Ökumene
‘Dominus Jesus’ als faule Frucht des Ökumenismus
Bei ökumenischen Bemühungen scheint sich mehr und mehr das Prinzip „Einheit in den Widersprüchen“ durchzusetzen. Das bestätigte jüngst eine ökumenische Tagung in Deutschland.
(kreuz.net, Bensheim) Bischof Joachim Wanke von Erfurt hielt Ende Februar auf der 50. Europäischen Tagung für Konfessionskunde im ‘Konfessionskundlichen Institut Bensheim’ einen Vortrag. Dies berichtete der liberale Onlinenachrichtendienst ‘GlaubeAktuell’.

Das ‘Konfessionskundlichen Institut’ wird von der Evangelischen Kirche Deutschland getragen. Bensheim befindet sich im Bundesland Hessen, rund 50 Kilometer südlich von Frankfurt am Main.

Bischof Wanke:
„Im Plural des Begriffs Kirche steckt für mich eine grundsätzliche theologische Ungereimtheit.“
Bischof Wanke erklärte, daß es sich bei der Rede von Konfessionen um eine Notlösung handle. Sie sei für den weltlichen Bereich nützlich, aber theologisch unsinnig: „Im Plural des Begriffs Kirche steckt für mich eine grundsätzliche theologische Ungereimtheit.“

Kirchlich sei an der Einheit in dem einen apostolischen Glauben, in den Sakramenten und in dem einen Bischofsamt als Ziel aller ökumenischen Bemühungen festzuhalten.

Mons. Wanke bedauerte bei der sogenannten Interkommunion eine weit verbreitete Unwilligkeit zu theologischen Denkanstrengungen. Es werde alles der Praxis überlassen. Gleichzeitig erklärte der Bischof, daß sich die Protestanten zwar keine „generelle Einladung zur Eucharistie“ erwarten dürften, aber „verantwortliche Einzelfallösungen“.

Der Bischof wies auch darauf hin, daß derzeit vor allem im Bereich der Ethik neue Probleme für die Ökumene bestünden. Katholiken und Protestanten seien selber über ihre gesellschaftliche Stellung und ihren öffentlichen Auftrag unsicher.

Als größte Schwierigkeit in der Ökumene bezeichnete Mons. Wanke das Fehlen einer gemeinsamen Zielvorstellung über die kirchliche Einheit.

Bei derselben Veranstaltung verwies der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden, Ulrich Fischer, auf angebliche Erfolge der innerevangelischen Ökumene der vergangenen Jahrzehnte.

In der Vergangenheit sei es gelungen, von einer Absolutsetzung der reformatorischen Bekenntnisschriften hin zu einer historisch-kritischen Interpretation zu gelangen. Nur so sei es möglich geworden, die lutherischen und reformierten Bekenntnisschriften nebeneinander bestehen zu lassen.

Der Protestant warnte davor, von einer ökumenischen Eiszeit oder einem ökumenischen Winter zu sprechen. Natürlich sei man nicht gerade im Frühling der Ökumene, sondern eher in einer „Zeit des Herbstens“, der Ernte.

Landesbischof Fischer sprach von „vielen schönen Früchten“. Als Beispiele nannte er die lutherisch-katholische Erklärung zur Rechtfertigungslehre aus dem Jahr 1999 und den Ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin im Jahr 2003.

Der protestantische Würdenträger benannte auch „einige faule Früchte“. Fischer verwies auf die Erklärung Dominus Jesus aus dem Jubiläumsjahr 2000 oder den Ausstieg der Protestanten aus dem umstrittenen Projekt der sogenannten deutschen „Einheitsübersetzung“ der Bibel.

Auch die „fortwährende Verweigerung der Anerkennung als Kirche“ empfindet der Vertreter der protestantischen Gemeinschaft als faule Frucht.
      
