In vielen deutschen Diözesen werden derzeit nicht nur größere Seelsorgeeinheiten, sondern auch neue Leitungsstrukturen geschaffen. Jetzt kommt die Administratorenschwemme.
(kreuz.net) In einem offensichtlichen Widerspruch zu der Instruktion der römischen Kleruskongregation
aus dem Jahr 2002 mit dem bemerkenswerten Titel „Der Priester, Hirte und Leiter der Pfarrgemeinde“ scheint
das Leitungsamt des Pfarrers jetzt in Deutschland zum Auslaufmodell zu werden.
An vielen Orten werden
gegenwärtig Seelsorgeteams gebildet, welche die Leitung mehr oder weniger großer Pfarreien und Seelsorgebezirke
gruppendynamisch ausüben.
Damit werden viele der augenblicklich amtierenden Pfarrer in ihrer Leitungsfunktion
in nächster Zeit überflüssig.
Etliche Priester, die man noch nicht in den Ruhestand verabschieden
kann, werden auf Dauer zu Administratoren bestellt, obwohl das der kirchlichen Rechtsordnung entgegensteht.
Die Erfahrung verschiedener Diözesen zeigt, daß durch die neuen Strukturen schon manche Priester bewußt
durch Laien verdrängt werden.
Das Netzwerk katholischer Priester warnt seit geraumer Zeit vor trügerischen
Strukturreformen und schließt sich der Auffassung von Kurien-Erzbischof Paul Josef Cordes an, daß allein
durch veränderte Strukturen keine Erneuerung des kirchlichen Lebens erreicht wird.
Der Text wurde am
Dienstag im ‘Newsletter Netzwerk katholischer Priester’ publiziert.
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19 Lesermeinungen
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Es geht nicht um Macht, sondern um Glaubensstärke!!! Immer wieder kommt das alte Geleier von den machtgierigen
Priestern, die ihre alten Herrschaftsstrukturen erhalten wollten. Was in Wahrheit hinter dem Aufbegehren
gegen diese Strukturreform steckt, ist die tief verwurzelte Sorge guter Priester, daß die Macht des Glaubens,
die Kraft der Eucharistie und die Möglichkeit den Menschen als Hirte aus dieser Kraft zu dienen unterwandert
wird, weil machthungrige Pastoralmodellierer und ideologische Priesterhasser jetzt in den Ordinariaten
am Zug sind. Endlich hat man mit der Finanzmisere einen Weg gefunden, die lästige „Klerisei“ abzuschießen.
Von Macht sprechen immer die, die sie gerne hätten, nicht diejenigen, die sie vermeintlich haben. Wenn
man jetzt wie im Bistum Berlin einen Priesterüberschuß hat und sogar Priester in andere Diözesen abwandern,
weil man sie nicht mehr brauchen kann,dann frage ich mich, was hier eigentlich passiert! Das ist, wie
wenn jemand seine paar Groschen in eine kleinere Geldböse tu, diese dann wieder voll ist, und er dann
lauthals schreit: „Hurra, ich bin reich!“ Täuschungen über Täuschungen. Wer fragt bei diesen Modellierungen
überhaupt nach der Berufungspastoral? Wer fragt nach, welche Zustände in den Priesterseminaren herrschen?
Gläubige und Priester werden dadurch erst scharf gemacht, sie werden radikal, weil ihnen keine Wahl bleibt.
Doch dann zeigt man mit dem Finger auf sie und brandmarkt sie als kommunikationsgestörte Fundamentalisten!
Heiße Luft Also, wenn ich mir die Postings der vermeintlich katholischen Schreiber hier so durchlese,
verstehe ich immer mehr die Worte des Hl. Vaters, dass ein einfaches Zurück vor das Konzil nicht die
Lösung des Problems sein kann. Die sich hier so hervortun haben keine Ahnung von Theologie oder Menschenführung
oder oder… Es ist einfach nur heiße Luft.
@Wiener ist ihr beitrag als aufruf zur apostasie zu verstehen?Oh Wiener, oh Wiener sei gläubig und nicht
ungläubigIch frage euch wer befindet sich in der Apostasie? Die Priester und Gläubige, welche schon
immer dass geglaubt haben was unser Herr gelehrt hat, oder DIESE welche sich vom Glauben entfernt haben.
