Modernismus
Vorwärts zur sogenannten Urkirche
Im Bistum Fulda ist man eifrig dabei, Laien für die Abhaltung von sogenannten Wort-Gottes-Feiern auszubilden. Leider ist die Initiative nicht frei von kirchenpolitischen Hintergedanken.
(kreuz.net, Neuhof) In der Pfarrei Neuhof bei Fulda halten Laien Gottesdienste. Das ganze wird als „Pilotprojekt »Lebendige Liturgie«“ verkauft.

Alles beginnt wie eine richtige Messe mit Glocken und brennenden Kerzen am Altar. Doch als die kleine Glocke am Ausgang der Sakristei erklingt, zieht eine Frau in den Chorraum ein und eröffnet einen Gottesdienst. Er nennt sich „Wort-Gottes-Feier“.

Die katholische Pfarrgemeinde St. Michael in Neuhof hat sich zum Vorreiter eines Projekts zur Umsetzung des so genannten „Pastoralen Prozesses“ im Bistum Fulda gemacht.

Neuhof liegt 15 km südwestlich von Fulda.

Zur Pfarrei unter der Verantwortung von Pfarrer Bernhard Axt zählen auch die Filialgemeinden in den drei Neuhofer Ortsteilen Dorfborn, Tiefengruben und Rommerz.

Im Herbst 2005 trafen sich erstmals zwölf Personen zusammen mit Pfarrer Axt zur Konstituierung eines pfarrübergreifenden Arbeitskreises „Lebendige Liturgie“.

Vorausgegangen war ein erster diözesanweiter Praxiskurs unter dem gleichnamigen Arbeitstitel „Lebendige Liturgie“. Dabei wurden katholische Laien zur Leitung sogenannter „Wort-Gottes-Feiern“ ausgebildet.

Inzwischen ist bereits der zweite Praxiskurs unter der Verantwortung der „Diözesanbeauftragten für die liturgische Ausbildung von Laien im Rahmen des Pastoralen Prozesses“, Frau Dr. Maria-Regina Broj, im Bistum Fulda angelaufen.

Beim jüngsten Studientag Anfang Februar im Bonifatiuskloster Hünfeld sind mehr als 140 „Teilnehmerinnen und Teilnehmer“ aus den Pfarreien der gesamten Region Fulda zusammengekommen.

Das Bistum Fulda gliedert sich in die vier Regionen Hanau, Fulda, Kassel und Marburg.

Unter den Absolventen des Studientages befinden sich Personen aller Alterstufen. Frauen bilden die Mehrheit.

„Es ist der bislang stärkste Studientag“, bemerkt Frau Dr. Broj „mit Stolz“.

Dies zeige, daß die Gläubigen im Bistum Fulda die Zeichen der Zeit erkannt hätten und „sich ihrer aus Taufe und Firmung erwachsenen Verantwortung bewußt“ seien, zeigt sich Frau Broj überzeugt.

Unterstützt wird diese Ausbildung von Gottesdienstleitern auch von führenden Mitgliedern des sogenannten „Fuldaer Kreises für eine offene Kirche“, beispielsweise vom Hünfelder Stadtpfarrer Alfons Gerhardt, einem Gründungsmitglied des „Fuldaer Kreises“, der ähnliche Ziele verfolgt wie die kirchenkritischen Initiativen „Kirche von unten“ und „Wir sind Kirche“.

Eine Kursteilnehmerin:
„Wir wollen so die Gemeinde daran gewöhnen, daß es künftig Gottesdienste ohne Pfarrer geben kann.“
„Wir wollen so die Gemeinde daran gewöhnen, daß es künftig Gottesdienste ohne Pfarrer geben kann. Dies wird umso bedeutungsvoller sein, wenn nicht immer in der Woche die Eucharistie gefeiert werden kann. Dann können wir den Gemeindemitgliedern ‘Wort-Gottes-Feiern’ für die liturgische Zusammenkunft anbieten“, so eine Kursteilnehmerin.

Basierend auf dieser Ausbildung ist nun in Neuhof als „Pilotprojekt“ ein pfarrübergreifender Arbeitskreis für „Lebendige Liturgie“ aufgebaut worden.

Die Ergebnisse dieses Arbeitskreises werden im Internet dokumentiert.

