Liturgie
Rechtfertigung statt Gehorsam?
Die Gründer des ‘Neokatechumenalen Weges’ wollen den liturgischen Ermahnungen des Papstes gehorchen und haben ihm deshalb einen Brief geschrieben.
Der Gründer des Neokatechumenats, Kiko Arguello
Der Gründer des Neokatechumenats, Kiko Arguello
© gemeinfrei
(kreuz.net) In einem Schreiben an den Papst bekundeten die Leiter des ‘Neokatechumenalen Weges’ – Kiko Argüello, Carmen Hernández und Pater Mario Pezzi – ihren Gehorsam gegenüber dem Papst.

Das Schreiben ist mit dem 17. Januar datiert. Es wurde aber erst am 27. Februar öffentlich bekannt.

Der ‘Neokatechumenale Weg’ ist eine kirchliche Bewegung, die 1964 von Kiko Arguello – einem wiederbekehrten jungen Kunstmaler aus Madrid – und von Carmen Hernández gegründet wurde.

Die Bewegung bemüht sich um eine radikale Erneuerung der Taufgelübde ihrer Mitglieder und um eine Erneuerung des christlichen Lebens in Kleingruppen, die ein intensives geistliches Leben führen.

Am 1. Dezember veröffentlichte die Gottesdienstkongregation ein Schreiben, das den ‘Neokatechumenalen Weg’ auffordert, verschiedene liturgische Partikulärbräuche, die während der Heiligen Messe für die Kleingruppen gepflegt werden, aufzugeben.

Im Antwortschreiben auf diese Ermahnung heißt es, daß die Katecheten des ‘Neokatechumenalen Weges’ in den verschiedensten Nationen „mit den ‘Normen’“, die Francis Kardinal Arinze im Namen von Papst Benedikt XVI. vorgegeben habe, „sehr einverstanden“ seien.

Die Katecheten des ‘Neokatechumenalen Weges’ sind jene Laienmitglieder, welche die Kleingruppen leiten und im Glauben unterweisen.

Aus diesem Grund hätten die Verantwotlichen aus den verschiedensten Ländern gemeinsam ihren Willen erneuert, in allem die Rubriken des Römischen Meßbuches – mit großem Respekt und Gehorsam – zu befolgen.

Die Briefschreiber versprechen auch, mit den jeweiligen Ortsbischöfen zu sprechen, damit ihre Mitglieder – zumindest einmal im Monat – gemeinsam mit anderen Gläubigen an den Sonntagsmessen teilnehmen.

Besondere Aufmerksamkeit müsse dabei jenen Gläubigen geschenkt werden, die der Kirche sehr ferne stünden.

Die drei Führungspersönlichkeiten der Bewegung danken dem Heiligen Vater dafür, daß er ihnen zwei Jahre Zeit läßt, um die im Brief der Gottesdienstkongregation kritisierte Kommunionpraxis des ‘Neokatechumenalen Weges’ umzustellen.

Diese besteht darin, daß die Mitglieder der Gemeinschaft die Heilige Kommunion im Sitzen empfangen. Die Stühle sind während der Messe rund um einen geschmückten Tisch angeordnet, der als Altar verwendet wird.

Anstatt einer weißen dünnen Hostie verwenden die Gläubigen des Neokatechumenats ein größeres Fladenbrot. Das Blut Christi wird ebenfalls sitzend empfangen.

Auch diese Praxis soll auf Anordnung von Papst Benedikt XVI. geändert und den Normen der Weltkirche angepaßt werden.

Nicht ganz traut der Vatikanist des italienischen Wochenmagazins ‘Espresso’, Sandro Magister, dem jüngsten Brief aus der Führungsetage der Neokatechumenalen.

Er will aus dem Schreiben erneut eine Rechtfertigung für die vom Papst kritisierte Praxis des Kommunionsempfanges herauslesen.

So heißt es im Schreiben unter anderem, daß Gott einen Tisch bereite, „ein eschatologisches Mahl, das den Himmel gegenwärtig macht und wo Gott selber – voll von Liebe – die Seinen zu Tisch bittet und ihnen dient“.

