Im Vatikan sprudeln die Quellen
Eine vatikanische Quelle soll neue Informationen über die weitere Vorgehensweise des Papstes in Sachen Piusbruderschaft bekanntgegeben haben. Überstürzen sich die Ereignisse?

Bermudez erwähnte eine „sehr vertrauenswürdige Quelle im Vatikan“, die ihm vom jüngsten Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und den Vorsitzenden der rund dreißig vatikanischen Dikasterien berichtete.
Der Heilige Vater soll sich beim Treffen zuerst die Meinungen der Kurienkardinäle angehört haben. Danach habe er entschieden, die Exkommunikationen der vier von Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1988 geweihten Bischöfe aufzuheben.
Ein nächstes Treffen mit den Vorstehern der Kurie soll für Montag, den 20 März um 10.30 anberaumt worden sein. Dabei würden die praktischen Wege besprochen, um die liturgischen und kanonischen Schwierigkeiten bezüglich der Priesterbruderschaft St. Pius X. auszuräumen.
Frühere Gerüchte sprachen von einem zweiten Treffen, das am Donnerstag, dem 23. März, stattfinden und bei dem ein Dokument zur Freigabe des überlieferten Ritus vorgelegt werden sollte.
Die genannte Quelle erklärte weiter, daß der Heilige Vater seine Entscheidung in dieser Frage „sehr wahrscheinlich“ am Ostersonntag, dem 16. April bekanntgeben werde.
An diesem Tag feiert Benedikt XVI. auch seinen 79. Geburtstag.
Bermudez berichtet ferner, daß der Papst „möglicherweise“ auch Bischöfe aus aller Welt einladen werde, um die Alte Messe auf eine nicht näher bestimmte Weise zu unterstützen.
Zusätzlich könnten die Lefebvristen eine Personalprälatur bekommen. Das ist eine Spekulation, die seit Ende Januar im Raum steht.
Am Samstag hatte die italienischen Tageszeitung ‘L’Indipendente’ behauptet, daß die Aufhebung der Exkommunikationen unmittelbar bevorstehe. Entsprechende Verhandlungen zwischen dem Papst und dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, seien direkt über das Telephon geführt worden.
Dagegen hatte Bischof Fellay in einer Predigt vom 2. Februar erklärt, daß Spekulationen um die Errichtung einer Apostolischen Administratur völlig falsch seien. Zur Aussöhnung der Bruderschaft mit dem Vatikan gebe es nichts Neues.
Entgegenlautende Berichte seien vom Teufel gesäte Gerüchte.
© Bild: Unavoce.org
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Montag, 27. Februar 2006 09:10
catharina: Wiederholung…
… bringt keine neuen Erkenntnisse.
Daß der Arianismus schweren Schaden angerichtet hat – stimmt.
Daß damals viele Bischöfe versagte, teils der Häresie anhingen, teils sie begünstigten – keine Frage.
Daß Papst Liberius sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, sondern unter dem Druck kaiserlicher Gewalt schwach wurde – Tatsache.
Aber ebenso ist und bleibt wahr,
– daß es der Kaiser war, der den Kampf gegen Athanasius führte,
– daß die Kirchenleitung die Beschlüsse von Nicäa vertrat,
– daß sich die über 50 Bischöfe erwähnter Synode hinter Athanasius stellten,
– daß Liberius seine Unterschrift unter die semiarianische Formel unter Druck gab und später wieder zurückzog.
Michael Davies war ein integrer Mann. Seine Forschungen muß er aber dennoch belegen. Wo finden wir etwas über eine Exkommunikation des Athanasius durch den Papst? Für mich unauffindbar.
Das Buch von Bischof Graber ist sehr empfehlenswert, führt aber in den hier besprochenen Fragen zu keinen weiterführenden Erkenntnissen.
Daß der Arianismus schweren Schaden angerichtet hat – stimmt.
Daß damals viele Bischöfe versagte, teils der Häresie anhingen, teils sie begünstigten – keine Frage.
Daß Papst Liberius sich nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, sondern unter dem Druck kaiserlicher Gewalt schwach wurde – Tatsache.
