Nach einem Anschlag auf die Verkündigungskirche sind in Nazareth kurzfristig Unruhen ausgebrochen. Heute Nachmittag fand ein Mahnmarsch statt.
(kreuz.net, Nazareth) Tausende Einheimische sind heute Nachmittag durch die Straßen von Nazareth gezogen.
Sie protestierten gegen einen Anschlag, der gestern Abend auf die dortige katholische Verkündigungskirche
ausgeführt wurde.
Das Gotteshaus ist am Ort gebaut, wo der Erzengel Gabriel der Muttergottes die Geburt
Jesu Christi verkündigte und sie vom Heiligen Geist empfing.
Die Stadt Nazareth befindet sich im Norden
des israelischen Staatsgebietes und ist von christlichen und moslemischen Arabern bewohnt.
Beim Anschlag
entzündete ein jüdischer Eindringling im Inneren der Basilika verschiedene Petarden und Knallkörper.
Der Zwischenfall führte in Nazareth noch am gleichen Abend zu umfangreichen Ausschreitungen. Dabei wurden
13 Polizisten und 13 Einheimische verletzt.
Nach wie vor herrscht in der Stadt eine gespannte Atmosphäre.
Darum wurden für heute vorgesehene Fußballspiele verschoben.
Beim Attentäter handelte es sich um den
in Jerusalem wohnhaften, offenbar psychisch angeschlagenen Chaim Elijahu Havivi (44).
Beim Anschlag wurde
Haviv von seiner nichtjüdischen Frau Violet (40) und seiner ältesten Tochter Leila (20) unterstützt.
Die Familie ist beim Jerusalemer Sozialamt und bei der Polizei bekannt. Der Familie mußten in der Vergangenheit
zwei Kinder weggenommen werden.
Außerdem hat Havivi bereits in der Vergangenheit versucht, Kirchen anzugreifen,
so die Geburtskirche in Bethlehem und die Grabeskirche in Jerusalem.
Die beim Anschlag verwendeten Knallkörper
wurden von der Familie in der Gegend von Tel Aviv gekauft. In einem Hotel in Tel Aviv, wo die Familie
vor dem Anschlag übernachtete, wurde auch ein kleiner Benzinkanister entdeckt.
Gegen Abend versteckten
die drei die Knallkörper und den kleinen Benzinkanister in einem Kinderwagen und detonierten die Ladung
während eines Gottesdienstes.
Eine Gläubige, die am Gottesdienst teilnahm, erklärte, daß plötzlich
ein Knall zu hören war. Der Lärm dauerte sechs oder sieben Minuten: „Ich habe geglaubt, daß wir alle
sterben werden.“ In der Kirche brach Panik aus.
Die Tochter des Attentäters erklärte später nach Angaben
der Tel Aviver Tageszeitung ‘Haaretz“, daß ihr Vater „aus ökonomischen Gründen“ gehandelt habe.
Nach
dem Anschlag auf die Kirche versammelten sich Tausende von Menschen vor dem Gotteshaus, um den Anschläger
zu ergreifen.
Darum gelang es der Polizei erst nach drei Stunden, Havivi aus der Kirche herauszubringen.
Offenbar mußte er dazu als Polizist verkleidet werden.
Im Gefolge des Anschlages beschädigte die aufgebrachte
Menge ein Ambulanzfahrzeug und setzte eine Polizeifahrzeug in Brand.
Vor einigen Jahren war Havivi zum
Hauptquartier der palästinensischen Autoritäten in Ramallah gereist. Dort erklärte er, daß ihm die
israelischen Behörden seine Tochter wegnehmen wollten. Darum wünsche er, im von den Palästinensern
kontrollierten Gebiet zu bleiben.
Heute Nachmittag um 14.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurde in Nazareth
ein friedlicher Mahnmarsch gehalten, an dem auch wichtige Kirchenvertreter teilnahmen.
Christlich-arabische
Mitglieder des israelischen Parlamentes zeigten sich über den Anschlag empört. Sie äußerten ihr Unverständnis,
daß Havivi nicht verhaftet worden war, nachdem er bereits in der Vergangenheit Kirchen angegriffen hatte.
Der designierte Präsident der Palästinensischen Autoritäten, Ismail Hanijeh, erklärte, daß das Attentat
das Ergebnis einer Kultur des Hasses sei, die der israelische Staat seinen Bürgern gegen die Palästinenser
und die religiösen Orte, die dem Islam oder dem Christentum gehören, anerziehe.
Ein Vertreter der israelischen
Araber beklagte sich, daß das israelische Establishment „Rassismus und Aggression gegen Araber zum Ausdruck
bringt“.
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2 Lesermeinungen
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@ irenäus: Abwägen muß man schon. Sie haben mit Ihrem Hinweis auf verschiedentliches Verhalten arabischer
Dienststellen bei ähnlichen Vorfällen Recht. Anzumerken aus meinen Erfahrungen ist jedoch, daß bei
der Masse der Israelis eine unglaubliche Verständnislosigkeit und Ignoranz – ich vermeide jetzt schlimmere
Ausdrücke bewußt – festzustellen ist. Es gibt eine Handvoll Rabbiner, die gegen diese vorherrschende
Meinung in Israel verzweifelt ankämpft und unendlich viel Gutes im Stillen tut, doch das ist der berühmte
Tropfen…
Ihr Heuchler! Der designierte Präsident der Palästinensischen Autoritäten, Ismail Hanijeh, erklärte,
daß das Attentat das Ergebnis einer Kultur des Hasses sei, die der israelische Staat seinen Bürgern
gegen die Palästinenser und die religiösen Orte, die dem Islam oder dem Christentum gehören, anerziehe.
Das sagt natürlich ganz genau der Richtige; in islamischen Ländern kommt es des öfteren vor, daß die
Polizei bei solchen Anschlägen mitmacht und auch noch die „ungläubigen“ Frauen vergewaltigt. Aber mal
ehrlich, glaubt dieser Idiot wirklich, daß seine plumbe Polemik gegen Israel irgendwen beeindruckt?