Verantwortlich für die Durchführung des Projekts zeichnet sich neben Pfarrer Axt der aus Neuhof-Rommerz stammende Hanauer Klinikpfarrer Werner Gutheil.

Schon in der Urkirche sei es üblich gewesen, daß während der Woche Laien „Wort-Gottes-Feiern“ leiteten, während sich die Gemeinde nur an Sonntagen „zum gemeinsamen Brotbrechen mit einem Priester“ getroffen hätte, weiß Klinikpfarrer Gutheil zu berichten.

Daß die Wertschätzung der Eucharistie vor diesem Hintergrund keine allzu große Rolle spielt, kann nicht sonderlich verwundern.

Seit einigen Jahren gibt es Klagen über liturgische Sonderwege und Mißbräuche in der Neuhofer „Pilotpfarrei“, die von der Fuldaer Diözesanleitung offenbar gerne überhört werden.

So sei es beispielsweise unter der Verantwortung von Pfarrer Bernhard Axt üblich geworden, daß die Gläubigen am Gründonnerstag die Kommunion unter beiden Gestalten empfingen.

Dabei tunkten die Kommunikanten die Heilige Hostie selber in den Kelch mit dem Blut Christi und empfingen die eingetunkte Hostie mit der Hand.

Diese Praxis stellt jedoch nicht nur ein Ärgernis dar, sondern widerspricht der kirchlichen Ordnung – auch dem Direktorium der Diözese Fulda 2006 (Seite 56).

Pfarrer Axt ist zugleich geistlicher Leiter der sogenannten „Charismatischen Erneuerung“ im Bistum Fulda.

In den in der Pfarrei Neuhof regelmäßig stattfindenden charismatischen „Lobpreisgottesdiensten“ ist die Selbstbedienung beim Empfang der Hostie und das Eintunken in den Kelch ebenfalls der Normalfall.

Vor diesem Hintergrund ist zweifelhaft, ob die dem Sakrament geschuldete Ehrfurcht eingehalten wird und die Gläubigen in rechter Weise über den Sinn der Kelchkommunion unterwiesen werden.

Die römische Liturgie-Instruktion „Redemptionis Sacramentum“ vom 25. März 2004 bestimmt unter dem Punkt 104:

„Es ist dem Kommunikanten nicht erlaubt, selber die Hostie in den Kelch einzutauchen oder die eingetauchte Hostie mit der Hand zu empfangen.“

Bei der Kelchkommunion durch Eintauchen der Hostie dürfen die Gläubigen das Sakrament also nur mit dem Mund empfangen.

Die ‘Allgemeinen Einführungen ins Römische Meßbuch’ bestimmen auch, daß es den Gläubigen freigestellt bleiben muß, nur den Heiligen Leib Christi zu empfangen (Nr. 281-287).

Mit liturgischen Vorschriften nimmt man es in der „Pilotpfarrei“ St. Michael in Neuhof also nicht so genau.

Ob die Ausbildung von Laien zu Gottesdienstleitern die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen oder gar zu einer geistlichen Erneuerung beitragen wird, kann zu Recht bezweifelt werden.
      
