Blasphemie
Hexensabbat gegen die Kirche
In seinem Roman „Sakrileg“ begründet der US-Autor Dan Brown seine Diffamierungen gegen die Katholische Kirche mit völlig verdrehten historischen Behauptungen und falschen Verknüpfungen, die er sich buchstäblich aus der Rippe geschnitten hat. Von Hubert Hecker.
(kreuz.net) In dem Roman „Sakrileg“ von Dan Brown begeht ein Opus-Dei-Mitglied vier kaltblütige Morde, die vom bischöflichen Leiter dieser religiösen Gemeinschaft angeordnet werden.

Der Schriftsteller und Kirchenverleumder Dan Brown rechtfertigt diese böswillige Unterstellung mit der furchtbaren Behauptung: „Gegen die Feinde Gottes waren immer schon Greueltaten verübt worden“ (S. 23).

Die gesuchten Greueltaten findet der US-Autor schließlich in der europäischen Hexenverfolgung und hebt sogleich zum Rundumschlag gegen die Katholische Kirche an:

„Es wimmelte in der Geschichte der katholischen Kirche von Betrug und Gewalttaten. Der blutige Kreuzzug zur ‘Bekehrung’ der Anhänger der alten heidnischen, das Weibliche verehrenden Religionen währte drei Jahrhunderte, wobei die Kirche mit ebenso wirksamen wie grausamen Methoden vorgegangen war.

Die katholische Inquisition hatte ein Buch veröffentlich, das man vielleicht als das blutrünstigste Druckwerk der Menschheitsgeschichte bezeichnen könnte.

Die vom Volksmund ‘Hexenhammer’ genannte lateinische Schrift Malleus Maleficorum beschwor vor der Welt die ‘Gefahr durch freidenkerische Frauen’ herauf und leitete den Klerus an, wie diese gefährlichen Frauen ausfindig zu machen, durch Folter zum Geständnis zu bringen und anschließend unschädlich zu machen seien.

Zu dem von der katholischen Kirche als ‘Hexen’ bezeichneten Personenkreis gehörten die gelehrten Frauen, die Priesterinnen, Zigeunerinnen, Mystikerinnen, Naturliebhaberinnen, Kräutersammlerinnen und überhaupt alle Frauen, die sich ‘in verdächtiger Weise im Einklang mit der Natur befinden’.

Auch Hebammen fielen den Schergen der Inquisition zum Opfer und wurden getötet, weil sie in gotteslästerlicher Weise durch den Einsatz von Kräutern die Pein der Gebärenden zu lindern wußten – war diese Pein doch, wie die Kirche behauptete, Gottes gerechte Strafe dafür, daß Eva vom Apfel der Erkenntnis gegessen und damit die Erbsünde über die Menschheit gebracht hatte.

In den drei Jahrhunderten der Hexenjagd hatte die Kirche die erschütternde Zahl von fünf Millionen Frauen auf den Scheiterhaufen gebracht und grausam verbrannt.“(S. 172f).

Dieser Text zu der europäischen Hexenverfolgung kommt einem unheimlich bekannt vor: Richtig! Das lernt jedes Kind in der Schule.

Tatsächlich aber ist diese Passage in jeder Weise und Wendung falsch und verdreht.

Beginnen wir mit der Zahl von fünf Millionen Hexenopfer.

Seit 1784 ist die Zahl von 9 Millionen Opfer der Hexenverfolgung in jeder Hexenschrift eine fixe Größe. Damals fand der Quedlinburger Stadtsyndikus Christian Voigt im Stadtarchiv für den Zeitraum von 1570 bis 1600 ungefähr 30 Hinrichtungen.

Diese Zahl rechnete er auf Deutschland und alle anderen europäischen Länder hoch und auf elf Jahrhunderte breit. Auf diese Weise kam er auf die exakte Zahl von „neunmillionen vierhundertzweiundvierzigtausend neunhundert vierundneunzig Menschen“.

Die heutige wissenschaftliche Forschung ist sich weitgehend einig, daß in Europa zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert etwa 40.000 bis 60.000 „Hexen“ hingerichtet wurden.

Brown übertreibt also um das Hundertfache.

Naturliebhaberinnen, Kräutersammlerinnen und Hebammen mit ihrer Kräutermedizin wären bevorzugt den Hexenjägern zum Opfer gefallen, behauptet Brown.

Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit war nichts bekannter und öffentlicher als die Kräutermedizin.

Jeder große Drucker des 16. Jahrhunderts hat ein dickes „Kreutterbuch“ aufgelegt, in denen bis zu 500 Kräuterrezepte und ihre Anwendungsgebiete beschrieben waren, selbstverständlich auch für die Wehen und die „Heimlichkeiten der Frauen“, so ein Buchtitel des naturkundlich orientierten großen Theologen Albert des Großen im 13. Jahrhundert.

Die Geschichte vom kirchlichen Verbot der Wehenschmerzen lindernden Kräutermittel – wegen ‘Evas Apfel’ und so – hat sich Dan Brown buchstäblich aus der Rippe geschnitten.

Die Frauen-Hexen seien den Schergen der katholischen Inquisition zum Opfer gefallen und getötet worden, erzählt Dan Brown schaudernd.

Doch er hätte wissen müssen, daß die Hexenjäger von Salem im US-Bundesstaat Massachusetts – also vor Browns Haustür – honorige calvinistische Kirchenobere waren.

In Europa sind mehr als 90% der Hexen vor staatlichen Gerichten, von staatlichen Anklägern, Richtern und Folterknechten sowie nach staatlichen Gesetzen und gegen den ausdrücklichen Willen der Kirche verfolgt worden.

In dem ersten deutschen allgemeinen Rechtsbuch von 1532 heißt es: „Item so jemand den Leuten durch Zauberey Schaden zufügt, soll man ihn strafen vom Leben zum Tod durch Feuer“ (Carolina Artikel 109). Dieses erste gesamtstaatliche Rechtsbuch war eine Zusammenfassung von verschiedenen deutschen Stadt- und Landrechten. Es wurde nach dem damaligen Kaiser Karl V. ‘Carolina’ genannt.

Auch der Anstoß und Antrieb zur Hexenverfolgung kam nicht von Inquisitoren, Juristen oder Fürsten, resümiert ein bekannter Hexenforscher, sondern in der Regel vom lieben Nachbarn. Hexendenunziation war damals modern und beliebt.

Die Untertanen forderten von der Obrigkeit energische Maßnahmen. Die Bevölkerung war die treibende Kraft. Die große Hexenverfolgung in Deutschland zwischen 1570 und 1630 war Ergebnis einer frühbürgerlichen Bewegung, ziemlich gleichmäßig verteilt auf protestantische und katholische Fürstentümer (so Wolfgang Behringer, dtv-Buch, S. 188ff).

Es scheint, daß hinter den stetig wiederholten falschen Beschuldigungen gegen die Kirche für deren vermeintliche Hexenverfolgungen ein eigener Schuldverdrängungsmechanismus des Bürgertums steht.

Aber der Hexenhammer von 1485, ist der nicht von „der Inquisition veröffentlicht“ worden? Antwort: Nein.

Das Buch wurde von zwei übereifrigen Dominikanern geschrieben, deren Wirken und Werke aber von vielen katholischen Bischöfen als zelotisch und kindisch abgewiesen wurde, so zum Beispiel vom Bischof von Bozen.

Im katholischen Kernland Italien hat es nur eine vergleichsweise kleine Zahl von Hexenprozessen gegeben. Von der Spanischen Inquisition wurden Hexendenunziationen seit 1526 aktiv bekämpft. Im streng katholischen Irland hat es Hexenverbrennungen überhaupt nie gegeben.

Browns Vorwürfe und die Beschuldigungen aller antikirchlichen Dunkelmänner seit 200 Jahren, die von blutigen Hexenverfolgung durch die Inquisition phantasieren, entpuppen sich als gezielte Verleumdung oder böswilliges Falsch- und Vorurteil, das letztlich wie ein Bumerang auf das fingerzeigende Bürgertum zurückfällt – abgesehen davon, daß solche Diffamierungen dazu dienen, Haß und Gewalt gegen die Kirche zu säen.
      
