Schweiz
Wie unser Pfarrer abserviert wurde
Ein Kirchgemeinderat probte den Aufstand gegen den Pfarrer. Dieser hatte sich – im Gegensatz zu den Aufständischen – nichts zuschulden kommen lassen. Das half ihm aber nicht. Von Annemarie Wenzin, Domat/Ems.
(kreuz.net, Domat/Ems) Ende Januar wurde Hw. Matthias Rey, der Pfarrer der Schweizerischen Kirchgemeinde Domat/Ems, von einer manipulierten Kirchgemeindeversammlung abgewählt.

Die 7000-Seelen-Gemeinde Domat/Ems befindet sich in der Südostschweiz, knapp acht Kilometer westlich der Bischofsstadt Chur.

Ob der Schritt der Kirchgemeindeversammlung rechtens war, ist bis jetzt unklar.

Dennoch wurde unser Pfarrer am vergangenen Samstag, dem 18. Februar, zum Bischof von Chur, Mons. Amédée Grab (76), zitiert. Der Prälat händigte dem jungen Priester kurzerhand ein Bestätigungsschreiben aus, daß er seine Pfarrei auf den 30. Juni 2006 verlassen müsse.

Damit ist es dem Kirchgemeinderat gelungen, den Priester nach einer langen Schmierkampagne loszuwerden.

Der Kirchgemeinderat ist in der Schweiz ein staatskirchliches Gremium, das im Kirchenrecht nicht vorgesehen ist und sich um Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit der Kirchensteuer kümmert.

Der Pfarreirat ist ein vom Kirchenrecht vorgesehenes Gremium, das den Pfarrer in der Seelsorgearbeit unterstützt.

Um die Entlassung des Priesters zu verhindern, begaben sich der Pfarreiratspräsident und einige Mitglieder des Pfarreirates deshalb noch am gleichen Samstag nach der Vorabendmesse ins acht Kilometer entfernte Chur, um mit dem Bischof zu sprechen. Dort wurde ihnen gesagt, daß sie warten sollten, bis Bischof Amédée Zeit habe.

Die Leute warteten eineinhalb Stunden. Dann wurde ihnen mitgeteilt, daß sie der Bischof an diesem Abend nicht empfangen könne. Er habe morgen Firmung in Thusis, vielleicht könnten sie da versuchen, ihn zu erreichen.

Die Ortschaft Thusis befindet sich 16 km südlich von Domat/Ems.

Die Pfarreiratsmitglieder fuhren darum am Sonntag nach Thusis und warteten vor der dortigen Sakristei auf den Gnädigen Herrn.

Nachdem sie Bischof Amédée ihre Sicht der Dinge kundgetan hatten, war dieser sehr aufgebracht. Er sagte, Pfarrer Rey müsse fort von Domat/Ems, sonst gebe es in dieser Pfarrei nie Frieden.

Die Vertreter der Pfarrei gaben nicht klein bei. Sie versuchten, den Bischof umzustimmen und baten ihn, die Abberufung des Pfarrers nicht am Montag in der Presse erscheinen zu lassen.

Der Bischof rief ihnen zum Schluß – wortwörtlich – zu: „Beten Sie für mich, daß ich sterben kann!“ Mit diesen Worten verschwand er in der Sakristei.

Die Pfarreiratsleute kehrten dann nach Hause zurück. Am Dienstag wurde die Abberufung von Herrn Pfarrer Rey groß in allen Tageszeitungen sowie im Lokalfernsehen bekanntgegeben.

Jetzt hat Pfarrer Rey sein Amt zurückgelegt, obwohl er den Entscheid seines Bischofs mit großer Traurigkeit aufgenommen hat.

Zwei Mitglieder der Pfarrei haben zwischenzeitlich an Papst Benedikt XVI. geschrieben. Aber wahrscheinlich wird das auch nichts nützen.

Einer der aggressivsten Feinde des Pfarrers ist die örtliche Katechetin. Bereits vor zwei Wochen sagte sie dem Pfarrer ins Gesicht, daß sie den Religionsunterricht-Stundenplan für das neue Schuljahr ohne Berücksichtigung von Herrn Pfarrer Rey aufstellen werde. Er brauche keinen Religionsunterricht mehr zu erteilen.

Sie tat das zusammen mit einem Laientheologen, der unsere Pfarrei so gerne leiten würde. Nun haben die beiden Intriganten ihr Ziel erreicht.

In unserem Dorf herrscht gegenwärtig eine Krisenstimmung. Viele können nicht begreifen, daß der Bischof das Unrecht unterstützt. Mit diesem Entscheid wird alles noch schlimmer kommen. Andere Pfarreien werden ermutigt, ebenso zu handeln. Der Bischof gibt ja sowieso nach.

