(kreuz.net, Essen) Am nächsten Sonntag zelebriert der Essener Weihbischof Franz Grave in der St. Thomas-Morus
Kirche in Bochum-Langendreer die letzte Heilige Messe. Dies berichtete die Homepage des Bistums Essen.
Der Stadtteil Langendreer befindet sich im Osten von Bochum. Die Stadt Bochum ist das Zentrum des mittleren
Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Am Ende des Gottesdienstes werden die Kerzen gelöscht
und die Leuchter umgelegt. Dadurch soll verdeutlicht werden, daß in dieser Kirche fortan keine Messen
mehr gelesen werden.
Anschließend werden die Gläubigen gemeinsam mit dem Weihbischof am Missionskreuz
im Vorhof der Kirche ein Schlußgebet sprechen.
Die Kirche wurde im Juni 1978 konsekriert. Als das Gotteshaus
gebaut wurde, war eine bis heute nicht umgesetzte Bebauung der umliegenden Felder und Wiesen geplant.
Die Zukunft der Kirche – Abriß, Baugrundstücke oder profane Nutzung – ist noch ungewiß.
„Ich kann
das immer noch nicht verstehen, ausgerechnet unsere Kirche, meine Kirche“, erklärte eine Seniorin kürzlich
bei einem Pfarrkaffee. Sie sei traurig: „Meine Tochter war die erste, die in dieser Kirche geheiratet
hat.“
„So traurig das auch ist, es macht doch keinen Sinn, diese Kirche zu erhalten“, erklärt die ehemalige
Pfarrsekretärin. Die Elektrik sei marode, die Heizung müßte erneuert werden. Das wäre alles viel zu
teuer: „Diese Kirche ist einfach nicht zu halten.“
Es gebe die Überlegung – so die Pfarrsekretärin –
einen Kleinbus anzuschaffen, um für die Gehbehinderten einen Transfer zur nächsten Kirche zu ermöglichen:
„Mal sehen.“
Das Treffen der katholischen Pensionisten wird in Zukunft bei den Protestanten auf der anderen
Straßenseite stattfinden: „Presbyterium und Pfarrer haben schon zugestimmt.“
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13 Lesermeinungen
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Diese Kirche ist zu halten – so wie die anderen auch! Die Vorgängerkirche St. Thomas-Morus war in Holzbauweise
erstellt und besaß auch einen würdigen Innenraum. Sie wurde abgerissen, um dem Neubau, der jetzt geschlossen
wird Platz zu machen. Es war die Gemeinde meiner Großeltern und die jetzige Kirche hat einen würdigen
Innenraum. Die Aussagen der ehemaligen Pfarrsekretärin sind unwahr und nicht hinnehmbar. Weder die Elektrik
ist marode noch die Kirchenheizung. Auch wurde die angeblich nicht ausgeführte Bebauung um die Kirche
durchgeführt! Wer es nicht glaubt – fahre selbst hin um sich zu überzeugen. Wundert es einen, wenn bei
solchem Personal die Kirchen nach und nach geschlossen werden? Ganz zu schweigen von den Bistumsmännern –
hier sei Bischof Dr. Felix Genn primär erwähnt. Wer schenkt solch(en) einem Vorbild(ern) denn noch Glauben?
Die Kirche zerstört sich selbst – so sagte es schon ein guter verstorbener deutscher Bischof ! Gott sei
diesen bestbezahlten Kirchenfunktionären gnädig !
