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Die Bischöfe tagen wieder + Personalpolitik + Ein Tier, das es nicht geben darf + Der letzte italienische Papst + Warum die Kirche das Sexualleben der Menschen kontrolliert
Die Bischöfe tagen wieder

Deutschland. Gestern tagte die Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz zum ersten Mal in Berlin. Die 70 Teilnehmer werden sich bis Donnerstag vorwiegend mit innerkirchlichen Themen befassen. Ein Tag wird der Jugendpastoral gewidmet sein. Auch die Finanzkrise des Bistums Berlin wird zur Sprache kommen. Die Mehrheit der 27 deutschen Bistümer hat sich bereit erklärt, den Abbau des Berliner Schuldenberges mit Hilfe von Krediten zu erleichtern.

Personalpolitik

Vatikan. Der Name des Apostolischen Nuntius in Frankreich, Mons. Fortunato Baldelli (70), macht im Vatikan die Runde. Das berichtete kürzlich die argentinische Tageszeitung ‘Clarin’. Mons. Baldelli war vor seiner Ernennung nach Paris Nuntius in Peru. Am 16. Februar empfing ihn Papst Benedikt XVI. – der nur selten Nuntien empfängt – zu einem Gespräch unter vier Augen, von dessen Inhalt nichts bekannt wurde. Jetzt glaubt man in Rom, daß Mons. Baldelli, wenn nicht zum Staatssekretär, so doch zu einem wichtigen Posten in der Römischen Kurie berufen werden soll. Auch für zwei wichtige Prälaten im Staatssekretariat – den argentinischen Erzbischof Leonardo Sandri und den italienischen Erzbischof Giovanni Lajolo – wird ein Karrieresprung erwartet.

Ein Tier, das es nicht geben darf

China. In der inneren Mongolei wurde das Fossil eines biberähnlichen, 50 cm langen Säugetiers gefunden, das vor 164 Millionen Jahren – der Zeit des „mittleren Jura“ – gelebt haben soll. Das berichtete das ‘Hamburger Abendblatt’ am 27. Februar. Seit Jahrzehnten glauben sogenannte Evolutionsbiologen, daß die Säugetiere erst vor 65 Millionen Jahren aufgetaucht sind. Vorher habe es allenfalls mausgroße Landsäugetiere gegeben.

Der letzte italienische Papst

Italien. Gegenwärtig wird in Italien ein Fernsehfilm mit dem Titel „Luciani, der letzte italienische Papst“ gedreht. Davon berichtete das katholische Wochenmagazin ‘Famiglia Cristiana’. Im Film geht es um Papst Johannes Paul I., der im Jahr 1978 nach 33 Tagen auf dem Papstthron überraschend verstarb. Das Drehbuch wurde von Giuseppe de Carli, dem Vatikanisten der Tagesschau des ersten Staatsfernsehens verfaßt.

Warum die Kirche das Sexualleben der Menschen kontrolliert

„Javier Kardinal Lozano Barragan – der Präsident des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral – wurde während eines Besuches in Litauen vom staatlichen Fernsehen interviewt und dabei gefragt, warum die Kirche das Sexualleben der Menschen kontrollieren wolle. Er antwortete: »Schauen Sie, jeder Mensch steht vor zwei Wegen: Einer führt zum Leben, der andere zum Tod. Ich habe die Pflicht, Ihnen zu sagen, welcher Weg zum Tod und welcher zum Leben führt. Anschließend haben Sie die Pflicht zu wählen.«“

Aus einem am 1. März auf ‘Catholic News Service’ publizierten Artikel über den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral, Javier Kardinal Lozano Barragan (73).
      
