Kirchenverkauf
Der Modernismus präsentiert die Rechnung
Auf dem letzten Konzil waren die Deutschen Bischöfe die Wortführer der damals siegreichen liberalen Illusion. Jetzt werden sie von der Wirklichkeit eingeholt. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Die Kirchen ohne Geld und Gläubige, das Land ohne Gotteshäuser. Das ist der Tenor eines März-Artikels von Christoph Lumme in der ‘Westdeutschen Zeitung’.

Die finanzielle Krise der christlichen Konfessionen in Deutschland spitze sich dramatisch zu: „Allein in Nordrhein-Westfalen stehen hunderte Kirchengebäude vor dem Aus.“

Was Lumme „finanzielle Krise“ nennt, ist nur der letzte Schritt einer jahrelangen offenen Selbstzerstörung, die von den deutschen Bischöfen tatenlos geleugnet, schöngeredet und als Chance, Aufbruch oder gar Erneuerung hingestellt wurde.

Kritiker, welche die illusionären Wolkenreiter auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen wollten, galten als eigentliche Staatsfeinde. Sie wurden verleumdet, ausgegrenzt, lächerlich gemacht und als Vorgestrige in die Verbannung geschickt.

Besonders desolat sei die Situation im Ruhr-Bistum Essen, weiß Lumme:

„96 seiner 355 Kirchen zwischen Duisburg und dem Sauerland will Bischof Felix Genn bis 2008 schließen oder abreißen.“

Darunter befinde sich ein stadtbildprägender historischer Sakralbau im Zentrum von Bochum – die Marienkirche – sowie die bedeutende Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen.

„259 Pfarreien sollen zu 42 Gemeinden mit bis zu 30.000 Mitgliedern zusammengeschlossen werden.“

Nach einer 40jährigen geistigen und geistlichen Umnachtung der Kirche wird die bittere und inzwischen unausweichliche Rechnung präsentiert.

Angesichts der zurückgehenden Zahl von Katholiken und aktiven Priestern sowie drastisch gesunkener Kirchensteuereinnahmen sei man zum Handeln gezwungen, heißt es aus den Diözesen.

Das stimmt. In der Kirche der Geschwister, der Mitbestimmung, der Mündiggewordenen und der Befreiung vom alten Joch herrschen Zwang und Ausweglosigkeit.

Auch das Bistum Aachen werde seinen derzeitigen Bestand von 924 Kirchen nicht halten können, weiß die ‘Westdeutsche Zeitung’: „Wir erwarten in den nächsten sieben Jahren einen Rückgang der Kirchensteuern um 25 Prozent“, sagte ein Bistums-Sprecher.

„Im gleichen Umfang werden wir 25 Prozent der Gebäude dauerhaft schließen oder umnutzen müssen.“

Die ehrlichen Formulierungen aus Aachen klingen wie die Antithese zum ‘Katechismus der Katholischen Kirche’: Die Kirche sei der Ort, wo „der Geist blüht“, werden dort die Kirchenväter zitiert.

Was für eine fromme Illusion. In Aachen und weit darüber hinaus ist die Kirche der Ort, wo die Kirchensteuer das gute und das schlechte Wetter macht.

Selbst im finanziell besser gestellten Erzbistum Köln wurden in den vergangenen 15 Jahren 25 Kirchen zugesperrt.

Wie schlimm die Lage in Deutschland inzwischen ist, beweist die Tatsache, daß sich sogar Politiker der ‘Grünen’ für entwidmete Kirchengebäude einsetzen. Der Grünen-Abgeordnete und ehemalige Bauminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Michael Vesper, erklärte, daß „jede würdevolle Nutzung“ in Betracht komme.

Wie erklärt die ‘Westdeutsche Zeitung’ die Lage?

„Die rigide Rotstift-Politik ist der bisherige Höhepunkt einer seit Jahrzehnten andauernden massenhaften Abkehr der Deutschen von den christlichen Konfessionen“, heißt es dort.

Das ist eine Feststellung, die sich ein Priester oder kirchlicher Mitarbeiter noch heute nicht gefahrlos vor seinem Bischof oder in einer kirchlichen Runde leisten könnte.

Was? War da defätistisch von Massenabfall die Rede?

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging jeder zweite Katholik regelmäßig in den Gottesdienst. Derzeit sind es gut 14 überalterte Prozente.

