Wird heute in Turin ein Wunder geschehen?
Eine US-amerikanische Langläuferin hofft heute während der Olympischen Spiele in Turin auf ein Wunder. Einen Fürsprecher hat sie sich auch gesucht. Bilder.

Ihre bisherigen Resultate sind eher bescheiden. Auf der Strecke über 15 Kilometer erreichte sie am 12. Februar bei 67 Läufern Platz 48.

Doch ihren großen Tag erwartet die katholische Rebecca Dussault heute. Sollte sie eine Medaille erringen – ist sie überzeugt – wäre das ein Wunder. Als himmlischen Verantwortlichen dafür nennt sie den Turiner Seligen Pier Giorgio Frassati.
Pier Giorgio wurde 1901 als Sohn wohlhabender Eltern in Turin geboren und bekehrte sich gegen den Willen seines liberalen Elternhauses. Sein ungläubiger Vater war der Gründer der liberalen Tageszeitung ‘La Stampa’.

Langläuferin Dussault konkurriert bei den Olympischen Spielen in Turin nicht für ihren eigenen Ruhm, sondern für den Ruhm ihres Turiner Schutzpatrons Pier Giorgio Frassati – und das ganz offen:
Rebecca hat den Namen des Seligen groß auf ihre Skier geschrieben. Auf diese Weise habe sie schon vor Wettkampfbeginn eine Goldmedaille gewonnen, „weil dadurch die Geschichte von Pier Giorgio erzählt wird“.

Vom Seligen Pier Giorgio Frassati hörte die Langläuferin zum ersten Mal während Einkehrtagen in ihrem Heimatbundesstaat Colorado im Herzen der Vereinigten Staaten.
Sie fand in ihm ihr großes Vorbild: „Ich sah viele Parallelen zwischen seinem Leben und meinem eigenen“, erklärte die Langläuferin laut der US-Tageszeitung ‘Washington Post’.

Deshalb sei sie vom Seligen Pier Giorgio fasziniert: „Und: Er war auch noch Langläufer.“
Rebecca Dussault hat mit dem Turiner Seligen einen Pakt geschlossen. Er hilft ihr, durch den Tag zu kommen, und sie hilft ihm, bei den Leuten bekanntzuwerden.

Zwei Jahre später wurde sie von ihrem Mann ermutigt, wieder Rennen zu laufen. Gatte und Sohn begleiten sie seitdem bei jedem Wettbewerb:
„Sie haben in drei Jahren kein einziges Rennen verpaßt.“

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