In der Diözese St. Pölten hat sich der Wunsch des neuen Diözesanbischofs nach Ruhe und Frieden, der Wunsch nach dem „begrabenen Kriegsbeil“, noch nicht erfüllt.
(kreuz.net, St. Pölten) Wie von der Presse gemeldet, hat der Fall des ehemaligen Subregens des Priesterseminars
in St. Pölten eine tragische Wende genommen.
Der über eine homosexuelle Affaire mit einigen Seminaristen
gestrauchelte Priester stürzte (sich?) am frühen Dienstagmorgen aus dem ersten Stock seiner Privatwohnung.
Er war schwer alkoholisiert. Bei seinem Sturz zog er sich Prellungen und eine Gehirnerschütterung zu.
Ein Subregens ist der stellvertretende Leiter eines Priesterseminars.
Am Abend zuvor hatte der neue
Bischof von St. Pölten sowohl den ehemaligen Subregens als auch den ehemaligen Regens (Leiter) des Priesterseminars,
der ebenfalls in homosexuelle Machenschaften verwickelt war, aller ihrer Ämter enthoben.
In einer Presseerklärung
zu diesen pastoralen Maßnahmen stellt der Diözesanbischof ausdrücklich fest, daß die Vorkehrungen
nicht „die Feststellung von Schuld oder Unschuld“ der in die angeblichen Vorkommnisse verwickelten Personen
beträfen. Es gehe vielmehr um das Gemeinwohl der Kirche, das Wohl der betroffenen Personen, um die Gewährung
einer Besinnungszeit sowie eines glaubwürdigen Neubeginns.
Die erste Maßnahme des Bischofs betrifft
die Funktion des ehemaligen Regens als Leiter (Propst) der Weltpriestergemeinschaft in der Propstei Eisgarn
im Waldviertel (Nord-Niederösterreich).
Der Bischof von St. Pölten beschloß, die Priestergemeinschaft
von Eisgarn samt ihrer Ämter im Jahre 2005 ruhend zu stellen. Ebenfalls wurde festgelegt, die finanziellen
Verpflichtungen der Propstei provisorisch der Bischöflichen Finanzkammer zu unterstellen. Das kommende
Jahr werde dazu benützt, um einen Sanierungsplan für die Propstei zu prüfen. Diese scheint ziemlich
verschuldet zu sein.
Der Bischof beurlaubte den ehemaligen Regens und Propst ferner als Pfarrer der Pfarrei
Eisgarn.
Rechtskräftig entband der Bischof auch den ehemaligen Subregens aller seiner Ämter. Diese
hatte er de facto bereits früher niedergelegt. Erst kürzlich war der Subregens als Kanoniker in die
Priestergemeinschaft in Eisgarn aufgenommen worden. Auch von dieser Funktion wurde er freigestellt. Der
Subregens habe nach der Ankündigung dieser Maßnahmen einen Nervenzusammenbruch erlitten.
Bemerkenswert
ist, daß der Bischof von St. Pölten in seiner Presseaussendung auch die de facto Absetzung des gegenwärtigen
Regens der Diözese St. Pölten, P. Werner Schmid, andeutet. P. Schmid ist der verdiente Leiter der Weltpriestergemeinschaft
St. Josef in Kleinhain, die der Diözese St. Pölten zahlreiche Priester geschenkt hat.
Die Absetzung
von P. Schmid kommt einschlußweise in der Formulierung zum Ausdruck, in welcher der Bischof die Gläubigen
der Diözese um ihr Gebet bittet, „damit durch Auswahl einer guten Hausvorstehung des Priesterseminars
St. Pölten das Studienjahr 2005/2006 als glaubwürdiger Neubeginn wahrgenommen“ werden könne.
Der Bischof
von St. Pölten gibt keine Gründe an, warum Werner Schmid, gegen dessen Person es keine Beanstandungen
gibt oder gegeben hat, von seiner Funktion als Regens entbunden werden soll.
Soweit die Maßnahmen des
Bischofs.
Nach Informationen der „Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde“ soll
der Bischof die zwei in die Schlagzeilen geratenen Priester auch angewiesen haben, sich für eine Zeit
in ein Rehabilitationsinstitut zurückzuziehen.