Noch trauriger ist die Situation bei den Protestanten. Dort zeigen sich noch 3,8 Prozent in den Gemeinden. Welche Perspektiven hat da noch der Ökumenismus?

Vierzig Jahre nach Ende des Zweiten Vatikanums betonte die Sprecherin des Bistums Essen:

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“
      
24 Lesermeinungen
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#24   Isidor   12:39:21 | Montag, 13. März 2006
Maledica – es gibt doch noch Menschen die die Wahrheit sagen
Vergelt’s Gott für Ihre wahren Aussagen MALEDICA. Wir haben in Deutschland die „deutsch-katholische Kirche „ und nicht die römisch-katholische! Das ist ein kleines aber doch so wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Wichtig ist in Deutschland das Geld was reinkommt in das Unternehmen Kirche und dem Bischof Dr. Felix Genn (Bistum Essen) und den anderen Kirchenfunktionären ihren Thron erhält. Der Humus unter dem Thron ist allerdings „umgekippt“ und st…zum Himmel !
ABSCHAFFUNG der KIRCHENSTEUER in DEUTSCHLAND und zwar SOFORT !
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#23   Maledica   16:43:56 | Freitag, 10. März 2006
Verleumdung???
@Sirilo
Mag sein, daß ich eine spitze Zunge bzw. Feder habe,
aber wer Augen hat, der sehe!
Die Stellungnahme unserer „Hirten“ sind hinreichend durch die Medien bekannt!
Und wer Augen hat, der sieht auch die Früchte: gähnende Leere in den Kirchen.
Trotz Anbiederung an die Welt oder gerade deshalb rennen die Menschen weg und die Bischöfe kapieren es nicht.
Immer weiter mit dem gleichen Konzept: Alles katholische niederreißen, immer schön dem Zeitgeist hinterher, bzw 30 Jahre hinterherhinken und dann zu spät kommen, anstatt die ewig gültige Lehre zu verkünden.
Wer heute von morgen ist, der ist übermorgen schon von gestern!
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#22   Sirilo   14:46:56 | Freitag, 10. März 2006
@Maledica
Sie bemühen sich ja wirklich, der Bedeutung Ihres Nicks („Verleumderin“) gerechtzu werden!
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#21   Maledica   14:26:44 | Freitag, 10. März 2006
Gesundschrumpfung
@Organon
Grund für die Gesundschrumpfung ist in allererster Linie die sinkende Bevölkerung im Ruhrgebiet und im Sauerland, die wohl kaum mit den Reformen des II. Vatikanums begründen kann. Das Bistum schrumpft im selben Maße wie die Einwohnerzahlen.
Sie sollten vielleicht nicht den ewiggestrigen Phrasen eines Kardinal Lehmann, etc. hinterherrennen!
Dieser hat auch die Realität völlig aus den Augen verloren!
Deshalb tritt er auch vornehmlich in den weltlichen Medien auf und nicht mehr in der Kirche. Dieser labert auch davon, das eigene katholische Profil ja nicht zu zeigen. Dieser jubelt auch über einige wenige Wiedereintritte die mit unzähligen Kirchensteuergeldern über [link]www.mach-dich-auf-und.com[link] finanziert wird. Die Früchte sind jedoch sehr kläglich. Über den Jubel, daß die Leute vermehrt wieder eintreten, verschweigt er die Tatsache, daß die Zahl der austretenden weitaus höher ist, wenngleich leicht rückläufig. Aber mit Verdrehung der Tatsachen kennt sich unser Episkopat ja aus. Die wollen ja auch keine frommen Jungs, sondern Fußballspieler zu Priestern. Und da nach Ansicht vieler Bischöfe die Kirche lediglich ein Unternehmen ist, muß man auch mit Plakaten statt dem katholischen Glauben werben.
Die Früchte sind aber schon längst verdorrt!
Nur leider werden die Bistümer noch weiterhin mit meinen Kirchensteuergeldern gegossen
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#20   Isidor   14:05:41 | Freitag, 10. März 2006
ORGANON – Bitte nicht lügen !
Wer sich wohl hinter ORGANON verbergen mag?…ist es der Propst von Bochum-Propstei, oder doch eher der stellvertretende Vorsitzende des ehemailgen Pfarrgemeinderates der Marienkirche Bochum-Mitte? …oder doch ein anderer Kirchenfunktionär, der die Gebote auch nicht kennt?