Die sogenannten Progressiven unserer Pfarrei versammeln sich nun um die beiden Religionslehrer. Die treuen Kirchgänger sind die Leidtragenden.

Bischof Amédée hat hier meines Erachtens total falsch gehandelt.

Vielleicht stimmen die Gerüchte, wonach Bischof Amédée diese Entscheidung aus materiellen Gründen gefaßt hat, weil er befürchtet, die beiden Geldgeber – nämlich die Landeskirche und die Kantonsregierung – zu verlieren. Die Landeskirche hat bei uns sehr große Macht. Das bringt leider das staatskirchenrechtliche System der Schweiz, welches man unbedingt ändern sollte, mit sich.

Am Anfang der Krise hatte der Bischof noch erklärt und wurde auch so überall in der Presse zitiert: Er werde abwarten, bis der neue Kirchegemeindevorstand gewählt ist und dann schauen, wie Pfarrer Rey mit diesem auskomme.

Jetzt plötzlich diese Eile! Etwas ist faul im Staate Dänemark.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Johanna   19:53:25 | Sonntag, 23. April 2006
@Stimme aus dem Tradiland
Wenn man hier seine Meinung kundtun will, wird einem von kreuz.net nahegelegt, sachlich zu bleiben und sich um eine freundliche Diskussionsatmosphäre zu bemühen. Die Art und Weise, wie Sie von Bischof Amedéé und dem Papst sprechen, finde ich abstossend und völlig daneben. Sie respektiert weder die Persönlichkeit der Betroffenen noch deren Würde als Mensch, geschweige denn die Bürde ihrer Ämter. Es fällt mir ziemlich schwer, in Menschen wie Ihnen aufrichtige Christen und nicht verbissene Pharisäer zu sehen. Schade, dass Sie in Ihrem Eifer die elementarsten Grundsätze der christlichen Lehre vernachlässigen und nicht in der Lage sind zu erkennen, wie schwer Bischöfe und Papst es in unserer Zeit haben.
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#16   virOblationis   07:47:12 | Montag, 20. März 2006
gültige Weihen
Wie könnte es wohl die Priesterfreunde der Bruderschaft geben, wenn deren Weihen nicht anerkannt würden?
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#15   Gotthard   23:13:00 | Sonntag, 19. März 2006
Laien-Gremien
Dort finden Sie, was Sie, wenn ich Ihre Worte recht verstehe, suchen: Keine aufmüpfigen Laien-Gremien;
Pfui, wie kann es nur Laien-Gremien geben … Menschen ohne Priesterweihe habe in der Gemeinde bitte schön die Voksfrömmigkeit zu üben … aber nicht mehr … bestimmt nichts zur Leitung der Pfarrei beizutragen…
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#14   matti110   23:06:21 | Sonntag, 19. März 2006
Pfarrer Matthias Rey???
Ist Hochwürden Rey nach der Piusbruderschaft überhaupt Priester? oder weihen die ihn wieder nach ?
Interessante Enthüllungen:
dfj www.kreuz.net/article.2888.html
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#13   virOblationis   19:37:32 | Sonntag, 19. März 2006
der mögliche Weg
Auf das Einverständnis Ihres Bischofs würden Sie wohl allzu lange warten müssen. Eine praktikablere Lösung scheint mir dagegen der Weg zur FSSPX zu sein. Dort finden Sie, was Sie, wenn ich Ihre Worte recht verstehe, suchen: Keine aufmüpfigen Laien-Gremien; eine würdige Zelebration der hl. Messe; Volksfömmigkeit im besten Sinne (Rosenkranz, Wallfahrten etc.); unverkürzte Verkündigung des kath. Glaubens.
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#12   Johanna   19:20:28 | Sonntag, 19. März 2006
Armer Bischof, arme Priester
In unserem schweizerischen Kirchensystem eine Leitungsfunktion auf amtskirchlicher Ebene zu haben, ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Ebenso schwierig ist es schon fast, es als Pfarrer einer Gemeinde recht zu machen, die von modernen Laien gesteuert wird. Diese wissen meist nicht einmal mehr, was man unter katholisch überhaupt versteht und die Glaubenssätze und Lehrmeinungen ihrer eigenen Kirche interessieren sie weitaus weniger als ihre eigenen Ideen und Profilierungssüchte. Eine mimimale Loyalität zu Bischof oder Papst finden viele,- von wenigen Ausnahmen abgesehen,- wohl nicht mehr nötig. Wenn man das kathechetische Zentrum in Chur anschaut, weiss man auch, wo solche Ideen herkommen. Doch auch dieses untersteht der Landeskirche, die Bistumsleitung kann sich nicht mal die Leute aussuchen, die ihre Glaubenslehrerinnen und Lehrer ausbildet. Da hilft nur eins: Druck gegen dieses System ausüben! Aus der Landeskirche austreten, politisch aktiv werden, sich in freie katholische Gemeinden zusammenschliessen und so einen ausgebooteten Priester mit den gesparten Kirchensteuern finanzieren. Das wär doch was? Der Bischof müsste natürlich einverstanden sein!