Als Konsequenz der ergriffenen Maßnahmen wären die
beiden Priester nicht mehr in der Lage, ihren gegen die Wiener Verlagsgruppe „News“ angestrengten Prozeß
wegen Verletzung der Privatsphäre weiterzuführen. Dieser Prozeß war Anfang Oktober eröffnet und bei
der Verhandlung am 2. Dezember auf Januar 2005 vertagt worden.
Nach Ansicht von Beobachtern gibt es in
der Diözese St. Pölten verschiedene Kreise, die daran interessiert sind, diesen Prozeß abzubrechen.
Darin geht es vor allem um die vom österreichischen Boulevardmagazin „Profil“ veröffentlichten Fotos,
die den Skandal am Priesterseminar ins Rollen gebracht haben. Diese Fotos zeigen den Regens und den Subregens
in höchst kompromitierenden homosexuellen Posen mit einigen Seminaristen.
Die Frage, wie diese Fotos,
deren Inhalt privater und nicht strafrechtlicher Natur sind, an die Öffentlichkeit gelangten, ist immer
noch ungeklärt.
Die Aufnahmen wurden von der Kriminalpolizei auf dem Computer eines Seminaristen gefunden.
Diesen und andere Computer hatte die Polizei zur Aufklärung eines kinderpornographischen Straffalls,
der sich ebenfalls im Seminar zugetragen hatte, beschlagnahmt.
Wie es scheint, war auch ein Zeuge von
der Kripo zum Zivilprozeß gegen die „News“-Mediengruppe geladen, um den Sachverhalt aufzuklären. Er
glänzte durch Abwesenheit, weil er angeblich nicht vom „Dienstgeheimnis“ entbunden worden sei.
Von der
Kriminalpolizei landeten die Bilder nach Selbstaussage des damaligen Weihbischofs der Diözese St. Pölten,
Dr. Heinrich Fasching, unter der Matte seiner Wohnungstüre.
Insider vermuten, daß der ehemalige Weihbischof
in der Folge des laufenden Zivilprozesses und im anschließenden Strafprozeß als Presseinformant auffliegen
könnte. Damit wäre er der Direktverantwortliche für den weltweiten Skandal, der nicht nur die Diözese
in St. Pölten, sondern die ganze Kirche in Mißkredit gebracht hat.
Interessantes Detail. Das Boulevardmagazin
„Profil“ hat im gegenwärtig laufenden Prozeß auch den Erzbischof von Wien als Zeugen benannt.
Dieser
hatte erst letzte Woche den Verantwortlichen von „Profil“ mit dem Kardinal-Innitzer-Preis ausgezeichnet.
Der Kardinal-Innitzer-Preis ist einer der angesehensten Wissenschaftspreise Österreichs, der von der
Erzdiözese Wien verliehen wird. Für das Jahr 2004 wurde Robert Buchacher von „Profil“ in der Kategorie
„wissenschaftlich fundierte Publizistik“ geehrt.
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4 Lesermeinungen
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@turk Der neue Bischof von St. Pölten hat bemerkenswert umsichtig gehandelt – da bin ich ganz bei Ihnen.
Weltweit so in die Schlagzeilen geratene Priester, die nun alle Welt beobachtet, da mußte einfach ein
klares Handeln her. Besonders begrüße ich die factische Absetzung Ehrenprälat Küchls als Propst von
Eisgarn. Dieses wandelnde Musterbeispiel an gefährlicher Naivität – und das ist noch nobel ausgedrückt –
hat seinem früheren Diöcesanbischof, der auf ihn so große Hoffnungen setzte, durch ein Doppelspiel
hintergangen, mit dem Hintergedanken eines weiteren Karrieresprungs. Auch Dr. Rothe – als Priesterausbildner –
müßte sicher reif genug sein, um für seine Handlungen die daraus resultierende Verantwortung ermessen
zu können. Wenn auch die kirchlichen Autorität nicht anders kann, als so klar zu handeln, wie sie es
tat – und sie tat es mit der weisen Milde eines Vaters – so erflehe ich den beiden – deren Versagen nicht
gleich groß ist – Gottes Barmherzigkeit und Gottes weitere Führung.
Unterwegs zur ganzen Wahrheit Wunsch nach Ruhe und Friede? Warum nicht. Schwere Alkoholisierung, tatsächlich?