Sind Sie bitte vorsichtig sich in die Nähe der Marienkirche Bochum Mitte zu begeben ORGANON, nicht das sich das Kirchengebäude noch wehrt und über Ihnen zusammenstürzt, obwohl es sich in „baulich einwandfreiem, guten bis sehr gutem Zustand befindet“ – so laut Herrn Propst Bittern im Jahre 2003!
Bitte das 8. Gebot mal nachlesen! …es gibt 10 an der Zahl !
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#19   Dr. Otterbeck   10:01:04 | Freitag, 10. März 2006
Antimodernisteneid
Der berühmte Satz, dass sich der römische Papst mit der Moderne anfreundet, ist keine Aussage des II. Vatikanum, sondern unter Nr. 80 im Syllabus von 1864 verurteilt worden. Pius IX. verurteilte jedoch Zeitirrtümer, keine „ewigen Irrtümer“. Zeitirrtümer sind veränderlich und die Zuverlässigkeit des Petrusamtes besteht im wesentlichen darin, ein Wort je in die Zeit sagen zu können, notfalls sogar unfehlbar wie Pius XII. 1950 (Die Assumpta ist das Wort an unsere Zeit!) –- und wahrscheinlich ebenso richtig Paul VI. 1968.
Die Moderne vor 1914 war sich selbst genug, seit 1918 ist sie in höchster Gefahr. Deshalb konnte die Kirche nicht anders, als eine große Anstrengung zu unternehmen, um Jesus ähnlicher zu werden, „in nomine Domini“, selbstloser, kommunikativer. „Die Arbeit beginnt heute und hört nicht mehr auf“ (Paul VI., Ecclesiam Suam, 1964). Ein Freund der Moderne ist Petrus deshalb lange nicht geworden, sondern ihre einzige Hoffnung nach dem Zusammenbruch des optimistischen Humanismus eigenen Rechts. Die kritische Distanz ist aber kein pharisäischer Selbstzweck, sondern ein Schlüssel zu mehr iustitia et caritas.
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#18   Maledica   09:43:43 | Freitag, 10. März 2006
Der ominöse Geist des Konzils
Wenn ich eine von außen herrliche neo-romanische Kirche betrete und die Zerstörung im inneren betrachte: kein Christus Pantokrator mehr in der Apsis, der Hochaltar wurde verbannt, Kommunionbänke zersägt, die Kanzel verbrannt, Heiligenfiguren weggeschmissen.
Ich befand mich in Frankfurt und da diese Stadt sehr im 2. Weltkriege zerstört war, dachte ich noch, dies wäre ein Werk der damaligen Bomberstaffeln gewesen, bis ich dann das Kirchenblättchen gelesen habe: Die Kirche wurde in den 60er Jahren den Erfordernissen des Konzils angepaßt!!!
Statt anschaulicher Kunst, welche jahrzehnte zum Beten angeregt hat, nichtssagende, häßliche abstrakte Fratzen!
Dementsprechend ist die Kirche bei den Gottesdiensten auch leer: leer von religiöser Symbolik, wie auch leer von Menschen, die zum Gottesdienst kommen.
Daran ist nicht das Konzil Schuld, wohl aber der Geist des Konzils, der von unzähligen Geistlichen verkündet wird, um sich selbst zu verwirklichen und den Glauben zu zerstören.
Das einfache Volk kennt aber meist nicht einen einzigen Text dieses Konzils, aber diese Menschen lassen sich leider von der Geistlichkeit und durch den von ihnen verkündeten Geist, der weht wo er will, nach Strich und Faden an der Nase herumführen!
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#17   johannes-maria   21:04:58 | Donnerstag, 9. März 2006
…sachlich bleiben @organon
Ich weiß nicht woher Sie die Information haben, dass die Marienkirche in Bochum baufällig und stark einsturzgefährdet ist. Selbst von Seiten der Stadtkirche wurde bestätigt, dass sich die Bausubstanz in einem sehr guten Zustand befindet.
Im vergangenen Jahr fanden sogar noch Aktionen in der Marienkirche zur „Nacht der offenen Kirchen“ statt.
Sie wollen doch dem Bistum Essen nicht unterstellen, dass es eine einsturzgefährdete Kirche der Öffentlichkeit zugänglich macht!
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#16   Maledica   19:20:56 | Donnerstag, 9. März 2006
Sachlich bleiben
@Organon
Sie sollten sachlich bleiben!!!