17 Lesermeinungen
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#22   Romulus   21:12:47 | Montag, 6. März 2006
@MK28 Ihnen ist zuzustimmen!
Was Sie über Wanke geschrieben haben, erhält meine Zustimmung. Sein Gerede ist nebulös und nicht greifbar. Ich schrieb es schon viel weiter unten: Die Denkanstrengungen seien ihm anempfohlen. Und generell gilt: Seine Aussagen bitte nicht allzu wörtlich nehmen.
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#21   MK28   16:34:42 | Montag, 6. März 2006
Trau, schau, wem
Lieber THomas Höck, schauen Sie doch selbst nach, was Wanke gesagt hat. www.ekd.de/ki/. Er steht trotz des vielleicht in gutgläubigen Ohren korrekt Klingenden nunmehr fest im Ökumenismus. Glauben Sie denn wirklich, er vertritt in einem tudienheim der EKD die reine Lehre?
Wenn sich Wanke gegen „Konfessionalismen“ wendet, dann eben auch gegen den „katholischen Konfessionalismus“, also gegen die Wahrheit der kath. Religion. Und wenn er den Plural von Kirche furchtbar findet, dann nicht, weil er sich wünscht, daß alle katholisch werden, sondern weil er von der Einheit ohne Wahrheit träumt. Die Kirche im Singular nach Wanke ist eben nicht die kath. Kirche mit ihrem Glauben – die ist Konfessionalismus – sondern etwas anderes.
Wanke ist anti-DJ, er hat mE sogar öffentlich dagegen gepöbelt. Er ist voll auf Lehmann-Linie. Seine Worte sind so nebulös, daß man sich irren kann. Aber seine Probleme mit dem Plural von Kirche sind etwa so geistreich wie der vor Jahren im V2-Milieu beliebte Spruch, wonach die Trennung der Christen ein „Skandal“ sei. Auch da ging es nicht darum, gegen die „Reformation“ mobil zu machen, sondern gegen das Beharren auf dem Dogma. Und so ist das auch jetzt wieder.
Tut mir ja leid, aber Sie werden die intention eines Bischofs nicht dadurch ergründen, daß Sie sich auf eine rein grammatikalische Analyse beschränken, das geht bei „pastoraler Sprache“ garantiert schief. Da müssen Sie schon auf den Kommunikationszusammenhang achten.
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#19   MK28   11:34:59 | Montag, 6. März 2006
Höck II
Im Plural des Begriffs Kirche steckt für mich eine grundsätzliche theologische Ungereimtheit
Dieser Satz soll also richtig und wahr sein. Das ist er wohl nur bei oberflächlicher Betrachtung, weil unklar ist, ob Wanke damit meint,
a) es gäbe nur eine Kirche Christi, die die katholische ist (Dogma) oder
b) alle Konfesionen sind Bestandteil der einen mystischen Kirche Christi, die dummerweise in Konfessionen gespalten sind (Häresie)
Es ist nicht klar. Von seiner sonstigen Tendenz her tippe ich auf b). Und das ist das Problem mit Schwätzern wie Wanke.
Im übrigen darf man das durchaus beurteilen. Denn als Bischof sollte er das Ja Ja Nein Nein ernst nehmen. Tut er es nicht – er tut es nicht – kann ich daran mein Unwerturteil anknüpfen.
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#17   MK28   10:39:27 | Montag, 6. März 2006
@ Thomas A… Höck
Was Sie mir als Aussage unterstellen, habe ich so nicht gesagt.
Im übrigen bleibt der Fakt: Wanke äußert sich durchweg unverständlich, und es ist nicht erkennbar, worum es ihm konkret geht. Dabei äußert er sich aber gern und häufig; keine Bistumszeitung ohne mindestens zwei Bilder von ihm (die Eitelkeit dürfte die Grenze des Läßlichen also überschritten haben). Die konkrete Formulierung mag varriieren, der Stil bleibt, die Aussage ist nicht eindeutig, die Tendenz aber steht. Mein Urteil: ein eitler modernistischer Dummschwätzer.
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#15   MK28   09:45:20 | Montag, 6. März 2006
Wanke ist ein Schwätzer
Es ist nicht fruchtbringend, Wanke zu zitieren in der Hoffnung, klare Worte zu hören. Wanke ist ein redundanter Schwätzer. Klare Aussagen hört man von ihm nicht. In der Tendenz ist er ein übler Modernist. Insofern ist völlig egal, was er sagt; was er damit meint, weiß eh nur er und morgen sagt er was anderes.
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#13   Bernieboy   04:00:38 | Sonntag, 5. März 2006
Das Dokument
„Dominus Jesus“ ist ein aeusserst wichtiges Dokument,wofuer man dem frueheren Praefekten der Glaubenskongregation sehr dankbar sein muss!