66 Lesermeinungen
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#69   Parzifal   09:40:10 | Donnerstag, 9. März 2006
Unabhängigkeit existiert nicht
Jeder Historiker bewertet Fakten indem sie in einem größeren Gesamtzusammenhang stellt. Wenn er sie dann noch in einem Buch veröffentlicht so läßt er erst Recht seine persönlichen Ansichten und Meinungen mit einfließen. Was ich damit sagen will: es gibt eben rechte und linke Historiker, es gibt welche die sich der Aufklärung verpflichtet fühlen und welche die das Mittelalter als Goldenes Zeitalter betrachten und je nach dem werden dann die Fakten eben zurecht interpretiert. Und weil hier ein Journalist im Spiegel (der von kreuz.net konsequent als „Boulevardmagazin“ abqualifizert wird) dieses und jenes schreibt, heißt das wohl nicht dass dieser jemand eben die Autorität verköpert vor der alle anderen Historiker, Journalisten und Archäologen die etwas anderes behauptet haben und behaupten verblassen müssen. Wenn der linksliberale Spiegel meint die SPD sein besser als die Union werden Sie als Reaktionär ja auch nicht die SPD wählen. Nehme ich mal an.
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#67   Benedikt   15:40:44 | Mittwoch, 8. März 2006
@ Parzifal
Weder noch. Lesen Sie einfach diesen Spiegel-Artikel:
www.spiegel.de/…,1518,381627,00.html
Dort erfahren Sie auch, dass diese Erde = Scheibe-Story eine spätere Lüge einiger Aufklärer gewesen ist.
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#66   Parzifal   15:33:44 | Mittwoch, 8. März 2006
selbsternannte Hobby Historiker
Es war auch die „gesamte Literatur“ und sie ist es noch, die fortwährend behauptet, die Kirche hätte im Mittelalter gelehrt, dass die Erde eine Scheibe ist. Erwiesenermaßen gelogen.
Aha. Und wer hat das erwiesen? Wenn die „gesamte Literatur“ das behauptet, dann heißt das ja wohl die Gesamtzahl seriöser Historiker vertritt diese Position. Und wer soll da nun eine solche Autorität verköpern dass er deren gesamte jahrzehntelange Forschung einfach so für null und nichtig erklären könnte? der Heilige Geist oder der Weltgeist oder wer hat das erwiesen?
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#65   Benedikt   12:00:26 | Mittwoch, 8. März 2006
@ Arnulf Jursa
Warum sich die Kirche, resp. deren Sprecher, heute um die Verantwortung drücken will, frage ich mich schon.
Es wäre ein schlechtes Bild gewesen, wenn ein Papst vor 40 Jahren die Verantwortung für neun Millionen verbrannte Hexen übernommen hätte, und sich später herausgestellt hätte, dass es „nur“ 60.000 waren, oder? Zumal nicht mal die Verantwortung für diese Opfer abschließend geklärt werden kann. Verantwortung für etwas, was man nicht zu verantworten hat, kann man nicht übernehmen.
Es wäre auch noch anzuführen, daß in der gesamten Literatur die Kirche als die Institution dargestellt wird, die hinter den Gräueltaten der Inquisition stand. Haben denn alle nur Unsinn geschrieben ??
Es war auch die „gesamte Literatur“ und sie ist es noch, die fortwährend behauptet, die Kirche hätte im Mittelalter gelehrt, dass die Erde eine Scheibe ist. Erwiesenermaßen gelogen. Logische Frage: Was ist sonst noch alles erlogen? Auf welche dieser Quellen kann man vertrauen (s. auch die abenteuerliche Berechnungsart im obigen Artikel)?
Allgemein: Haben Sie eigentlich schon vom Mea Culpa von Johannes Paul II. gehört? Darin hat er genau das getan, was Sie fordern. Aber das wird offenbar ignoriert.
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#64   Dr. Christoph Heger   10:03:33 | Mittwoch, 8. März 2006
@Arnulf Jursa: Hexensabbat gegen die Kirche
Ich denke, daß es letztlich nicht darum geht, ob jetzt 1 Million, 5 Millionen, oder nur 60.000 Hexen verbrannt wurden,
Es ist schon ein Unterschied. Denn wer die Zahl von 6 Millionen ermordeter Juden anzweifelt, sieht sich leicht vor Gericht gezogen.
sondern um die Tatsache, daß so etwas überhaupt passieren durfte.
„Passieren“ „dürfen“ tut so was natürlich überhaupt nicht, aber, wie man weiß, werden Verbrechen verübt, seit es Menschen gibt.
Warum sich die Kirche, resp. deren Sprecher, heute um die Verantwortung drücken will,
Wer drückt sich und vor welcher Verantwortung?
Es wäre auch noch anzuführen, daß in der gesamten Literatur die Kirche als die Institution dargestellt wird, die hinter den Gräueltaten der Inquisition stand. Haben denn alle nur Unsinn geschrieben ??
Die verschiedenen Inquisitionen sind nun ein anderes Thema. Ich wiederhole: In den Ländern (Länder der spanischen Krone, Kirchenstaat), in denen es eine wohlorganisierte Inquisition gab, fand keine Hexenverfolgung statt. Im übrigen wird eine Masse dummes Zeug über diese Einrichtungen geschrieben. Ich wüßte zum Beispiel nicht, wieso die katholische Kirche „hinter den Greueltaten“ der elisabethanischen Inquisition in England „gestanden“ haben soll.
MfG
Christoph Heger
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#63   Arnulf   09:14:30 | Mittwoch, 8. März 2006
Hexensabbat gegen die Kirche
Ich denke, daß es letztlich nicht darum geht, ob jetzt 1 Million, 5 Millionen, oder nur 60.000 Hexen verbrannt wurden, sondern um die Tatsache, daß so etwas überhaupt passieren durfte. Warum sich die Kirche, resp. deren Sprecher, heute um die Verantwortung drücken will, frage ich mich schon. Wir haben ja auch nach dem Holocaust die Verantwortung dafür übernommen, wiewohl unsere Generation, ich bin Jahrgang 1940, nichts, aber auch gar nichts damit zu tun hatte. Wir diskutieren auch nicht die Zahl der damaligen Opfer des Hitlerregims.
Es wäre auch noch anzuführen, daß in der gesamten Literatur die Kirche als die Institution dargestellt wird, die hinter den Gräueltaten der Inquisition stand. Haben denn alle nur Unsinn geschrieben ??
Zu erwähnen wären da auch noch viele andere Gräueltaten, welche im Namen der Kirche, im Namen Jesu, oder der Jungfrau Maria begangen wurden. Auch dazu sollte man heute endlich stehen.
Das Motto sollte also nicht Verteidigung sein, sondern Aufklärung und Eingeständnis von Schuld, wo eben nötig.
In einer Zeit, wo der Standpunkt der kath. Kirche, resp. Roms, in vielen Bereichen des täglichen Lebens der Gläubigen mehr als fragwürdig ist, sollte langsam ein Umdenkprozeß beginnen.
Dies hätte sicher auch zur Folge, daß sich in Hinkunft weniger Gläubige von der Kirche abwenden. Ein Tend, der ja in Europa unübersehbar ist.
Arnulf Jursa
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#61   Dr. Christoph Heger   18:23:00 | Montag, 6. März 2006
@Hrodgar: Ja, so kann man sich irren!
Wenn ich nicht irre, sind die theoretischen Grundlagen wie der „Hexenhammer“ und die Verfolgungsmechanismen der Inquisition rein kirchlichen Ursprungs.
Du irrst eben gewaltig. Der „Hexenhammer“ hatte keinen „kirchlichen Ursprung“, sondern war das Produkt eines einzelnen, der noch dazu einem berühmten Professor der Theologie ohnen dessen Wissen die Mitautorenschaft unterschob – um seinem Buch mehr Verkaufserfolg zu verschaffen.
