Soeben hat der Papst am Ende der Mittwochsaudienz in der Sala Paolo Sesto die Namen von fünfzehn neuen Kardinälen bekanntgegeben.
(kreuz.net, Vatikan) Die Kardinäle seien ein „Teil unseres Leibes“, erklärte der Papst am Ende der heutigen
Generalaudienz. Danach gab er bekannt, daß er die Zahl der Kardinäle unter 80 Jahren auf die von Papst
Paul VI. vorgesehene Zahl 120 bringen möchte.
Das Konsistorium – die Übergabe des Kardinalshutes –
ist für den 24. März vorgesehen.
Hier die Namen der neuen Kardinäle, in der vom Papst gegebenen Reihenfolge:
1. Erzbischof William Joseph Levada (68), Präfekt der Glaubenskongregation 2. Erzbischof Franc Rodé
(70), Präfekt der Ordenskongregation 3. Erzbischof Agostino Vallini (65), Präfekt der Signatura Apostolica
4. Erzbischof Jorge Liberato Urosa Savino (63), Erzbischof von Caracas (Venezuela) 5. Erzbischof Gaudencio
Borbon Rosales (71), Erzbischof von Manila (Philippinen) 6. Erzbischof Jean-Pierre Bernard Ricard (57),
Erzbischof von Bordeaux (Frankreich) 7. Erzbischof Antonio Cañizares Llovera (57), Erzbischof von Toledo
(Spanien) 8. Erzbischof Nicholas Cheong Jin-Suk (66), Erzbischof von Seoul (Südkorea) 9. Erzbischof Sean
Patrick O’Malley, O.F.M. Cap. (61), Erzbischof von Boston (USA) 10. Erzbischof Stanislaw Dziwisz (66),
Erzbischof von Krakau (Polen) 11. Erzbischof Carlo Caffarra (65), Erzbischof von Bologna (Italien) 12.
Bischof Joseph Zen Ze-kiun, S.D.B. (74), Bischof von Hong Kong.
Wegen ihrer besonderen Verdienste, sowie
ihrer Treue und Hingabe im Dienst an der Kirche wurden auch drei Kandidaten ernannt, die das 80. Lebensjahr
bereits überschritten haben:
1. Erzbischof Andrea Cordero Lanza di Montezemolo (80), Erzpriester der
Basilika St. Paul vor den Mauern. 2. Erzbischof Peter Poreku Dery (87), emeritierter Erzbischof von Tamale
(Ghana) 3. Pater Albert Vanhoye SJ (82), ehemaliger Professor am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom und
Präsident der Päpstlichen Bibelkommission.
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16 Lesermeinungen
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#16 Benedikt 18:18:20 | Donnerstag, 23. Februar 2006
@ virOblationis Das kann sein. So etwas ist mir von Domkapitularen in früherer Zeit bekannt, die oft
auch nicht die Priesterweihe hatten und sämtliche geistlichen Pflichten auf ihren Vikar abgewälzt haben.
#15 virOblationis 18:10:48 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Laienkardinäle Wenn es Laien gab, die zu Kardinälen ernannt wurden, dann wird es Geweihte gegeben haben,
die die mit dem Amt verbundenen, geistlichen Tätigkeiten übernahmen – das konnten sie selbst ja nicht.
Vergleichbares gab es jedenfalls bei Bischöfen und Äbten.
#14 Benedikt 16:59:36 | Donnerstag, 23. Februar 2006
@ Gotthard Dazu sehe ich absolut keine Veranlassung. Das Kardinalat ist heute ein rein geistlicher Stand
und ich sehe keinen Grund, dass wieder durch irgendwelche Erneuerungen aufzuweichen, die nur dazu dienen,
das diese Frauenordinationsdiskussion bis in alle Ewigkeit weitergeht. Auch in der Tradition hat es niemals
weibliche Kardinäle gegeben, so kann es auch bleiben.
#13 Gotthard 16:51:07 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Kardinalat Wer will das schon zurückhaben??? Niemand… aber die Vorstellung, dass Laien in der Tradition
der Kirche als Kardinäle möglich waren, ist schon sehr interessant. An diese Tradition könnte man anknüpfen
und den CIC entsprechend ändern. Damit wäre dann auch für Frauen die Chance gegeben zum Kardinalat…
und zur aktiven Teilnahme an der Papst-Wahl.
#11 Gotthard 15:48:43 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Laien als Kardinäle am 11. MÄrz 1619 wurde der Sohn des spanischen Königs Kardinal …er war kein Kleriker.
