Die anwesende Justizminsterin des Freistaates Bayern lobte die Strafgefangenen dafür, daß sie sich firmen ließen.
(kreuz.net, Laufen) Der Erzbischof von München, Friedrich Kardinal Wetter firmte und taufte kürzlich
in in der Jugendstrafanstalt Laufen-Lebenau.
Die Strafvollzugsanstalt befindet sich 3 km nördlich der
Stadt Laufen. Laufen liegt 100 km östlich von München an der Grenze zu Österreich.
14 junge Strafgefangene
wurden vom Kardinal gefirmt, ein Insasse wurde getauft. Das berichtete gestern die Tageszeitung ‘Trostberger
Tagblatt’.
Der Kardinal erschien in Begleitung der bayrischen Staatsministerin der Justiz, Beate Merk.
Anwesend waren auch Verwandte der inhaftierten Burschen sowie Gäste.
Gefängnisseelsorger in der Jugendstrafanstalt
ist der Diakon Otwin Marzini. Er bereitete die Strafgefangenen über Monate hinweg auf den großen Tag
vor, der in der Kapelle der Anstalt gefeiert wurde.
Die Häftlinge beteiligten sich aktiv an der Messe.
Sie trugen Lesungen und Fürbitten vor. Einer sang mit dem Chor sogar ein souveränes Solo. Die Burschen
übernahmen auch den Ministrantendienst und trugen den Bischofsstab.
Außerdem überreichten sie dem
Kardinal ein selbergefertigtes Geschenk.
In seiner Predigt erinnerte Kardinal Wetter daran, daß die
jungen Männer im Sakrament der Firmung den Geist Gottes empfangen.
Durch ihn würden sie verwandelt,
wie einst Zachäus in der Bibel. Diesen habe Christus – nicht zur Freude aller – zu sich eingeladen.
Man habe Zachäus Rücksichtslosigkeit und Betrug beim Eintreiben der Steuer vorgeworfen. Doch die Begegnung
mit Christus habe ihn verwandelt.
Der Kardinal erwähnte auch die Schwäche der Apostel und erinnerte
an die Szene am Ölberg und an den Verrat des Petrus.
Erst an Pfingsten seien sie durch den Heiligen
Geist stark geworden. Diese Kraft wünschte der Kardinal den Firmlingen.
Beim Empfang in einem Unterrichtsraum
hieß der Anstaltleiter die Besucher noch einmal willkommen.
Er wisse es zu schätzen, daß so hohe Gäste
in seine Anstalt „an der Peripherie von Bayern“ gekommen seien.
Die Justizministerin gratulierte den
Firmlingen zu ihrem Mut, sich taufen beziehungsweise firmen zu lassen. Sicher sei den Jugendlichen die
Entscheidung nicht ganz leicht gefallen.
Es sei für viele junge Leute „cooler“ aufzubegehren. Desto
mehr sei ihr Entschluß zu loben.
Die Firmlinge erhielten vom Erzbischof und seinem Sekretär Kaplan
Rupert Graf von Stolberg Erinnerungsgeschenke überreicht.
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5 Lesermeinungen
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Laudetur Iesus Christus! Es gibt doch keinen größeren Erfolg in der Seelsorge, als Menschen zu Taufe
und Firmung zu führen. Beste Segenswünsche an den Diakon!