begeistert ist. Diese nun zu einem pädagogischen Vorteil umzumünzen halte ich für einen Witz.
Diese Schule ist an der zu geringen Akzeptanz gescheitert…keine Nachfrage macht eine Schließung notwendig.Welches Land wird eine solche Minischule zu rund 90% finanzieren, dass pro Schüler unverhältnismäßige Kosten verursacht?
Das Lamento einer staatlichen Verfolgung der Piusbrüder ist an den Haaren herbeigezogen…
Samstag, 25. Februar 2006 20:17
GerdEric: @ Regazzoni
Regazzoni: Sie täten gut, meine Stellungnahme besser zu lesen. Sie hätten nämlich erkannt, dass ich keineswegs für Ohrfeigen bin, aber meine dass angesichts der Unverschämtheit gewisser Schüler, dem einen oder anderen Lehren die Geduld platzen kann.

Ich habe nicht unterstellt,
dass du grundsätzlich für Ohrfeigen bist;
…wenn du meinen Beitrag richtig gelesen hättest.

Diese Unverschämtheit haben wir der 68 Generation von Erziehern zu verdanken und nicht die Ohrfeigen.

und deshalb nochmals meine Frage,
warum gab es denn zuvor Ohrfeigen?
weil da die Jugend noch widerspenstiger war?
Als wenn es zu den Zeiten nicht schon „Leerkörper“ gab,
die sich an Schülern „vergriffen“ (so oder so).

Hoffentlich haben Sie es jetzt begrifen

Ein Freund von mir wurde als Schüler (13 Jahre) von seinem Lehrer (katholischer Kaplan) „Dreckiger Spagghetti“ geschimpft.
Meinem Bruder sagte ein Gymnasiallehrer,
er würde nur zum Schiffschaukelbremser taugen…

Ich würd’ mal ganz pauschal sagen,
da gibt es auf beiden Seiten „Leichen im Keller“,
nur das dumme „haben wir der 68 Generation“,
ist nur einfach dumm.

Eine Autorität ist nicht mit autoritär gleich zu setzen,
und Respekt verdient kein Lehrer,
der respektlos gegenüber Schülern ist.

Hoffentlich hast du das nun verstanden.
Samstag, 25. Februar 2006 19:44
Agiafortuni: GerdERic
Sie täten gut, meine Stellungnahme besser zu lesen. Sie hätten nämlich erkannt, dass ich keineswegs für Ohrfeigen bin, aber meine dass angesichts der Unverschämtheit gewisser Schüler, dem einen oder anderen Lehren die Geduld platzen kann. Diese Unverschämtheit haben wir der 68 Generation von Erziehern zu verdanken und nicht die Ohrfeigen. Hoffentlich haben Sie es jetzt begrifen
Samstag, 25. Februar 2006 16:01
GerdEric: @ Regazzoni
Warum hat aber niemand den Mut nach den Ursachen der heutigen Missstände in den Schulen zu fragen.

Was waren denn zuvor die Gründe für Ohrfeigen?
als man sie noch nicht den „68ern“
(was immer das sein mag) in die Schuhe schieben konnte!
Samstag, 25. Februar 2006 00:24
Agiafortuni: Zu den Ohrfeigen
Sie sollen unterbleiben. Warum hat aber niemand den Mut nach den Ursachen der heutigen Missstände in den Schulen zu fragen. Wie viele Lehrer werden von Schülern bedroht und dürfen sich nicht wehren. All dies verdanken wir den grossen Pädagogen aus dem Geiste der 68er Jahren. Zufälligerweise bin ich seit mehr als vierzig Jahren mit einer Lehrerin verheiratet und habe während dieser Zeit einiges mitbekommen.
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