Auch hatten weder die mittelalterliche noch die frühneuzeitliche Inquisitionen (Spanien, Portugal, England usw.) einen kirchlichen Ursprung: Erstere ist von dem (bei allen Freigeistern doch so beliebten Friedrich II. von Hohenstaufen) in seine Reform des Justizwesens eingefügt worden, und letztere waren von deren Regierungen eingeführt und hatten ebenfalls klare Gründe der Staatsräson für sich.
Ein erheblicher Vorteil dieser organisierten Inquisition war es, daß sie den unter den Intellektuellen seinerzeit beliebten Hexenwahn nicht mitmachte.
Im übrigen irrst Du auch insofern, als die Leugnung anderer Massenverbrechen als der seitens der National-Sozialisten von der heutigen Inquisition („Volksverhetzung“) nicht verfolgt wird.
MfG
Christoph Heger
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#60   Benedikt   16:48:47 | Montag, 6. März 2006
@ Ansgar
Da haben Sie recht. Ich ersetze meinen Satz in: „Der Mensch hat gedanklich entwickelt, wobei dies nicht automatisch und in jedem Fall eine Fortentwicklung sein muss.“
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#59   Hrodgar   16:47:39 | Montag, 6. März 2006
Weiterentwicklung
Nun, Ich muß Ansgar in einer Sache zustimmen.
Die mittelalterliche Gesellschaft hatte sehr fein gegliederte Diplomatiegepflogenheiten zur Beilegung von Konflikten.
Wir sind heute oft nicht deutlich weiter.
Die Fremdsprachen waren auch kein größéres Problem als heute.
Interventionen seitens Rom waren durchaus möglich und wären möglich gewesen zur Verhinderung der Greuel.
Und wie gesagt, es geht nicht nur um die Hexen. Sondern um die Gewaltanwendung durch die Kirche und unter Billigung der Kirche insgesamt.
Dazu gehören die ethnischen Säuberungen und die Massaker durch Karl den „Großen“ genauso wie die Verfolgung der „Ketzer“, sprich Leute aus den eigenen Reihen, die einfach über manches anders dachten.
Die Frage der Neun Bischöfe:
Welche Rolle hat die „Polizei“ Inquisition bei der Großzahl der Hexenprozesse gespielt?
Nicht die, für die sie gegründet worden war.
Vielmehr wurde durch sie die Begrenzung der „Peinlichen Befragung“ auf 3 mal eine Stunde für Hexerei und Ketzerei aufgehoben.
Die Anfangs von der Kirche selbst bestrafte „Hexenprobe“ im Wasser wurde nunmehr durch die Kirche angewandt.
Natürlich war die Inquisition für was anderes gedacht. Aber sie hat die Verbrechen verübt, die sie bekämpfen sollte.
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#58   Ansgar   16:22:05 | Montag, 6. März 2006
@ Benedikt
Sie schireben: „Der Mensch hat sich nicht nur technisch, sondern auch gedanklich fortentwickelt „
Lieber, geschätzter Benedikt, dem möchten ich widersprechen. Nicht nur, weil Hrodgar uns in puncto gedanklicher Entwicklung das Gegenteil beweist.
Der Mensch von heute denkt nur, er sei gedanklich seinen Vorgängern überlegen. Falsch! Die Kriege heute sind keine Spur humaner als der 30-Jährige. Gottesferne, Kindstötungen im Mutterleib und absurde Sprach- und Denkverbote lassen sogar auf eine gedankliche Rückentwicklung schließen. Die heutige Diplomatie würde ich persönlich auch der dynastischen Diplomatie des Feudalismus als unterlegen bezeichnen. Aus dem Glauben, der heutige Mensch sei überlegen, entspringen dann solche Machwerke wie „Sakrileg“, bei denen sich vollkommen Ungebildete wohlig gruselnd vormachen können, viel aufgeklärter zu sein als „die Katholiken“.
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#57   Benedikt   16:07:59 | Montag, 6. März 2006
@ Hrodgar
Die anderen Verunglimpfungen und polemischen „Späßchen“ über defekte Telefonleitungen lasse ich besser unkommentiert.
Schade, mich hätte es interessiert, wie Päpste in den Wirren den dreißigjährigen Krieges so hätten vorgehen können.
Der Grund meiner Polemik war schon ein ernster: Man muss die Dinge aus ihrem damaligen Blickwinkel betrachten. Der Mensch hat sich nicht nur technisch, sondern auch gedanklich fortentwickelt und beides zusammen bedingt, dass man heute andere Lösungen finden kann als damals. Heute kann man verhandeln, anstatt gleich Truppen zu schicken. Damals konnte man den Gegenüber oft nicht mal verstehen, da gings eben nur mit Truppen. Ich will damit sagen, dass man sich doch die Zeitumstände klar machen muss. 9 Bischöfe auf die Zeit der Hexenverfolgung hochgerechnet ist nicht allzu viel. Einzige Verständigungsmöglichkeit: Boten. Und das in Kriegs- oder Pestzeiten. Alles nicht so einfach, wie man meint.
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#56   Hrodgar   15:48:42 | Montag, 6. März 2006
Null belege?
Nun ja:
Bis in diese Tage sagen Katholiken noch vereinzelt, daß sie selbst ihre eigenen Kinder der Folter übergeben würden, so sie sich mir ?Dämonen“ einließen.“
Der hier ist hier im Forum nachzulesen, stammt von „Stimme aus dem Tradiland“.
Die anderen Verunglimpfungen und polemischen „Späßchen“ über defekte Telefonleitungen lasse ich besser unkommentiert.
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#55   Benedikt   15:10:08 | Montag, 6. März 2006
@ Hrodgar
Eine Rückgabe Heidnischer Kultplätze, die Gründung einer Stiftung zur historischen Aufarbeitung wären das geringste.
Na, dann warten Sie mal. Hinweis: Nicht mal die Enteigneten des DDR Regimes sind entschädigt worden. Und das ist ein etwas näherer Vergangenheit gewesen als verlorene Kultplätze einer längst vergangenen Kultur.
Frage: Wie viele Leute in Deutschland teilen Ihren Kult?
Der Vertreter Jesu auf dem Petri-Stuhl hatte keine Macht, sie zu stoppen?
Ich glaube nicht, dass sie ihm extra davon Meldung gemacht haben. Und die Telefonleitungen waren gerade defekt.
Der Vatikan hat sofort die Inquisition aufgelöst, nachdem diese böse Kunde Rom erreichte?
?? Mit diesen Vorgängen hat die Inquisition nichts zu tun. Es handelt sich einfach um neun Bischöfe, die dem Hexenwahn erlegen waren. Fordern Sie übrigens die Auflösung der Polizei, wenn Sie von Fällen der Selbstjustiz Kenntnis erhalten? Müssten Sie bei dieser Logik eigentlich machen.
Ich muß gestehen, ich habe davon nie etwas gehört.
Natürlich nicht. Wie auch.
Zum Rest hat Ansgar schon das passende gesagt. Einfach Humbug.
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#54   Ansgar   14:48:19 | Montag, 6. März 2006
@ Hrodgar
Auf die Gefahr hin, daß Sie wieder die beleidigte Leberwurst spielen: Ihr Diskussionsniveau ist unterirdisch. Sie wissen definitiv nichts von der Materie, plappern aber betroffen weiter. Daß Sie damit Gläubige beleidigen, kommt Ihnen nicht in den Sinn. Zur Sache: Zitat: „ Bis in diese Tage sagen Katholiken noch vereinzelt, daß sie selbst ihre eigenen Kinder der Folter übergeben würden, so sie sich mir ?Dämonen“ einließen.“
Ungeheuerliche Behauptung, null Belege.
Zitat: „Die Priester, Inquisitoren, Folterknechte, Schergen, Richter…sie alle wurden von der Kirche unterrichtet, daß ihr tun schwere Schuld war?“
Nennen Sie Hexenproese, in die die Inquisition involviert war. Nennen Sie weltliche Richter, die kirchliche Gerichtsbarkeit zur Verantwortung ziehen konnte.
