Als Tochter eines protestantischen Superintendenten trat sie 33jährig zum Katholizismus über. Kurz darauf gründete sie eine Gemeinschaft. Jetzt steigt sie zu den Ehren der Altäre auf.
(kreuz.net, Roermond) Am 13. Mai wird Sr. Maria Teresa Tauscher († 1938) in der Kathedrale von Roermond
seliggesprochen. Dies berichtete die deutsche ‘Katholische Nachrichtenagentur’.
Die Stadt Roermond befindet
sich in der niederländischen Provinz Limburg im Süden des Landes. Es handelt sich um die erste Seligsprechung
auf niederländischem Boden.
Anna Maria Tauscher wurde am 29. Juni 1855 im brandenburgischen Sandow bei
Frankfurt an der Oder geboren. Sie war die Tochter eines lutherischen Superintendenten.
Frankfurt an
der Oder ist heute eine Grenzstadt zu Polen und befindet sich rund 80 Kilometer südöstlich von Berlin.
Im Oktober 1888 konvertierte Anna Maria zum Katholizismus.
Diesen Entschluß bezahlte sie mit der Entlassung
als Direktorin einer Kölner Klinik für Geisteskranke. Gleichzeitig bedeutete er den Bruch mit ihrer
protestantischen Familie.
Am 2. August 1891 eröffnete Anna Maria in Berlin – wo sie aufgewachsen war –
ein Kinderhaus. Sie stellte es unter das Patronat des Heiligen Joseph.
Im Zusammenhang mit diesem Kinderhaus
begann Anna Maria Tauscher mit der Gründung einer Gemeinschaft von apostolisch tätigen Karmelitinnen,
die sie Karmel vom göttlichen Herzen Jesu nannte.
Eine Klostergründung war in der Zeit nach dem Kulturkampf
des Deutschen Reiches gegen die Kirche ein Ding der Unmöglichkeit. Darum zog Anna Maria in den Ort Sittard
in der südniederländischen Provinz Limburg.
Sie nahm den Ordensnamen Maria Teresa vom heiligen Joseph
an und begann mit einem Noviziat.
1904 wurden die Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu dem Karmeliterorden
angegliedert.
1930 wurde die Kongregation päpstlich anerkannt. Mutter Maria Teresa blieb bis an ihr
Lebensende Generaloberin. Sie starb im September 1938 in Sittard.
Das Seligsprechungsverfahren für Mutter
Maria Teresa Tauscher wurde 1953 eröffnet.
Ende Dezember 2002 wurde das Dekret über ihren heroischen
Tugendgrad promulgiert. Ein auf ihre Fürsprache erlangtes Wunder anerkannte Papst Benedikt XVI. im vergangenen
Dezember.
Den Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu gehören zurzeit rund 500 Schwestern in 15 Ländern
an.
Beim Tod der Gründerin waren mehr als 1000 Schwestern in 58 Klöstern tätig.
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6 Lesermeinungen
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Sandow an der Pleiske Historisch gesehen liegt Sandow nicht in Brandenburg, sondern im Lande Sternberg,
das allerdings 1815 in die Provinz „Brandenburg“ des Kgr. Preußen inkorporiert wurde. Der östlich gelegene
Teil dieser Provinz, meist allgemein „Ostbrandenburg“ genannt, wird heute von der FM-Republik Polen „verwaltet“,
sie somit auch Sandow unter ihre liebenden Fittiche genommen hat.
#4 norbert klein 19:37:23 | Donnerstag, 20. April 2006
st. josefheim in berlin prenzelberg als kind wurde ich hier schon aufgenommen und die schwestern des ordens
kümmerten sich liebevoll um mich. und heute, – hier 60 – geworden, sorgen sich die schwestern des ordens
wieder um den älter gewordenen schlingel. es ist gut zu wissen, dass die bewohner des heutigen alten/pflegeheim
das für sich auch in anspruch nehmen. vielleicht auch guter anlaß, hier der sw. maria claudia, der sw.
oberin heute, dank zu sagen: danke! norbert
St. Josefsheim – Prenzlberg In Berlin-Prenzlauerberg gibt es ein St. Josefsheim dieser Kongregation, daß
(wenn ich mich richtig erinnere) von ihr gegründet wurde. In der Kapelle (besser als viele Kirchen) wird
die von Card. Sterzinsky eingerichtete „Indultmesse“ im alten Ritus gefeiert. – Zufall?
„Übertritt zum Katholizismus“ Sr. Maria Theresa Tauscher ist ganz sicher nicht zum Katholizismus übergetreten,
sondern zur (römisch-)katholischen Kirche! Das ist – zumindest nach dem letzten Konzil – ein grundlegender
Unterschied, denn der katholizismus ist die ideologische Ausgabe der Katholizität, um die es dem Apostelschüler
Ignatius von Antiochien mit seinem Wort: „Wo Christus ist, ist die katholische Kirche“ eindeutig ging.
Mit dem Katholizismus konnte er schon alleine deswegen nichts im Sinne haben, weil es ihn, wie alle Ideologien,
erst seit dem 19. Jahrhundert (!) gibt. Eindeutiger Wunsch des Konzils war, die Kirche aus der ideologischen
Enge des Katholizismus zurückzuführen in die ursprüngliche Weite ihrer Katholizität. Das Eindringen
der 68er Ideologie in die vom Katholizismus hinterlassene geistige Lücke kann man dem Konzil beim besten
Willen nicht anlasten. Bekannteste Vertreter des Katholizismus sind heute wohl die das Konzil zumindest
teilweise ablehnenden Anhänger der Pius-X-Brüder.
Liebe Forumsteilnehmer, über diese Meldung freue ich mich sehr. So Gott will, werde ich an der Seligsprechung
teilnehmen, da Roermond nicht weit von meinem Wohnort ist und weil mir der Karmel überaus lieb und teuer
ist. Gunther Maria Michel T. O. Carm.