Es ist nicht gut wenn man wegen seiner Lauheit sich bei Sekten im Glauben wähnt. Lieber Wiener die Apostasie
ist das Verlassen des Glaubens und der Kirche. Verdrehen Sie bitte die Geschichte nicht
Treffend formuliert Viel schöner ist das Pfarrerleben doch, wenn man es sich im Pfarrhaus gemütlich
machen kann in fröhlicher Runde mit einigen handverlesenen „Oberlaien“ im Team, Steuergelder vergeuden
und Bauprojekte planen. So sieht es bei 80 % des heutigen deutschen Klerus aus.
Der Selbstbetrug der deutschen Diözesen reicht vermutlicht weit in die Vorkonzilszeit zurück. Anders
ist der Zusammenbruch des Priestertums nach 1968 (Boykott der Enzyklika H.V., Essener Kath.tag) nicht
zu begreifen. Genauso wie praktizierende Katholiken längst Sartre lasen, als das noch verboten war, hatten
praktizierende Kleriker längst die Faxen dicke von Ursünde, Erbsünde, Buße, Beichte und Ablass. Viel
schöner ist das Pfarrerleben doch, wenn man es sich im Pfarrhaus gemütlich machen kann in fröhlicher
Runde mit einigen handverlesenen „Oberlaien“ im Team, Steuergelder vergeuden und Bauprojekte planen. Und
in der Predigt wird dann Nietzsche zitiert, anstatt das Evangelium zu verkünden (das ja nach fast allgemeiner
„Meinung“ ein Konstrukt aus der Zeit nach 70 u.Z. sein muss, weil der „historische Jesus“ die Zerstörung
des Tempels nicht vorhersehen konnte…) Lebensmüde darf man diese Deutschpastoraal (aalglatt) ja wohl
nennen.
Ein Schuss ins Knie Wenn die Kirche des deutschen Sprachraumes nicht endlich erkennt, dass der Priester
in ihrer eschatologischen Dimension von enormer, ja heilsökonomischer Wichtigkeit ist, dann ist es wohl
besser, wenn sie aufhört sich römisch-katholisch zu nennen. Dass den Laien Mitarbeit in größerem Umfang
„zugetraut“ wird, als das vor dem Vat.II. der Fall war ist ja grundsätzlich nichts schlechtes. Wenn aber
Priester systematisch durch Laien und Team-Strukturen verdrängt werden, dann kann das nicht mehr im Sinne
der Kirche sein, auch nicht der Konzilskirche. Seminaristen wird ja schon im Seminar doktriniert, „Mitarbeiter“
zu sein. Ja ich wage zu behaupten, dass die Kriese des Priestertums auch damit zusammenhängt, dass der
Priester durch solche Aktionen als unnötig und überflüssig karrikiert wird. Die Klerikalisierung unserer
Zeit ist nicht unter der Priesterschaft zu finden, sondern unter den Laien. Aber ein Laie, und mag er
theologisch noch so qualifiziert sein, kann einen Priester nicht ersetzen!
@ Gotthard Bitte etwas genauer lesen, zum Beispiel meinen Beitrag über die „pastoralverträgliche Frühpansionierung“
von rüstigen Pfarrern im Bistum Fulda. Auch das sind Entlassungen im schlechten Sinne des Wortes!
Curé d’Ars Faktisch erleben wir schon lange die „Entsazerdotalisierung“ von Liturgie und kirchlichem
Leben. Jetzt werden auch im organisatorischen Bereich die Konsequenzen gezogen. Der hl. Pfarrer von Ars
war der Meinung, wer die katholische Kirche zerstören wolle, richte seine Angriffe vor allem gegen das
Priestertum. Hätte man diesen Pfarrer übrigens durch ein Seelsorgsteam – und wäre es auch noch so „dynamisch“ –
ersetzen können?
es gibt einen Fall! und es gibt auch welche, die entlassen wurden. Ich erinnere mich z.B. an einen Fall
nähe Houston, Bis in die USA muss man gehen, bis man einen Fall entdeckt… Ob dieses kath. Pfarrer-Kränzchen
diesen Fall auch kannteß
@ Gotthard Im Bistum Fulda werden Pfarrer entgegen den kanonischen Bestimmungen bereits mit 70 Jahren
zwangspensioniert. Das ist eine vorzeitige Entlassung aus dem aktiven Dienst … beispielsweise zugunsten
von Laien als Gottesdienstleitern … was dann wiederum mit dem angeblichen „Priestermangel“ begründet
wird … Verkehrte Welt!
