Deutschland
Auch die Rabbiner wurden beehrt
Heute Donnerstag beendeten die 70 deutschen Bischöfe ihre Frühjahrs- Vollversammlung, die zum erstenmal in der Bundeshauptstadt Berlin stattfand.
(kreuz.net, Berlin) Im Anschluß an die viertägige Versammlung veröffentlichte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, bei einer Pressekonferenz ein 15seitiges Medienkommunique.

Im Mittelpunkt der Bischofskonferenz stand am Mittwoch ein Studientag über die Jugendseelsorge.

Außerdem befaßten sich die Oberhirten mit dem kirchlichen Engagement im Schulbereich und Fragen der Zuwanderungspolitik.

Ferner legten sie ein Grundsatzpapier zur Gefängnisseelsorge vor.

Am Donnerstag nachmittag beteiligten sich einige Bischöfe noch gemeinsam mit dem Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper, an einer größeren Konferenz jüdischer Rabbiner.

Das erste Hauptreferat am Studientag zur Jugendpastoral hielt Prof. Dr. Martin Lechner, Laientheologe und Inhaber des Lehrstuhls für Jugendpastoral an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Salesianer Don Boscos im oberbayerischen Benediktbeuern.

Prof. Lechner erklärte, daß die Wortverkündigung mittels neuer Formen katechetischen Wirkens verstärkt werden solle. Liturgische Ausdrucksformen sollten auch einer sogenannten jugendlichen Ästhetik Rechnung tragen.

Als Orte der Erfahrung von „communio“ und „missio“ seien Jugendkirchen und spirituelle Zentren erforderlich. Deren Bestand dürfe auch unter schwieriger werdenden Rahmenbedingungen nicht gefährdet werden.

Der Bischof von Osnabrück und Jugendbischof Franz-Josef Bode erklärte in einem zweiten Hauptreferat, daß die Anbetung Kerninhalt der Jugendpastoral sein müsse. Außerdem sei der Zusammenhang von Liturgie und Diakonie herauszustellen.

Die Bischofskonferenz äußerte sich auch zum Katholikentag, der Ende Mai in Saarbrücken stattfinden wird. Er wird sich unter dem Motto ‘Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht’ dem Thema Gerechtigkeit in Deutschland, Europa und darüber hinaus widmen.

Zudem veröffentlichten die Bischöfe eine Auswertung der kirchlichen Statistiken von 2004. Aus ihnen geht zum Beispiel hervor, daß vor zwei Jahren 25.986.384 Katholiken in Deutschland wohnten. Das entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung.

Weiter befaßte sich die Bischofskonferenz mit der Liturgie.

Die Liturgiekommission legte den Bischöfen einen Entwurf für „Allgemeine Kriterien für die Wort-Gottes-Feiern am Sonntag“ vor.

In Pfarreien, wo kein Priester mehr die Messe liest, könnten – so die Bischofskonferenz – sogenannte Wort-Gottes-Feiern sinnvoll sein, um der Pfarrei die Möglichkeit zu geben, in Gemeinschaft das Wort Gottes zu lesen und sich zum Gebet zu versammeln.

Die Liturgiekommission hat verschiedentlich über die Voraussetzungen beraten, die notwendig sind, um an Sonn- und Feiertagen priesterlose Wort-Gottes-Feiern statt einer Messe abzuhalten.

Sie hat den Bischöfen nun einen Vorschlag unterbreitet, der den Diözesen als Leitlinie für die liturgische Praxis dienen kann.

Der Text wurde angenommen. Über die Form der Veröffentlichung entscheidet der jeweilige Diözesanbischof.

Zur Revision der sogenannten Einheitsübersetzung der Bibel werden erste Ergebnisse bereits im Juli diesen Jahres erwartet. Ein Abschluß der Revision wird für das Jahr 2008 angestrebt.

Das Pflichtfach Ethik, das im kommenden Schuljahr in Berlin eingeführt werden soll, sieht die Bischofskonferenz negativ. Damit werde der Religionsunterricht aus der Schule gedrängt.

„Wir unterstützen nachdrücklich die Forderung nach der Einführung von konfessionellem Religionsunterricht und Ethik als gleichberechtigte ordentliche Unterrichtsfächer.“

In Berlin könnte das durch die Einrichtung eines Wahlpflichtbereichs geschehen.