Immer, wenn im ‘Neokatechumenalen Weg’ die Eucharistie gefeiert werde – so die Gründer – verspüre man die Kraft dieses Sakramentes, das auch jene, die Gott noch ferne sind, in das Pascha Christi mithineinnehme.

Laut Magister gehört es zum Missionsverständnis des ‘Neokatechumenalen Weges’, die Kommunion sitzend zu empfangen. Die Mitglieder würden darin ein fruchtbares Instrument zur Bekehrung sehen.

Am Ende des Briefes danken die Verfasser dem Papst, den Kardinälen und den vielen Bischöfen, die sie unterstützten, für ihre Hilfe.

Erst bei der Bischofssynode im letzten Oktober machte sich der Bischof von Agana – auf der Insel Guam im Pazifik – dafür stark, daß die Heilige Kommunion nicht nur im ‘Neokatechumenalen Weg’, sondern weltweit sitzend empfangen werden sollte:

„Denn wenn die Eucharistie ein Mahl ist, dann ist das die geeignetste Haltung.“
      
15 Lesermeinungen
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#15   Mikey   13:45:38 | Sonntag, 1. Oktober 2006
Es wird alles bleiben wie bisher
Ich selbst einmal war Mitglied dieser Bewegung und habe mich gerade an diesen Dingen sehr gestört – aber trotz aller Ermahnungen wird meiner Meinung nach alles so bleiben wie es ist.
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#14   Breze   00:52:56 | Sonntag, 12. März 2006
@ Niedermünster
Leider kenne ich das Buch nicht und mein italienisch ist nicht das Beste…
Ich bitte um einige Zitate aus dem Buch, würde mich sehr interessieren, was da so drin steht, un es evtl zu korrigieren, bin ja schliesslich eine „Betroffene“
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#13   Niedermünster   08:58:13 | Samstag, 11. März 2006
Die Wahrheit über den Geist des Neokatechumenats
Für jene, die des Italienischen mächtig sind, seien hier einige Bücher angegeben, die die schreckliche Wahrheit über den Geist des Neokatechumenats und seine Häresien veröffentlichen:
– P. Enrico Zoffoli, Eresie del movimento neocatecumenale, Udine 1995.
– P. Enrico Zoffoli, Verità sul cammino neocatecumenale, Udine 1995.
– Gino Conti, Un segreto svelato, Udine 1997.
Alle diese hervorragenden und sachlich theologisch erarbeiteten Bücher decken die falsche Theologie des Neokatechumenates auf und sind in den Edizioni Segno erschienen. Pater Zoffoli war Passionist und ist leiderr schon gestorben.
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#12   Breze   18:10:29 | Freitag, 10. März 2006
@ Gotthard
:-)
Ich verwende Typ 405…
So, jetzt sind alle restlichen Zweifel ausgeräumt…
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#11   Gotthard   18:05:46 | Freitag, 10. März 2006
Mehlsorten
Weizenmehl, klar!
Doch ob Vollkornmehr oder Weizenauszugsmehl Typ 405 oder 505 oder oder oder ist völlig egal!!!!!!!!!
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#10   Breze   18:03:14 | Freitag, 10. März 2006
@ Gotthard
das stimmt, allerdings darf das Brot nur aus Weizenmehl und Wasser bestehen und das tut es bei uns auch…
:-)
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#9   Gotthard   17:59:26 | Freitag, 10. März 2006
Normen
nstatt einer weißen dünnen Hostie
die gehören nun nicht zu den Normen der Weltkirche… Farbe, Dicke und Form des verwendeten Brotes sind nirgendwo festgelegt…
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#8   Breze   17:50:17 | Freitag, 10. März 2006
@ Robert Ketelhohn @ cath
Danke, Ihr zwei…
Hab ich auch schon gesagt, das mit dem Vollkornmehl (!)im Brot und dem angeblichen Weiterreichen des Weines, ich hoffe sehr, dass diese Desinformation (bewusst oder unbewusst) bald ein Ende hat…