22 Lesermeinungen
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#22   Isidor   23:28:38 | Donnerstag, 13. April 2006
Lehramt der Kirche?
Danke Johanna – aber das ist nicht nur in priesterlosen Gemeinden so, nein auch in Gemeinden wo noch Priester sind. Diese aber fördern die sogenannten Frauen am Altare – vielleicht sind das ja die Priesterinnen für die Kardinal Lehmann ist. Kommunionhelferinnen die nicht einmal eine Kniebeuge vor dem Tabernakel praktizieren etc. etc., ganz zu schweigen von dem was sie dort berühren.
Heute Abend beim Abendmahlsamt in St. Walburga Werl -fand auch das „eintunken der Hostie“ in den Kelch durch die Gläubigen selbst statt. Wie kann man in dem Artikel aber lesen…
Ja, man sehe, höre und bitte den hl. Geist um die Unterscheidung der Geister. Lehramt der Kirche – wer kümmert sich drum? Interessiert doch offensichtlich keinen mehr in diesem Kirchentheater in Deutschland.
Wir können nur noch beten für den Klerus.
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#21   Johanna   09:43:03 | Montag, 13. März 2006
Eucharistie wird rasant abgewertet
Da ich selbst in einer priesterlosen Gemeinde in der Diaspora lebe, kenne ich die Folgen der etablierten Wortgottesfeiern genau: Bei uns findet im Ort maximal 1x pro Monat eine heilige Messe statt. Stattdessen werden Wortgottesdienste mit Kommunionfeier angeboten, die der heiligen Messe im Ablauf stark angeglichen sind, so dass für viele „kein grosser Unterschied“ mehr zu dieser besteht. Der Priestermangel zusammen mit dem rasanten Schwinden von Wissen über Glaubensinhalte und Glaubensverständnis führt schneller als man meinen möchte dazu, dass sich eine Parallelkultur in der katholischen Kirche entwickelt, in der vieles, was dem katholischen Selbstverständnis und der Lehre der katholischen Kirche widerspricht, von Laien einfach eingeführt und praktiziert wird. Frauen am Altar, verheiratete Laientheologen, die „messeähnliche“ Gottesdienste feiern und so den Eindruck verstärken, man bräuchte eigentlich keine Pfarrer mehr. Den Gläubigen wird suggeriert, die Art des am Sonntag besuchten Gottesdienstes spiele keine Rolle, die Eucharistie werde völlig überbewertet. Die Eucharistie als Mitte christlichen Glaubens wird rasant abgewertet. Kirchentreue Priester werden von der Gemeinde ferngehalten, angeblich,„weil viele Gläubige so altmodische Fundamentalisten nicht wollen“.Die Einheit der Kirche ist an Orten mit so einer Praxis bald nichts mehr wert, vom Lehramt der Kirche ganz zu schweigen.
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#20   Benedikt   14:14:04 | Mittwoch, 8. März 2006
@ Toby
Wo bleibt hier die eucharistische Sehnsucht?
Ja wo soll die schon herkommen, bei der fortwährenden Entsakralisierung usw…
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#19   Toby   13:27:57 | Mittwoch, 8. März 2006
@ Benedikt
Steffen hat wohl gemeint, dass in priesterlosen Gemeinden, bei denen regelmäßig „Laiengottesdienste“ abgehalten werden, beispielsweise Priester auf Durchreise oder im Urlaub, die sich anbieten, eine hl. Messe zu feiern, eben daran gehindert werden mit dem Hinweis auf die fest etablierten „Wort-Gottes-Feiern“. Das habe ich auch schon gehört.
Das Perfide ist, dass unter dem Deckmantel der Frömmigkeit die Eucharistiefeier als „Normalfall“ der gottesdienstlichen Gemeinschaft auch an Wertagen eleminiert wird, wobei ich niemandem böse Absicht unterstelle. Aber man kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass eine nicht mehr stattfindende Eucharistiefeier an Werktagen gar nicht mehr als Mangel empfunden wird, sondern – im Gegenteil – als mögliche Bereicherung durch alternative Laiengottesdienste. Wo bleibt hier die eucharistische Sehnsucht?
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#18   Benedikt   11:54:08 | Mittwoch, 8. März 2006
@ Steffen
Vergessen wir auch nicht, dass in manchen Diözesen am Werktag Priester nicht zelebrieren dürfen,
Wo ist das der Fall? Nach dem CIC sind die Priester gehalten, täglich zu zelebrieren. Es kann einem Priester daher eigentlich schwerlich die Zelebration untersagt werden. Im Gegenteil habe ich schon öfter erlebt, dass Priester aus diesem Canon ein Recht ableiten.