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#11   virOblationis   20:08:52 | Samstag, 25. Februar 2006
zu Sozialkatholisch
Der gläubige Katholik zeichnet sich keineswegs dadurch aus, daß er jedem noch so schlechten Hirten folgt. Als Beispiel aus der Geschichte verweise ich auf den hl. Petrus Canisisus, der – auch in finsteren Zeiten – als zweiter Apostel Deutschlands wirkte. Als er noch jung und fast gänzlich unbekannt war, trat er mit den wenigen Jesuiten Deutschlands (s. erste Ordensniederlassung in Köln) gegen den Erzbischof der Stadt an, der sich der Reformation zugewandt hatte. So ist es auch Petrus Canisius und seinen Mitstreitern zu verdanken, daß das (ehemals) „heilige Köln nicht dem Luthertum anheimfiel.
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#10   Gotthard   00:21:43 | Samstag, 25. Februar 2006
Instrumentaliserung
Wenn ein Pfarrer sieht, dass seine Arbeit in einer Pfarrei – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr fruchtbar sein kann, sollte er seinem Bischof die Demission einreichen.
Das hat dieser Pfarrer wohl getan… und dem hat der Bischof stattgegeben.
Diesen Pfarrer nun für einen Kampf zu instrumenatlisieren halte ich für einen absoluten Missbrauch.
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#9   Agiafortuni   00:13:32 | Samstag, 25. Februar 2006
Bischof Grab verdient eine Lektion
Wäre ich Pfarrer Rey, würde ich zur Piusbruderschaft hinüberwechseln und es in aller Oeffentlichkeit bekennen. So darf auch ein Bischof seine Priester nicht behandeln, doch ist heute eine Gemeinderat wichtiger als ein geweihter Priester
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#8   Wolfgang Kugler   09:33:38 | Freitag, 24. Februar 2006
Röschenz – Domat: Die ‘Achse des Bösen’
Röschenz – Domat: Auch der wahre, redliche und wertetreue Katholizismus in der Schweiz hat offensichtlich seine ‘Achse des Bösen’. Schämt Euch, Ihr Scheinkatholiken, die Ihr Hw. Matthias Rey verraten habt!
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#7   Sozialkatholisch   09:21:18 | Freitag, 24. Februar 2006
Beten sie dafür, das ich sterben kann
Denken sie doch mal über diesen Satz nach, dieser Bischof wird angefeindet von Modernisten, Antichristen und sogar von Tradis. Obwohl wenn einer den Satz sagt der Fisch stinkt vom Kopf und ihn auf die V2 Kirche bezieht ist eigentlich schon Sedisvakant und wenn er noch so viele Papstbildchen irgendwo rumhängen hat.
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#6   Justus   09:18:36 | Freitag, 24. Februar 2006
Geld regiert die Welt…
… und manchmal auch die Kirche. Wir brauchen endlich (wieder) Bischöfe, die keine (falsche) Rücksicht auf ihre Kassen und ihren Ruf in der Öffentlichkeit nehmen, sondern den Glauben verkünden und – wenn nötig – für den Glauben bereit sind, Nachteile in Kauf zu nehmen.
Gerade die Diözese Chur hatte einen solchen Bischof: Wolfgang Haas. Doch der musste geopfert werden…
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#5   Stimme aus dem Tradiland   09:02:03 | Freitag, 24. Februar 2006
Bischof Grab ist ein Grab für seine Diözese
Nomen est omen. Wie Marcel unter Berufung auf Prof. May immer betont: Die Krise der Kirche ist eine Krise der Bischöfe; und, wie man hinzufügen muß: Eine Krise der Päpste. Denn ein wackerer Papst würde eine erbärmliche Kreatur wie Bischof Grab mit Schimpf und Schande davonjagen und der Öffentlichkeit erklären, warum. Ein Bischof, der einen unbescholtenen Pfarrer so im Stich läßt wie Bischof Grab, hat nicht die Charaktereigenschaften zur Ausübung seines Amtes.
Zur Erinnerung: Die Grab’sche Kreatur verdanken wir Papst JoPaII., der Bischof Haas, welcher vor dem Grab der Diözese war, zum Erzbischof von Liechtenstein „befördert“ hat. Der Fisch stinkt vom Kopf, auch ein Sprichwort, welches in der V2-Kirche ungeahnte Aktualität entfaltet.