Vergeben Sie mir: Aber ich muss es sagen. Sie schwafeln.
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#53   Hrodgar   14:16:27 | Montag, 6. März 2006
Entschuldigung
Man kann aber Historisch eine Abkehr von diesem Wege markieren. Eine Rückgabe Heidnischer Kultplätze, die Gründung einer Stiftung zur historischen Aufarbeitung wären das geringste.
Und vor allem: Einstellung jedweder Missionstätigkeit außer mit der einladung der Betroffenen.
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#52   Stimme aus dem Tradiland   14:07:19 | Montag, 6. März 2006
„Mea culpa“ von JoPaII.
@ Hrodgar: Und letzten Endes ist das kleine „mea culpa“ des P. Johannes Paul II bei genauerem Hinsehen ein Abschieben der organisatorischen Verantwortung auf einzelne.
Das „mea culpa“ JoPaII. ist sowieso verfehlt und scheinheilig. Denn für seine eigenen Verfehlungen, die ebenfalls schwerwiegend waren, hat er sich nicht entschuldigt. Für fremde Sünden und Verhaltensweisen kann man sich leicht entschuldigen, vor allem Jahrhunderte später, wenn man nicht in der gleichen Situation steht.
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#51   Hrodgar   13:50:12 | Montag, 6. März 2006
nur 9 Bischöfe?
Nun ja,
1) Es ging hier nicht mur um die Hexenprozesse. Ich hatte diese als Beispiele für Religiös motivierte Ritualmorde genannt.
Die Arianer, die Hussiten…alle möglichen verketzerten Freidenker… sie gehören auch zu den Opfern.
2) So, nur neun Einzelpersonen.
das heißt:
– Der Vertreter Jesu auf dem Petri-Stuhl hatte keine Macht, sie zu stoppen?
– Die Geistige Vorarbeit, wie der berüchtigte Hexenhammer wurden von der Amtskirche sofort aufs schärfste bekämpft?
– Die Priester, Inquisitoren, Folterknechte, Schergen, Richter…sie alle wurden von der Kirche unterrichtet, daß ihr tun schwere Schuld war?
– Der Vatikan hat sofort die Inquisition aufgelöst, nachdem diese böse Kunde Rom erreichte?
Ich muß gestehen, ich habe davon nie etwas gehört.
Im Gegenteil: Bis in diese Tage sagen Katholiken noch vereinzelt, daß sie selbst ihre eigenen Kinder der Folter übergeben würden, so sie sich mir „Dämonen“ einließen.
Und war es nicht so, daß man die Christenheit an ihren Früchten erkennen solle?
Nun ja. Schauen wir mal.
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#50   Benedikt   12:52:41 | Montag, 6. März 2006
@ Hrodgar
Und bis heute behauptet die Kirche, daß seien die „bedauerlichen Taten einiger ihrer Schäfchen“.
Für mich ist das das gleiche wie die Leugnung des Holocaust.
Och nö, das entspricht der historischen Wahrheit, wissen Sie. Es ist nämlich „nur“ die Teilnahme von 9 Bischöfen an der Hexenverfolgung bekannt. Das kann man durchaus als „einige“ bezeichnen.
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#49   Hrodgar   12:28:10 | Montag, 6. März 2006
Nochmals:
Herr Ansgar, möchten Sie zu einer normalen Diskussion zurückkehren oder zielt Ihre ausfallende Redeweise darauf ab, mich hier „rauszuekeln“.
Zu Ihrer Frage: Diesen Autor habe ich noch nicht gelesen. Tut mir leid.
Die durchaus vorhandenen Widerstände einiger Kirchlicher Kreise, vor allem zu beginn der Hexenverfolgung, das ursprüngliche Verbot, Hexerei überhaupt als Real anzusehen (Übrigens bei Androhung eines Verfahrens wegen Ketzerei), das alles ist mir durchaus bewußt.
Aber am Ende hat sich dieses (leider) nicht durchgesetzt. Am Ende haben die „Hardliner“ gesiegt.
Sicher gab es gerade in Klöstern auch Kleriker, die den Wahnsinn erkannten und Menschen beschützten.
Ds will ich nicht in Abrede stellen.
Doch letzten Endes waren es nicht die Maßgeblichen.
Und letzten Endes ist das kleine „mea culpa“ des P. Johannes Paul II bei genauerem Hinsehen ein Abschieben der organisatorischen Verantwortung auf einzelne.
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#48   Ansgar   11:59:47 | Montag, 6. März 2006
@ Rodgar
Um die „Feuerzangenbowle“ zu zitieren: „Sie faseln!“
Wofür soll ich Verantwortung übernehmen? Für die Hexenverbrennungen? Ich habe doch lediglich einige Dutzend verbrannt, und da war ich noch jung und wußte es nicht besser.
Hrodgar, statt zu schwafeln und ihre angeblichen akademischen Meriten zu bejubeln, sollten Sie antworten:
Kennen Sie Friedrich Spee?
Wie paßt das irische/spanische Kirchenverhalten in Ihre Vorurteile?
Was ist mit der Hexenfolter-Verurteilung des Pastes?
So, jetzt eiern Sie mal schön rum.
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#47   Hrodgar   11:50:55 | Montag, 6. März 2006
Ihre Wortwahl
…zeugt vom sturen Festhalten an Vorurteilen.
Nein, erstens bin ich antialkoholiker, zweitens habe ich den Vorzug, lesen zu können, drittens den, einige Semester Katholische Theologie studiert zu haben.
Aber es scheint mir bezeichnend zu sein, und doch bejammernswert, daß Sie an der Stelle von Verantwortung lieber Vorurteile übernehmen.
Sehr interessant…wirklich.
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#45   Hrodgar   11:36:12 | Montag, 6. März 2006
Danke
Herr Tradilader,
Sie haben eben geäußert, daß sie die [ergänzung: grausame] Hinrichtung als Förderlich für die „Bekehrung“ befürworten.
Ich sehe das mit Interesse.
Ihre Ansicht von Bekehrung ist also diese, daß sie durch Androhung einer Hinrichtung „gefördert“ werden darf.
Wenn ich nicht irre, sind die theoretischen Grundlagen wie der „Hexenhammer“ und die Verfolgungsmechanismen der Inquisition rein kirchlichen Ursprungs.
Um sich nicht die „Hände schmutzig zu machen“ wurde rein die Durchführung der Hinrichtung der Staatlichen Gewalt überlassen.
Aber selbst wenn Ihre Argumentation richtig wäre, würde sie bedeuten:
Die Kirche hat NICHT für die Liebe, die Freiheit und das Leben gestanden, hat NICHT den Bedrohten beigestanden, sondern hat sich die Gewaltanwendung zu Nutze gemacht, um aus der Angst der Gequälten zu profitieren.
Damit hat sie das befürwortet in einer Machtposition, in der sie das ohne eigenes Risiko hätte stoppen können. Das nennt man zumindest Mittäterschaft.
Fazit, welbst wenn Ihre hahnebüchene Geschichtsklitterung wahr wäre, wäre die Kirche immernocht nutznießender Mittäter.
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#44   Stimme aus dem Tradiland   11:25:34 | Montag, 6. März 2006
@ Hrodegar
Die sogenannten „hinrichtungen“ auf grund der Religiösen Anklagen „Ketzerei“ und „Hexerei“ wurden jedoch genau so begründet: Daß es nötig sei, um Gottes Willen zu erfüllen.
Nein, es war ganze einfach nach dem damaligen – staatlichen – Strafrecht eine todeswürdige Straftat. Theologisch hat die Hinrichtung den Vorteil, dass sie eine vorherige Bekehrung des Angeklagten begünstigt.
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#43   Hrodgar   10:58:49 | Montag, 6. März 2006
Zurück zum Pudels Kern
Hej Zusammen!
Wenn ein Mensch gefesselt, zur Schau gestellt und in einer fest vorgegebenen Art Mittels eines vorbereiteten Rituals getötet wird, um eine Verpflichtung gegenüber einer Gottheit eizuhalten oder deren Wohlwollen zu erlangen oder dieser Dank anzutragen, dann sprechen wir im Allgemeinen von „Menschenopfer“.