Aber ebenso ist und bleibt wahr,
– daß es der Kaiser war, der den Kampf gegen Athanasius führte,
– daß die Kirchenleitung die Beschlüsse von Nicäa vertrat,
– daß sich die über 50 Bischöfe erwähnter Synode hinter Athanasius stellten,
– daß Liberius seine Unterschrift unter die semiarianische Formel unter Druck gab und später wieder zurückzog.
Michael Davies war ein integrer Mann. Seine Forschungen muß er aber dennoch belegen. Wo finden wir etwas über eine Exkommunikation des Athanasius durch den Papst? Für mich unauffindbar.
Das Buch von Bischof Graber ist sehr empfehlenswert, führt aber in den hier besprochenen Fragen zu keinen weiterführenden Erkenntnissen.
Freitag, 24. Februar 2006 12:06
clemens: @Catharina
Buchtipp:
Bischof Rudolph Graber:
„Athanasius und die Kirche unserer Zeit“
ISBN 3-928272-69-1
Bischof Graber ist völlig unverdächtig, ein FSSPX- Anhänger zu sein. Aber dieses Buch hat ihn in der „modernen“ Kirche keine Freunde gemacht.
Bischof Rudolph Graber:
„Athanasius und die Kirche unserer Zeit“
ISBN 3-928272-69-1
Bischof Graber ist völlig unverdächtig, ein FSSPX- Anhänger zu sein. Aber dieses Buch hat ihn in der „modernen“ Kirche keine Freunde gemacht.
Donnerstag, 23. Februar 2006 22:04
Marcel: Der hl. Athanasius und die Glaubenskrise des 4. Jahrhunderts
Catharina schrieb: Daß leider Papst Liberius {…} unter schwerstem äußeren Druck die 3. sirmische
Formel unterzeichnete, ist ein trauriges Kapitel der konstantinischen Ära, in dem sich bereits viele
spätere Konflikte abzeichnen. {…}
Von einer positiven Verfolgung des Glaubens von Nizäa durch den Papst und die Hierarchie kann nicht die Rede sein, {…}
Papst Liberius exkommunizierte St. Athanasius.
Wenn erster gar wußte, daß zweiterer unschuldig ist, ist dieser Verrat besonders schändlich und reicht an den des ersten Petrus an Christus. Vgl. unten referenzierte Leserzeitung.
Ihre Rede von „keine Verfolgung durch die Hierarchie“ ist Hohn. Die arianische Häresie drohte beinahe die gesamte katholische Kirche zu zerstören; außerhalb des Reiches legte diese Häresie bekehrte Völker gar mehrere Jahrhunderte lang lahm.
Diese tiefe und lange Kirchenkrise konnte nur durch das massenhafte Versagen der Bischöfe geschehen. Eben ganz wie in der heutigen Konzilskirchenkrise. Der weise Satz des Cardinals:
„Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe“
ist also so neu nicht.
Der integre Michael Davies (Una Voce) studierte „the fall of Pope Liberius“. Er rückt Sie mannigfaltig zurecht.
Doch auch folgender Aufsatz als Leserzeitung.
Von einer positiven Verfolgung des Glaubens von Nizäa durch den Papst und die Hierarchie kann nicht die Rede sein, {…}
Papst Liberius exkommunizierte St. Athanasius.
Wenn erster gar wußte, daß zweiterer unschuldig ist, ist dieser Verrat besonders schändlich und reicht an den des ersten Petrus an Christus. Vgl. unten referenzierte Leserzeitung.
Ihre Rede von „keine Verfolgung durch die Hierarchie“ ist Hohn. Die arianische Häresie drohte beinahe die gesamte katholische Kirche zu zerstören; außerhalb des Reiches legte diese Häresie bekehrte Völker gar mehrere Jahrhunderte lang lahm.
Diese tiefe und lange Kirchenkrise konnte nur durch das massenhafte Versagen der Bischöfe geschehen. Eben ganz wie in der heutigen Konzilskirchenkrise. Der weise Satz des Cardinals:
„Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe“
ist also so neu nicht.
Der integre Michael Davies (Una Voce) studierte „the fall of Pope Liberius“. Er rückt Sie mannigfaltig zurecht.