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#17   Benedikt   14:36:11 | Dienstag, 7. März 2006
@ maja
So weit aneinander vorbei reden wir nicht. Mir ist durchaus klar, dass es da um werktägliche Wort-Gottesdienste geht und das habe ich, wie weiter unten zu lesen, auch nicht rundheraus abgelehnt.
Was ich meine ist, dass es auf Dauer möglicherweise nicht bei der Beschränkung auf Werktage bleibt. In einem anderen Forum www.mykath.de/index.php?s=&showtopic=1… habe ich bereits lesen müssen, dass ein Pfarrer eine Osternachtsmesse (!) nur in den Morgenstunden anbieten konnte, weil er zwei Messe zu lesen hatte. Daraufhin hat sich die Gemeinde für einen Wortgottesdienst entschieden. In der Osternacht.
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#16   nachtlaterne71   14:10:04 | Dienstag, 7. März 2006
@Benedikt
Ich glaube, wir reden von verschiedenen Dingen: du sprichst von einem sonntäglichen Wortgottesdienst (dem tatsächlich die Gefahr innewohnt, daß er als Eucharistieersatz wahrgenommen wird) – ich spreche von einer werktäglichen Wortgottesfeier.
Ich gebe dir da recht, wo die Gefahr besteht, daß WGD als Messfeierersatz gehalten werden. Und ich meine wie du auch: besser Sonntags keine Alternative anbieten zur Messfeier, als einen WGD mit Kommunionausteilung. Dann mögen die Leute in die Nachbarpfarrei gehen.
Aber nun reden wir aneinender vorbei: ich spreche nicht davon. Ich spreche 8wie es der Artikel auch tut) von WERTÄGLICHEN WORTGOTTESFEIERN – ich gehe davon aus, daß hier die Kommunion nicht ausgeteilt wird, da dies im Artikel nicht erwänt wird. Das heißt ja nun lediglich: eine Pfarrgemeinde macht das Angebot, in der Kirche miteinander zu beten. Das ist löblich. Dieser WORTGOTTESDIENST wird geleitet von einer Frau – das ist fast die Regel. Diese liest (WORT-Gottes-Feier) aus dem Evgl. Auch das ist erlaubt. Sogar das Wort Gottes auslegen darf sie – da es keine Messe ist.
Von daher sehe ich nicht die geringste Gefahr für den Sonntag. Dort allerdings gehört solch eine Veranstaltung nicht hin.
Grüße Martin
PS: Macht Spaß hier!
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#15   Benedikt   13:54:33 | Dienstag, 7. März 2006
@ maja
Durch solche Einführungen wird keine Änderung des Status erreicht, sondern eine Bewegung in Gang gesetzt. Und die wird über kurz oder lang auch den Sonntag erreichen, wie es mancherorts ja schon sein soll. Alle paar Wochen kommt da der Pfarrer vorbei und konsekriert Hostien für die folgenden Wortgottesdienste mit Kommunionfeier. Das ist ein Abschied von der Hl. Messe auf Raten. Es mag durch Personalzwänge begründet werden: Diese Personalzwänge werden aber durch ein solches Vorgehen nicht verbessert, ganz im Gegenteil.
Dass auf Basis der hinter solchen Veranstaltungen stehenden Linie von Übereifrigen der Sinn des sakramentalen Weiheamts in Frage gestellt wurde versteht sich von selber.
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#14   nachtlaterne71   13:44:13 | Dienstag, 7. März 2006
Benedikt und Bussmann
Im Artikel geht es ausdrücklich nicht um Sonntage, sondern um Werktage. Ich zitiere: ?Wir wollen so die Gemeinde daran gewöhnen, daß es künftig Gottesdienste ohne Pfarrer geben kann. Dies wird umso bedeutungsvoller sein, wenn nicht immer in der Woche die Eucharistie gefeiert werden kann.“.
Damit dürfte die Verwechslung ausgeschlossen sein.
Ich bergrüße – ausdrücklich wie Frau Bussmann – die Leitung von Gottesdiensten durch „Laien“. Das ist besser, als kein religiöses Angebot zu haben.
Martin
Ich kann nur wiederholen: auch hier werden Gotesdienste (Rosenkranz, Kreuzweg etc) durch Gemeindemitglieder angeboten. Daß die Gemeindemitglieder für solche Angebote geschult werden (durchs Bistum oder durch Priester vor Ort) kann amn nur begrüßen.
Man möchte ja wissen, wer da vorbetet…
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#13   virOblationis   10:05:51 | Dienstag, 7. März 2006
Wort-Gottesdienst
