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Dienstag, 7. März 2006 07:50
Abtreibung abgetrieben
Der Gouverneur des US-Bundesstaates Süd Dakota hat ein bahnbrechendes Gesetz unterzeichnet. Lebensschützer hoffen, daß es nun von Kinderfeinden gerichtlich angefochten wird.
Lebensrechtsdemonstration in den USA: "Stoppt sofort die Kinderabtreibung"
Lebensrechtsdemonstration in den USA: „Stoppt sofort die Kinderabtreibung“
(kreuz.net, Sioux Fall) Der Gouverneur von Süd Dakota, Mike Rounds, hat gestern ein Gesetz unterschrieben, das alle Kinderabtreibungen verbietet. Als Ausnahme gilt nur eine unmittelbare Todesgefahr der Mutter.

In Amerika gibt es somit erstmals seit 1973 wieder einen Bundesstaat, der das Lebensrecht ungeborener Menschen respektiert.

Das neue Abtreibungsverbot wird im Juli in Kraft treten. Bei illegaler Kinderabtreibung sieht es relativ milde Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren vor.

Bei der Unterzeichnung des Gesetztes erklärte der Gouverneur von Süd Dakota, daß sich eine Gesellschaft immer daran gemessen habe, wie sie mit ihren verletzlichsten und hilflosesten Mitgliedern umgeht.

Die Unterstützter des neuen Gesetzes seien davon überzeugt, daß die Abtreibung falsch sei, weil die ungeborenen Kinder die verletzlichsten und hilflosesten Menschen in der Gesellschaft sind.

Dieser Meinung könne er sich nur anschließen, erklärte auch Gouverneur Rounds.

Er sei sich bewußt, daß das neue Gesetz das berüchtigte Urteil des Obersten US-Gerichtshofes in Frage stelle, welches im Jahr 1973 das Lebensrecht ungeborener Menschen leugnete. Seither können in den USA Kinder bis zur Geburt beliebig getötet werden.

Der Gouverneur rechnet damit, daß das Abtreibungsverbot vor Gericht angefochten wird. Es könne darum Jahre dauern, bis es rechtsgültig werde.

Es scheint, daß das Abtreibungsverbot von Süd Dakota auch zum Ziel hat, eine solche Klage zu provozieren. Würde sie vor dem Obersten Gericht der USA abgelehnt, käme das blutige Unrecht der Kinderabtreibung im ganzen Land zu Fall.

Was immer letztlich entschieden werde, gelte es, für das Leben einzutreten – so Gouverneur Rounds:

„Wenn wir für das Leben kämpfen, müssen wir um die Notwendigkeit wissen, für Frauen zu sorgen, die mit einer schwierigen Schwangerschaft konfrontiert sind.“

„Unabhängig von den Umständen einer Schwangerschaft können wir das unschuldige Kind nicht beschützen, solange wir seine Mutter nicht beschützen und für sie sorgen.“

Jeder Mutter müsse geholfen werden – bekräftigte Gouverneur Rounds – damit sie den Wert und das Geschenk eines Kindes anerkennen könne.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 89 Lesermeinungen:
Freitag, 10. März 2006 23:11
GerdEric: @ Thomas A. Höck
T.A.H.: Wie fanden Sie übrigens GerdErics Vorschlag, die „Familienplanung“ könne im angeblichen Stile der alten Athener ja auch als „Abtreibung nach der Geburt“ in Männerhände gelegt werden.

Lieber Thomas A. Höck,
solltest du lesen können,
so wirst auch du erkennen können,
dass ich da keinen Vorschlag machte…
vielmehr habe ich beschrieben,
dass frühe „christliche“ Missionare keinerlei Wert auf (tatsächliche) Kleinstkinder legte,
und diese Art der „Geburtenregelung“ in den Anfängen tolerierten,
denn der „Zweck“ heiligte damals die Mittel…

Fast 2000 Jahre hatte „Kirche“ Zeit genug,
die Werte des Glaubens in die Herzen der Menschen zu pflanzen,
doch auch deren Vertreter haben nur ihrem Egoismus gedient.

