Benedikt XVI. entschied sich bei seinen Kardinalsernennungen statt für europäische Oberhirten mit ihren traditionellen und dahinschwindenden Erzbischofssitzen für drei asiatische Bischöfe. Allen voran: ein Chinese.
(kreuz.net, Hong Kong) Nach seiner Ernennung zum Kardinal sprach der Bischof von Hong Kong, Mons. Joseph
Zen Ze-kiun, mit der römischen Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’. Als Grund für seine Ernennung zum Kardinal
gab der Bischof an, daß der Papst China liebe.
Seit 1979 ist der Salesianer der erste Festlandchinese,
der Kardinal wird.
Damals ernannte Johannes Paul II. den eingekerkerten Bischof von Schanghai – Ignatius
Kardinal Kung Pin-mei († 2000) – zum Kardinal in pectore.
Der Name des neuen Kardinals wurde aus politischen
Gründen erst 1991 bekanntgegeben.
Bischof Zen glaubt, daß seine Ernennung zum Kardinal eine Bestätigung
seiner bisherigen Arbeit sei: „Der Papst weiß über die Richtung, die wir eingeschlagen haben, alles.“
Diese Richtung besteht darin, daß die mit dem kommunistischen Staat kollaborierende ‘Patriotische Vereinigung’
der in den Untergrund gedrängten und verfolgten papsttreuen Kirche vorgezogen wird.
Der chinesische
Untergrundbischof von Qiqihar, Mons. Wei Jingyi, erklärte telephonisch vor ‘AsiaNews’, daß die Ernennung
von Bischof Zen eine große Freude sei.
Qiqihar ist eine Stadt in der Provinz Heilongjiang im Nordosten
von China.
Bischof Jingyi glaubt, daß der Papst Kardinal Zen ernannt habe, weil er Chinese ist: „Das
ist eine perfekte Entscheidung, gerecht und intelligent.“
Die Ernennung zeige, daß die chinesische Nation
und Kirche im Herzen des Papstes einen bedeutenden Platz einnähmen.
Ein Mitarbeiter von Kardinal Zen,
Pater Peter Barry, erklärte, daß China wieder einen Kardinal gebraucht habe. Pater Barry arbeitet am
‘Studienzentrum Heiliger Geist’ in Hong Kong. Das Zentrum beschäftigt sich speziell mit der Kirche in
der Volksrepublik China.
Pater Berry hält Bischof Zen für den besten Kandidaten, weil er bei den Katholiken
der Volksrepublik besser bekannt sei, als irgend jemand sonst. Viele seiner Studenten seien Priester und
Bischöfe in der Volksrepublik.
Bischof Zen hat von 1973 bis 1996 an verschiedenen Priesterseminarien
in Hongkong und in der Volksrepublik – dort sowohl in staatlichen als auch in Untergrundseminarien – unterrichtet.
Der Direktor der Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’, Pater Bernardo Cervellera, glaubt, daß der designierte
Kardinal Zen die Einheit der chinesischen Kirche fördern werde.
Er kenne sowohl die Untergrundkirche
als auch die ‘Patriotische Vereinigung’. Mons. Zen habe die Beziehung zwischen beiden gefördert und werde
von beiden respektiert.
Sogar ein Teil der kommunistischen Politiker der Volksrepublik würden den designierten
Kardinal nicht mit Abneigung sehen. Auch sein Einsatz für die Demokratie werde – so Pater Cervellera –
als Hinweis auf eine gewaltlose Reform des kommunistischen Staatsapparates empfunden.
Dennoch warnte
ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums Bischof Zen sogleich nach der Bekanntgabe seiner Ernennung
zum Kardinal, sich nicht in die Politik einzumischen.
„Wir haben unsere Position hinsichtlich der Beziehungen
zum Vatikan mehrmals deutlich gemacht“, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.
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4 Lesermeinungen
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#4 Laurentius2 14:04:44 | Dienstag, 28. Februar 2006
@Yersinia / PATRIOTISMUS ist per se christlich Ob es nun in den geisteskranken Zeitgeist paßt oder nicht:
ein Christ liebt sein Vaterland, für ihn ist es nach dem Märtyrertod für seine Kirche das höchste –
so der Kirchenlehrer und doctor angelicus Thomas von Aquin – sein Leben für sein Vaterland einzusetzen.
Das ist natürlich etwas anderes als – auch subjektiv – ungerechte Kriege ! Christus selbst weint über
sein Israel, sein Jerusalem, als er an seine Zerstörung und die Vertreibung der Juden denkt … Alles
andere, exakltiertes Weltbürgertum, Internationalsozialismus, one-world-Besoffenheit oder ähnliches
ist insofern zutiefst unchristlich, ja unnatürlich. Leider ist gerade der deutsche Patriotismus in einem
sinnlosen 1.Weltkrieg verheizt worden und wegen des ungerechten Friedens nach ihm noch einmal wachgerufen
und dann durch Hitler restlos mißbraucht worden. Das ändert nichts am sinnvollen Einsatz (auch seines
Lebens) für sein Vaterland, das geschieht sowieso meistens nicht im (zumindest subjektiv gerechten Verteidigungs-)Krieg,
sondern im Alltag. Und weil genau dieses Prinzip vom „Heiligen Deutschland“ (letztes Wort des Grafen v.Stauffenberg)
von den Liberal-Sozialisten seit 30 Jahren diffamiert und mit Faschismus gleichgesetzt wird, fliegt uns
diese Gesellschafts(un)ordnung in absehbarer Zeit um die Ohren …
@anonym… und ich dachte immer, Patriotismus sei etwas, dass gerade durch die Verkündigung des Evangeliums
und die Nachfolge Christi sehr relativiert worden; abgesehen davon: welche der beiden chinesischen Kirchen
meinst du . die „patriotische“? oder doch die römisch-katholische?
Patriotisch Die Ernennung zeige, daß die chinesische Nation und Kirche im Herzen des Papstes einen bedeutenden
Platz einnähmen. Es ist zu wünschen, daß die deutschen Bischofe genauso patriotisch wie die chinesischen
Bischöfe wären. Schütze Volk und Vaterland !