@ Gotthard selbstverständlich gibt es solche Fälle. Das beginnt schon mit Seminaristen, die wegen ihrer
zu konservativen Haltung nicht geweiht werden. Werden auf Zwangsurlaub, in Pension geschickt, nicht in
Diözesen übernommen, nicht zum Pfarrer, nur zum Moderator oder Administrator bestellt, suspendiert,
zum Rücktritt gezwungen. und es gibt auch welche, die entlassen wurden. Ich erinnere mich z.B. an einen
Fall nähe Houston, wo ein Priester entlassen wurde, weil er die alte Messe las. Der Gatte Evelin
Personalgemeinden, das wäre mit Romulus okay. Aber es soll „Teamgemeinden“ geben – ein Kollektiv statt
Person des Pfarrers als „Hirten und Leiter der Pfarrgemeinde“ (Kleruskongregation 2002). Damit wird die
Feier der Eucharistie in eine anonym-esoterische Ecke geschoben. Noch zu Gotthard, dem „advokatus diaboli“,
der seine modernistische Rolle ja ganz schön beherrscht: natürlich werden Priester entlassen, nämlich
in den Zwangsruhestand oder vom Pfarrer zum „Teamseelsorger“ degradiert.
Unfug Die Kirche beklagt sich um den Priestermangel und an der anderen Stelle werden Priester entlassen.
Wo werden Priester entlassen? NIRGENDWO!!!!!!!!!
Pfarrer muss gehen In was für einer Kirche leben wir eigentlich noch? Die Kirche beklagt sich um den
Priestermangel und an der anderen Stelle werden Priester entlassen. Die modernen Gemeindemodelle haben
so wie so keine Chance! Wenn wir nicht zurück zur kath. Tradition kommen nützen uns die besten Konzepte
nichts. Und wieder einmal hatte Erzbischof Lefebvre Recht,wenn er sagte, dass der Modernismus die Kirche
vernichten wird. Buch-Tipp: Offener Brief an die ratlosen Katholiken, ISBN: 3-932691-33-4.
Angst An vielen Orten werden gegenwärtig Seelsorgeteams gebildet, welche die Leitung mehr oder weniger
großer Pfarreien und Seelsorgebezirke gruppendynamisch ausüben. Wovor haben diese Netzwerker denn Angst?
Vor dem Verlust ihrer autoritären Macht?
Der Pfarrer kann gehen Die Priester werden gehen müssen. Nicht nur ältere, sondern vor allem die jüngeren.
Warum gerade die jüngeren? Ist doch ganz klar. Die Jugend findet immer mehr gefallen am überlieferten
Glauben. Die „60er“ werden natürlich versuchen dies zu verhindern. Es gibt nur eine Lösung: Die Erneuerung
in Christus. Sprich, die Priester müssen sich zum überlieferten Glauben retten. Sie müssen den Mut
des Pfingstfestes aufbringen und sich zu Christus und seiner Kirche im überlieferten Glauben bekennen.
Nur so kann und wird den Gläubigen geholfen. Deshalb meine Bitte an alle Priester der katholischen Kirche.
Haben Sie und zeigen Sie Mut den grossen Schritt für Christus zu tun
Ortsprinzip ist Vergangenheit Das traditionelle Pfarrprinzip der Barock- und Aufklärungszeit hat sich
überlebt in Zeiten zunehmender Mobilität. Es wird abgelöst vom Personalprinzip, d.h. wir werden es
mit Personalgemeinden zu tun bekommen. Gerade unsere Tradis hier fahren doch zum Teil sehr weite Strecken,
um mal in eine Hl. Messe zu kommen. Da ist ihnen ihre Heimatpfarrei auch ziemlich wurscht. So richtet
sich die Personalgemeinde z.B. nach der Gottesdienstzeit, bzw. nach einem bestimmten Priester; andere
suchen eine bestimmte theologische Linie und wieder andere fahren lieber in Wallfahrtsort. Und man stelle
sich vor: Sie alle haben ihre Sonntagspflicht erfüllt und die Heimatpfarrgemeinde und der Hochwürden
wissen nix davon.