Die sogenannten „hinrichtungen“ auf grund der Religiösen Anklagen „Ketzerei“ und „Hexerei“ wurden jedoch genau so begründet: Daß es nötig sei, um Gottes Willen zu erfüllen.
Insofern schaut die Kirche auf eine lange Tradition der Menschenopfer zurück.
Diese Opfer waren Organisiert und in einem langen theoretischen Disput immer wieder begründet und bejat worden.
Aber statt einer rigorosen Aufarbeitung und der Einrichtung eines Gedenkfonds wird auf die „Barbarischen Heiden“ verwiesen, die Menschenopfer gebracht hätten…
Historiker reden hier von ausnahmen in großer Not. Auf keinen fall von einem breiten Konsenz. Neueren Forschungen und Hochrechnungen zufolge haben wir es mit vielleicht 500 solcher Fälle in 2000 jahren zu tun.
eines ist mir wichtig:
Die Kirche hat das
– systematisch,
– unter vollem Konsenz der Leitung,
– in großer Zahl
– mit wiederkehrender theoretischer Begründung
– und vor allem ohne Not betrieben.
Also aus voller Überzeugung.
Und bis heute behauptet die Kirche, daß seien die „bedauerlichen Taten einiger ihrer Schäfchen“.
Für mich ist das das gleiche wie die Leugnung des Holocaust.
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#42   Stimme aus dem Tradiland   09:53:33 | Montag, 6. März 2006
Die Diskussion hat sich mehr als weit vom Artikel entfernt
Dan Browns Buch läßt zwar kaum eine Lüge gegen die Kirche aus, die Vernichtungslager des Nazistaates unterschiebt er aber freundlicher Weise nicht der kath. Kirche. Braucht also hier kein Thema zu sein.
@ Irenäus: Meines Wissens führt Egon v. Petersdorff Belege der Kirchenväter zum Thema Hexen an, auch wenn sich sein Buch auf die Daemonen bezieht. Ich müßte da noch einmal nachschauen.
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#41   georg   09:21:53 | Montag, 6. März 2006
@ an eremonemos: Auch ich finde
daß dieses „nur“ des Vorredners ganz unmöglich ist, um es möglichst sachlich auszudrücken. „Nur“ 1 Mensch ist zuviel!
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#40   Eromenos †   01:31:00 | Montag, 6. März 2006
Grauenhafte Wortwahl
bei kreuz.net –
…nur 3 Öfen … und nur 1 Million Tote…
Und das alles getarnt unter „christlicher Nächstenliebe“!
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#39   Lilith   01:01:07 | Montag, 6. März 2006
Ist ja auch gar nicht das Thema
Es ging doch darum dass eben jemand bezweifelt hat, dass 9 Millionen Frauen und Männer als Hexen verbrannt wurden… es waren wohl 40.000-60.000
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#38   Uwe Schmidt   00:44:48 | Montag, 6. März 2006
@chris
Zwar gab es in Auschwitz nur 3 Öfen, allerdings sollen dort nur 1 Mio Juden vergast (ob auch verbrannt, weiß ich nicht) worden sein.
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#37   kali   00:09:09 | Montag, 6. März 2006
@richard
wenn es bei diesen Prozessen zu einer Beweisaufnahme käme, würde eine der beiden Säulen der Weltherrschaft zusammenbrechen. Darum darf man dies nicht zulassen und muß die Eingesperrten als Verhetzer, Verunglimpfer, Beleidiger und Spinner hinstellen. Warum eine Zulassung von Beweisen unchristlich sein soll, wie manche sich hier äußern, kann ich mir nur als Verhetzung von Jugend an erklären. Auch Lügen, die man ständig wiederholt, bleiben Lügen.
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#36   Pero   23:17:04 | Sonntag, 5. März 2006
@heilige Inquisition
bitte vergebt mir. Ich wollte bestimmt niemanden beleidigen. Bin bloß ein Technik-freak. Die Royal Airforce hat ja auch Rechnungen angestellt um möglichst hohe Verbrennungstemparaturen zu erzeugen.
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#35   richard   22:44:42 | Sonntag, 5. März 2006
Also ich finde diese Warnungen
vor Paragraph soundso und weiteren 1000 § in einem freien Land ziemlich ärger- bzw. lächerlich. NIEMAND, absolut NIEMAND, vor allem nicht in diesem Forum, mag die Zeiten eines faschistischen Führerstaates zurückhaben. Und ich denke, auch NIEMAND will ernsthaft das Andenken an Verstobene oder Gemordete herabsetzen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“!
Dies ist Leitsatz! Chris, wovor haben Sie tatsächlich Angst? Ihre Rechenbeispiele zielten doch ebenso wie die von pero auf die Schlüsselfrage, wegen der im April John Gudenus in Wien, Irving in Wien, Walendy usw. vor Gericht stehen. In der antifaschistischen und führenden österr. Zeitung „Der Standard“ wird jetzt auf 2 Seiten offen dafür eingetreten, diese Frage- und Denkverbotsgesetze endgültig zu liquidieren. Weil diese Verbote der Nährboden für das Wachsen von echtem Antisemitismus und Nazis sind. Führende Rabbiner haben dies erkannt und auch klar ausgesprochen. Ich kann diesen Herren in dieser Frage nicht widersprechen.
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#34   Chris   22:21:38 | Sonntag, 5. März 2006
Strafbar
Ist gans klar eine strafbare Aussage von Pero:„Chris, bitte rechnen sie mir aus, wieviel Kohle (höherer Heizwert als Holz) man benötigte, um- sagen wir mal- die Hälfte aller KZ Opfer zu Asche zu verbrennen. Das interessiert mich deswegen so sehr, da man aus Kohle, dank dem „Fischer-Tropsch“ Verfahren hochwertiges, dringenst benötigtes Flugbenzin hydrieren konnte.“ Gilt als Diffamierung des Andenkens Verstorberner und zwar nicht irgendwelcher Verstorberner!
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#33   Gotthard   22:16:55 | Sonntag, 5. März 2006
@ onan
Meine Kirche hat das nun wahrlich nicht ermöglicht … im Gegenteil: weil sich die Verantwortlichen vom Evangelium getrennt haben, konnte dieses Schreckliche passieren.
Es gibt halt immer einige Idioten, die das Schreckliche nicht wahrhaben wollen… auch hier in diesem Forum.
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#32   Onan †   22:08:59 | Sonntag, 5. März 2006
die korrekte schreibweise in diesem Forum muß lauten
RECHTE Christen.
ihr könnt ruhig nachrechnen wie lange es dauern würde so viele menschen zu verbrennen, aber allein die tatsache, dass eure kirche so etwas ermöglicht hat, bzw. sich noch immer nicht davon mit aller kraft distanziert…
mir fehlen die worte …
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#31   Chris   22:08:26 | Sonntag, 5. März 2006
Pero & Co
Ich verweise alle Forum Teilnehmer aus StGB 130 hin. Jeder der mein Kommentar in Zusammenhang mit Holocaust und KZ bringt mach sich strafbar, da scih mein Kommentar definitiv nicht darauf bezieht. Also seien sie vorsichtig meine Herren und Damen. Außerdem versuchen einige mich mit ihren Bemerkungen zur Verletzung des §130 zu veranlassen, auch der oder die macht sich mit strafbar.
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#30   Pero   21:56:37 | Sonntag, 5. März 2006
@Chris