8 Lesermeinungen
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#8   santa rita   12:56:41 | Donnerstag, 9. März 2006
Goethe
Wenn ich an die deutschen Bischöfe denke fällt mir nur noch Goethe ein: „Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten“.
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#7   Sirilo   21:16:28 | Dienstag, 7. März 2006
Zur Finanzkrise der Kirche
Leider haben die maßgeblichen Führer der Kirche die alttestamentarische Geschichte (aus dem Buch Genesis) von den sieben fetten Jahren und den sieben mageren Jahren vergessen und nicht beherzigt. In diesem Fall waren sie keine „Hörer des Wortes“…
Sie haben genauso sorglos und zukunftsvergessen in den Tag hineingelebt wie die weltlichen Führer.
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#6   bonifatius   19:40:54 | Dienstag, 7. März 2006
@ Ketelhohn – Erwiderung
Warum hat man die Stadt Berlin, die seit Kriegsende bis heute eine dreistellige Mrd.-zahl € aus bundesdeutschen Steuergeldern subventioniert bekam, deindustrialisiert?
Gab es außer Polen keine Arbeitswilligen mit deutschem Pass?
Zur Berliner Diözese: Kann man Glaubensverkündigung nur mit Geld kaufen?
Ja, sie haben recht, die Kirchenführung der Wessis hatte zu guten Zeiten der deutschen Wirtschaft zu viel Geld, um sich um Dinge zu kümmern, die eher kontraproduktiv waren. Und es wurde Personal eingestellt Legion: Soziologen, Pädagogen, Psychologen, Diplomtheologen (keine Priester) u.s.w. und so weiter. War ja sehr sozial. Hat aber mit Glauben und Weitergabe wenig zu tun. Und dann haben Kirchenaustritte und weniger Steuereinnahmen zu unliebsamen Kündigungen geführt. Die vielen Beispiele, die man aufführen könnte, zeigen, daß materielle und monetäre Prosperität der Kirche selten nützt.
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#5   Robert Ketelhohn   16:52:20 | Dienstag, 7. März 2006
Anmerkungen
Zitat: »Am 16. Februar empfing ihn Papst Benedikt XVI. – der nur selten Nuntien empfängt – zu einem Gespräch unter vier Augen, von dessen Inhalt nichts bekannt wurde.«
Die Meldung baut auf falschen Voraussetzungen auf. Der Heilige Vater hat im letzten Jahr förmlich einen Nuntius nach dem andern empfangen. Online nachzulesen im Bollettino der Sala Stampa.
–------
Benedikt: Auf Bundesebene regiert dieselbe Bonzenklasse, nach den letzten Wahlen noch schlimmer als zuvor.
Bonifaz: „Faß ohne Boden“ ist Berlin eigentlich erst geworden, nachdem man es deindustrialisiert hat. Am schlimmsten seit Mitte der 90er Jahre.
Was die kirchliche Seite betrifft, so liegt der Grund der Misere darin, daß die Gremien und Räte nach dem Fall der Mauer sozusagen den Rückstand gegenüber den west- und süddeutschen Diözesen in Sachen Ausstattung des Apparats aufholen wollten. Der Bischof hatte keine Kraft (und hat sie wohl immer noch nicht wirklich), diesem Anspruch der Apparatschiks entgegenzutreten.
Letztlich hat man in der Berliner Diözese also nichts anderes gemacht als die Wessis, sogar immer noch viel weniger. Nur gab es hier keine Substanz, von der man noch ein wenig hätte zehren können, so wie’s die Wessis noch können. Aber dort geht’s ja auch zu Ende.
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#4   Benedikt   13:46:20 | Dienstag, 7. März 2006
@ bonifatius
Ach ja, Berlin war immer schon ein Fass ohne Boden. Dies gilt nicht nur für das Bistum.
Allerdings. Muss wohl an der Luft liegen…
Eigentlich hätte man es als „Reliquie“ der ruhmreichen Deutschen Demokratischen (Volks)republik den damaligen Bonzen und Aparatschiks belassen sollen – oder regieren die heute noch dort?
Zwar (noch) nicht auf Bundesebene, aber im Stadtstaat. Dort werden die Herren Altkommunisten übrigens ganz schnell zu Realos. Kein Wunder: Für sozialistische Träumereien fehlt dort das Geld.
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#3   bonifatius   13:35:36 | Dienstag, 7. März 2006
Berlin-Fass ohne Boden
Ach ja, Berlin war immer schon ein Fass ohne Boden. Dies gilt nicht nur für das Bistum.
Eigentlich hätte man es als „Reliquie“ der ruhmreichen Deutschen Demokratischen (Volks)republik den damaligen Bonzen und Aparatschiks belassen sollen – oder regieren die heute noch dort?
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#2   sacerdos helveticus   10:51:26 | Dienstag, 7. März 2006
Mutiges Wort
Kardinal Barragan gebührt grosses Lob, dass er die Sache so klar auf den Punkt gebracht hat.
Die Kirche hat den Weg, der zum Ewigen Leben führt zu lehren und vor dem Weg, der ins Verderben führt zu warnen. Jeder Mensch ist aufgefordert zu wählen.
Schon im Altemn Testament wurde dies ähnlich ausgedrückt: „Leben oder Tod lege ich dir vor, Segen oder Fluch. Wähle das Leben!“
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#1   catharina   10:50:19 | Dienstag, 7. März 2006
Erfreulich!
»Schauen Sie, jeder Mensch steht vor zwei Wegen: Einer führt zum Leben, der andere zum Tod. Ich habe die Pflicht, Ihnen zu sagen, welcher Weg zum Tod und welcher zum Leben führt. Anschließend haben Sie die Pflicht zu wählen.«
Das ist denn einmal eine Äußerung, wie man sie von einem Kirchenmann erwarten sollte: einfach, ohne vereinfachend zu sein, deutlich, ohne zu dramatisieren.
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