(Zweites Post)
Donnerstag, 9. März 2006 13:55
_xyz_: Sie haben recht, Frau S.,
zum Kinderkriegen gehören zwei! Aber Sie waren es doch, die im Verein mit GerdEric und anderen darauf beharren, daß „die Entscheidung“ zum Kinde, bitteschön, allein bei den Frauen liegen solle! Jetzt wollen die Frauen die Verantwortung für die (u.a. auch durch Abtreibung) eingetretene Lage gerne wieder abgeben?
Ich stimme Ihnen gerne zu, daß es familienpolitischer Anstrengungen bedarf. Ein demographischer Faktor bei den Beiträgen zur Altersversorgung wird ein übriges tun usw.
Ich bleibe aber weiterhin der Meinung, daß es nicht die „harten“ Faktoren (z.B. Haushaltsgeld, Krippenplätze u.ä.) sind, die den Kinderwunsch bestimmen, sondern es sind vorwiegend „weiche“ Faktoren: Lebenseinstellungen, Religiosität, Rollenbilder, Karriereplanung etc. Dies ist jedenfalls das Ergebnis der BiB-Studie.
Nichts für ungut, Frau S., ich nenne Sie auch nie wieder „Satansbraten“, denn gar so böse sind Sie sicher nicht! Wie fanden Sie übrigens GerdErics Vorschlag, die „Familienplanung“ könne im angeblichen Stile der alten Athener ja auch als „Abtreibung nach der Geburt“ in Männerhände gelegt werden.
Donnerstag, 9. März 2006 13:01
Satansbraten: und damit haben wir einen Schuldigen
nämlich die Frauen! Weil diese ja nur an sich selbst denken und nicht an ihre Aufgabe: die Erhaltung des deutschen Sozialsystems! Unser soziales System, ist ein Auslaufmodell. Ich werde sicher keine Kinder in die Welt setzen, damit meine Rente gesichert ist. Das ganze Rentensystem hat keine Zukunft. Wir können nicht zurück, wir müssen uns neue Lösungen einfallen lassen. Der richtige Partner fehlt? Ja, das hört man oft. Kinderwunsch möchte man sich halt nicht mit dem Nächstbesten erfüllen. Vielleicht sollten wir statt zurück zu blicken, unseren Blick gen Norden schweifen lassen. Die Skandinavier haben das offenbar besser im Griff…
Donnerstag, 9. März 2006 12:49
_xyz_: Satansbraten
Der behauptete Zusammenhang von Familien-/Sozialpolitik und Kinderwunsch besteht eben leider nicht! Die einfache Formel: Mehr Geld – dann gibt’s auch mehr Kinder, geht nicht auf! Das Bundesinstitut für Bevökerungswissenschaft hat in einer großangelegten Studie die Mutmaßungen von Satansbraten als fraglich erwiesen! Demnach ist der fehlende „geeignete“ Partner für die meisten Frauen der Grund für freiwillige Kinderlosigkeit! Wörtlich heißt es in einer Zusammenfassung der FAZ: „Doch die Studie zeigt auch, daß eine familienorientierte Politik auf den Wunsch nach Kindern ohne Einfluß bleibt. Die Befragten bezeichneten eine gezielte Familienpolitik nur als „Erleichterung“ für die Erfüllung bereits existierender Wünsche. Mehr Kinder wollten sie deshalb aber nicht bekommen.“
Wollen Sie wissen, warum wir vor einer demographischen Katastrophe und dem Untergang unseres Sozialsystems stehen, dann lesen Sie unter diesem Gesichtspunkt nochmals Ihr untenstehendes Selbstbekenntnis, beginnend mit den Worten: „Ich tue, was mir paßt…“ (o.ä.)
Donnerstag, 9. März 2006 11:55
Satansbraten: Abtreibung und Rente
Adenauers Rentenmodell, war von Beginn an zum Auslaufen verurteilt. Er wurde gewarnt, dass sich die demographische Entwicklung ändern wird. Nun, das Rentensystem wurde eingeführt, der Wahlsieg war ihm sicher ;)
Kausaler Zusammenhang zwischen Abtreibung und Rente?
Es gibt immer mehr Alte, das liegt zum einen daran, dass wir uns gesünder ernähren, zum anderen am Gesundheitssystem.
Es gibt immer weniger Junge, das liegt daran, dass Frauen arbeiten MÜSSEN um die Familie zu ernähren, zum anderen bietet der Staat nicht genügend soziale Sicherung. Wenn eine junge Mutter weiss, dass sie einen Kindergartenplatz bekommt, dann ist schon ein Problem aus der Welt geschafft. Damit meine ich Kindergärten, die Kinder mit einem Jahr aufnehmen. Kaum jemand kann es sich in unserer schnellebigen Zeit erlauben, 3 Jahre auszusetzen. Es ist schwer, Kinder zu bekommen, wenn man in ständiger Angst vor der Zukunft lebt. Oh, ich denke viele Frauen, haben einen Kinderwunsch, wollen auch mehr als ein Kind. Auch Akademiker. Nur dauert es länger, bis die Ausbildung fertig ist, dann möchte man ja auch noch ein paar Jahre im Beruf gearbeitet haben, bevor man ein Kind bekommt. Das ist dann so etwa mit Mitte 30 der Fall. Weiss ich, dass ich einen Kindergartenplatz bekomme, ist ein Problem aus der Welt geschafft. Ich weiss, dass ich meinem Kind keinen größeren Gefallen tun kann, als es unter anderen Kindern aufwachsen zu lassen. Leider baut der Staat in dem Falle, an der falschen Stelle ab.
Donnerstag, 9. März 2006 10:17
Benedikt: @ GerdEric
4,2 Millionen Arbeitslose mehr?

Das ist ein Totschlagargument, aber beweisen können Sie das nicht, dass jedes der Kindern nun arbeitslos wäre. Sie übersehen da nämlich etwas: Die Regierung hat jahrelang bei ihrer Arbeitsmarkt“politik“ darauf gebaut und damit gerechnet, dass sich dieses Problem aufgrund demografischer Veränderungen von selbst erledigen würde. Entsprechend hat man einfach nichts getan und abgewartet. Ab und zu wurden dem Volk ein paar Placebos vorgesetzt. Die meisten Maßnahmen machten das Problem eher schlimmer als besser.

Diese Politik wäre nicht möglich gewesen, wenn die Geburtenrate stabil geblieben wäre. Schon deswegen nicht, weil dann nicht die Rentner, sondern die Jungen die wichtigste Gruppe bei Wahlen stellen würde. Einen Teil der Jugendlichen hätte man überdies schon deswegen in Lohn und Brot bringen können, weil die Milliarden-Ausgleichszahlungen zur Stützung der Rentenkasse dann überflüssig gewesen wären. Das Geld hätte man dann anderswo, also auch für Konjunktur und Beschäftigungsmaßnahmen, verwenden können.
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