Requiem
Tragisches Ende
Einen grausamen Fund machte vorgestern die Oberin einer römischen Ordensgemeinschaft in der Klosterküche.
(kreuz.net, Rom) Im Haus der Franziskaner- Missionarinnen von Christus an der Via Terni unweit der römischen Lateranbasilika hat sich vorgestern ein Drama ereignet.

Am Nachmittag des Aschermittwochs gegen 16.00 wurde Sr. Marian Ierbz Muleunesh (39) mit durchgeschnittener Halsschlagader in der Küche der Schwesternresidenz gefunden. Das berichtete die italienische Presse.

Die verblutete Klosterfrau wurde von der Schwester Oberin gefunden, die sofort die Polizei alarmierte.

Sr. Marian war im Herbst des vergangenen Jahres aus Äthiopien nach Rom gekommen, um einen theologischen Kurs zu absolvieren. Sie litt seit einigen Tagen an schweren Depressionen. Sie erschien schweigsam und betrübt, aß nicht mehr und hatte aufgehört, ihre Vorlesungen zu besuchen.

Die Schwester beschäftigte sich seither mit Putzarbeiten in ihrem Zimmer und half den Mitschwestern in der Verrichtung der täglichen Hausarbeiten.

Die Polizei geht darum davon aus, daß sich die Klosterfrau alleine in die Küche des Hauses begeben hat, um sich dort mit einem Küchenmesser die Kehle durchzuschneiden.

Die polizeilichen Untersuchungen am Ort des Geschehens ergaben keinen Hinweis auf eine Fremdeinwirkung.

Die Leiche der Schwester wurde in einer großen Blutlache gefunden. Daneben fand sich das Messer, mit dem sie die Tat durchgeführt hat. Nach Angaben von Gerichtsmedizinern ist die Schwester in wenigen Minuten verblutet.

Im Abfallkorb ihres Zimmers fand die Polizei zerrissene Aufzeichnungen in der Muttersprache von Sr. Marian. Diese Texte werden jetzt übersetzt und ausgewertet.

Das furchtbare Ereignis hat die Schwesterngemeinschaft in einen schweren Schock versetzt. Als Mitschwestern, die an diesem Nachmittag Vorlesungen besucht hatten, am Abend nach Hause zurückkehrten, hörten Anwohner aus den benachbarten Klostermauern verzweifeltes Wehklagen.

Das Schwesternhaus befindet sich in unmittelbarer Nähe der Pfarrei der Heiligen Fabian und Venantius. Der dortige Vorgängerpfarrer war Don Andrea Santoro, der vor einigen Wochen in der Türkei erschossen wurde.

„Das ist ein hartes Jahr“, war der einzige Kommentar von Don Marco, der die Pfarrei nach der Ausreise seines Vorgängers in die Türkei übernommen hat.
      
5 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#5   Evelin   16:59:12 | Sonntag, 5. März 2006
Herr, gib ihr die ewige Ruhe
und das ewige Licht leuchte ihr.
Herr, lasse sie ruhen in Frieden. Amen.
Redaktion benachrichtigen
#4   Benedikt   23:17:25 | Freitag, 3. März 2006
@ Athanasius
Ja sicher, er/ sie kann natürlich dispensiert werden. Ich habe nur darstellen wollen, dass man auf jeden Fall, auch ohne Erlaubnis, sein Kloster verlassen kann (unter den beschriebenen Folgen).
Was die apostasia a religione angeht haben Sie sich geirrt. Was Sie meinen ist die apostasia a fide.
Redaktion benachrichtigen
#3   Athanasius   16:04:53 | Freitag, 3. März 2006
Achtung!
Er/ sie wird allerdings seinem/ihrem Versprechen untreu. (apostasia a religione)
Nein, wenn er/sie Erlaubnis bekommt ihre/seine Gelübde nicht länger vollbringen zu müssen, wird er/sie diesen nicht untreu. Untreue ist Sünde. Er/sie wird dispensiert.
Apostasia a religione (Glaubensabfall) ist es auch kein keineswegs! Gar nicht! Er/sie bleibt Römisch-katholisch.
Redaktion benachrichtigen
#2   Benedikt   12:07:30 | Freitag, 3. März 2006
@ Bernieboy
Auch jemand, der die ewige Profess abgelegt hat, kann austreten, wenn er/ sie es will. Ein Kloster ist kein Gefängnis. Er/ sie wird allerdings seinem/ihrem Versprechen untreu. (apostasia a religione)
Redaktion benachrichtigen
#1   Bernieboy   12:03:26 | Freitag, 3. März 2006
Tragisch!
Wenn die Ordensschwester noch nicht die ewige Profess abgelegt hat,haette sie austreten koennen.
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
RequiemInterview mit dem Vater des türkischen Priestermörders RequiemErzbischof und gescheiterter Bankier gestorben RequiemWorte am Sarg eines toten Priesters RequiemDer Tod eines Unmenschen RequiemAlle Zutaten für ein Martyrium RequiemEin ehemaliger katholischer Priester RequiemSplitter aus dem Leben von Hw. Gregor Hesse RequiemEin verlachter, verachteter, karrieretechnisch gescheiterter Priester RequiemÜberraschende Wende Requiem„Nun, Brüder, sind wir frohgemut, so will es Gott gefallen!“ RequiemKardinal Scheffczyk gestorben RequiemDer Moraltheologe Alfons Auer ist tot Requiem„Konsequenter und schwieriger Weg“ RequiemDie Dame links ist eine Nonne RequiemTragischer Zwischenfall
RSS Feed  •  News Ticker  •  Werbebanner  •  Visitenkarte  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net