Alte Kirchen, welche die Bevölkerung ins Herz geschlossen hat und in denen Jahrzehnte gebetet wurde, werden abgerissen.
Die Marienkirche in Bochum ist keineswegs baufällig.
Und wenn, dann frage ich mich wieso diese dann nicht renoviert wird, während man ja- ach so arm- mit millionen von Kirchensteuergeldern Kirchen zu Götzentempeln in Form von Jugend“kirchen“ umfunktioniert.
Schon über 40 Jahre das falsche konzept und die Ruinen sind da- Ruinen schaffen, ohne Waffen- und diese Ruinen werden bis aufs Messer verteidigt.
Gewiß das 2. Vatikanum ist nicht schuld.
Wohl aber der ominöse Geist des Konzils, welcher mir oft genug entgegenweht.
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#15   Yersinia   19:19:31 | Donnerstag, 9. März 2006
wie hätte sich die Kirche wohl ohne Konzil entwickelt?
außer Spekulationen wird da nicht viel zu sagen sein; allerdings: die „Stimmung“ vor dem Konzil kam nicht von ungefähr, sondern hat sich mit der modernen Entwicklung der (westlich-europäischen) Gesellschaft – mehr Wohlstand, höheres Bildungsniveau – mitentwickelt; nicht zuvergessen die Entwicklungen gegen Anfang des 20. Jhds. mit „Bund Neuland“ und „liturgischer Bewegung“; auch nicht zu vergessen die vielen nicht mehr haltbaren Gesellschafts- und Moralvorstellungen; und nicht zuletzt: als der Zölibat doch beibehalten wurde, verließen sehr viele Priester ihr Amt;
es darf wohl legitim gefragt werden, ob eine sich nicht im Konzil erneuerte Kirche nicht noch weniger wahrgenommen würde, nicht noch viel mehr ihrer „Schäflein“ verloren hätte; wie gesagt, in Ermangelung einer Parallellwelt bleibt auch dies – „gnadenlose“ Spekulation;
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#14   Organon   16:26:30 | Donnerstag, 9. März 2006
… bitte sachlich bleiben!
Schon wieder so ein Artikel, der an der Realität vorbei rauscht. Wenn hier mal wieder auf das Bistum Essen und seinen Bischof eingeprügelt wird, dann sollte man sich vorher vielleicht informieren. Die Marien-Kirche in Bochum wird nicht deswegen geschlossen, weil sie im Rahmen der Umstrukturierung überflüssig wird. Sie ist schwer baufällig und droht einzustürzen. Die Mittel für eine Sanierung sind nicht mehr da. Und: Bekanntlich sind seit den 70-er Jahren die Innenstädte nicht mehr Wohnviertel, sodass die Gemeinde entsprechend klein geworden ist. Für die Heilig-Geist-Kirche in Gelsenkirchen zeichnet sich inzwischen eine sinnvolle Nutzung ab.
Grund für die Gesundschrumpfung ist in allererster Linie die sinkende Bevölkerung im Ruhrgebiet und im Sauerland, die wohl kaum mit den Reformen des II. Vatikanums begründen kann. Das Bistum schrumpft im selben Maße wie die Einwohnerzahlen.
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#13   Maledica   12:36:01 | Donnerstag, 9. März 2006
Französische Revolution
@Parzifal
Die Revolution ist bereits da!
Seit ca. 40 Jahren offen.
Nur, daß im Gegensatz zur französischen Revolution noch keine Priester in der Seine ersoffen werden, schwangeren Frauen die Bäuche aufgeschlitzt werden und blutrünstige Jakobinerhorden alles Schlachten, was in den Weg kommt.
Priester, welche sich heutzutage noch erlauben katholisch zu sein, werden von der eigenen Kirche im Stich gelassen. Und wer nicht mitmacht bei der sozialistischen Umstrukturierung und die Pfarrgemeindesowjets nicht demokratisch über Glaubenswahrheiten abstimmen läßt, der hat mit schwersten Repressalien zu rechnen.
Der Vorsitzende der DBK will ja auch nicht, daß das katholische Profil zu sehr nach außen gezeigt wird- Zitat von der Jahresabschlußandach vom 31.12.2005 im Mainzer Dom.
Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein!
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#12   Benedikt   10:49:22 | Donnerstag, 9. März 2006
@ Parzifal
So konnte sich die ursprünglich enorm religiöse und christliche Gesellschaft häufig nur im Widerspruch und im Streit mit der Katholischen Kirche entwickeln. Beispiel Kopernikus,