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#12   catharina   23:01:28 | Samstag, 4. März 2006
Hinweis:
Die kreuz.net-Redaktion läßt diesen Artikel www.kreuz.net/article.2792 unter den Tisch fallen. Bei so vielen Leserzuschriften müßte er eigentlich unter den Top-Artikeln sein. Frage: Fürchtet man diese Diskussion?
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#11   Michael M.   21:55:37 | Samstag, 4. März 2006
Ich habe eine Bitte
Endschuldigung, ich meinte nicht Gottesdienst sondern Eucharistie.
Und jetzt meine Bitte:
Geben sie mir ein Datum an dem der Papst bei einer ökumenische Eucharistie
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#10   Gotthard   21:46:00 | Samstag, 4. März 2006
Ignoranz
Beide sind für Ökumene, aber Beide waren/sind gegen ökumenische Gottesdienste!
Wie ignorant muss man eigentlich sein, um solche Behauptungen aufzustellen?
Weder Johannes Paul II. noch Benedikt XVI. sind gegen ökumenische Gottesdienste. Sie selber haben immer wieder solche mitgefeiert.
Vielleicht solltest Du Dich mal kundig machen …und Dein Wissen um Gottesdienst-Formen und Liturgien überprüfen.
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#9   Michael M.   21:40:27 | Samstag, 4. März 2006
@Gotthard
Der Papst ist für die Ökumene, aber was Sie sagen ist falsch. Sie sagen, ob das Allerheiligste nur ein Zeichen ist oder der wirkliche Gott, das ist Ihnen egal? Und überhaupt, der JP2 und Benedikt, Beide sind für Ökumene, aber Beide waren/sind gegen ökumenische Gottesdienste!
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#8   Gillibrand   21:20:41 | Samstag, 4. März 2006
One truth
Mein Zwillingsbruder ist ein protestantischer Pfarrer.
Aber, es gibt nur ein Wahrheit and diese Wahrheit ist Katholisch.
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#7   Pater Lingen   21:04:23 | Samstag, 4. März 2006
Einheit im Kampf gegen die Wahrheit,
das trifft es besser.
Nicht vergessen: Karl Lehmann, mittlerweile „Ritter wider den tierischen Ernst“, erklärte „Dominus Jesus“ zum „Betriebsunfall“:
www.kirchenlehre.com/satan03.htm
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#6   Gotthard   21:01:21 | Samstag, 4. März 2006
Unwissenheit
die ökomenischen Gottesdienste sind verboten.
Ökumenische Gottesdienste sind erlaubt, erwünscht und überaus sinnvoll!!!!!!!
Die sakramentale Wirklichkeit der einen Taufe verbindet die Christen aller Konfessionen … und im ökemenischen Gottesdienst stehen sie gemeinsam vor unserem EINEN Gott.
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#5   Michael M.   20:29:18 | Samstag, 4. März 2006
Man darf nicht vergessen,
die ökomenischen Gottesdienste sind verboten. Das vergessen (oder wissen) die Pfarrer nicht. Ich lobe die Taizegemeinschaft die es richtig macht. Sie beten zusammen (das ist erlaubt) aber feiern die Gottesdienste getrennt.
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#4   jolie   20:03:47 | Samstag, 4. März 2006
zu den worten seiner exzellenz
fällt mir nur ein, dass man vielleicht beginnen sollte, vor der eigenen tür zu kehren?
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#3   Romulus   18:55:59 | Samstag, 4. März 2006
Denkanstrengungen
Mons. Wanke … eine weit verbreitete Unwilligkeit zu theologischen Denkanstrengungen. Es werde alles der Praxis überlassen.
Wankes Worte sollte man prinzipiell nicht allzu wörtlich nehmen. Die theologischen Denkanstrengungen seien aber besonders ihm, seinem Weihbischof und seinem Ordinariat anempfohlen und das nicht nur in der ökumenischen Auseinandersetzung.
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#1   Tridentinus   18:49:17 | Samstag, 4. März 2006
Kirche im Plural
Selbstverständlich gibt es auch einen theologisch richtig zu verstehenden Plural des Begriffes „Kirche“, nämlich die Kirche in ihrer ortskirchlichen Dimension, welche sich in Gestalt der Diözesen konkret ausprägt. Das Verhältnis Orts- und Weltkirche war vor einigen Jahren schon Gegenstand eines kontroversiellen Diskurses zwischen den Kardinälen Ratzinger und Kaspar.
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