In Varanasi, der heiligen Stadt am Ganges fuhr ich eines Tages mit einem Ruderboot im Morgengrauen zu der für Touristen verbotenen Zone der Verbrennungsplätze und habe das alles heimlich fotografiert. Zum Einäschern eines Leichnams wird dort etwa ein dreiviertel Kubikmeter bestes Brennholz benötigt. Es dauert einen halben Tag bis der Haufen verglüht ist. Die Leichname sind dann aber keineswegs Asche. Schädel, Schultergürtel, Beckenknochen und die großen Gelenke sind noch erhalten und werden nach erkalten in die heiligen Fluten geworfen. Ganz Indien leidet deswegen unter gravierendem Holzmangel, obwohl nur die Reichen sich solch eine Verbrennung leisten können.
Ich nehme an, die deutschen Krematorien wurden mit Kohle befeuert, sonst gäbe es keinen Wald mehr.
Chris, bitte rechnen sie mir aus, wieviel Kohle (höherer Heizwert als Holz) man benötigte, um- sagen wir mal- die Hälfte aller KZ Opfer zu Asche zu verbrennen. Das interessiert mich deswegen so sehr, da man aus Kohle, dank dem „Fischer-Tropsch“ Verfahren hochwertiges, dringenst benötigtes Flugbenzin hydrieren konnte.
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#29   Chris   21:33:04 | Sonntag, 5. März 2006
Die Zahl ist!
Also da keiner auf das Rechenbeispiel eingehen will, muss ich es sagen: Es dauert mehr als 76 Jahre, 5 Millionen Menschen in 3 Öfen zu verbrennen. Das ist mathematisch korrekt oder?
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#28   Gotthard   21:31:47 | Sonntag, 5. März 2006
@Chris
Deine Grundschul-Rechnerei zeigt mir, das Du dort stehen geblieben bist.
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#27   timpressum †   21:24:18 | Sonntag, 5. März 2006
@ Chris
Zum (ziemlich widerlichen Thema!) Zahlen:
1. man geht davon aus, daß insgesamt ca. 5-6 Millionen Juden während der Shoah umgekommen sind. Diese Zahl bezieht sich nicht auf Auschwitz, sondern auch auf die Ermordungen durch Sonderkommandos, SS, die Umstände in den KZs!
2. in Auschwitz wurde nicht nur in den Krematorien verbrannt, sodern auch unter freiem Himmel.
Im übrigen mache ich Dich auf § 130 StGB aufmerksam!
Und was haben Hexenverbrennungen mit der Shoah zu tun? Solche Vergleiche finde ich ziemlich absurd!
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#26   Chris   21:03:18 | Sonntag, 5. März 2006
Ich will die Zahl
Ich habe nie Von Ausschwitz geredet, will davon nichts hören, ich will von euch die Zahl für mein Rechenbeispiel!
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#25   Yersinia   21:01:30 | Sonntag, 5. März 2006
@Chris: es wurden ja bei weitem nicht alle Menschen
die in den Konzentrationslagern ermordet wurden, verbrannt; viele Menschen (etwa die Hälfte aller Ermordeten) wurden durch systematische Quälerei zu Tode gebracht oder starben durch die schrecklichen hygienischen Verhältnisse – alles bewußt zugelassen und gefördert; abgesehen davon gab es hunderte Vernichtungslager und tausende solcher Verbrennungsöfen;
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#24   Chris   20:58:45 | Sonntag, 5. März 2006
Wieviel Leichname
Wieviel Leichname beherbergte das größte je gefundene Massengrab? Es sind alle Massngräber ausgehoben worden, ist historisch Faktum?
Also bitte die Zahl, wie lange brauchst du für 5 Millionen?
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#23   Gotthard   20:51:49 | Sonntag, 5. März 2006
@Chris
Wollte Heinrich Himmler in Auschwitz jeden Getöteten auch einer Urnenbeisetzung zu führen?
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#22   Chris   20:42:41 | Sonntag, 5. März 2006
Der Tod
Der Tod hat mich immer sehr interessiert. Je nach Religion herrschen andere Bestattungsriten. Bei einer bestimmten indischen Religion wird der Leichnam immer verbrannt. Dazu meinte ein englischer Arbeiter in einem Krematorium, das in ihrem hochmodernen mit Gas geheizten Ofen die Verbrennung eines Erwaschenen Menschen ca. 1,5-2 Std. dauert. Der Ofen wird dabei fast auf 1000 C erhitzt. Am längsten brauchen lange, dürre Männer, bis sie vollständig verbrannt sind. Das heißt, du kannst in 24 Std. 12 Leichname verbrennen. Wenn du drei Öfen hast und diese Tag und Nacht beheizt, kannst du in einem Jahr 4380, in 6 Jahren 26280 Menschen einäschern. Nehmen wir an, wir besitzen ein 3 Hochleistungsöfen, die jeweils 5 Menschen in 2 Std. verbrennen können (gibt es nicht), dann schaffst du 6 in Jahren, wenn du Tag und Nacht heizt, 394200 Menschen zu verbrennen. Wie lange brauchst du um 5 Millionen Leichname zu verbrennen?
Ich bin nur ein schlechter Mathematiker, mehr nicht!
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#21   Benedikt   19:01:54 | Sonntag, 5. März 2006
Dan Browns Irrwege
Zu dem von der katholischen Kirche als ‘Hexen’ bezeichneten Personenkreis gehörten die gelehrten Frauen, (…) Mystikerinnen, Naturliebhaberinnen
Hihi, ja die Hl. Hildegard von Bingen, Katharina von Siena waren schon arm dran und wurden bös verfolgt. Und Theophanu hat man noch schlimmer mitgespielt, die durfte zur Strafe jahrelang das Heilige Römische Reich regieren…
Das Buch scheint eine Komödie zu sein, ich werd es bei Gelegenheit mal lesen.
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#20   Romulus   17:19:17 | Sonntag, 5. März 2006
Rolle des Opus Dei
Mal was anderes: Das Opus Dei kommt ja in dieser Schund-Literatur nicht besonders gut weg und auch im zu erwartenden Film. Deshalb wurde jetzt vom OD eine Charme-Offensive gestartet. Was haltet Ihr eigentlich vom OD? Was soll die Geheimnistuerei des OD?
Klickst Du hier! www.opusdei.org/art.php?w=19&p=11840
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#19   richard   15:53:17 | Sonntag, 5. März 2006
@ ansgar: ich korrigiere
Sie ungern: David Irving hat seinen angeblichen „Widerruf“ bereits widerrufen und klargestellt, daß er seine zentralen Thesen betreff Holocaust aufrecht erhält. Das nächste Opfer der modernen Inquisituion in dieser Angelegenheit wird Ende April der hohe Offizier des österreichischen Bundesheeres und frei gewählter Abgeordneter JOHN GUDENUS werden. Gudenus, sehr enger Freund des orthodoxen Wiener Rabbiners Friedmann, erwarten bis zu 10 Jahre Haft, weil er (Zitat) „die Vergasung von Juden leugnet“. Besagter Rabbiner Friedmann steht den Ansichten von Gudenus, wie man hört, sehr nahe – und vertritt diese auch öffentlich (bisher unverfolgt).
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#18   Dr. Christoph Heger   15:25:18 | Sonntag, 5. März 2006
Inquisition heute und gestern
1. Der „Hexenhammer“ hatte nur einen Autor, der dem anderen, einem hochangesehenen Theologieprofessor, die Autorenschaft unterschoben hat.
2. In den Ländern, die eine organisierte Inquisition hatten (Länder der spanischen Krone, Kirchenstaat) gab es keine Hexenverfolgung.
3. Der unsinnigen Verknüpfung beider historischer Erscheinungen liegt eine Verwechslung zugrunde: Auf der einen Seite gibt es seit dem hohen Mittelalter bis heute strafprozessual das jüngere Inquisitionsverfahren im Unterschied zu dem älteren Akkusationsverfahren. Auf der anderen Seite gibt es die verschiedenen „Inquisitionen“ zur Erzwingung der verschiedenen Rechtgläubigkeiten