Seminar geschlossen? Eisgarn geschlossen? Passt irgendwie alles zusammen. Haben denn die beiden Bemitleidenswerten
wirklich gedacht, völlig ungeschoren davonzukommen? Neubeginn? Sicher nicht mit einem Regens, der von
Bischof Krenn eingesetzt wurde. Wer sich nicht von den offenbar skandalmitverursachenden Priester absetzt,
kann wohl nur sehr schwer Regens bleiben. Bürgerinitiative zum Schutz der Menschenwürde? Bisher waren
diese auch mit einer Hatz auf Homosexuelle aufgefallen – Menschenwürde? Und jetzt ist die ominöse Bürgerinitiative
auf Seiten der in der Vergangenheit lebenden Krennumgebung. Das kann nicht gut sein. Wer hat diese beiden
nur in diesen Prozess getrieben? Dort wird doch nun alles aufgewärmt in einer Weise, die nur noch blamieren
kann. Das geht doch nach hinten los, wenn man sich in den österreichischen Medien die Berichte des zweiten
Tages ansieht, die z. B. unter dem Titel standen „Zunge war im Mund“ – so viel also zum Photo, das scheinba
doch echt ist. Was hilft es da, einen Weihbischof zu verdächtigen? Was kann man sich darum kaufen? Nichts.
Pre-Mid-Life-Crisis? Was passiert dann in der Post-Mid-Life-Crisis? Naivität? Naiv? Wer sieht nicht,
was ist. Was ist, das ist. Man kann dem Bischof von St. Pölten nur gratulieren zu seiner Umsicht.
St. Pöltner Krieg Das Zusammenspiel Kripo-unbekannter Bote-Hilfsbischof Fasching-Medien sind nicht nur
ein Ärgernis, sondern ein klarer Gesetzesbruch. Diese bei einer Hausdurchsuchung in die Hände der Behörden
gelangten privaten Photos in alle Welt auszuschicken, bedeutet den De-facto-Überwachungsstaat. Diese
Posen sind eines Geistlichen unwürdig, aber nicht von der Republik Österreich verboten. Der Hilfsbischof
hat durch diese Action dem Ansehen der Kirche weltweit geschadet. Erinnert sei, daß bereits 2002 einem
St. Pöltner Priesterweihecandidaten in den österreichischen Nachrichtensendungen ohne Beweise ein „pädophiler
Vorfall in der BRD“ angehängt wurde. Der Informant dieses Gerüchtes ist gleichfalls im Ordinariat gesessen.
Wer verdächtigt wird, der Urheber dieser schweren Verleumdung gewesen zu sein, kann sich der geneigte
Kenner der Lager selbst ausrechnen. Es scheint schon eine sehr alte Person zu sein, darum bitte ich von
Herzen um das Gebete für deren Seele, denn schwere Verleumdung raubt bekanntlich die Taufgnade.
Ungünstige Optik Über den Sturz habe ich anderes Genaueres mitbekommen: Der Ex-Subregens hatte einen
Nervenzusammenbruch nach der Audienz beim neuen Döcesanbischof, daraufhin wurde er von einem Laienangestellten
in seine Wohnung begleitet. Er soll nicht „schwer alkoholisiert“ gewesen sein, sondern lediglich zwei
Glaserl Wein getrunken haben – der untergewichtige Geistliche verträgt aber bekannterweise nicht sehr
viel, am wenigsten nach einem Nervenzusammenbruch. Nachdem er sich niedergelegt hatte, ist der Arme dann
schlafwandelnd auf den Balkon gegangen und runtergestürzt. Gott sei Dank hatten sich zwei Gäste seiner
angenommen. Dies ist wichtig, weil die Medien nicht ohne Hintergedanken von „einem Gast“ gesprochen haben.
Wie ich ihn einschätze, hatte er keine „Homo-Affaire“ – auch wenn das berühmte Photo anderes suggeriert.
Er war schlicht in einer Art Pre-Mid-Life-Crisis und hat sich zu blödsinnigen Juxsituationen hinreißen
lassen. Das war es – nicht andere Vorfälle –, was Bischof Krenn als die berühmten „Lausbubenstreiche,
geschmacklose Dinge, die ich nie gutheißen würde“ bezeichnet hat.