1938 nahm der katholische Widerstands-kämpfer in Wien an der Rosenkranz- Demonstration gegen die Nationalsozialisten teil. Dafür landete er im Konzentrationslager.
(kreuz.net, Wien) Am 7. Oktober 1938 rief der Erzbischof von Wien, Theodor Kardinal Innitzer, im Stephansdom
zu einer Rosenkranzfeier auf. In deren Anschluß demonstrierten rund 7.000 katholische Jugendliche lautstark
gegen die nationalsozialistische Herrschaft.
Einen Tag später wurde das Erzbischöfliche Palais von
der Hitler-Jugend gestürmt und verwüstet.
Hermann Lein – Jahrgang 1920 – gehörte zu dieser Gruppe
von Betern. Am 9. Oktober 1938 – zwei Tage nach der Rosenkranzfeier – wurde der damals 18jährige Hermann
Lein von der Gestapo wegen „Volksaufwiegelung“ verhaftet.
Das berichtete kürzlich die Webseite der Erzdiözese
Wien.
Lein wurde zunächst im Konzentrationslager Dachau und ab September 1939 im Konzentrationslager
Mauthausen inhaftiert. Am 23. April 1940 erhielt er die Haftentlassung.
Nach Kriegsende studierte Hermann
Lein Geschichte und Deutsch und war als Mittelschullehrer und später als Sektionschef im Bundesministerium
für Unterricht und Kunst tätig.
Der Verstorbene war viele Jahre als Zeitzeuge sowie in diversen Gremien
und Vereinigungen – so als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau – aktiv.
Über die Zeit seiner Gefangenschaft
schrieb er das Buch „Als Innitzer-Gardist in den KZs Dachau und Mauthausen“.
Am 14. Februar 2006 wurde
Hermann Lein, am Ottakringer Friedhof in Wien bestattet.
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11 Lesermeinungen
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#11 Yersinia 21:55:37 | Mittwoch, 22. Februar 2006
@Athanasius: du scheinst mit deinen Achtunsechzigern in irgendeiner Form von tiefster Haßliebe verbunden
zu sein? anders kann ich mir nicht erklären, dass du bei allen möglichekn Gelegenheiten, bei denen dir
sonstige Argumente fehlen, mit eben deinen Achtundsechzigern daherkommst; ehrlich gesagt, ich hab’s nicht
so mit diesen Leuten – aber wenn du sie brauchst, laß dich nicht abhalten; im übrigen wurde in einigen
der vorhergehenden Postings bereits wesentliches gesagt; so etwas wie einen „Nationalkatholizismus“ halte
ich jedenfalls für einen ausgemachten Unsinn;
#10 methusalix † 01:32:32 | Montag, 20. Februar 2006
Diese Diskussion um Patriotismus, falsch verstandene Vaterlandsliebe und Heimat, erinnert mich an eine
Begebenheit mit dem ersten sozialdemokratischen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Gustav Heinemann.
Er wurde von einem naseweisen Journalisten gefragt: „Herr Bundespräsident, lieben Sie Deutschland?“ Antwort:
„Meine Herren, ich liebe meine Frau!“ sprachs und ging. Das war ein leuchtendes Vorbild einer christlichen
Ehe!
#8 virOblationis 18:06:01 | Samstag, 18. Februar 2006
Patriotismus Vielleicht kann man den Patriotismus mit der Zugehörigkeit zu einer Familie vergleichen:
Man hat einzelne Freunde, mag viele Menschen, ja soll alle insgesamt lieben. Dennoch bleibt man den eigenen
Angehörigen in ganz besonderer Weise, nämlich durch die Herkunft, verbunden. Dies tut aber der Nächstenliebe
überhaupt keinen Abbruch.
#7 Athanasius 16:44:38 | Samstag, 18. Februar 2006
@Yersinia Bitte, sag doch nichts. Du weisst nicht einmal wovon Du sprichst. Du widerholst ständig die
Dir reingehammerten indoktrinierten Mai 68-er Parolen. War nicht etwa ein Stauffenberg und hier ein mutiger
Hermann Lein, obwohl gegen den okkulten-atheistischen Nationalsozialismus, Patrioten aus christlichen
Gründen. Der Katechismus lernt es uns: Volk und Land zu lieben. Das bedeutet aber nicht direkt eine Völksvergötzung
oder Rassismus. Aber die frustrierten linken Deutschen 68-er „Wissenschaftler“ können gar nicht unterscheiden.
Sie sind nicht objektiv und haben sich völlig einschüchtern lassen von antideutscher Propaganda. Sehr
gefährlich. Deutschland oscilliert zwischen Sozialismus (BRD), Kommunismus (DDR) und Nationalsozialismus
(3. Reich, jetzt wieder eher in den neuen Ländern). Sehr gefährlich. Nur der Christliche Patriottismus
und wahre Toleranz haben keinen Platz. Warum? Ich verstehe es nicht.
und ich dachte immer: „ihr alle aber seid Brüder“ bzw „mein Reich ist nicht von dieser Welt“? „Nation“
und „Volk“ sind Konstrukte, die nach Belieben gebraucht, gedreht und gewendet werden – mit auch nur irgendwie
garteten „christlichen Werten“ hat das ganze nix zu tun;
@ Yersina National ist mit nicht mit dem totalitären „Nationalsozialismus“ zu verwechseln. Das hat der
vorhergehende Papst Johannes Paul II. eindrucksvoll herausgearbeitet. Jedes Volk will zur Nation werden.
In seiner bereits klassisch gewordenen Enzyklika über die menschliche Arbeit („Laborem exercens“, 1981)
hat Johannes Paul II. diesen Sachverhalt eindrucksvoll beschrieben: „Die Volksgemeinschaft – auch wenn
sie noch nicht die ausgereifte Form einer Nation erreicht hat – ist nicht nur die große, wenn auch mittelbare
‘Erzieherin’ jedes Menschen (da ja jeder sich in der Familie die Gehalte und Werte zu eigen macht, die
in ihrer Gesamtheit die Kultur einer bestimmten Nation ausmachen), sie ist auch die große und historische
Inkarnation der Arbeit aller bisherigen Generationen. All das bewirkt, daß der Mensch seine tiefste menschliche
Identität mit der Zugehörigkeit zu einer Nation verbindet und seine Arbeit auch als eine mit seinen
Landsleuten zusammen zu erarbeitende Mehrung des Gemeinwohls versteht und sich Rechenschaft gibt, daß
auf diesem Wege die Arbeit dazu beiträgt, das Erbgut der ganzen Menschheitsfamilie … zu wahren.“
@ Yersinia Vaterlandsliebe hat unmittelbar mit Gottesliebe zu tun. Respekt und Achtung vor den eigenen
Wurzeln inkl. Eltern und Heimat sind höchst katholisch.
wenn man die Erinnerungen solcher Menschen liest (zB auch jene von Fritz Molden) kommt immer Bewunderung
für den Mut auf, den diese damals noch sehr jungen Leute hatten; nebenbei: wie kann man eigentlich „national“
und katholisch sein?