10:57:28 | Mittwoch, 8. März 2006
Benedikt XVI.
„Es hat mir ein bißchen leidgetan, daß man uns den Zusammenhang zwischen den Stationskirchen und den Meßlesungen genommen hat.“
(kreuz.net, Vatikan) Das jährliche Fastentreffen des Papstes mit dem römischen Klerus fand am letzten
Donnerstag vormittag im Apostolischen Palast statt.
Am vergangenen Freitag publizierte der Vatikan ein
neunseitiges Transkript der frei gesprochenen Worte des Papstes. Darin kam Benedikt XVI. auch auf die
Auslegung des Zweiten Vatikanums zu sprechen.
Schon
vor Weihnachten habe er erklärt, daß das Konzil
nicht in einer Hermeneutik – Auslegung – des Bruches mit der Vergangenheit, sondern in einer Hermeneutik
der Erneuerung und des Vorwärtsschreitens in Kontinuität verstanden werden müsse.
Eine solche Haltung
scheine ihm auch in der Liturgie „sehr wichtig“ zu sein.
„Ich nehme ein konkretes Beispiel, das mir gerade
heute bei einer kurzen Betrachtung über den Tag gekommen ist. Die Stationskirche von heute – Donnerstag
nach Aschermittwoch – ist [die römische Kirche] San Giorgio [in Velabro].“
In Übereinstimmung mit der
Gestalt des heiligen Soldaten St. Georg († 305) habe es in der früheren Stationsmesse des Tages zwei
Lesungen gegeben, in denen es um zwei heilige Soldaten gegangen sei, erklärt der Papst mit Bezug auf
das alte Missale Romanum von Papst Johannes XXIII.
„Die erste Lesung [im Alten Meßbuch]
spricht von
König Hiskija, der krank und dem Tode geweiht, weinend zum Herrn betet: „Gib mir noch ein wenig zu leben!“
Der Herr ist gut und gewährt ihm 15 weitere Lebensjahre. Es handelt sich folglich um eine schöne Heilung
und um einen Soldaten, der sein Geschäft wieder aufnehmen kann.“
Das anschließende Evangelium berichtet –
so der Papst – vom gläubigen Hauptmann mit seinem kranken Diener und enthält zwei Motive: das der Heilung
und das des Kriegsdienstes für Christus.
Dagegen finde man in der aktuellen Liturgie zwei ganz verschiedene
Lesungen, aus dem Buche Deuteronomium zum Thema „Wähle das Leben“ und aus dem Lukasevangelium zum Thema
der Kreuzesnachfolge. Das Evangelium könne als Interpretation des Deuteronomiumstextes verstanden werden.
„Ich muß bekennen, daß ich die Liturgie immer sehr geliebt habe“, fährt der Papst weiter:
„Ich war
in die Fastenliturgie mit den Stationskirchen und den Lesungen, die mit diesen Kirchen verknüpft sind,
regelrecht verliebt. Das ist eine Geographie des Glaubens, die zu einer geistlichen Geographie der Pilgerfahrt
mit dem Herrn wird.“
„Es hat mir ein bißchen leidgetan, daß man uns den Zusammenhang zwischen den Stationskirchen
und den Lesungen genommen hat.“
„Heute sehe ich, daß gerade diese Lesungen sehr schön sind und das
Programm der Fastenzeit zum Ausdruck bringen: das Leben wählen, das heißt, das Ja der Taufe erneuern,
was eine Lebenswahl darstellt.“
„In diesem Sinn gibt es eine intime Kontinuität – scheint mir –, die
wir aus diesem Beispiel – das nur ein winziges Beispiel im Bereich Bruch und Kontinuität ist – lernen
können.
„Wir müssen die Neuheit annehmen, aber auch die Kontinuität lieben und das Konzil in dieser
Optik der Kontinuität sehen. Das wird uns auch helfen, zwischen den Generationen und ihrer Weise, den
Glauben weiterzugeben, zu vermitteln.“
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#10
Hrodgar 14:28:13 | Mittwoch, 29. März 2006
#9
Toby 15:41:37 | Donnerstag, 9. März 2006
#8
timpressum † 11:42:39 | Donnerstag, 9. März 2006
#7
Robert Ketelhohn 18:30:52 | Mittwoch, 8. März 2006
#6
Toby 17:35:22 | Mittwoch, 8. März 2006
#5
Rudolphus 17:20:53 | Mittwoch, 8. März 2006
#4
Sirilo 17:17:36 | Mittwoch, 8. März 2006
#3
Rudolphus 16:27:00 | Mittwoch, 8. März 2006
#2
Evelin 15:06:40 | Mittwoch, 8. März 2006
#1
Rocky 12:26:10 | Mittwoch, 8. März 2006