Die Neokatechumenalen gehorchen
Im Dezember wurde der ‘Neokatechumenale Weg’ vom Vatikan angewiesen, liturgische Sonderregelungen während der Messe zu beenden. Jetzt scheint sich der Widerstand dagegen abzuschwächen.

Der ‘Neokatechumenale Weg’ ist eine in Spanien gegründete internationale katholische Gemeinschaft. Sie möchte vor allem fernstehende Katholiken zu einer radikalen christlichen Nachfolge führen und baut dazu in den Pfarreien Kleingruppen auf.
In seinem Dezember-Brief verlangte Kardinal Arinze von der Gemeinschaft, die bisher gegangenen liturgischen Sonderwege bei der Feier der Heiligen Messe aufzugeben.
Über längere Zeit schien es, als ob die Neokatechumenalen – die sich sonst dem Papsttum sehr verbunden fühlen – die Anweisungen des Vatikan ignorieren wollten.
Hohe Vertreter der Gemeinschaft verbreiteten die Ansicht, daß der Brief des Kardinals keine Ermahnung, sondern eine Bestätigung der bisherigen Praxis der Gemeinschaft darstelle.
Jetzt aber hat der Gründer und Leiter der Gemeinschaft, Kiko Arguello, offenbar eingelenkt. Seine Gemeinschaft scheint den vatikanischen Anweisungen jetzt Folge zu leisten.
Anzeichen sollen inzwischen in den neokatechumenalen Gemeinschaften der ganzen Welt sichtbar sein. Das berichtete gestern der Vatikanist des italienischen Wochenmagazins ‘Espresso’, Sandro Magister.
Die Änderungen zeigen sich während der Gemeinschaftsmessen der neokatechumenalen Gruppen. Bei diesen werde zum Beispiel das Glaubensbekenntnis wieder rezitiert.
Die Zahl der in der Gemeinschaft üblichen Kommentare nach den Meßlesungen scheint sich ebenfalls verringert zu haben. Auch empfangen die Mitglieder die Heilige Kommunion nicht mehr sitzend, sondern stehend.
Nach wie vor wird während der Messe selbergebackenes Brot konsekriert. Es wird in großen Portionen ausgeteilt und verursacht dabei gewöhnlich sehr viele Krümel.
Am vergangenen 15. Februar war Kardinal Arinze in einem Interview mit ‘Radio Vatikan’ ein weiteres Mal auf seinen Dezember-Brief eingegangen.
Das Schreiben sei das Ergebnis einer langen vatikanischen Untersuchung der liturgischen Eigenarten, die sich im Neokatechumenalen Weg eingebürgert haben, erklärte der Kardinal.
Nachdem der Päpstliche Laienrat die Statuten der Gemeinschaft für einen Zeitraum von fünf Jahren bestätigt habe, seien Approbationen, die in den Zuständigkeitsbereich anderer Dikasterien fallen, noch ausgestanden.
Seine Kongregation sei für die Liturgie verantwortlich. Um diese Fragen zu klären, sei eine gemischte Kommission gebildet worden, deren Mitglieder teils von der Gottesdienstkongregation und teils vom Neokatechumenalen Weg ernannt wurden.
Diese Kommission habe während eines Zeitraumes von über zwei Jahren getagt.
Während der Diskussionen seien viele vom Neokatechumenalen Weg gepflegte liturgische Eigenheiten überprüft worden: „Bei vielen wurde festgestellt, daß sie nicht mit den approbierten liturgischen Büchern übereinstimmten.“
Nach dem Willen des Papstes sei danach eine Kommission von sieben Kurienkardinälen eingerichtet worden. Diese habe die Angelegenheit noch einmal überprüft.
„Folglich ist dieser Brief die Schlußfolgerung aus allem“.
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Freitag, 24. Februar 2006 19:14
apex: gepflegte liturgische Eigenheiten
Während der Diskussionen seien viele vom Neokatechumenalen Weg gepflegte liturgische Eigenheiten überprüft
worden: „Bei vielen wurde festgestellt, daß sie nicht mit den approbierten liturgischen Büchern übereinstimmten.“Wenn
man in deutschen Gemeinden die „gepflegten liturgischen Eigenheiten“ überprüfen würde, müsste man
die Priester vom Amt entheben und die Kirchen schließen.
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