Zu den großen volkstümlichen Päpsten der Kirchengeschichte zählt Prospero Lambertini, der von 1740 bis 1758 als Benedikt XIV. auf dem Thron des heiligen Petrus saß. Von Ulrich Nersinger.
(kreuz.net) Benedikt XIV., von dem ein großer Anekdotenschatz überliefert ist, besaß soviel Offenherzigkeit
und Humor, daß ihn ein ausländischer Gesandter zu fragen wagte:
„Warum hat die Kirche, die doch so
entgegenkommend ist, die Fastenzeit nicht in vier Abschnitte von je zehn Tagen zu Beginn einer jeden Jahreszeit
geteilt?“
Benedikt XIV. antwortete darauf: „Die Kirche hätte das sehr wohl tun können, aber sie hat
es nicht für ratsam gehalten, weil es leicht hätte geschehen können, daß die Menschen viermal Karneval
feiern und kein einziges Mal die Fastenzeit halten“.
Bei einer festlichen Gelegenheit kam Benedikt XIV.
nicht umhin, auch einige sehr lange und künstlerisch wenig gelungene Musikstücke anhören zu müssen.
Als man ihn um seine Meinung fragte, bemerkte er:
„Ich glaube, daß manchmal auch die Taubheit eine Gnade
Gottes sein kann“.
Als Benedikt XIV. eines Tages eine Predigt hörte, fiel ihm auf, daß er sie schon
irgendwo gedruckt gelesen habe. Während der Predigt erhob ein Hund ein wütendes Gebell, und der päpstliche
Zeremonienmeister befahl, das Tier hinauszujagen.
Der Papst aber meinte: „Laßt ihn nur, der Hund tut
ja nur seine Pflicht; er will den Dieb verjagen!“
Ein alter Mönch erbat und erhielt eine Audienz bei
Benedikt XIV. Mit Tränen in den Augen sagte er dem Papst, ein entsetzliches Unheil habe sich ereignet.
– „Was ist denn geschehen?“ fragte der Papst.
– „Heiliger Vater, mir ist in einer Vision offenbart worden,
daß der Antichrist schon geboren ist“. – „Und wie alt ist er jetzt?“ fragte der Papst weiter.
– „Dreieinhalb
Jahre, Heiliger Vater“.
– „Schön“, erwiderte Benedikt XIV.: „Dann geht die Sache meinen Nachfolger an.“
Wenn jemand Papst Benedikt XIV. wegen seines Wissens und seines Charakters lobte, pflegte der Papst verlegen
zu antworten:
„Schon gut, ich bin eben wie die Statuen auf der Fassade der Peterskirche: von weitem nehmen
sie sich nicht übel aus, man darf sie aber nicht von nahem betrachten!“
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