13:55:18 | Montag, 27. Februar 2006
Noch vor wenigen Wochen galt er als sicherer Kandidat für den Kardinalshut. Jetzt wurde er nach Ägypten ernannt.
(kreuz.net, Vatikan) Am 15. Februar ernannte Papst Benedikt XVI. den englischen Kurienerzbischof Michael
Fitzgerald zum
Apostolischen Nuntius in Ägypten.
Unisono wurde diese Versetzung – mit Ausnahme von Radio
Vatikan – in den italienischen Medien als Degradierung bezeichnet.
Mons. Fitzgerald war bisher Präsident
des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog und Sekretär des Rates für die Beziehungen zum
Islam.
Mit ihm ist nach den Worten des Vatikanisten der linksliberalen Tageszeitung ‘La Repubblica’ „der
erste Kopf in der Kurie gerollt“.
Der Grund dafür scheint nicht zuletzt die theologische Position des
Erzbischofs gewesen zu sein.
Bereits im Jahr 1997 war Mons. Fitzgerald einer der Redner bei der Vorstellung
des umstrittenen Buches „Zu einer christlichen Theologie des religiösen Pluralismus“ von Pater Jacques
Dupuis.
Der Jesuitenpater Dupuis lebte 36 Jahre in Indien und starb im Dezember 2004 in Rom. Er unterrichtete
zuletzt an der Päpstlichen Universität Gregoriana.
In den letzten Jahren seines Lebens beschäftigte
er sich mit der Frage nach der Funktion der anderen Weltreligionen im Heilsplan Gottes.
Das Buch von
Pater Dupuis geriet schnell ins Kreuzfeuer der Kritik, weil es unter anderem die einzigartige Erlöserrolle
Christi relativierte.
Schließlich landete das Werk bei der Glaubenskongregation. Diese kam im Januar
2001 zum Schluß, daß das Buch „bemerkenswerte Zweideutigkeiten und Schwierigkeiten in wichtigen Punkten
der Lehre“ enthielt:
„Diese Punke betreffen die Auslegung der einzigen und universalen Heilsmittlerschaft
Christi, die Einzigartigkeit und Vollständigkeit der Offenbarung Christi, die universale Heilswirkung
des Heiligen Geistes, die Ausrichtung aller Menschen auf die Kirche und den Wert und die Bedeutung der
Heilsfunktion anderer Religionen.“
Pater Dupuis akzeptierte die Korrekturen und erklärte sich bereit,
sie bei eventuellen weitern Auflagen des Buches mitabzudrucken.
Dann wurde im April 2001 die 450. Jahresfeier
der Universität Gregoriana begangen. Bei dieser Gelegenheit lobte Erzbischof Fitzgerald den eben erst
gemaßregelten Pater für seine angebliche „Pionierarbeit“.
Mons. Fitzgeralds Erklärung wurde als Seitenhieb
auf die Glaubenskongregation verstanden und soll bei deren damaligem Präfekten keine Begeisterung hervorgerufen
haben.
Dem Papst war es schon als Kardinal ein Anliegen, die Relativierung der Heilsrolle Christi und
seiner Kirche zu bremsen, die sich in den letzten Jahrzehnten im katholischen Klerus massiv ausgebreitet
hat.
In diesem Anliegen publizierte er als Präfekt der Glaubenskongregation im August 2000 das damals
innerkirchlich heißbekämpfte Dokument ‘Dominus Jesus’, das die einzigartige Erlöserrolle Jesu Christi
und die Bedeutung der Kirche unterstreicht.
Doch schon viel früher hat der damalige Kardinal Ratzinger
Zeichen in diese Richtung gesetzt. Im Jahre 1986 fiel seine Abwesenheit während des von Papst Johannes
Paul II. in Assisi gewollten interreligiösen Gebetstreffens auf.
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#10
Toby 11:30:11 | Donnerstag, 2. März 2006
#9
Dr. Otterbeck 08:42:09 | Mittwoch, 1. März 2006
#8
Yersinia 18:09:08 | Dienstag, 28. Februar 2006
#7
Bernieboy 04:20:48 | Dienstag, 28. Februar 2006
#6
Gotthard 17:27:05 | Montag, 27. Februar 2006
#5
Beobachterin 15:53:19 | Montag, 27. Februar 2006
#4
Irenäus 15:46:16 | Montag, 27. Februar 2006
#3
Benedikt78 15:09:20 | Montag, 27. Februar 2006
#2
Bruder Konrad 15:04:15 | Montag, 27. Februar 2006
#1
Ansgar 14:11:42 | Montag, 27. Februar 2006