Mit Kopernikus hat die Kirche nie irgendeinen Streit geführt
der Antimodernisten Eid
Was war daran schlecht?
Elite also Wissenschaftler, Journalisten usw. der Religion positiver gegenüberstehen.
Die Wissenschaftler waren der Religion nie grundsätzlich abgeneigt. Heisenberg, Einstein usw. waren alles gläubige Menschen. Zitat Heisenberg: „Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Im Umkehrschluss heißt das wohl, dass atheistische Wissenschaftler lediglich ihrer Sache noch nicht richtig auf den Grund gegangen sind.
Was die Kirche braucht ist eine Art „Französische Revolution“.
Ah. Seltsam, dass Sie Vergleiche der Kirche mit der Sowjetunion gut finden, die zehntausende von Opfern der Frz. Revolution aber ignorieren. Sie scheinen höchst bewegliche Standpunkte bei der Beurteilung was gut und was schlecht ist zu haben.
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#11   Parzifal   10:24:44 | Donnerstag, 9. März 2006
Probleme teilweise auch selbstverschuldet
Man kann jedenfalls wenn man sich verschiedene Situationen in der Geschichte cirka seit dem 15. Jhr. anschaut immer wieder Situationen erkennen an denen die Kirchenleitung (also der Papst) folgenschwere Fehlentscheidungen getroffen haben. So konnte sich die ursprünglich enorm religiöse und christliche Gesellschaft häufig nur im Widerspruch und im Streit mit der Katholischen Kirche entwickeln. Beispiel Galilei, Kopernikus, der Index der für Katholiken verbotenenen Bücher der gewöhnlich sämtliche Geistesgrößen der Zeit enthielt, der Antimodernisten Eid usw. Dadurch dass die Kirche an entscheidenten Punkten nicht das Gespräch gesucht hat und einbindend oder „inklusiv“ sondern streitsüchtig und „exklusiv“ reagiert hat hat sie viele führende Wissenschaftler, Philosophen und Schriftsteller in Opposition zu sich getrieben. Auf diese Weise wurde langsam das ermöglicht was man heute unter einer säkularen oder laizistischen Gesellschaft versteht. Die Kirche hätte die Möglichkeit gehabt von Anfang an so zu wirken dass Veränderungen mit ihr und nicht immer nur gegen sie möglich gewesen wären. Auf diese Weise wäre es möglich dass wir heute in einer Gesellschaft leben würde in der auch die Meinungsmacher , die sogennante Elite also Wissenschaftler, Journalisten usw. der Religion positiver gegenüberstehen. Jetzt aber auch noch die kleinen Freiheiten die durch das Vatikanum erreicht wurden auch noch zurück zu nehmen wäre fatal. Was die Kirche braucht ist eine Art „Französische Revolution“.
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#10   Benedikt   10:07:39 | Donnerstag, 9. März 2006
Wörter
Was Lumme „finanzielle Krise“ nennt, ist nur der letzte Schritt einer jahrelangen offenen Selbstzerstörung, die von den deutschen Bischöfen tatenlos geleugnet, schöngeredet und als Chance, Aufbruch oder gar Erneuerung hingestellt wurde
In Euphemismen waren die Deutschen schon immer Weltspitze. In vielen Grundschulen wird ja mittlerweile nicht mehr von „Fehlern“, sondern von „Lernchancen“ gesprochen.
Wenn das so weiter geht, wird dieses Gebiet irgendwann das letzte sein, auf dem Deutschland noch Spitze ist.
Eins muss man klar sehen: Der finanzielle Untergang der deutschen Diözesen wird auch gravierende Auswirkungen auf die Weltkirche haben, die sich bisher auf finanzkräftige Unterstützung der deutschen Kirche verlassen konnte.
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#9   Dr. Christoph Heger   09:03:21 | Donnerstag, 9. März 2006
@Stimme der Vernunft: Wo bitte?
Gab es in den Ländern, in denen die katholische Kirche hohe Zuwachsraten verbucht etwa kein Vatikanum?
Wo gibt es denn diese sagenhaften Länder?
Mir fällt nur China ein, wo man wohl tatsächlich ein Wachstum der Kirche wahrnimmt. Aber dort hat Vat II auch nur sehr gebremste Schaumwirkung entfalten können.
