09:48:02 | Dienstag, 21. Februar 2006
Anfang Februar zeichnete der Erzbischof von Hamburg verdiente Laien aus. Doch die ganze Geschichte erfuhr man erst eine Woche später.
(kreuz.net, Hamburg) Zu Beginn der in Hamburg gefeierten Ansgarwoche ehrte der dortige Erzbischof, Mons.
Werner Thissen (67), die ehrenamtlichen Dienste von acht Laien aus seinem Erzbistum mit der Ansgar-Medaille.
Das berichtete die ‘Neue Kirchenzeitung’ – die vom Erzbischof von Hamburg herausgegeben wird – am 5.
Februar auf der Titelseite. Die Kirchenzeitung bezeichnete die Geehrten als „Vorbilder im Dienst um die
Kirche“.
Mit der Ansgar-Medaille würdigt das Erzbistum „Menschen, die sich im kirchlichen oder karitativen
Dienst eingesetzt haben“. Über die genaue Art der Verdienste wurden die Leser nicht aufgeklärt.
In
der Ausgabe der ‘Neuen Kirchenzeitung’ vom 5. Februar war ferner zu lesen, daß eine der Preisträgerinnen –
die 80jährige Frau B. B. – zwei Tage vor der Auszeichnung ihres „herausragenden Engagementes“ an Krebs
gestorben sei. Frau B. sei eine langjährige Mitarbeiterin des ‘Sozialdienstes katholischer Frauen’ gewesen.
Die ganze Wahrheit zu Frau B. wurde in der nächsten Nummer der ‘Neuen Kirchenzeitung’ nachgeliefert.
Darin erschien eine Traueranzeige für die Verstorbene mit einem Leitspruch, welcher der Konzilskonstitution
‘Gaudium et Spes’ entnommen war. Zitat:
„Das Gewissen ist die verborgenste Mitte und das Heiligtum des
Menschen, wo er alleine ist mit Gott, dessen Stimme in diesem seinem Innersten zu hören ist.“
Im weiteren
Text der Todesanzeige wird mitgeteilt, daß Frau B. „Motor und Gründungsmitglied“ des Vereins ‘Donum
vitae in Schleswig-Holstein zur Förderung des Schutzes des menschlichen Lebens’ gewesen sei.
Der Verein
‘Donum vitae’ wurde im September 1999 gegründet. Die Deutschen Bischöfe hatten den katholischen Verbänden
‘Caritas’ und ‘Sozialdienst katholischer Frauen’ zuvor die Ausstellung der Bescheinigung einer Schwangerschaftsberatung
untersagt, weil dieser Schein eine Voraussetzung für eine legale Kinderabtreibung ist.
Der damalige
Apostolische Nuntius in Deutschland stellte im November 2000 im Auftrag der Glaubenskongregation fest,
daß sich der Verein „in offenem Widerspruch zu den Anweisungen des Heiligen Vaters“ befinde und das Zeugnis
der katholischen Kirche verdunkle.
Die Mitgliedschaft von Frau B. bei ‘Donum vitae’ wird im Text der
Todesanzeige dagegen damit gerechtfertigt, daß die Verstorbene sich den Müttern in Not und den ungeborenen
Kindern verpflichtet gefühlt habe.
Bis zuletzt habe sie an allen Vorstandssitzungen des umstrittenen
Vereins teilgenommen und die Buchhaltung geführt.
„Für ihr ehrenamtliches Engagement für besondere
Verdienste bekam sie posthum die Ansgarmedaille“ – fährt der Text weiter.
Die Todesanzeige ist vom eingetragenen
Verein ‘Donum vitae in Schleswig-Holstein’ unterzeichnet.
„Eine Traueranzeige in der Kirchenzeitung als
Propagandamittel für »Donum vitae«!“ – empört sich ein Gläubiger des Erzbistums vor ‘kreuz.net’.
Es sei besonders bedenklich, daß mit dem Zitat aus ‘Gaudium et Spes’ nahegelegt werde, daß man mit
Gott und seinem Gewissen alleine Entscheidungen über Leben und Tod treffen könne.
Traueranzeigen würden
in der ‘Neuen Kirchenzeitung’ im übrigen nur selten veröffentlicht und seien dann zumeist verdienten
Priestern gewidmet.
„Anstatt
»die Wasser der konfessionellen Flüsse« zu klären, sollte Erzbischof
Thissen einmal in Sachen ‘Donum vitae’ für Klarheit in seinem Erzbistum sorgen“, so der Leser.
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#5
Wolfgang Kugler 09:04:48 | Mittwoch, 22. Februar 2006
#4
Gotthard 23:54:00 | Dienstag, 21. Februar 2006
#3
Giovanni 11:39:21 | Dienstag, 21. Februar 2006
#2
Sirilo 10:17:30 | Dienstag, 21. Februar 2006
#1
Brandenburgis 10:15:48 | Dienstag, 21. Februar 2006