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Freitag, 24. Februar 2006 10:56
Wird heute in Turin ein Wunder geschehen?
Eine US-amerikanische Langläuferin hofft heute während der Olympischen Spiele in Turin auf ein Wunder. Einen Fürsprecher hat sie sich auch gesucht. Bilder.
Die katholische Langläuferin Rebecca Dussault
Die katholische Langläuferin Rebecca Dussault
(kreuz.net, Turin) Heute wird die US-amerikanische Langläuferin, Rebecca Dussault (25), bei den Olympischen Spielen in Turin auf der 30 Kilometer Strecke starten. Das ist ihre Spezialdisziplin.

Ihre bisherigen Resultate sind eher bescheiden. Auf der Strecke über 15 Kilometer erreichte sie am 12. Februar bei 67 Läufern Platz 48.

Die Familie Dussault
Die Familie Dussault
Beim Mannschaftslaufen am letzten Samstag nahmen 17 Teams teil. Die US-Damen belegten dabei den 14. Rang.

Doch ihren großen Tag erwartet die katholische Rebecca Dussault heute. Sollte sie eine Medaille erringen – ist sie überzeugt – wäre das ein Wunder. Als himmlischen Verantwortlichen dafür nennt sie den Turiner Seligen Pier Giorgio Frassati.

Pier Giorgio wurde 1901 als Sohn wohlhabender Eltern in Turin geboren und bekehrte sich gegen den Willen seines liberalen Elternhauses. Sein ungläubiger Vater war der Gründer der liberalen Tageszeitung ‘La Stampa’.

Der Selige Wohltäter Pier Frassati
Der Selige Wohltäter Pier Frassati
Der Selige starb als 24jähriger Student an Kinderlähmung. 1981 wurde sein Sarg geöffnet. Der Leichnam war unverwest. Neun Jahre später sprach ihn Johannes Paul II. selig.

Langläuferin Dussault konkurriert bei den Olympischen Spielen in Turin nicht für ihren eigenen Ruhm, sondern für den Ruhm ihres Turiner Schutzpatrons Pier Giorgio Frassati – und das ganz offen:

Rebecca hat den Namen des Seligen groß auf ihre Skier geschrieben. Auf diese Weise habe sie schon vor Wettkampfbeginn eine Goldmedaille gewonnen, „weil dadurch die Geschichte von Pier Giorgio erzählt wird“.

Frau Dussault müht sich um Bekanntmachung des Lebens des Seligen Frassati
Frau Dussault müht sich um Bekanntmachung des Lebens des Seligen Frassati
Bei den Leuten gebe es deswegen viele positive Rückmeldungen.

Vom Seligen Pier Giorgio Frassati hörte die Langläuferin zum ersten Mal während Einkehrtagen in ihrem Heimatbundesstaat Colorado im Herzen der Vereinigten Staaten.

Sie fand in ihm ihr großes Vorbild: „Ich sah viele Parallelen zwischen seinem Leben und meinem eigenen“, erklärte die Langläuferin laut der US-Tageszeitung ‘Washington Post’.

Frau Dussault und ihr Sohn Tabor
Frau Dussault und ihr Sohn Tabor
„Er starb mit 24. Ich bin 24. Er stammt aus Turin. Die Olympischen Spiele sind in Turin. Er liebte die Berge. In den Bergen Sport zu treiben und an Wettkämpfen teilnehmen, ist genau, was ich mache.“

Deshalb sei sie vom Seligen Pier Giorgio fasziniert: „Und: Er war auch noch Langläufer.“

Rebecca Dussault hat mit dem Turiner Seligen einen Pakt geschlossen. Er hilft ihr, durch den Tag zu kommen, und sie hilft ihm, bei den Leuten bekanntzuwerden.

Sohn Tabor hat noch kein einziges Rennen seiner Mutter verpaßt
Sohn Tabor hat noch kein einziges Rennen seiner Mutter verpaßt
Die Langläuferin ist bereits seit 1999 verheiratet. Kurz darauf zog sie sich wegen der Geburt ihres Sohnes Tabor im Jahr 2001 aus dem Wettkampfsport zurück.

Zwei Jahre später wurde sie von ihrem Mann ermutigt, wieder Rennen zu laufen. Gatte und Sohn begleiten sie seitdem bei jedem Wettbewerb:

„Sie haben in drei Jahren kein einziges Rennen verpaßt.“

2 Lesermeinungen:
Freitag, 24. Februar 2006 16:31
Sirilo: Kein Wunder
Das erhoffte Wunder ist nicht geschehen: Olympiasiegerin wurde die 33-jährige Katerina Neumannova aus Tschechien vor Julia Tschepalowa aus Russland und der Polin Justyna Kowalczyk.
Freitag, 24. Februar 2006 11:45
Sozialkatholisch: Mich würde es nicht wundern
wenn es heute nicht Wundert.
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