Pastoraler Prozeß
Geteilte Seelsorge, halbe Seelsorge?
Der Bischof von Fulda hat in seiner Diözese den Segen, die Unterschrift und den Auftrag zur Bildung von sogenannten Pastoralverbünden gegeben. Kommt jetzt die Zeit des „Laienamtes“ und der klerikalen Pastoralassistenten?
(kreuz.net, Fulda) Der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, hat am 1. März das ‘Grundstatut für die Pastoralverbünde’ in seinem Bistum unterzeichnet.

Das Dokument ist am ersten Fastensonntag, dem 5. März, in Kraft getreten.

Laut einer Mitteilung des Bistums ist es bereits im ‘Kirchlichen Amtsblatt für die Diözese Fulda’ veröffentlicht. Mit der Unterzeichnung des Statuts ist der Weg für die Errichtung von Pastoralverbünden rechtlich geebnet.

Bei den sogenannten Pastoralverbünden handelt es sich laut dem Fuldaer Seelsorgeamtleiter Prälat Rudolf Hofmann um verbindliche Zusammenschlüsse weiterhin selbstständiger Kirchengemeinden. Insgesamt sind im Bistum 48 derartiger Verbünde geplant.

Die Errichtung der einzelnen Pastoralverbünde soll bereits diesen Advent abgeschlossen sein. Eventuelle Änderungen werde man nach einer fünfjährigen Probezeit vornehmen.

Kritiker befürchten, daß die strukturellen Neuerungen das Leben in den gegenwärtigen Pfarreien langsam aber sicher zum Erliegen bringen werde.

Auch die Rolle des Priesters sei durch die Reform gefährdet.

Dieser werde entweder zum Leiter einer Seelsorgeeinheit und verwandle sich dadurch in einen Administrator und Pastoralmanager. Oder er werde als pastoraler Mitarbeiter zum Zelebrationskasper und klerikalen Pastoralassistenten degradiert. Das erschüttere die priesterliche Lebensform bis auf ihre Grundfesten.

Eine andere Beurteilung dieser pastoralen Revolution findet der Fuldaer Seelsorgeamtleiter Hofmann laut ‘Fuldaer Zeitung’. Für ihn sei es in der heutigen Zeit geboten, von den „versorgten hin zu mitsorgenden Kirchengemeinden“ zu kommen.

Bei den strukturellen Reformen gehe es ihm auch nicht nur darum, auf den verheerenden Priestermangel zu reagieren, sondern auch eine Antwort auf „neue Herausforderungen in der Seelsorge“ zu finden.

Zu diesem Zweck wolle er die Arbeit in den Pfarreien auf eine breitere Grundlage stellen und in diesem Zusammenhang das Ehrenamt in der Kirche stärker fördern.

Die Ehrenamtlichen sind für den Seelsorgeamtleiter generell ein Kapital, das die Kirche früher zu wenig beachtet hat.

In den Augen von Prälat Hofmann befindet sich der sogenannte ‘Pastorale Prozeß’ „in einem guten Fahrwasser“. Ängste seien unbegründet.
      
