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Das Kreuz.net mit den Trippfelern
Was haben Matin Luther, Popst Küchl und Kardinal Rantziger gemeinsam? Richtig getippt: Es handelt sich – im besten Fall – um Vertippungen. Die humorvollsten Tippfehlermeldungen auf der coolen Kultwebseite ‘kreutz.net’.
(kreuz.net) Jedes Gewerbe hat seine besonderen Schwierigkeiten. Besonders problematisch ist es, wenn ein katholisches Medium – besonders die engstirnige Desinformationsseite ‘kreuz.net’ – meint, über andere religiöse Gruppen und Gemeinschaften berichten zu müssen.

Dann wird der Methodistenpastor zum „Methodistenpator“ und die „Krischna-Sekte“ zur Kirschna-Sekte“ hochkatholiziert. Es bleibt dem Pater überlassen, das Glas auf eine gute interkonfessionelle Zusammenarbeit zu heben.

Doch auch die eigene Religion ist oft komplizierter als die Wichtigtuer von ‘kreuz.net’ denken und schreiben können.

Mit dem Primat von Irland war eigentlich kein höher gestelltes Säugetier oder gar ein Darwinischer Verwandter des Menschen gemeint, sondern der Vorsitzende der irischen Bischofskonferenz, der immerhin Erzbischof ist und die Frommen seines Landes als Primas lenkt.

Daß das Wort Propst weder von „probieren“ noch von „Papst“ kommt, also nicht Probst und auch nicht Popst heißt, hat die unterbelichtete Redaktion von ‘kreuz.net’ nur gaaanz langsam und nach verschiedenen erfolglosen Versuchen gelernt.

Daß es an den Grundlagen fehlt, zeigt auch die Tatsache, daß auf ‘kreutz.net’ sogar Probleme mit dem Stellvertreter Christi auf Erden auftauchten.

Vor der Papstwahl sprach ‘kreutz.net’ mit unbelehrbarer Selbstsicherheit von Kardinal Rahtzinger. Man darf es den Unbedarften verzeihen. Schließlich war der Kardinal damals ja noch nicht so bekannt wie heute.

Doch ganz durcheinander kam die Redaktion, als in der Weihnachtsansprache des israelischen Ministerpräsidenten die Variante Rantziger – oder war es Rauntziger? – auftauchte.

Was haben dazu wohl die Freunde im Kardinalskollegen gedacht?

Kräftig ins Fettnäpfen oder auf den Saum der bischöflichen Cappa magna trat die reaktionäre Redaktion, als sie der Welt mitteilte, daß Streit vom Zaum gebrochen wird.

Von der angeblichen Anklage der sexuellen klerikalen Unzucht dreier Minderjähriger schweigt des Hofrats Heiserkeit.

Verwirrung stiftete auch die geschlechtsneutralisierende Halbwahrheit, wonach „Eamon Duffy eine bekannter britischer Kirchenhistoriker ist“.

Ob Duffy nun „eine männliche oder ein weiblicher Kirchenhistoriker“ sei, fragte daraufhin ein gewitzter Leser.

Abgesehen von sprachlichen Verwirrungen und ausdrücklichen Irrungen, scheint die Redaktion auch mit dem Einmaleins Probleme zu haben. In einem Artikel versuchte ‘kreuz.net’ das Material in sechs durchnumerierten Schritten zu ordnen.

Danach schrieb ein Leser: „Sechs Schritte: 1. 2. 3. 4. 6. Und der fünfte???“

Noch weniger mit Mathematik am Hut als das kreutz.net-Team haben die Nummerarier – die unverheirateten Mitglieder der katholischen Gemeinschaft Opus Die.

Schmerzliche Erinnerungen an den verblaßten – und offensichtlich verschlafenen – Grundschulalltag kamen hoch, als die Redaktion davon Wind bekam, daß das Wachkomma nichts mit einer korrekten Interpunktion im Satz zu tun hat. Ebenso sei es ein Gerücht, daß der Kornzeuge – da lachten sogar die Hühner – und das Rückgrat in der Biologie behandelt würden.

