Liturgie
Kirche am Ball
„Herr, wir bringen ein Paar Fußballschuhe als Dank für unsere Füße, mit denen wir laufen können, die uns tragen und mit denen wir Fußball spielen.“
(kreuz.net) Auch die Katholische Kirche bereitet sich auf die Fußball- Weltmeisterschaft vor, die diesen Sommer in Deutschland stattfinden wird.

Dazu wurde eine eigene Heimseite eingerichtet, deren Geleitwort vom Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, verfaßt wurde.

Er freue sich auf dieses sportliche Großereignis, das nach dem Weltjugendtag 2005 in Köln wieder den Blick der Welt auf Deutschland richte, erklärt der Kardinal:

„Wenn Gäste kommen, dann bieten wir ihnen das Beste an, was wir haben: Wir öffnen unsere Kirchen und schaffen Raum für Begegnungen – mit den Menschen in unseren Pfarrgemeinden, mit der Geschichte des Glaubens in unserem Land, vor allem aber mit Jesus Christus selbst.“

Die dazu geschaffene Internetseite informiert über verschiedene Initiativen und Angebote der Kirche zur Fußballweltmeisterschaft.

Dazu gehören Aktivitäten an den Austragungsorten sowie die Angebote der Ausländerseelsorge, der kirchlichen Hilfswerke und Verbände.

Kardinal Lehmann beschließt seine einführenden Wort mit dem Gebet der Fußball-Nationalmannschaft aus Ghana:

„Herr, laß uns fair spielen. Laß unser Spiel in deinen Augen gut sein. Laß unser ganzes Leben ein faires Spiel sein, eine Augenweide für dich und die Mitmenschen. Wenn du gnädig bist, dann laß uns gewinnen, hier im Spiel und später, wenn das Leben und das Spiel zu Ende sind.“

Auf der Webseite gibt es unter anderem auch eine liturgische Anregung für eine Gabenprozession mit Symbolen aus der Fußballwelt.

Als Symbole sind dabei ein Trikot, Fußballschuhe, ein Ball, eine Fanfahne oder ein Fanschal sowie Brot und Wein vorgesehen.

Hier der Text für ein fußballgerechtes Offertorium während der Heiligen Messe:

„Die Gaben, die wir bei jeder Messe bereiten, sind Zeichen für unser Leben und unsere Welt. Wenn wir sie bringen, bringen wir uns selber mit allen Freuden und Sorgen, mit allem, was zu unserem Leben gehört. In diesen Tagen gehört die Fußball-Weltmeisterschaft für viele Menschen besonders mit dazu.

Das Trikot wird zum Altar gebracht:

Herr, wir bringen dir das Trikot, das wir am Körper tragen. Als Zeichen des Dankes für unseren Körper, mit dem wir uns bewegen und Leben erfahren dürfen.

Fußballschuhe werden zum Altar gebracht:

Herr, wir bringen ein Paar Fußballschuhe als Dank für unsere Füße, mit denen wir laufen können, die uns tragen und mit denen wir Fußball spielen.

Ein Ball wird zum Altar gebracht:

Herr, wir bringen den Ball. Als Zeichen des Dankes dafür, daß wir mit anderen spielen können und im Spielen und durch das Spiel anderen Menschen begegnen.

Eine Fanfahne oder ein Fanschal wird zum Altar gebracht:

Herr, wir bringen dir eine(n) Fanfahne (-schal) als Zeichen des Dankes für die Freude und Begeisterung, die wir durch den Sport empfangen.