Doch auch folgender Aufsatz als Leserzeitung.
Donnerstag, 23. Februar 2006 21:02
catharina: Athanasius
St. Athanasius wurde von der pro-arianischen Kirchenleitung incl. der überwältigenden Mehrheit seiner
Bischofskollegen auf Leben und Tod verfolgt, mehrmals verbannt und vom kompromitierten Papst Liberius
exkommuniziert.
Nein, Athanasius wurde als Bischof von Alexandrien vom pro-arianischen Kaiser Konstantius gezwungen, Arius wieder in seinen Klerus aufzunehmen, und als er sich mit Recht weigerte, das zu tun, begannen die bitteren Verbannungen und Verfolgungen. Er flüchtete sich in der Not zu Papst Julius. Dieser rief 341 eine Synode ein, auf der sich alle Bischöfe – über 50 an der Zahl – voll hinter Athanasius stellten.
Daß leider Papst Liberius, anstatt zum Martyrer der religiösen Freiheit gegenüber dem anmaßenden Staat zu werden, unter schwerstem äußeren Druck die 3. sirmische Formel unterzeichnete, ist ein trauriges Kapitel der konstantinischen Ära, in dem sich bereits viele spätere Konflikte abzeichnen. Aber wir wissen, daß Liberius nach dem Tod Konstantius’ II. die häretischen Formeln scharf verurteilt hat (Rimini und Seleukia 359).
Von einer positiven Verfolgung des Glaubens von Nizäa durch den Papst und die Hierarchie kann nicht die Rede sein, allenfalls von falscher Nachgiebigkeit gegenüber dem Staat, ähnlich derjenigen vieler französischer Bischöfe gegenüber dem Ancien Regime…
Nein, Athanasius wurde als Bischof von Alexandrien vom pro-arianischen Kaiser Konstantius gezwungen, Arius wieder in seinen Klerus aufzunehmen, und als er sich mit Recht weigerte, das zu tun, begannen die bitteren Verbannungen und Verfolgungen. Er flüchtete sich in der Not zu Papst Julius. Dieser rief 341 eine Synode ein, auf der sich alle Bischöfe – über 50 an der Zahl – voll hinter Athanasius stellten.
Daß leider Papst Liberius, anstatt zum Martyrer der religiösen Freiheit gegenüber dem anmaßenden Staat zu werden, unter schwerstem äußeren Druck die 3. sirmische Formel unterzeichnete, ist ein trauriges Kapitel der konstantinischen Ära, in dem sich bereits viele spätere Konflikte abzeichnen. Aber wir wissen, daß Liberius nach dem Tod Konstantius’ II. die häretischen Formeln scharf verurteilt hat (Rimini und Seleukia 359).
Von einer positiven Verfolgung des Glaubens von Nizäa durch den Papst und die Hierarchie kann nicht die Rede sein, allenfalls von falscher Nachgiebigkeit gegenüber dem Staat, ähnlich derjenigen vieler französischer Bischöfe gegenüber dem Ancien Regime…
Donnerstag, 23. Februar 2006 11:48
clemens: @Marcel
St. Athanasius wurde von der pro-arianischen Kirchenleitung incl. der überwältigenden Mehrheit seiner
Bischofskollegen auf Leben und Tod verfolgt, mehrmals verbannt und vom kompromitierten Papst Liberius
exkommuniziert.
Danke, wie immer sehr gute Antwort.
Danke, wie immer sehr gute Antwort.
Donnerstag, 23. Februar 2006 09:43
Agiafortuni: Die Konzilskirche ist nicht mehr katholisch
Ich lese zur Zeit das Tagebuch zum Konzil des von Jopa II zum Kardinal – wozu auch – ernannten Yves Congar. Das Konzil wollte die Entmachtung des Papstes und hat es dank Johannes XXIII, der weder definieren noch verurteilen wollte, seine Amtspflichten überhaupt nicht wahrgenommen hat. Mit einem derartigen Oberhaupt vermag die Kirche ihrer Wesensbestimmung überhaupt nicht mehr gerecht zu werden, was heute eindeutig der Fall ist.
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