Doch ‘kreutz.net’ ließ sich nicht von falschen biologischen Minderwertigkeitskomplexen beirren.

Haben Sie zum Beispiel gewußt, daß sich Geburten im Land der unbeschränkten Möglichkeiten jetzt schon „bis zum 16. Schwangerschaftsmonat“ hinausziehen können. Wenn nicht, dann sollten sie häufiger – und vor allem aufmerksamer – ‘kreutz.net’ lesen, denn ‘kreutz.net’ weiß mehr.

Wenn Sie wissen wollen, was sie nicht wissen, dann sollten Sie wissen, daß es ‘kreuz.net’ gibt (danach werden Sie sogar wissen, was sie gar nicht wissen wollten).

Französisch lernt man am besten am Morgen – „matin“ auf Französisch. Dennoch sei daran erinnert, daß der auf ‘kreutz.net’ erwähnte Refromator Matin Luther aus Deutschland stammte und eigentlich gar nicht so fromm war.

Außerdem sitzt der hochwürdigste Herr Bischof von Neu Ulm nicht im gleichnamigen – bayerischen – Städtchen – 60 Kilometer westlich von Augsburg – sondern im US-Bundesstaat Minnesota.

Neben vielen anderen Neuerungen auf der Landkarte informierte die eifrige Redaktion ihre Leser auch über die polnische Hauptstadt Kraukau und über den bedeutenden Ort „Lyon in Westfrankreich unweit von Genf“.

Aber wen wundert es. Eigentlich war schon lange klar, daß die kreuz.net-Schreiber ein bißchen die Orientierung verloren haben oder ihre Leser aufs Kreuz legen wollen.

In diesem Sinne „verbleicht“ ‘kreutz.net’ – um die Worte eines berüchtigten Wiener Abtreibers zu zitieren – und dankt allen, die in der Vergangenheit dazu beigetragen haben, wertvolle Wortschöpfungen wie „konkurrenzierend“ und „Familienbanden“ in die elektronische Mühltonne zu befördern.

Überhaupt. Was ist dieses ‘kreuz.net’ eigentlich? Vielleicht eine Kreuzung zwischen kath.net und der Kronenzeitung?
      
4 Lesermeinungen
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#4   Gerhard   05:02:38 | Donnerstag, 19. Oktober 2006
Klar und wahr!
Wie nett von Ihnen, liebe kreuz.net-Redaktion, dass Sie auf diesen Beitrag erneut aufmerksam gemacht haben! Der Artikel enthält zwischen den Zeilen sehr viel Wahres!
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#3   Pater Lingen   21:52:19 | Mittwoch, 1. März 2006
Eine gute Idee…
… den eigenen Tippfehlern auch mal einen eigenen Text zu widmen. Nobody ist perfekt.
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#2   Justus   08:53:06 | Mittwoch, 1. März 2006
Selbstkritik
Die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen, ist der beste Indikator für einen aufrechten Charakter. Selbstkritik, Demut und Wahrheitsliebe gehören zusammen.
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#1   GerdEric   14:26:57 | Dienstag, 28. Februar 2006
Nuhn jahr
vier sint aale gestendig, unt üpen waiter piss äs jäger krepiert.
Au die effangelische und dii ottodochsen währdenn dan wider zurr Kirsche gehöhren und salopp saupreissen.
Es wär auch Pitter Schaden, wen es nur trotzloses 1b Hochtütsch gäbel.
(nun der schwäre Theil des techstes)
abundzu triefts auch dann noch die moislemen und di jügischen Mietbewonner dieses unteren Landess.
Aba, waiterhien fiel Schpass bei den ausstauschen geschiedener Einbildungen.
Äuer liper GerdEric
;-))
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