Da haben Sie recht, Benedikt. Doch enttäuschen Sie auf diese Weise die Menge der Protestantisierer.
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#12   Benedikt   09:57:03 | Dienstag, 7. März 2006
@ B. Bussmann
eine sehr gute Idee, was im Bistum Fulda geschieht. Dies ist wohl auch ganz im Sinn von Papst Benedikt
Das Ersetzen der Eucharistiefeier durch einen Wort-Gottesdienst, welches ein Sich-Abfinden mit der priesterlosen Gemeinde bedeutet ist ganz sicher nicht im Sinne des Papstes.
Wort-Gottesfeier mögen ihren Sinn haben, dabei muss aber jeder Eindruck vermieden werden, es handele sich um das Gleiche wie eine Hl. Messe. Kerzen auf dem Altar sollte man deshalb besser auslassen und aufs Messglöckchen wenn möglich verzichten. Ideal wäre es, wenn man bei solchen Gottesdiensten den Altarraum gar nicht betritt. Das macht den Unterschied schnell deutlich.
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#11   Brigitte Bussmann   08:49:20 | Dienstag, 7. März 2006
Urkirche
eine sehr gute Idee, was im Bistum Fulda geschieht. Dies ist wohl auch ganz im Sinn von Papst Benedikt, der am Anfang seines Pontifikats sagte, dass er zum Ursprung zurück will, und dass er vor kurzem meinte, dass er den Frauen mehr Rechte in der Kirche geben will. Aber Wortgottesdienste können ja auch von Gemeinde- und PastoralreferentInnen gehalten werden, und das ist nichts Neues.
Mein besonderer Dank gilt hier dem Fuldaer Kreis, der diese Initiative ergriffen hat.
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#10   Toby   07:11:20 | Dienstag, 7. März 2006
Jodler-Diplom
Natürlich ist es grundsätzlich zu begrüßen, wenn traditionelle Andachtsformen fortgesetzt werden und den Laien in diesem Zusammenhang mehr Eigenverantwortung zugetraut wird.
Aber was soll jetzt dieses ganze Getue mit der „Ausbildung“ zu Gottesdienstleitern? Besonders die hier an den Tag gelegte Geschäftigkeit und „von oben“ verordnete Bürokratie erscheint doch einigermaßen befremdlich.
Als hätte es das früher nicht gegeben, dass sich fromme Frauen und Männer in der Pfarrei ohne einen Priester Rosenkranzgebet getroffen hätten – allerdings ohne „Ausbildung“.
Mit diesem ganzen Gerede und Getue wird ein offiziöser Touch suggeriert, der quasi amtlichen Charakter hat und die Laien gewissermaßen auf die gleiche Augenhöge wie die Priester stellen soll. Im Grunde genommen ist das aber doch lächerlich. Es erinnert mich irgendwie an Loriots „Jodler-Diplom“. Da hat man was Amtliches in der Tasche, und da ist man dann „wer“.
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#9   Melchisedech   23:36:20 | Montag, 6. März 2006
wort-gottes-feier
das klingt schon so steril und nüchtern. überall findet man heute diese art von gottesdienst und sie werden angepriesen als sei es eine wunderbare neuerfindung, der stein der wiesen zur rettung der kirche und der pfarreien. waren unsere ahnen eigentlich alle dumm, ungebildet und hinter dem mond als sie sich zum rosenkranz, zur andacht, zur anbetung zusammenfanden ohne klingeling, ohne quasiparamente, ohne fräuleins und frauen am altar. die normalsterblichen katholiken erkennen den irrtum und stimmen mit den füßen ab. die ausgebildeten und bischöflich bestellten wort-gottes-feier-leiter jammern, daß „ihre“ wort-gottes-feiern schlecht besucht seien. kirche wird lebendig wo die hl. eucharistie gefeiert wird. stattdessen zwängen unsere bistumsleitungen ihre neuerfindungen in vergangene volkskirchliche strukturen. hier wird krebs mit asperin behandelt. ein trost: die kirche gottes ist größer als die deutsche funktionärskaste.
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#8   Jörg Guttenberger, Köln   22:22:41 | Montag, 6. März 2006
Handkommunion
Für die Gegner der Handkommunion beginn die Tradition immer erst in 604 (Tod Papst Gregors des Großen), also dem Ende bzw. Neubeginn einer liturgischen Tradition.
