„Eines Tages wurde Hermann Nitsch von einem jungen Mann mit Farbe besprüht. Sollte dieser gehofft haben, Nitsch würde ihn freudig umarmen und als Künstlerkollegen begrüßen, wäre er bitter enttäuscht worden…“ Walter Marinovic: Kunst oder Antikunst. Eine Rezension. Von Joachim Volkmann.
(kreuz.net) Österreichischer Staatspreis für Hermann Nitsch, Literaturnobelpreis für Elfriede Jelinek:
daran gibt es nicht nur keine öffentliche Kritik, sondern auch vorher geäußerte Kritik verhallt, wird
nicht wiederholt, schlägt gar in Lob um.
Wie kann es sein, daß man – wenn man überhaupt noch ins Theater,
in die Oper geht – immer häufiger unzufrieden herauskommt? Woher kommt es, daß Kunst im öffentlichen
Raum immer banaler und häßlicher, immer flacher in Aussage und Ausführung wird? Daß Künstler geehrt,
gefördert und preisgekrönt werden, deren Werke man auch dann nicht erwerben würde, wenn man sie verstehen
könnte?
Seit Jahren ist Walter Marinovic ein unermüdlicher und hingebungsvoller Kämpfer um den Erhalt
unseres kulturellen Erbes – und um nichts weniger geht es hier. Seine vielfältigen Aktivitäten, Vorträge,
Stellungnahmen, Bücher trugen ihm von seiten der staatlich geförderten Künstler und ihrer Propagandisten
nicht nur Freundschaft ein.
Einer von ihnen nannte den Österreicher Marinovic, der seine Zugehörigkeit
zum deutschen Kulturraum eindeutig betont, „den zur Zeit wohl aktivsten Kulturpolitiker Österreichs“;
das war negativ gemeint. Marinovic jedoch heftete sich in der ihm eigenen Art diese Beurteilung als Ehrentitel
an die Brust.
Der Untertitel seines neuesten Buches lautet: Von der Diktatur des Häßlichen und dem
Aufbruch des Schönen. Sauber und seriös recherchiert, belegt und dokumentiert geht es um alle und alles,
was sich heute in der etablierten Kunstszene tummelt.
Wir werden informiert über die Hintergründe und
das (Zusammen-)Wirken von Schriftstellern, Malern, Bildhauern und Rezensenten der „Szene“, und dies ausgesprochen
pointiert im Sinne von „auf den Punkt gebracht“, noch dazu unterhaltsam, ja: ausgesprochen bissig formuliert.
Ein Beispiel: „Eines Tages wurde Hermann Nitsch von einem jungen Mann mit Farbe besprüht. Sollte dieser
gehofft haben, Nitsch würde ihn freudig umarmen und als Künstlerkollegen begrüßen, wäre er bitter
enttäuscht worden…“.
Angesichts der im Buch aufgezeigten Zustände im offiziellen Kunstbetrieb ist
solch’ bittere Ironie wohl überlebensnotwendig.
Nicht allein das zeichnet Marinovics aus, sondern daß
auch positive Beispiele Hoffnung machen. So erfahren wir von vielen durchaus modernen Künstlern, die
sich mutig und zum Teil recht erfolgreich dem verordneten Zeitgeist entgegenstemmen.
Und mit freudigem
Erstaunen liest man von einem Mädchengymnasium im Rheinland, getragen von der Priesterbruderschaft St.
Pius X., das zu seinen Erziehungs- und Unterrichtsprinzipien die Freude am Guten und Schönen, Wissen
um und Verständnis für die schönen Künste zählt, wo Gedichte der großen deutschen Literatur gelernt
und regelmäßig „klassische“ Theaterstücke aufgeführt werden.
Marinovics Buch ist also nicht nur kämpferische
Anklage gegen die aktuelle Zerstörung, sondern zeigt gleichermaßen gute Gründe für realistische Hoffnung
auf bessere Zeiten.
Die Lektüre wird wärmstens empfohlen.
Walter Marinovic, Kunst oder Antikunst.
Von der Diktatur des Häßlichen und dem Aufbruch des Schönen. Graz 2003. 176 S.
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1 Lesermeinung
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Sozialistische Staatskunst und Bedeutung eines Nobelpreises Schön, daß man sich dieses Themas annimmt.
Ich gebe zu, daß, wenn ich heute auch nur das Wort „Künstler“ – bezogen auf Zeitgenossen in meinem Vaterland –
höre, schon ein negatives Vorurteil habe, das sich leider allzuoft bestätigt, und leider viel zu wenig
nicht leicht entkräften läßt. „Kunst“ wird sich allezeiten von „können“ herleiten – alleine diese
Aussage reicht, um die heutigen Mainstream-Künstler auf die Palme zu bringen, denn sie wissen zu gut,
daß es mit ihrem Können nicht weit her ist. Begabungen werden nach Meinung vieler in deutschen Landen –
insbesondere in Österreich, das sich immer noch gerne als großes Kulturland sieht – viel zu wenig gefördert,
dagegen werden Hochstapler mit der richtigen Partei- oder Logenzugehörigkeit durch unsere Steuermittel
und durch die Massenmedien großzügig gefördert. Über Leute wie Nitsch, Jelinek und wie sie alle heißen,
sollte man lieber lachen, anstatt sich über ihre „Produkte“ zu ärgern, und noch mehr lachen sollte man
über die, die „kunstsinnig“ genug sind, um hohe Beträge zu zahlen, damit man sich zum Beispiel eine
blutverschmierte Wand als „hohe Kunst“ in die Hofburg oder in ein Ministerium hängt. Daß die Kommunistin
Jelinek den Nobelpreis bekommt, halte ich für gut, denn damit entlarvt sich diese Schwedische Akademie
von selbst, die diese Preise schon an so illustre Kriegsverbrecher vergeben hat wie an den Indianerausrotter
und Weltkriegszündler US-Präsident W. Wilson (Friedensnobelpreis), oder an den Völkermörder und Kriegsverbrecher
Winston Churchill (Literaturnobelpreis) oder auch an den deutschen Zionisten und Völkermörder (wie z.B.
Massenvernichtung der Vietnamesen) Heinz Kissinger, Außenminister der USA (Friedensnobelpreis). Ein heißer
Kandidat für den Friedensnobelpreis 1938 wurde zwar als Topkandidat gehandelt, erhielt ihn aber dann
doch nicht, weil einige lieber Gandhi den Preis gegeben hätten. Am Schluß erhielt ihn keiner der beiden,
weil sich die Schweden nicht einigen konnten. Dieser heiße Topkandidat war Adolf Hitler, es heißt, nominiert
durch die jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein.