10:37:02 | Sonntag, 19. Februar 2006
St. Pölten
St. Pöltener Domkapitel bläst zum Sturm
Bei einer Skitour in seiner Vorarlberger Heimat wurde der Bischof von St. Pölten jüngst von einem Schneesturm überrascht. Er geriet in Bergnot und konnte nur knapp gerettet werden. Jetzt scheinen sich auch über seiner Bischofskirche dunkle Wolken zusammenzuballen.
(kreuz.net, St. Pölten) Kühl, mitunter sogar eisig, war das Verhältnis zwischen dem im Herbst 2004
zurückgetretenen St. Pöltener Bischof Kurt Krenn und seinem von ihm ernannten Domkapitel.
Der von Bischof
Klaus Küng ausgerufene „glaubwürdige Neubeginn“ brachte das lang ersehnte Tauwetter. Der Bischof tat,
was das selbstbewußte Domkapitel immer schon gewollt hatte und ließ den Zeitgeist munter wehen.
Ein
deutliches Signal für diesen radikalen Kurswechsel war die bedingungslose Wiedereinsetzung des altgedienten
Papst- und Bischofsgegners
Pater Udo Fischer als Pfarrer von Paudorf im Frühjahr 2005.
Als der rebellische
Pater 1998 von Mons. Krenn seines Amtes enthoben wurde, verkündigte das Domkapitel in einer Presseerklärung
trotzig, daß die Abberufung des Benediktinerpaters ohne die Zustimmung der Domherren erfolgt sei.
Derart
stürmische Zeiten schienen unter Bischof Küng endgültig der Vergangenheit anzugehören. Mit einem Mal
gaben sich die Domherren sogar wieder bei Bischofsmessen die Ehre.
Auch die St. Pöltener Kirchenzeitung
‘Kirche bunt’ machte mit einem Mal ihrem Namen alle Ehre und ließ schon fast vergessene Blüten sprießen.
Während Bischof Krenn kaum mehr darin zu sehen gewesen war, durfte sein Nachfolger Woche für Woche von
den Hochglanzseiten lächeln.
Herausgeber der St. Pöltener Kirchenzeitung ist der mittlerweile im 79.
Lebensjahr stehende Domherr Josef Eichinger.
Mit ihm haben noch zwei weitere Kapitulare die Altersgrenze
von 75 Jahren überschritten: Prälat Alois Hörmer (80) und der emeritierte Weihbischof Heinrich Fasching
(76), der dem Kapitel noch immer als Dompropst vorsteht.
Ein viertes Kanonikat wird in Kürze vakant.
Denn kürzlich gab Dompfarrer Wolfgang Reisenhofer überraschend bekannt, daß er sich von seinem Amt
zurückziehen und auf Wunsch des Bischofs einer Therapie in einem deutschen Kloster unterziehen werde.
Damit noch immer nicht genug. Domherr Gerhard Fahrnberger (65), Leiter des Diözesangerichts, wurde aus
gesundheitlichen Gründen ebenfalls beurlaubt.
Das sich aus insgesamt acht Mitgliedern zusammensetzende
Domkapitel von St. Pölten steht demnach vor einem massiven Generationenwechsel.
Abgesehen von den drei
Domherren – Neutestamentler Ferdinand Staudinger (72), Ex-Regens Franz Schrittwieser (65) und Generalvikar
Leopold Schagerl (64) – hat Bischof Küng die Möglichkeit, in absehbarer Zeit das gesamte Kapitel auszuwechseln.
Das scheint der Grund zu sein, daß die anfänglichen Frühlingsgefühle zwischen Bischof und Kapitel
einer neuen Eiszeit weichen. Während die Domherren ihre neu gewonnene Machtposition weiter auszubauen
beabsichtigen, wünscht sich der Bischof natürlicherweise ein eher schwaches Domkapitel, mit dem er leichter
zusammenarbeiten kann.
Einstweilen hat die neue Eiszeit dazu geführt, daß sich jene Domherren, die
die Altergrenze bereits hinter sich gelassen haben – allen voran der emeritierte Weihbischof Heinrich
Fasching – weigern, in den Ruhestand zu treten.
Darüber hinaus scheint das Domkapitel dem Vernehmen
nach in eine Art Streik getreten zu sein und sich zu weigern, liturgische Dienste im Dom zu übernehmen.
Mehrfach soll Mons. Küng in den letzten Tagen keine andere Möglichkeit gesehen haben, als selber aushilfsweise
im Dom die Messe zu feiern. Angeblich wollen die Domkapitulare auch den zurückgetretenen Dompfarrer zurück.
Bislang sind es nur dunkle Wolken, die sich um den St. Pöltener Domturm zusammenballen.
Sollte der
Sturm losbrechen, werden vielleicht schon bald im Vatikan die Alarmglocken läuten, um für einen bedrängten
St. Pöltener Diözesanbischof – der im Umgang mit der kirchlichen Linken die Zügel ebenfalls hat schießen
lassen – eine Rettungsaktion zu starten.
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Finthen 14:00:21 | Samstag, 4. März 2006
#13
franziskus 19:27:04 | Dienstag, 28. Februar 2006
#12
Rudolphus 14:41:16 | Montag, 20. Februar 2006
#11
Jean 12:19:35 | Montag, 20. Februar 2006
#10
Finthen 11:25:57 | Montag, 20. Februar 2006
#9
Gotthard 23:34:33 | Sonntag, 19. Februar 2006
#8
Nikolaus 23:21:44 | Sonntag, 19. Februar 2006
#7
Gotthard 20:53:34 | Sonntag, 19. Februar 2006
#6
Chris 20:36:02 | Sonntag, 19. Februar 2006
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bonifatius 17:28:21 | Sonntag, 19. Februar 2006
#4
Ottawiani 16:00:25 | Sonntag, 19. Februar 2006
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ottaviani 13:38:42 | Sonntag, 19. Februar 2006
#2
Benedikt 13:02:15 | Sonntag, 19. Februar 2006
#1
Bernieboy 12:25:50 | Sonntag, 19. Februar 2006