Brot und Wein werden zum Altar gebracht:

Wir bringen dir, Herr, Brot und Wein als Zeichen für unsere Gemeinschaft mit dir und als Dank, daß du unter uns gegenwärtig bist.“
      
8 Lesermeinungen
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#8   Salz der Erde   17:52:16 | Montag, 6. März 2006
Das Beste geben!
„Wenn Gäste kommen, dann bieten wir ihnen das Beste an, was wir haben: Wir öffnen unsere Kirchen und schaffen Raum für Begegnungen – mit den Menschen in unseren Pfarrgemeinden, mit der Geschichte des Glaubens in unserem Land, vor allem aber mit Jesus Christus selbst.“
Das ist der Text vom Lehmann. Diese Text erinnert mich an die Worte von Papst Benedikt:
„Wir als Christen sind dazu verpflichtet dem Nächsten das beste zu geben, nämlich Jesus Christus“
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#7   sacerdos helveticus   17:24:39 | Montag, 6. März 2006
Gabenprozession
Ob die Wiedereinführung der Gabenprozession im Gefolge der jüngsten Liturgiereform eine glückliche Sache war, darüber kann man verschiedener Meinung sein. Bei den Papstmessen macht sie durchaus einen gewissen Eindruck.
Nicht vergessen werden darf, dass die bei uns übliche Kollekte während des Offertoriums ein Relikt des altchristlichen Opferganges ist. Damals brachten die Gläubigen selbst die für die Feier der Eucharistie notwendige Materie und auch Gaben für die Armen zur Eucharistiefeier mit. An manchen Orten hielt sich auch bis in unssre Tage gerade bei Totenmessen eine Form des Opferganges, bei der die Gläubigen ihr Geldopfer zu den Altarschranken bringen.
Eine spezielle Form der Gabenprozession kannte der überlieferte Ritus der Heiligsprechung. Bei der dem Akt folgenden Papstmesse wurden seit dem Mittelalter besondere Gaben zum Altar getragen (Kerzen, Wein, Brot und Vögel).
Wahrscheinlich knüpte man bei der Wiederbelebung dieses Brauches hieran an.
Die Gefahr ist, dass der Ritus leicht unernst wird, und vom eigentlichen Geschehen ablenkt, wenn alles und jedes zum Altar getragen wird, das kaum eine Beziehung zum Heiligen Opfer hat.
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#6   Benedikt   15:45:37 | Montag, 6. März 2006
@ Stimme
Gabenprozession ist eine NOM-Erfindung.
Gibts mW auch im Ambrosianischen Ritus. Beim NOM wollte man da wohl Güter aus anderen Riten zusammenfassen, daher auch die drei Lesungen.
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#5   Stimme aus dem Tradiland   15:33:57 | Montag, 6. März 2006
@ Gotthard
Gabenprozession ist eine NOM-Erfindung. In der alten Liturgie werden Sie dazu nichts finden. Die Frage ist umgekehrt zu stellen: Nach welcher lit. Vorschrift soll eine Gabenprozession zulässig sein (NOM-Vorschriften gelten selbstverständlich nicht)?
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#4   Gotthard   15:08:34 | Montag, 6. März 2006
Gabenprozession
Was ist gegen den Vorschlag einzuwenden? EIne Gabenprozession mit Texten ist gegen keine liturgische Vorschrift und nicht gegen den Geist der Liturgie.
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#3   Benedikt   15:01:56 | Montag, 6. März 2006
Oh wei
Das hier geht:
„Herr, laß uns fair spielen. Laß unser Spiel in deinen Augen gut sein. Laß unser ganzes Leben ein faires Spiel sein, eine Augenweide für dich und die Mitmenschen. Wenn du gnädig bist, dann laß uns gewinnen, hier im Spiel und später, wenn das Leben und das Spiel zu Ende sind.“
Der Rest ist unterirdisch, das muss man leider so sagen.
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#2   Willi   14:58:26 | Montag, 6. März 2006
Sport ist …
Wer braucht so eine Seite? Schlimm, daß man dafür Gelder ausgibt, die in der Pastoral oder zum Erhalt von Kirchen besser angelegt wären. Ich schließe mich an: Eigentor!
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#1   chancel_screen   14:36:12 | Montag, 6. März 2006
Zwischenergebnis
Pforten der Hölle – Heilige Mutterkirche 1:0 (Eigentor von Lehmann).
Die Kirche spielt nur noch gegen den Abstieg!
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