1607 wurde Maurizio di Savoia Kardinal mit Dispens von allen Weihen. am 27. Mai 1675 wurde Fabrizio Spada
zum Kardinal ernannt, er war Laie.
#10 virOblationis 13:59:44 | Donnerstag, 23. Februar 2006
siebzig Kardinäle Seit 1586 (bis zu Joh. XXIII.) gab es sechs Kardinalbischöfe, fünfzig Kardinalpriester
und vierzehn Kardinaldiakone. – Was mit Laienkardinälen gemeint ist, verstehe ich nicht.
#8 Dr. Otterbeck 09:07:38 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Laienkardinäle kann es m.E. seit Roncalli nicht mehr geben. Papst Johannes hatte vorgeschrieben, dass
alle Kardinäle zu Bischöfen geweiht werden müssen, sofern sie nicht Bischöfe sind. (Vielleicht gilt
das nicht für die „Seniorenklasse“.) Richtig ist, dass die genaue Einhaltung der Zahl von 120 Papstwählern
manche „Aspiranten“ zu warten zwingt. Dies deutet auch darauf hin, dass kein Papstwahlrecht für über
80-jährige eingeführt werden wird. Das Kardinalskollegium steht immer in der Versuchung, den päpstlichen
Primat zu schwächen; und in einem Zeitalter, in dem 90-jährige „regieren“ können, würden dann vielleicht
nur noch Älteste gewählt, um kurze Pontifikate zu erzeugen. Aber manche Senioren leben länger (z.B.
Papst Leo XIII, 1878-1903).
zu Benedikt: „Stimme“ Benedikt (und hier ist nicht der Papst gemeint) hat wohl leider auch nicht mitbekommen,
dass in Deutschland viele Bischöfe und auch Priester aufgrund ihres vorbildlichen Hirtenverhaltens bereits
seit längerem exkommuniziert sind, aber dennoch in gut dotierten Positionen weiter „umherhirten“!
alte Traditioinen Leider hat sich auch Benedikt nicht an die Tradition erinnert – und wieder keinen Laien
zum Kardinal ernannt. Laien-Kardinäle waren zu Zeiten des Kirchenstaates keine Seltenheit. Ein Kardinal
hat zunächst einmal keinerlei priesterliche Funktionen – sondern ist ein Berater des Papstes. Beratende
Aufgaben sind nicht an die Priester- oder sogar Bischofsweihe gebunden. Der höchste Gesetzgeber der Kirche –
der Papst – sollte den heutigen Paragrafen im CIC löschen und auf die alte kirchliche Tradition der Laien-Ernennungen
zu Kardinälen zurückkehren. Auf diesem Wege könnte auch Frauen in dieses höchste Beratungsgremium
des Papstes aufsteigen … und Frauen an der Wahl des irdischen Leiters der Kirche teilhaben.
#4 ottaviani 13:46:24 | Mittwoch, 22. Februar 2006
Logisch das die Bischöfe der Tradition nicht dabei sind ist völlig logisch das interessanteste ist wer
NICHT kardinal wurde werder der Primas von Irland noch der Erzbischof von Paris
@ Stimme Es wäre auch neu, wenn die Bischöfe einer kleinen Bruderschaft neuerdings Kardinalshüte erlangen
würden. Noch neuer wäre es, wenn Exkommunizierte Kardinal werden würden. Das müsste erstmal geklärt
werden. Mit ihren vier Bischöfen kann die FSSPX ganz zufrieden sein. Welcher Orden hat schon so etwas?
Das Konsistorium finde ich nicht überflüssig; die Maximalzahl der Wahlberechtigten wurde anders als
unter Johannes Paul II. eingehalten, zudem wären noch in diesem Jahr etliche über 80 Jahre alt geworden
und vermutlich auch noch einige gestorben.
@ Benedikt Der Erzbischof von Paris ist nicht dabei… Ja, und die Bischöfe der FSSPX auch nicht… im
übrigen reichlich überflüssig diese Cardinalsernennungen. Es ist ja geradezu so, als ob Papst Benedikt
XVI. unbedingt Cardinäle ernennen will, egal wie viele es dann überhaupt gibt. Nach wie vor ist die
80-Jahre-Regel kontraproduktiv in Hinblick auf den Papst selbst. Die hätte er vorher abschaffen sollen
und ansonsten 10 Jahre warten.