4. Die heutige Inquisition erzwingt mit dem passend konstruierten Straftatbestand der „Volksverhetzung“ die Rechtgläubigkeit in Sachen „Holocaust“.
4. Die Anzahl von angeblich 9 Millionen Opfern der Hexenverfolgung ist völliger Blödsinn. Die Anzahl von Opfern beiderlei Geschlechts dürfte bei 50.000 höchstens 90.000 liegen.
4. Von einem Genozid kann nicht mit Blick auf die südamerikanischen Indios, wohl aber auf die Indianer in den USA gesprochen werden.
MfG
Christoph Heger
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#17   Lilith   14:37:51 | Sonntag, 5. März 2006
Hexen
Wie deutlich und sinnlos die Hexenverfolgung und die Hexenverbrennung in der frühen Neuzeit (15.-17. Jahrhundert) waren sieht man besonders am Beispiel der Hl. Jeanne D’Arc…
Hexenverfolgungen fanden fast ausschließlich in Mitteleuropa während der Frühen Neuzeit statt. Grundlage für die massenhafte Verfolgung von Frauen (teilweise auch Kindern und Männern) durch die kirchliche und vor allem die weltliche Justiz war die von Theologen und Juristen verbreitete Vorstellung von einer vom Teufel geleiteten Verschwörung gegen das Christentum, deren meist weibliche Mitglieder man schließlich Hexen nannte.
Hexenverbennung war die gängigste und zugleich grausamste Methode Männer und Frauen, denen man vorwarf, mit dem Teufel im Bunde zu stehen, hinzurichten (vermutlich 40.000-60.000 Opfer).
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#16   Irenäus   14:00:05 | Sonntag, 5. März 2006
Hexen
Die Kirche lehrt zwar eindeutig, daß es den Teufel gibt, aber über Hexen lehrt sie nichts. Wer mich eines anderen belehren will, soll mir einen Kirchenvater nennen, ansonsten glaube ich ihm nicht.
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#15   Ansgar   13:58:30 | Sonntag, 5. März 2006
@Beobachterin
Sie haben sicher Recht; jedoch ist die Kirche viel besser als ihr Ruf. Ich las heute eine bemerkenswerte Kolumne von Prof. Zehm. Zum Fall des auf so einem modernen Scheiterhaufen placierten englischen Historikers David Irving erinnerte Zehm an den Fall Siger von Brabant 1268. Der Dominikaner hatte die Endlichkeit der Erde und die Schöpfung geleugnet. In einem öffentlichen Disput widerlegtre Thomas von Aquin ihn. Siger widerrief seine Meinung und entschuldigte sich. Damit war die Sache abgetan, er behielt sogar seinen Lehrstuhl. Genau wie Galilei nach dem Widerruf. Auch Irving widerrief. Doch die Zeit, die so auf das „finstere Mittelalter“ spuckt, schickt ihn in den Knast und auf den – virtuellen – Scheiterhaufen.
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#14   Beobachterin   13:40:50 | Sonntag, 5. März 2006
Scheiterhaufen
Es gab und gibt zu jeder Zeit Scheiterhaufen.
Wer darauf verbrannt wird und ob das Brennen tatsächlich oder im übertragenen Sinn erfolgt, ist eine Sache der jeweiligen Möglichkeiten und wie es mit dem Machtkampf gerade steht. Das lehrt uns die Geschichte, und ich fürchte, es wird nicht aufhören, solange die Menschheit besteht, genauso wie es das von Anfang an gab. Von der Hexenjagd auf sie ist auch die katholische Kirche nicht ausgenommen.
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#13   Yersinia   13:29:39 | Sonntag, 5. März 2006
@anonymus: und du glaubst wirklich
dass es Hexen gibt? woran glaubst du eigentlich?
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#12   Anonymus   12:46:45 | Sonntag, 5. März 2006
Definition zum Begriff Hexe
Hexen haben sich vom wahren Glauben abgewandt und sind ein
Bündnis mit dem Teufel eingegangen. Zum Ausgleich für die
Zauberkräfte, die er ihnen verliehen hat, müssen sie sich ihm
durch die „Teufelsbuhlschaft“ unterwerfen. Der Glaube an den
Teufel ist ein fester Bestandteil des katholischen Glaubens.
Im zweiten Abschnitt des Hexenhammers setzt sich Kramer mit
der Art des Hexenwirkens auseinander. Kramer zufolge betrieben
Hexen alle Arten von Schadenszaubern.
Der Dominikaner äußert sich zur Durchführung von Prozessen.
Nach Kramer ist ein mutmaßlichen Ketzer zu überführen und zu
verurteilen durch die:
„Die Evidenz der Tat“, was schlichtweg bedeutet, daß die Tat
dem Gericht bekannt sein muß und ein mehrmaliger dringender
Tatverdacht vorhanden sein muß.
Die Auslegung des Hexenhammers, der im Vergleich zur Realität
der Hexenprozesse gemäßigt erscheint. In leichteren Fällen sieht
er Buße oder Haft vor, statt des Todesurteils durch weltliche
Gerichte.
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#11   richard   12:41:11 | Sonntag, 5. März 2006
„Was ist Wahrheit?“
liest man bei Johannes 18, 38. Und weiter: „Die Wahrheit wird Euch frei machen.“ Der erste „Ketzer“, den man ans Kreuz nagelte, war Christus. „Da zerriß sich der oberste der Hohenpriester die Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was brauchen wir noch Zeugen…Er ist des Todes schuldig“. Ja, immer schon gab es die Inquisition, in jeder Epoche, bei allen Völkern dieser Erde. Die Wahrheit: das sind Goldsplitter im reißenden Gebirgsbach und die werden nur von den Mutigen und Hartnäckigen, Ausdauernden gefunden. Wahr dürfte sein, daß manche Päpste, manche Bischöfe, manche Priester Blutschuld auf sich luden. Kanon 1325, § 3 des Codex Juris Canonici, bestimmte: „Wenn jemand nach Empfang der Taufe zwar den Namen eines Christen beibehält, aber hartnäckig eine aus den Wahrheiten, die nach göttlichem und katholischem Glauben geglaubt werden MÜSSEN, verneint oder an ihr zweifelt, dann ist dieser ein Ketzer…“ Nach katholischer Auffassung kann die Kirche als Ganzes nicht aus der Wahrheit herausfallen, Teile der Kirche jedoch sehr wohl. Deshalb: Die Hexenverfolgungen und Verbrennungen, ob an einer oder hunderttausend von Frauen, waren ein gräßliches Verbrechen, an dem einzelne Glieder der Kirche mitwirkten.
Genauso ein Verbrechen, als es gleichgültig war, ob man einem Juden und zehntausend wegen seiner Herkunft das Leben nahm. Die heutige Inquisition jeoch bestraft den mit Existenzvernichtung/Lebenslang, der nicht an vorgegebene, verordnete Zahlen glaubt.
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#10   Ansgar   12:23:51 | Sonntag, 5. März 2006
@ k_c
Die überaus blutigen Schilderungen aus Primärquellen, z.B. den Tagebüchern der Conquistadores, beschreiben Kriegshandlungen gegen die herrschenden Aristokratien Südamerikas. Zahlenmäßig waren das nicht sehr viele. Angerissen sei die Frage der morlaischen Legitimation: Die Azteken bspw. (wie die Inkas auch) herrschten sehr brutal über die anderen Indio-Völker. Daher fehlte es beim Angriff auf sie auch an Unterstützung. Die Indios verbündeten sich nicht selten mit den Iberern.
Natürlich erging es den Indio-Völkern danach schlecht; sie wurden oft versklavt. Aber nicht vernichtet. Schon gar nicht zu Millionen. Noch einmal: Auch, weil die Kirche!!! das verhinderte – u.a. durch die segensreiche Arbeit der Jesuiten-Missionare.
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#9   k_c   12:12:28 | Sonntag, 5. März 2006
