Am 14. November veröffentlichte das „Schweizerische Katholische Sonntagsblatt“ einen kleinen Leserbrief, der eine große Reaktion hervorgerufen hat. Alles wegen eines Pferdestalles.
(kreuz.net, Einsiedeln) Das berühmte Schweizer Benediktinerkloster Einsiedeln renoviert seine Pferdestallungen
für 5,7 Millionen Franken (3,7 Millionen Euro). Das hat einen kleinen Leserbriefschreiber auf den Plan
gerufen. Er veröffentlichte im kleinen „Schweizerischen Katholischen Sonntagsblatt“ einen kleinen Leserbrief.
Das „Schweizerische Katholische Sonntagsblatt“ erscheint wöchentlich im sanktgallischen Goldach (Ostschweiz)
mit einer Auflage von ungefähr 10.000 Exemplaren.
Der kleine Leserbriefschreiber schlägt vor, daß
das Kloster, statt die Pferdestallungen zu „vergolden“, eine Kirche zur Verehrung des Herzens Jesu errichten
möge.
1927 hätten sich die schweizer Katholiken dem heiligsten Herzen Jesu geweiht und bei dieser Gelegenheit
in der Klosterkirche zu Einsiedeln an prominenter Stelle eine große sitzende Herz-Jesu-Statue inthronisiert.
Bei der letzten Renovierung der Klosterkirche sei der thronende Christus ins Treppenhaus abgestellt worden,
wo er ein „kümmerliches Dasein“ friste.
Der Leserbriefschreiber macht darum als Vertreter des „Zönakel
Pater Pio“ den Vorschlag: „Es soll eine Sühne-Friedenskirche gebaut werden, wo diese prächtige Statue
wieder einen Ehrenplatz bekäme. Die Weihe soll erneuert und das eucharistische Herz-Jesu Tag und Nacht
angebetet werden. Jede Schweizer Pfarrei solle sich einmal im Jahr an dieser Anbetung beteiligen.“
Der
Pfedestall solle dagegen für 100.000 sfr. (65.000 Euro) sanft renoviert und der Rest des Geldes in den
Kirchenneubau investiert werden. Ein Aufruf zu einer Postkartenaktion an den Bischof von Chur („Wir wünschen
diese Friedenskirche“) rundet den Leserbrief ab.
In den falschen Hals ist dieser Vorschlag beim hochwürdigsten
Herrn Abt geraten. „In aller Form“ distanziert er sich in neun Punkten von den „Unterstellungen“ des kleinen
Leserbriefschreibers.
Sechs Punkte beschäftigen sich mit Reitstall und Pferdezucht, die in Einsiedeln
eine lange Tradition haben. Ein Punkt erwähnt die Nichtzuständigkeit des Bischofs von Chur.
In zwei
Punkten geht der Abt auf das Herz Jesu ein. Im Kloster werde der Herz-Jesu-Freitag mit Votivmesse und
eucharistischer Aussetzung während der Komplet (Nachtgebet) begangen. Außerdem sei die Herz-Jesu-Statue
nicht „in ein Treppenhaus abgeschoben“ worden, sondern stünde an einem würdigen Ort vor der Beichtkirche.
Ansichtssache.
„Schreiber und Schriftleitung müßten sich bewußt sein, welcher Schaden mit solchen
unqualifizierten Äußerungen angerichtet werden kann“, meint der Abt abschließend.
Und kreuz.net: Dem
Abt seine Spenden und dem kleinen Leserbriefschreibe seine ewige landesweite Herz-Jesu-Anbetung.
Beide
Anliegen verdienen es, gehört zu werden.
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2 Lesermeinungen
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Armer Abt! „Schreiber und Schriftleitung müßten sich bewußt sein, welcher Schaden mit solchen unqualifizierten
Äußerungen angerichtet werden kann“, meint der Abt abschließend. Der arme Abt scheint keine Kritik
gewohnt zu sein, da sonst die Bischöfe im Pressevisier zu stehen pflegen. Mein Mitleid mit diesem armen
mißverstandenen Abt, der solch „unqualifizierte Äußerungen“ von Laienseite ertragen muß. Laien sind
halt doch Gfraster.
#1 Don Carlos 23:20:34 | Freitag, 10. Dezember 2004
Kleiner Artikel – Großer Aufschrei Wenn die Abtei Einsiedeln für eine solch hohe Summe die Pferdeställe
saniert, wäre es doch ein leichtes, das Defizit von rd. 400.000 Euro aus dem Papstbesuch zu übernehmen,
anstatt den kleinen Mann zur Kasse zu bitten.