Benedikt: Sie haben ja über 1700 Beiträge hier niedergelegt! Respekt! Da dies hier ihr jüngster ist,
antworte ich hier auf Ihre Zustimmung zu meinem „Bericht aus Kevelaer“ (1986). Sie haben vielleicht verfolgt,
dass ich hier die Montini-Linie verteidige. Im NOM von 1969 ging es nicht zuletzt darum, nach dem Chaos
von 1965 ff. überhaupt wieder zu einem Ordo missae zu gelangen. Dass die Liturgie 1965 ff. zusammengekappt
ist, offenbart ihre geringe Verankerung in Klerus und Volk, d.h. die Gewinnung eines liturg. Vertrauens
liegt erst noch vor uns. Das gilt auch für das Missale Pius V. Die Kirche ist „zu halten“, sie hält
sich seit 1918 weit besser als die Moderne ihr je prophezeit hätte. Das Weltbild eines Charles Maurras
(action francaise), der Pius X. zum Retter Frankreichs erklärte (wegen des Großen Verzichts von 1905),
ist selbst „modernistisch“, ohne dass die Tradi das wahrhaben wollen. Im übrigen hat auch Paul VI den
Modernismus verurteilt: als Übergriff der profanen Welt, der als Gefahr fortlebt (Enzykl. Ecclesiam suam,
1964). Gottlob ist Dtld. in Europa nicht die Welt; „weltweit“ war das II. Vatikanum die Geburtsstunde
der Weltkirche –- und in Asien, Afrika und sogar Teilen Amerikas werden hiesige „ekklesiale“ Bausorgen
(materiell und spirituell) als ein alberner Tanz empfunden. „Bete und arbeite…“
Ästhetik gunter maria michel bringt Argumentationsebenen durcheinander. Das ist aber nicht schlimm. Vielleicht
hat er sogar Recht – das bedeutete allerdings den totalen Verzicht auf jedwede Ästhetik und Refelexion
über Ästhetik. Gott hat immerhin dem Menschen das Empfinden für Schönheit geschenkt. Schöne Gottesdienste
in schönen Sakralgebäuden gehören zur rechtgläubigen Anbetung. Der häßliche Betonklotz in Essen
(und nicht nur in Essen!!!), der schwammige Stil der V2-Konzilstexte und der NOM mit seinen bizarren Varianten
und Ausgestaltungen können durchaus als eine Form von Blasphemie aufgefaßt werden.
Schämt Ihr Euch nicht, diese Kirche häßlich zu nennen, wo Jahrzehnte lang das heilige Meßopfer gefeiert
wurde und der Herr im Tabernakel gegenwärtig war? Und was ist denn architektonisch an der Kirche so schlecht,
daß Sie Eurer Meinung nach nur verdienen würde abgerissen zu werden? Ihr seid ja schlimmer als die Protestanten.
Gunther Maria Michel.
Baustile der FSSPX Ich frage mich, warum es für die Piusbrüder als einzig sinnvollen Baustil für den
Katholizismus des 21. Jahrhunderts den Historismus gibt… Und selbst dieser ist ja heute nur die Nachahmung
der Nachahmung… Nicht dass mir diese Betonbunker gefallen würden, aber der Historismus ist mindestens
genauso hohl…
zu: mrnka:Um derlei brutale und häßliche Betonklötze ist es überhaupt nicht schade. Weg damit! Traurig
ist, daß es nicht nur solchen Bausünden an den Kragen gehen wird, sondern auch sehr ästhetischen und
liturgisch angemessenen Kirchen, während so mancher Betonbunker („interessante Architektur“) erhalten
bleibt.
Kirche oder Feuerwache? Als profane Nutzung (noch profaner als die V2-Messe) kommt wohl nur eine Feuerwache
in Frage. Bei Löschübungen findet dann der absurde blaue Kletterturm sicherlich Anwendung. Die Firma
Playmobil hat schon schönere Kirchen entworfen! Anglia, dos tua, Virgo pia; Per te est conuersa, Maria.
Ein schönes Bild In dieser Kirche kommt der „Geist“ des II. Vatikanums vollkommen auf seinen ästhetischen
Begriff. Um derlei brutale und häßliche Betonklötze ist es überhaupt nicht schade. Weg damit. Es ist
auch kein Verlust, daß die Konzilskirche unaufhaltsam schrumpft. Aus der Konkursmasse wird man manches
retten können.
Naja… …wenn man dem – wie immer tendenziösen – Bericht glauben darf, werden in der Kirche ja bloß
Messen „gelesen“, aber keine „gefeiert“. Insofern ist es nicht schade drum. Eine Messe „lesen“ kann ich
auch daheim mit dem Messbuch. Sollten in der Kirche allerdings von nun an auch keine Messe mehr „gefeiert“
werden, wär’s doch schade. Aber das muss der Bischof beurteilen.
ein schönes bild für den „Konzilsfrühling“ die verknöcherten traditionalisten bauen kirchen eröffnen
bildungshäuser besser die konzilgeist nostalgiker stehen am ende ihrer wirtschaftlichen möglichkeiten,
geistig sind sie es ja schon seit ihr „kirchenlehrer“ karl rahner abgetreten ist, besser kann man es nicht
zeigen