Ich weiss es, weil ich selbst in einer neokatechumenalen Gemeischaft bin und selber sehr oft das Brot backe… dies selbst geschieht in einer würdigen Form nach den Regeln der katholischen Kirche…
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#7   Robert Ketelhohn   16:17:32 | Freitag, 10. März 2006
Magister
Sandro Magisters Artikel zum Thema sind mit größter Vorsicht zu genießen. Obwohl einiges bereits gesagt wurde, unterstreiche ich noch einmal:
1. Magisters im jüngsten Artikel erneut wiederholte Behauptung, der Kelch werde von Hand zu Hand weitergereicht, ist eine – nachdem der Mann vielfach auf die Unrichtigkeit hingewiesen wurde – unverschämte Lüge.
2. Im Neokatechumenat wird für die Hostien niemals Vollkornmehl verwendet, sondern nichts anders als reines, feingemahlenes, weißes Weizenmehl und Wasser. Ich vermute mittlerweile, daß Magister auch hierin bewußt lügt.
3. Magisters Interpretation des Schreibens ist auch schwerlich nachvollziehbar. Ich habe dazu anderorts kreuzgang.org/viewtopic.php?p=113550 einen kurzen Kommentar kreuzgang.org/viewtopic.php?p=113550 veröffentlicht sowie den Originaltext kreuzgang.org/viewtopic.php?p=113551 des Schreibens wiedergegeben.
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#6   Toby   16:04:56 | Freitag, 10. März 2006
@ Gotthard
oder aus der Hand eines beauftragten Kommunionhelfers
Stimmt nicht, das gilt nur für Notfälle wie Krieg oder Todesgefahr. Eine gewohnheitsmäßige Beauftragung vom Kommunionhelfern ist verboten!
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#5   cath   15:58:53 | Freitag, 10. März 2006
„… das zu zwei Dritteln aus weißem und zu einem Drittel aus Vollkorn-Weizenmehl gebacken wird.“
Diese Aussage ist falsch. Es wird reines Weizenmehl nach den Vorschriften der Kirche verwendet.
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#4   Gotthard   15:48:19 | Freitag, 10. März 2006
mehrere Hände
Derjenige, der die Kommunion empfängt, muss sie aus der Hand des Priesters empfangen: die hl. Hostie wie das Hl. Blut!!!
zu ergänzen wäre: oder aus der Hand eines beauftragten Kommunionhelfers.
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#3   Breze   15:05:43 | Freitag, 10. März 2006
@ Rocky
Natürlich hat keiner das Recht, die Kommunion sich selber zu spenden…
Das weiss ich, deswegen habe ich auch gleich die etwas missverständlichen Passagen des Artikel richtiggestellt…
:-)
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#2   Rocky   15:01:38 | Freitag, 10. März 2006
@Breze
Das „Weiterreichen“ ist übrigens strengstens verboten! Derjenige, der die Kommunion empfängt, muss sie aus der Hand des Priesters empfangen: die hl. Hostie wie das Hl. Blut!!! KEINER ausser dem Priester hat das Recht, die Kommunion sich selber zu spenden!
Das behauptest du ja auch – Dein Wort in Gottes Ohrt, was die Neokatechumenalen angeht!
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#1   Breze   14:49:54 | Freitag, 10. März 2006
Vollkorn?
nur zur Richtigstellung:
das Brot, das bei der Eucharistie in den neokatechumenalen Gemeinschaften verwendet wird, wird NICHT aus Vollkornmehl, sondern aus normalen Weizenmehl gebacken.
Der Kelch mit dem konsekrierten Wein wird zu Kommunion auch NICHT von den Gläubigen an den jeweils anderen weitergereicht, sondern vom Priester jedem einzelnen zur Kommunion gereicht…
Ausserdem möchte ich deutlich machen, dass die neokatechumenalen Gemeinschaften Teil der römisch- katholischen Kirche sind, und als dieser Teil sind wir gehorsam, wenn Rom entscheidet, ob an unserer Form der Eucharistiefeier etwas geändert werden soll…
Ansonsten bitte ich, um eventuellen Missverstandnissen oder Vorurteilen vorzubeugen, etwas genauer zu recherchieren…
Danke
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