Von wegen „steht unter Druck“ bei den Bischöfen. Das sind Begebenheiten, die schon mit dem Ausdruck „Lächerlichkeiten“ überbetont sind!
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#4   sacerdos helveticus   20:25:52 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Voreilige Entscheidung 2
@vir oblationis
Der Bischof hätte nicht einmal den Pfarrer bitten müssen, die Demission zurückzunehmen, sondern hätte einfach erklären können, er nehme sie nicht an.
Ein Pfarrer kann nicht einfach demissionieren, sondern diese muss durch den Bischof angenommen werden, damit sie Gültigkeit erlangt.
Er hätte auch öffentlich erklären können, er sehe keine Gründe, sie anzunehmen.
Ich wollte nur sagen, dass der Pfarrer durch das Einreichen der Demission sich des kirchlichen Rechtsschutzes beraubt hat.
Die Bischöfe in der Schweiz stehen unter einem grossen Druck, da sie das geltende Verhältnis von kirchlichen und staatskirchlichen Instanzen trotz punktueller Kritik (z.B. Bischof Koch von Basel) nicht bzw. noch nicht grundsätzlich in Frage stellen.
Dem Churer Bischof ist aber auch zuzugestehen, dass er zur Auffassung gekommen ist, dass die Ablehnung des Pfarrers durch eine nicht unbeträchtlichen Teil der Gläubigen eine fruchtbare Pastoral nicht mehr ermöglicht.
(Das Kirchenrecht erlaubt in diesem Fall sogar eine Amtsenthebung des Pfarrers und sieht von Schuld oder Unschuld des Pfarrers ab).
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#3   Bernardin †   19:55:06 | Donnerstag, 23. Februar 2006
System Kirche Schweiz
In früheren Jahrzehnten mag das System funktioniert haben, da doch sehr oft wirklich kirchlich engagierte Kirchenräte den Kirchenrat bildeten. Schon seit längerer Zeit kann dieses System schlicht und einfach nicht funktionieren, weil die Mitglieder des Kirchenrates sehr häufig alles andere als Kirchen-Räte sind. Ihre Motive für die Wahl in den Kirchenrat sollten endlich einmal in den Blick genommen werden! Von einem KIrchenrat sollte man erwarten dürfen, dass er der Kirche und auch dem Gottesdienst positiv gegenübersteht, dass er mitmacht!
Es gibt Orte, da werden die KIrchenräte von den Parteien gestellt, z.b. 2 CVP, 2 FDP, 1 SVP, 1 SP, 1 Parteilos… und etliche hoffen, dass sie über den Kirchenrat „aufsteigen“, sie betrachten ihre Aufgabe als „Sprungbrett“! – Der Staat, der das Gremium „Kirchenrat“ verlangt, sollte endlich klare Aufgaben definieren und die Kirche sollte auf der Hut sein, wer sich da so KIRCHENRAT nennt…
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#2   virOblationis   19:37:02 | Donnerstag, 23. Februar 2006
guter Hirte
Ein guter Bischof hätte dem Pfarrer vielleicht im vertrauten Gespräch geraten, die Demission zurückzunehmen. Jedenfalls hätte er seinen Priester gewiß in Schutz genommen.
Was wäre das Rätesystem ohne willfährige, schwache Bischöfe, die sich vor einer feindseligen Öffentlichkeit fürchten!
Man stelle sich nur einmal vor, wie der sel. Löwe von Münster sich einer solchen Situation gestellt hätte!
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#1   sacerdos helveticus   19:25:18 | Donnerstag, 23. Februar 2006
Voreilige Entscheidung
Meines Erachtens hat Pfarrer Rey (zumindest objektiv gesehen) den entscheidenden Fehler begangen, nach der Abstimmung in der Kirchgemeindeversammlung dem Bischof die Demission einzureichen.
Natürlich stand er nach der (scheinbar auch formal nicht ganz korrekt abgelaufenen Abstimmung) unter einem ziemlichen Druck.
Da er dem Bischof gegenüber die Demission eingereicht hat, konnte dieser frei entscheiden, ob er diese annimmt oder nicht (dass auch der Diözesanbischof unter einem gewissen Druck standt, ist klar)
So hat der Bischof die Demission angenommen und nicht den Pfarrer abgesetzt.
Ohne Demission hätte der
Bischof ihn nicht ohne Weiteres absetzen können.
Es hätte eines besonderen Verfahrens bedurft und gegen eine Entscheidung des Bischofs hätte er Rekurs bei den Römischen Instanzen einlegen können.
Ein Kirchenrechtler sagte, weil er die Dimission eingereicht habe, kann man ihm leider nicht mehr helfen.
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