MfG
Christoph Heger
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#8   Dr. Otterbeck   08:42:34 | Donnerstag, 9. März 2006
Modernismus??
Hier fehlt schon wieder die Definition! „Mietlinge“, Trittbrettfahrer, Nutznießer des staatl.-kirchl. Einvernehmens hat es immer gegeben. Solange die Frömmigkeit im Volk lebt, ist es leicht, „guter Hirt“ zu spielen. Schwierig wird es, wenn (neu) „evangelisiert“ werden muss. Darauf sind Apparat und Volk nicht eingestellt. Wenn hier in Köln-Deutz im Schaukasten die Kandidaten für den Kirchenvorstand ausgestellt werden, kann man die Rest-Zielgruppe ziemlich deutlich erkennen (irgendein Rechtsanwalt ist natürlich auch dabei).
Wer das alles nur „Modernismus“ nennt, macht es sich zu einfach. Denn dieses Wort bezeichnet historisch eine bestimmte, längst überwundene Krise vor dem 1. Weltkrieg. In einer weiteren, „sozialen“ Wortbedeutung ist eine Sichtweise gemeint, die die Religion nur als abhängigen Faktor human-sozialer Umstände erkennen kann (explizit: den Gehorsam gegenüber dem Papst unterordnet dem Gehorsam gegenüber Thronen, Mächten und Gewalten). In dieser Wortbedeutung sind aber Hubertus Halbfas und Charles Maurras und Alfred Rosenberg und Simone de Beauvoir allesamt „Modernisten“. Will man den Begriff so ausweiten?
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#7   Rocky   18:54:39 | Mittwoch, 8. März 2006
Kirche und Geld
Gebet:
Herr, gib DEINER KIRCHE endlich eine grosse Armut, damit wir wieder beten lernen, vom stolzen Ross der „reichen Kirche“ herabsteigen und wieder RÖMISCH-KATHOLISCH werden!
Herr, dazu braucht es aber einen neuen Episkopat!
Herr, du weisst alles! Rette die Bischöfe vor verblendung und dein Volk vor endlosem „ökumenischem“ Irrtum, Aberglauben und Unglauben!
Amen
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#6   k_c   18:50:54 | Mittwoch, 8. März 2006
@Vinzenz
Versuche mal einer Kirche, die bis vor 50 Jahren noch den alleinigen Absolutheitsanspruch erhob, etwas von „gesund schrumpfen“ zu erzählen.;-)
Und was sind eigentlich „Mietlinge“?
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#5   Vinzenz   17:29:19 | Mittwoch, 8. März 2006
Große Chance
Ich finde es ist eine große Chance für die deutsche Kirche wenn die finanziellen Mittel geringer werden. Vielleicht gehen dann all die „Mietlinge“ von Bord und unsere Kirche kann sich wieder gesund schrumpfen.
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#4   Horst Eckner †   16:50:41 | Mittwoch, 8. März 2006
@stimme der vernunft:
Sehr richtig! Aber leider ist die Redaktion von kreuz.net einfach nicht in der Lage, solche simplen Fragen zu stellen. An dieser Redaktionsverdummung ist bestimmt auch bloß wieder nur das 2. Vatikanum schuld :-)
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#3   Sulpicius   16:35:14 | Mittwoch, 8. März 2006
Reformeiferer
Wie wünschte der Domkapellmeister zu Mainz, Prof. Paul Köllner, schon kurz nach dem Vatikanum II bestattet zu werden: „Auf dem Bauch liegend, damit mich all die Reformeiferer bei der Auferstehung gleich am A… lecken können!“
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#2   k_c   16:34:39 | Mittwoch, 8. März 2006
Kirchengänger
Die Zahlen der Kirchengänger dürften weniger etwas mit dem Konzil zu tun haben als mit der Situation, in der die Menschen leben. Geht es ihnen schlecht, suchen sie seelischen Beistand, geht es ihnen gut, ist es ihnen eher egal. Beim Elbe-Hochwasser 2002 waren die ostdeutschen Kirchen plötzlich erstaunlich gut besucht.
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#1   stimme der vernunft †   16:23:49 | Mittwoch, 8. März 2006
und was hat das alles
mit dem 2. Vatikanum zu tun?
Gab es in den Ländern, in denen die katholische Kirche hohe Zuwachsraten verbucht etwa kein Vatikanum?
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