17 Lesermeinungen
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#17   Gotthard   20:04:58 | Freitag, 10. März 2006
@Konrad
Mein Zitat war doch wohl eindeutig. Du machst „katholisch-sein“ an zwei Formen fest: Anbetung und Marienverehrung.
DAS nenne ich Deine selektive Auswahl… Und damit verengst Du die Beschreibung christlichen Lebens auf EIN von DREI Merkmalen: allein auf liturgia – und noch in einer sehr spezifischen Form.
Katholisch ist weit mehr …
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#16   Konrad   19:56:45 | Freitag, 10. März 2006
S. g. Herr Gotthard
ich habe neun verschiedene Frömmigkeitsmilieus des Katholischen benannt, ohne irgendeine davon, auch nicht meine eigene, vorzuziehen oder jemandem „aufzudrängen“. Ihre primitive Duzerei verrät Ihr Niveau. Von dem, was wahrhaft katholisch ist, haben SIE keine Ahnung! (Vgl. dagegen L. Scheffczyk, Katholische Glaubenswelt).
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#15   Gotthard   17:36:50 | Freitag, 10. März 2006
@Konrad
überall, wo Anbetung und Marienverehrung noch einen Raum findet, ist es noch möglich katholisch zu sein,
Jeder definiert „katholisch“ auf sehr selbstsüchtige Art und Weise…
Marienverehrung kann sehr sehr folkloristisch sein… und wer hindert Dich an der Anbetung?
Dräng doch Deine Art der Frömmigkeit nicht allen anderen auf… und nenne nur dich noch katholisch…
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#14   Konrad   17:29:21 | Freitag, 10. März 2006
Was haltet ihr davon?
Wir sind in den Diözesen und Pfarreien nicht mehr katholisch. Was stattfindet:Erstkommunion, Firmung, Beerdigung, Hochzeiten, Bischofsbesuche – alles ist mehr oder weniger Folklore. Echter Glaube ist verdunstet und jetzt kommen die entsprechenden Strukturen dazu. Katholisch leben und glauben geht nur noch in entsprechenden Milieus oder Oasen: Schönstatt, Opus, LC, Fokolar, Neokatechumat, aber auch „pro missa tridentina“, FSSP, Christkönig, ebenso FSSPX trotz ihrer Konzilskritik – überall, wo Anbetung und Marienverehrung noch einen Raum findet, ist es noch möglich katholisch zu sein, in den meisten Gemeinden mit ihren nun bischöflich forcierten „Wort-Gottes-Feiern“ dagegen immer weniger. Vielleicht finden wir den Weg zu den gebotenen Konsequenzen.
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#13   Elendester Sünder   15:29:54 | Freitag, 10. März 2006
Freimaurerische Beschönigungsfloskel
Seelsorgeamtsleiter Prälat Rudolf Hofmann erklärte in der Fuldaer Zeitung vom 08.03.2006, die Arbeit in den Gemeinden solle deshalb auf eine breitere Grundlage gestellt und das Ehrenamt stärker gefördert werden. Auf deutsch heißt das, die Aufgaben, des Pfarrers werden von Pastoralschlampen und Laientanten übernommen. Zunächst wird die Wandlung, sofern solche noch stattfindet, noch der Pfarrer vornehmen, aber das große Ziel muß sein, das Weiberpriestertum durchzusetzen, um die Kirche endlich zum Einsturz zu bringen.
Die Arbeit in den Pfarreien auf eine breitere Grundlage stellen und in diesem Zusammenhang das Ehrenamt in der Kirche stärker fördern. Eine 200 Jahre alte, typisch freimaurerische Beschönigungsfloskel. Der erste schockierende Eindruck soll abgeschwächt werden. Die blöden Schafe werden sich bald damit abfinden.
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#12   Horst Eckner †   08:57:48 | Freitag, 10. März 2006
@Konrad
Ich bin sicher, die Bischöfe würden die Gemeinden anders strukturieren, wenn man ihnen erlauben würde, dafür zu sorgen, dass das kanonische Grundrecht (!) der Gläubigen auf die sonntägliche Eucharistiefeier geachtet wird. Die vielen Laien-Ämter in der Kirche sind ja nur dadurch entstanden, dass die Kirche geeigneten Personen nach wie vor die Ordination verweigert, gleichzeitig aber auch ihren Dienst angewiesen ist, da der durch immer weniger Priester nicht mehr geleistet werden kann (und es nach can. 517 / 519 ja auch in bestimmten Fällen möglich ist).
Wem an der sonntäglichen Eucharistie und der grundsätzlichen Rolle der Eucharistie für die Kirche etwas liegt, der sollte vielleicht mal dafür plädieren, dass mehr Priester geweiht werden – und nicht eine asketische Bestimmung, die mit dem Wesen des Priesteramtes zwar vereinbar, aber nicht notwenig ist (nämlich der Pflichtzölibat), ÜBER das Grundrecht der Gemeinden auf Eucharistie gestellt wird.
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#11   Gotthard   23:18:50 | Donnerstag, 9. März 2006
Priesterbild
essentielle Väterlichkeit
Was ist denn das für eine Beschreibung des priesterlichen Dienstes?
Wenn es weniger Priester gibt, muss der Dienst anders organisiert werden … müssen die Territorial-Einheiten verändert werden.
Wer natürlich das Bild eines Priesters als dem „Allein-zuständigen“ für alles und jedes im Kopf hat, mag jetzt ein Problem haben…
Die 500-Seelen-Dorf-Gemeinde mit dem Pfarrer als letzter Instanz ist Nostalgie …und ich wage zu bezweifeln, ob das gesund war.
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#10   Konrad   20:34:47 | Donnerstag, 9. März 2006
S. g. Herr Gotthard!
