20:36:21 | Donnerstag, 2. März 2006
Johannes Paul II.
Fast 25 Jahre nach dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. hat ein Untersuchungsausschuß des italienischen Parlaments endlich Roß und Reiter genannt.
(kreuz.net, Rom) Das Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 wurde laut dem italienischen Untersuchungsausschuß
direkt vom damaligen sowjetischen Parteichef und Präsidenten des Zentralkomittees der UdSSR, Leonid Breschnjew,
in Auftrag gegeben.
Die italienische Parlamentskommission hatte
das Dossier im Frühjahr letzten Jahres
neu eröffnet.
Der Ausschuß beschäftigte sich allgemein mit der Spionagetätigkeit der ehemaligen Sowjetunion
in Italien. Auslöser für das neue Untersuchungsverfahren waren einige Aussagen des Papstes in seinem
letzten Buch „Gedächtnis und Identität: Gespräche zwischen Jahrtausenden“.
Heute wurde eine Vorabversion
des Untersuchungsberichts von italienischen Medien im Auszug veröffentlicht. Der Bericht muß von der
Parlamentskommission erst bestätigt werden. Als Datum dafür wird der 7. März genannt.
Laut dem Bericht
befahl Breschnjew dem Geheimdienst der sowjetischen Roten Armee GRU, den aus Polen stammenden Papst zu
ermorden. Grund sei der Kampf des Papstes gegen den Kommunismus in Osteuropa gewesen:
„Dieser Ausschuß
glaubt ohne jeden Zweifel, daß die Führung der Sowjetunion die Initiative ergriff, um Papst Karol Wojtyla
aus dem Weg zu schaffen.“ Die Sowjetkommunisten hätten ihre Entscheidung an den GRU weitergeleitet, erklärte
der Präsident der Parlamentskommission, der Abgeordnete Paolo Guzzanti.
Das Papstattentat war dem Untersuchungsbericht
zufolge „in seiner Bedeutung ohne Beispiel in der modernen Geschichte“.
Bulgarische Geheimagenten seien
benutzt worden, um die Urheberschaft der Tat zu verschleiern. Mitglieder des ostdeutschen Geheimdienstes,
der Stasi, bemühten sich, die Spuren durch eine gezielte Desinformation der Medien zu verwischen.
Der
Bericht bestätigt die sogenannte „bulgarische Verbindung“.
1986 gab es einen Prozeß gegen den Bulgaren
Sergej Antonow, einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft Balkan Air in Rom. Er soll sich zur Tatzeit auf
dem Petersplatz befunden haben. Der Bulgare wurde jedoch mangels Beweisen freigesprochen.
Als Attentäter
wurde der Türke Mehmed Ali Agca zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Er befindet sich noch bis 2010
wegen eines anderen Verbrechens
in einem türkischen Gefängnis.
Bulgarien hat erneut jegliche Verbindung
zum Attentat auf Papst Johannes Paul II. bestritten.
„Für Bulgarien wurde dieser Fall mit der Entscheidung
des Prozesses im März 1986 und mit der Äußerung von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2002 abgeschlossen“,
erklärte der Sprecher des bulgarischen Außenministeriums in Sofia.
Bei seinem Besuch in Bulgarien im
Mai 2002 habe Papst Johannes Paul II. erklärt, nie an eine bulgarische Spur geglaubt zu haben.
Auch
Rußland wies den Bericht zurück. „Das ist vollkommen absurd“, erklärte ein Sprecher des russischen
Auslandsgeheimdienstes, der Nachfolgebehörde des sowjetischen Spionageabwehrdienstes KGB: „Wir sind es
leid, diese Anschuldigungen abzustreiten.“
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#17
Evelin 17:08:32 | Sonntag, 5. März 2006
#16
richard 09:20:19 | Samstag, 4. März 2006
#15
Bernieboy 02:56:52 | Samstag, 4. März 2006
#14
Uwe Schmidt 23:56:48 | Freitag, 3. März 2006
#13
Evelin 23:43:20 | Freitag, 3. März 2006
#12
Benedikt 23:26:50 | Freitag, 3. März 2006
#11
Chris 18:06:24 | Freitag, 3. März 2006
#9
Elendester Sünder 14:19:46 | Freitag, 3. März 2006
#8
Robert Ketelhohn 11:29:46 | Freitag, 3. März 2006
#7
Dr. Otterbeck 10:35:41 | Freitag, 3. März 2006
#6
Benedikt 09:42:50 | Freitag, 3. März 2006
#5
richard 00:30:01 | Freitag, 3. März 2006
#4
Sirilo 00:06:51 | Freitag, 3. März 2006
#2
Evelin 21:08:26 | Donnerstag, 2. März 2006
#1
Bernieboy 20:38:28 | Donnerstag, 2. März 2006