@Gatte der Evelin
auch k_c beteiligt sich am fortgesetzten Plappern
Einer ernsthaften Diskussion geht man am besten mit Polemik aus dem Weg, nicht wahr?
Wie kommen Sie überhaupt auf die Idee, dass sie getötet worden sind.
Ließ ein Geschichtsbuch. Und noch eins, wenn du willst. Sollte dir das nicht reichen, ließ die historischen Quellen, die stammen mit Sicherheit von vor 1968.
Was glauben Sie, warum Mexikaner, Peruaner usw. mehr indianisch als europäisch ausschauen?
Zum Beispiel, weil Südamerika nicht in dem Stil kolonialisiert wurde, wie es mit Nordamerika geschehen ist.
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#8   Rituale Romanum   12:11:30 | Sonntag, 5. März 2006
9 Millionen Verbrannte
Es scheint sich dabei wohl wie mit der Offenkundigkeit des Holocaust zu verhalten, nur mit dem Unterschied, daß man bei Infragestellung dieser Zahl (noch) nicht gerichtlich belangt wird und in den Knast muß. Aber vielleicht gibt es bei uns bald auch noch den Straftatbestand der Scheiterhaufenleugnung nach § 130 StGb. In der B(ananen)R(epublik)D(eutschland) kann mit jeder Überraschung gerechnet werden.
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#7   Evelin   12:04:38 | Sonntag, 5. März 2006
auch k_c beteiligt sich am fortgesetzten Plappern
Die Einwohner Südamerikas mögen vorrangig durch macht- und geldgierige Könige und ihre Vasallen getötet…
Wie kommen Sie überhaupt auf die Idee, dass sie getötet worden sind. Was glauben Sie, warum Mexikaner, Peruaner usw. mehr indianisch als europäisch ausschauen?
Der Gatte der Evelin
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#6   k_c   12:01:17 | Sonntag, 5. März 2006
@Gatte der Evelin
Zum Unterschied von den nordamerikanischen Indianern, deren wenige Nachfahren (die meisten Stämme wurden ausgerottet), haben die südamerikanischen Indianer überlebt. Die Nachfahren der Azteken leben in den Mexikanern, der Mayas u. a. in den Guatemalteken, der Inkas in den Peruanern, Ecuadorianern, Kolumbianern usw. fort.
Abgesehen davon, dass die katholische Kirche wohl nur teilweise an den Vorgängen bei der Eroberung Südamerikas beteiligt war, eine Hauptschuld also Unsinn ist: Argumente wie „da haben aber mehr überlebt als woanders“ sind menschenverachtend.
Die „Millionen Geschlachtete im Zeichen des Kreuzes“ ist nichts als ein böswillige Verleudmung von Lohengrin (antiklerikales Nachplappern der zeitgeistigen Geschichtsfälschungen!)!
Dieses Nachgeplapper enthält mehr Wahrheit als dir lieb ist. Die Einwohner Südamerikas mögen vorrangig durch macht- und geldgierige Könige und ihre Vasallen getötet und misshandelt worden sein, die katholische Kirche hatte jedoch durch den Vertrag von Tordesillas 1494 (übrigens auf Betreiben des Papstes hin zustande gekommen) der Aufteilung des Kontinents unter Spanien und Portugal ihren Segen gegeben. Und allein Pizzaro brachte bei seinem Zug gegen das Inkareich Zehntausende Menschen um.
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#5   Ansgar   11:46:52 | Sonntag, 5. März 2006
@ Lohengrin
Das war es, was ich meinte! Evelin hat Recht: Sie plappern das ungeprüft nach, was Ihnen Ihr 68er-Lehrer beigebracht hat. Indio-Meuchelei ist ebenso ein Stereoptyp wie Hexenverfolgung etc. Der Geist, der hinter den Übergriffen in Südamerika stand, war nicht „das Kreuz“, sondern die Gier nach Gold und Land. Katholische Missionare schützten die Ureinwohner, indem sie sie massenweise tauften.
Aber egal, dieser Betreff könnte interessant werden. Mal sehen, was noch alles an dümmlichen, ahistorischen Vorwürfen kommt. Dann könnten wir einen putzigen Katalog erstellen, Gatte der Evelin.
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#4   Evelin   11:30:27 | Sonntag, 5. März 2006
Noch eine Verleumdung
diesmal von @ Lohengrin:
Im übrigen mag die Zahl der Opfer der Hexenverfolgung in der Tat gar nicht besonders hoch sein (und ist sie meines Wissens auch nicht) – die Opfer, die im Zeichen des Kreuzes v. a. in Lateinamerika geschlachtet wurden, gehen aber mit Sicherheit in die Millionen.
Zum Unterschied von den nordamerikanischen Indianern, deren wenige Nachfahren (die meisten Stämme wurden ausgerottet), haben die südamerikanischen Indianer überlebt. Die Nachfahren der Azteken leben in den Mexikanern, der Mayas u. a. in den Guatemalteken, der Inkas in den Peruanern, Ecuadorianern, Kolumbianern usw. fort.
Die „Millionen Geschlachtete im Zeichen des Kreuzes“ ist nichts als ein böswillige Verleudmung von Lohengrin (antiklerikales Nachplappern der zeitgeistigen Geschichtsfälschungen!)!
Der Gatte Der Evelin
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#3   Lohengrin   11:23:07 | Sonntag, 5. März 2006
Hexen und andere Feinde
Dieser Artikel offenbart eine sehr menschenverachtende Haltung. Nicht die Zahl der Opfer ist das entscheidende, sondern der Geist, der aus einer solchen Verfolgung spicht! D. h. Menschen zu töten, weil sie den Verdacht erregen, mit den Lehrmeinungen der Religion nicht konform zu sein. Ob das 1.000 oder 10.000 oder mehrere Millionen Opfer sind, ist dann bloß noch eine Frage des Umfanges, aber nicht mehr der grundsätzlich intoleranten Haltung, die bis zur Vernichtung des Gegners geht.
Im übrigen mag die Zahl der Opfer der Hexenverfolgung in der Tat gar nicht besonders hoch sein (und ist sie meines Wissens auch nicht) – die Opfer, die im Zeichen des Kreuzes v. a. in Lateinamerika geschlachtet wurden, gehen aber mit Sicherheit in die Millionen.
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#2   Evelin   11:21:15 | Sonntag, 5. März 2006
Hexenhammer
Aber der Hexenhammer von 1485, ist der nicht von „der Inquisition veröffentlicht“ worden? Antwort: Nein.
Das Buch wurde von zwei übereifrigen Dominikanern geschrieben, deren Wirken und Werke aber von vielen katholischen Bischöfen als zelotisch und kindisch abgewiesen wurde, so zum Beispiel vom Bischof von Bozen.
Nicht einmal das ist richtig: Egon v. Petersdorff schreibt in seiner Daemonlogie, dass der Hexenhammer die Lehre der Kirche über Hexen richtig zusammenfaßt. Den Hexenhammer zu verurteilen – ohne sich mit ihm befaßt zu haben – ist nur eine Anbiederung an den Zeitgeist, so wie das Nachplappern der „Millionen Hexenverbrennungen“.
Der Gatte der Evelin
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#1   Ansgar   11:10:13 | Sonntag, 5. März 2006
Abgesehen davon…
… daß der Dualismus „Kirche – Bürgertum“ problematisch ist, ist dem Autor zuzustimmen. Ich befürchte, man muß diese Fakten genauso gebetsmühleartig wiederholen, wie die Kirchenkritiker es mit ihren Märchen über die Hexenverbrennung tun. Ähnliches wäre über andere antikirchliche Stereotype zu sagen. Kondomverbot fördert AIDS in Afrika, wegen „Pillenezyklika“ gibt es Überbevölkerung, „die Kirche“ hat in den bösen Kreuzzügen die menschfreundlichen Muselmanen gemeuchelt. Und der Papst ist sowieso ein schlimmer Finger.
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