Ihr warum will ich beantworten: Es geht nicht um Festschreibung alter Zöpfe, sondern um die klare Zuordnung von Priester und Gemeinde mit der Eucharistiefeier als ihrem Zentrum. Dies ist in der Tat in fast allen Bistümern (Ausnahme wieder Regensburg und Augsburg) derzeit in Frage gestellt. Der Geist der Anonymisierung und Kollektivierung der Seelsorge geht um. Unter dem verlogenen Leitwort „kooperative Pastoral“ wird das Priestertum relativiert und in seiner essentiellen Väterlichkeit gegenüber einer konkreten Gemeinde aufgehoben. Das mögen Sie nun Patriarchalismus nennen, aber genau darum geht es: um einen von den Bischöfen, die selber nicht mehr Väter ihrer Diözesen sein wollen, sanktionierten Vatermord am Priestertum der Kirche. Bis es soweit kam musste erst die Beichte abgeschafft werden, was ja weitgehend schon geschehen ist. Fakt ist, dass derzeit die Stellung eines evangelischen Pfarrers unangefochtener als die eines katholischen ist.
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#9   chancel_screen   19:46:52 | Donnerstag, 9. März 2006
Dipl.-Katholiken weiter auf dem Vormarsch
Wieder einmal ein Triumph der Soziologenkirche. Die Gläubigen in Fulda sollten sich lieber an die FSSPX wenden. Dort muss man gar nicht erst „nach Gott suchen“, wie es die Diplom-Katholiken forumliert haben. Warum müssen heutige Katholiken überhaupt erst „gemeinsam nach Gott suchen“? Soziologischer Blödsinn der V2-Kirche!
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#8   Athanasius   18:50:49 | Donnerstag, 9. März 2006
Tut mir leid…
…aber beim Photo dachte ich es handele sich um einen anglikanischen „Bischof“. Die Paramente sind angeblich auch schon in Fulda verschwunden?
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#7   Gotthard   18:30:32 | Donnerstag, 9. März 2006
Warum?
Diese Kommentare und diese Diskussion ist eine Scheindiskussion… warum soll eine geschichtlich gewachsene Pfarrei-Struktur für alle Ewigkeit festgeschrieben werden?
Diese Prozesse gibt es in allen Bistümern!!!!!!!
Warum soll damit der priesterliche Dienst in Frage gestellt werden?
Warum die Eucharistie-Feier?
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#6   Konrad   18:22:35 | Donnerstag, 9. März 2006
Ende der katholischen Seelsorge
Wenn die deutschen Diözesen so weiter machen, wird es einer Abschaffung des Priestertums gleich kommen. Das war schon lange vorbereitet, jetzt wird es praktisch umgesetzt. Der Glaube an die sakramentale Vollmacht des Priesters wird nicht mehr weitergegeben. Natürlich können dann, wie unten einer schreibt, Laien auch „Hirtensorge“ übernehmen. Aber deren Feld wäre Beruf und Familie, nicht Liturgie und Verkündigung. Vorschlag an die Herren Bischöfe, die mir in D wie Faschingsjecken (Lehmann als Ritter voran!) vorkommen: verkauft alle Priesterseminare! Das gibt doch etwas Geld zum Anstellen von Laien in den klerikalen Dienst.
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#5   Gotthard   18:01:22 | Donnerstag, 9. März 2006
Nimm und lies!
Bittet, und es wird euch gegeben werden; suchet, und ihr werdet finden; klopfet an, und es wird euch aufgetan werden.
Mt 7,7
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#4   Sirilo   17:52:18 | Donnerstag, 9. März 2006
„Auf der Suche nach Gott“ ???
Das Logo verwundert mich: „…auf der Suche nach Gott“… Muß die katholische Kirche wirklich Gott noch suchen? Ich dachte, sie hätte ihn schon längst gefunden und verkündete ihn. Kann man denn etwas verkünden, was man erst noch suchen muß? Und wenn man etwas sucht, kann es einem doch passieren, daß es das gar nicht gibt und man es nie findet.
Für mich fällt dieser Spruch unter die Rubrik „Zaghafte Seelsorge“. Wie will man damit Menschen fischen?
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#3   bonifatius   16:57:58 | Donnerstag, 9. März 2006
Auslagern und Aufgeben
Beim Staat heißt es Ämterzusammenlegung. Beim Handel und Gewerbe Konzentration von Standorten bis hin zur Auslagerung von firmenfremden Betriebszweigen.
Da Kirche weder staatliche Aufgaben wahrzunehmen hat noch mit Handel und Gewerbe zu vergleichen ist, sondern irgendwie mit Verkündigung des Glaubens – auch durch persönliches Beispiel – zu tun hat, werden auch die „Fuldaer Maßnahmen“ verpuffen.
Doch Halt! Etwas könnte man für die Kirche doch aus dem weltlichen Bereich übernehmen: Auslagerung und Aufgabe von firmen – (kirchen) fremden Betriebszweigen.
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#2   Horst Eckner †   16:50:54 | Donnerstag, 9. März 2006
So, und jetzt
schauen wir mal alle CIC can. 517 und 519 und fragen uns dann einmal, was eigentlich so falsch und so schlimm daran ist, dass Hirtensorge (cura pastoralis) in der Pfarrgemeinde in voller Übereinstimmung mit dem kirchlichen Recht auch von Laien ausgeübt werden kann.
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#1   ottaviani   16:30:41 | Donnerstag, 9. März 2006
ich hoffe daß es einen priester
gibt der in rom berufng einlegt geen das dokument
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