Requiem
Das Begräbnis von Erzbischof Marcinkus
Als Präsident der vatikanischen Bank bekam der verstorbene Erzbischof Paul Casimir Marcinkus auch öfters Besuch von Mutter Teresa von Kalkutta.
(kreuz.net, Chicago) Am vergangenen Donnerstag wurde der frühere Leiter der vatikanischen Bank, Erzbischof Paul Casimir Marcinkus, in seiner Heimatstadt Chicago zu Grabe getragen. Das berichtete die Tageszeitung ‘Chicago Tribune’.

Die Amtszeit von Mons. Marcinkus als Präsident der Vatikanbank war von einem schweren Finanzskandal überschattet.

Das liturgisch anspruchslose Requiem für den verstorbenen Prälaten wurde in der Kathedrale von Chicago zelebriert. Der mit einer roten Bischofssoutane bekleidete Verstorbene lag in einem einfachen Holzsarg mit einem Rosenkranz um die Finger.

Bevor das Requiem begann, betete der Erzbischof von Chicago, Francis Kardinal George vor dem Sarg.

Ein subalterner Vertreter der Apostolischen Nuntiatur in Washington übermittelte eine kurze Kondolenzbotschaft des Heiligen Vaters.

Zwei Kardinäle, zwölf Bischöfe und fast fünfzig Priester konzelebrierten. Anwesend war auch noch eine große Schar von Nichten und Neffen des verstorbenen Erzbischofs.

Der Bischof von St. Petersburg im US-Bundesstaat Florida, Mons. Robert Lynch, hielt die Predigt. Er betonte vor allem die Freundlichkeit des Verstorbenen.

Bischof Lynch erinnerte sich, daß Erzbischof Marcinkus seine letzten römischen Jahre in großer Trauer verbracht und dabei immer still gehofft habe, daß sein guter Ruf wieder hergestellt würde.

„In mir spüre ich teilweise auch das Bedürfnis, diesen Prozeß der Wiederherstellung seines guten Namens zu beginnen. Aber hier ist nicht der Ort, nicht die Gelegenheit, das zu tun“, sagte Bischof Lynch in seiner Predigt.

Aber er bete, daß das einmal geschehen werde.

Erzbischof Marcinkus sei wegen seines atlethischen Körperbaus und seines gelegentlich ruppigen Benehmens von der italienischen Presse „il Gorilla“ genannt worden. Doch diese Umgangsformen seien nur aufgesetzt gewesen.

Bischof Lynch erinnerte sich in seiner Predigt auch an einen Besuch bei Mons. Marcinkus in seinem vatikanischen Büro. Während des Gesprächs sei ein Sekretär zur Türe hereingekommen und habe dem Erzbischof mitgeteilt, daß Mutter Teresa von Kalkutta unerwartet eingetroffen sei und ihn sprechen wolle.

Darauf habe Mons. Marcinkus gelächelt und gesagt: „Dieser Besuch wird uns mindestens eine Million Dollar kosten.“

Der Erzbischof hatte sich nicht getäuscht. Eine Firma hatte Mutter Teresa 20.000 Matrazen gespendet. Mutter Teresa bat, daß der Vatikan den Transport von den Vereinigten Staaten nach Kalkutta bezahle.

Erzbischof Marcinkus habe bei den Bitten von Mutter Teresa immer nachgegeben – so Bischof Lynch.

„Er ist jetzt an den Himmelstoren angekommen. Ich vermute, daß Mutter Teresa dort auch noch etwas findet, was er für sie tun kann.“

„Aber vor allem stelle ich mir Jesus selber vor, der unseren stämmigen Freund an der Hand nimmt und sagt: ‘Du bist endlich zuhause, Paul. Du verdienst die Ruhe, die jetzt Dir gehört.“

Erzbischof Marcinkus starb am 20. Februar in seinem Haus im US-Bundesstaat Arizona.

Der fast 2 Meter hohe ehemalige Rugby-Spieler und Kettenraucher mit gelegentlich groben Manieren war von 1971 bis 1989 Präsident der Vatikanbank.

1990 kehrte Mons. Marcinkus in die Vereinigten Staaten zurück und zog nach Sun City im US-Bundesstaat Arizona. Er betätigte sich in der dortigen Pfarrei als Vikar.

Wöchentlich brachte er über 50 bettlägerigen Gläubigen die Heilige Kommunion. In Arizona nahmen 1.400 Personen an einem Requiem für den verstorbenen Erzbischof teil.

Mons. Marcinkus wurde auf dem Friedhof des Heiligen Kasimir in Chicago beigesetzt.
      
4 Lesermeinungen
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#4   Michael M.   20:15:41 | Samstag, 4. März 2006
Her gib ihm die ewige Ruhe,
Es ist schade, dass die guten Kardinäle sterben. Man kann auch noch für neue gute Kardinäle die die Welt verändern.
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#3   Fabianus   17:44:04 | Samstag, 4. März 2006
R.I.P
De mortuis nihil nisi bene.
Der Herr lasse ihn anteil haben an seinem Reich!
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#2   Bernieboy   14:35:51 | Samstag, 4. März 2006
Gott hab ihn selig!
Moege er ihm die ewige Ruhe schenken.
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#1   Sulpicius   13:57:02 | Samstag, 4. März 2006
Hmmm,…
Er betonte vor allem die Freundlichkeit des Verstorbenen.
Ich würde sagen, ein Grund für „santo subito“!
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