Da ursprünglich nur samstags und sonntags Eucharistie gefeiert wurde, hat man den Gläubigen, die werktags kommunizieren wollten, den Leib des Herrn mit nach Hause (und damit unzweifelhaft in die Hand!) gegeben. Weil es hier zu Verunehrungen gekommen ist, hat man werktags während der täglichen Vesper Kommunion ausgeteilt. Diese Tradition der werktäglichen Liturgie der vorgeweihten Gaben hat sich in der byzantinischen Tradition während der Fastenzeit (bei uns allerdings ohne Vesper nur am Karfreitag) bis heute erhalten und wird dort nach dem o. a. Papst „Gregoriusliturgie“ genannt.
Laut Ikonographie hat sich die Handkommunion vereinzelt bis in das 8. Jahrhundert gehalten. Sie hat damit die ältere Tradition.
Heute ist sie m. W. in keiner östlichen Liturgie mehr üblich und erst von Papst Paul VI für die römische Liturgie wieder erneut genehmigt worden.
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#7   Evelin   21:17:57 | Montag, 6. März 2006
@ Traumaturgos
Die Handkommunion ist ein päpstliche genehmigter Liturgie-Mißbrauch.
Das Eintauchen des Leibes in das Blut Christi ist ein nicht päpstlich genehmigter Mißbrauch.
Der Unterschied ist nur für Papalisten von Interesse…
Der Gatte der Evelin
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#6   nachtlaterne71   20:44:35 | Montag, 6. März 2006
2. Teil
(danke, Romulus)
Noch ein Wort: Der Auto scheint noch sehr im pfarrlichen Denken verhaftet zu sein. Bei uns im Seelsorgebereich haben wir es so eingerichtet, daß in jeder unser 6 Zelebrationsstätten einmal wöchentlich Eucharistie stattfindet. Wer tgl. Messe möchte: bitte sehr. Wer täglich vor Ort Gottesdienst möchte, kann dies über den Liturgieausschuss doch ermöglichen (zum Beispiel über eine Wort-Gottes-Feier- werden wir in 5 Jahren auch haben).
Martin
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#5   Romulus   20:41:28 | Montag, 6. März 2006
@maja
Jetzt kannst Du weiterschreiben!
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#4   nachtlaterne71   20:33:00 | Montag, 6. März 2006
Kommunionempfang und WG-Feiern
„Nehmet und esset (trinket) alle davon.“ – so hieß es doch und nicht: „Nehmet und tunket“. Auch: „mein Blut ist ein wahrer Trank“ (und kein Tunk). Um die Zeichenhaftigkeit der Eucharistie zu verdeutlichen ist das Trinken aus dem Kelch angemessener. Das mache ich selbst auch immer deutlich, wenn ich die Messe feiere.
Aber als Alternative kann es nur geben: entweder müssen alle trinken oder es müssen alle zur Mundkommunion genötigt werden, wenn sie das Allerheiligste in der Gestalt des Weines empfangen wollen. Das empfinde ich pastoral nicht als unbedingt klug – und ist auch nicht durchsetzbar.
Aber jetzt die Frage, die mich bewegt: Was soll die ganze Geschichte von priesterlosen Gottesdiensten? Was hat das denn mit dem Kommunionempfang zu tun? Priesterlose Gopttesdienste haben wir hier sehr oft – hier beten die Laien den Rosenkranz und den Kreuzweg (meist vor der Messe). Warum sollte man denn dem Wort Gottes hier keinen besonderen Rang zukommen lassen, wenn es schon als Evgl. nicht in der Messe aufgrund von Priestermangel verkündet werden kann? Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was der Autor will. Ich habe einfach das Gefühl, daß er WGD und Kommunionausteilung in einen Topf wirf, kräftig umrührt und dann das alles negativ der PFarrei Neuhof anlastet. Warum nur? Mehr im 2. Beitrag zuviele Zeichen…
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#3   thaumaturgos   20:32:24 | Montag, 6. März 2006
communio per intinctionem
ist nicht ganz unüblich und KEIN liturgischer missbrauch, sonst wäre es die handkommunion ja auch …
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#2   Toby   19:47:44 | Montag, 6. März 2006
@ Gotthard
Das wird in dem Artikel auch nicht kritisiert. Bitte den Kontext beachten!
Kritisiert wird zu Recht die Selbstbedienung beim Empfang der Hostie und das Eintunken in den Kelch.
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#1   Gotthard   19:28:00 | Montag, 6. März 2006
Kelchkommunion
So sei es beispielsweise unter der Verantwortung von Pfarrer Bernhard Axt üblich geworden, daß die Gläubigen am Gründonnerstag die Kommunion unter beiden Gestalten empfingen.
DAS sollte der Normalfall in allen Pfarreien sein.
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