Der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, informierte die Bischöfe schließlich über den Papstbesuch, der vom 9.-14. September in den drei bayerischen Diözesen stattfinden wird.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Compass   16:13:58 | Donnerstag, 16. März 2006
Bitte etwas mehr journalistische Sorgfaltspflicht!
In dem Artikel heißt es:
„Am Donnerstag nachmittag beteiligten sich einige Bischöfe noch gemeinsam mit dem Präsidenten des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper, an einer größeren Konferenz jüdischer Rabbiner.“
Diese Aussage ist schlicht falsch. Es handelte sich nämlich keineswegs um eine „größere Konferenz jüdischer Rabbiner“, sondern um ein von der weltlichen und kirchlichen Presse weithin als „historisch“ gewürdigtes Treffen. Organisiert wurde diese bislang auf deutschem Boden beispiellose Begegnung vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für christlich jüdische Zusammenarbeit (DKR).
Wer sich näher (und vor allem journalistisch korrekt recherchiert) interessiert, sei auf eine Meldung der internationalen katholischen Nachrichtenagentur „Zenit“ verwiesen: Zenit www.zenit.org/…man/visualizza.phtml?sid=86000
Oder gleich bei der entsprechenden Meldung auf der Homepage des Deutschen Koordinierungsrates:
DKR …cher-koordinierungsrat.de/02_01_mehr.php?pNUM=1&mID=33
Dort steht auch die Rede des Kardinal Kaspers online:
Nostra Aetate und die Zukunft des jüdisch-christlichen Dialogs …cher-koordinierungsrat.de/04_02_mehr.php?pNUM=1&mID=55
Mit kollegialen Grüßen,
Redaktion „COMPASS-Infodienst für christlich-jüdische und deutsch-israelische Tagesthemen im Web“
COMPASS-Infodienst www.compass-infodienst.de/
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#10   Gotthard   17:31:51 | Freitag, 10. März 2006
@Mk28
von diesen Herrn ist keine Erneuerung des Katholizismus zu erwarten.
Werde doch mal konkret! Was hätte Deiner Meinung nach als Ergebnis herauskommen sollen?
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#9   Toby   15:17:00 | Freitag, 10. März 2006
@ MK28
Deutsche Bischöfe
Man sollte endlich eine grundlegende Wende bei den künftigen Bischofsernennungen herbeiführen. Wenn immer nur die gleichen systemimmanenten und ekklesiastisch korrekten Kompromisskandidaten ernannt werden, können wir noch 100 Jahre warten, bis sich etwas ändert.
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#8   MK28   12:24:44 | Freitag, 10. März 2006
Deutsche Bischöfe
Wie erwartet nichts Neues von der DBK. Nur der übliche Sermon; von diesen Herrn ist keine Erneuerung des Katholizismus zu erwarten. Das ist einfach nur Erstarrung, es fehlt jeder Glaubenseifer. Man sollte also aufhören zu glauben, die deutschen Bischöfe würden irgendeinen Beitrag zur geistigen Wende in diesem Land leisten können – sie wollen es in ihrer übergroßen Mehrheit noch nicht einmal.
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#7   Dr. Otterbeck   11:02:30 | Freitag, 10. März 2006
„Rabbuni“
Das Glaubensbekenntnis der Maria Magdalena ist eines der schönsten, liebevollsten Worte des Evangeliums.
Also Ehre, wem Ehre gebührt! Auch den Rabbinern!
PS.
Nachdem ich wieder ein bisschen mehr Spaß an diesem Tiradenforum (der Tradi-„Triaden“?) fand –- und auch Zeit, pausiere ich mal bis Ostern. Dass es heute mein Beitrag 218 ist, hat aber keine Bedeutung im Blick auf Abtreibung, Homokultur, Antisemitismus und die „Messe aller Zeiten“ (implizit vorausgesetzt „alle Zeiten“ finden Platz zwischen 1954 und 1958, als Monseigneur L.sein Weltbild fixierte).
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#6   Beobachterin   08:22:41 | Freitag, 10. März 2006
Kardinal für muslimische Interessen?
Gotthard: Der Schutz von Ehe und Familie ist – Gott sei Dank! – unabhängig von der Religionszugehörigkeit der jeweiligen Familie.
Das trifft durchaus zu – aber es ist nicht Sache eines Kardinals, sondern Sache des Staates. Der Kardinal soll sich um seine Kirche und die Angehörigen seiner Kirche kümmern. Hier kann ich nur sagen: „Si tacuisses …“ Er macht sich selbst durch seine Politik eines Tages überflüssig.
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#5   Gotthard   23:36:48 | Donnerstag, 9. März 2006
Aufgabe
Es ist Aufgabe eines deutschen Bischofs, sich um das Wohl der Familien in unserem Lande zu kümmern und entsprechende Forderungen an die Politik zu stellen.
Der Schutz von Ehe und Familie ist – Gott sei Dank! – unabhängig von der Religionszugehörigkeit der jeweiligen Familie.
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#4   Beobachterin   23:26:36 | Donnerstag, 9. März 2006
Kardinal Lehmann …
… hat geäußert, für eine weitere Zuwanderung zu sein. Er bedauerte eine Einschränkung des Familiennachzugs.
Ob diesem Herrn klar ist, daß es sich dabei im wesentlichen um Nachzug von jungen türkischen Mädchen zu einem deutsch-türkischen Mann in der Bundesrepublik handelt? Die Integration verlagert sich auf diese Weise in die nächste Generation, der Islam wird in Deutschland gestärkt und das Christentum weiter geschwächt. Ist es eigentlich die Aufgabe von einem deutschen Kardinal, sich um diese Dinge zum Nachteil des Christentums in Deutschland zu kümmern?
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#3   Gotthard   23:10:26 | Donnerstag, 9. März 2006
Boulevard
Die Überschrift hat mit dem Zusammentreffen der Bischofskonferenz nicht einen müden Pups zu tun … typisch Boulevard-Journaille…
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#2   Palma   22:53:47 | Donnerstag, 9. März 2006
Ursprung
Der Herr Jesus Christus ist Ursprung der ganzen Schöpfung!
In IHM und durch IHN ist die unsichtbare +sichtbare Welt (Schöpfung) geschaffen worden.
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#1   Yersinia   20:50:35 | Donnerstag, 9. März 2006
und wo kommen im Artikel
die Rabbiner vor? wozu schreibt kreuz.net eine solche Überschrift? im Bericht geht es um absolut wichtige pastorale Themen und Zielsetzungen (wobei man bei der kreuz.net’schen Berichtsqualität immer hinterfragen sollte) und die Überschrift handelt von Rabbinern? vielleicht, weil die Wurzel des Christentums im Judentum liegt? – das wäre natürlich ein Argument!
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