Kinderabtreibung
Abtreibung, weil sich die Männer aus dem Staub machen
Gestern wurde die kenianische Vize-Umweltministerin mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Die Friedensnobelpreisträgerin hat auch einen Meinung zur Kinderabtreibung.
(kreuz.net, Oslo) Als erste Frau Afrikas hat die Kenianerin Wanari Maathai (64) gestern in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten. Die Vize-Umweltministerin wurde für das größte afrikanische Aufforstungsprojekt ausgezeichnet. Kenia ist ein Staat in Ostafrika.

Gegenüber der norwegischen Zeitung „Dagon“ äußerte sich die Nobelpreisträgerin am 7. Dezember zur Kinderabtreibung. „Abtreibung ist falsch“, sagte sie in dem Interview. Es gäbe keinen Grund, einem bereits empfangenen Menschen die Möglichkeit auf seine Geburt und ein glückliches Leben zu verwehren. Eine Kinderabtreibung mache beide, die Mutter und das Kind, zum Opfer.

„Wenn wir die Abtreibung erlauben, bestrafen wir die Frauen. Diese lassen die Kinder abtreiben, weil sich ihre Männer aus dem Staub machen.“ Frau Maathai unterstrich auch die Bestrafung der Kinder, denen das Leben jäh geraubt wird.

Die Friedensnobelpreisträgerin fragte auch nach den Ursachen der Kinderabtreibung. „Warum ist die Frau gefährdet, neues Leben auszulöschen?“ Als Antwort sprach Frau Maathai die Mißstände in der Gesellschaft an. Ein Teil dieser Antwort liege „in diesem Haus“, meinte die Vize-Ministerin und zeigte auf eine Abbildung des kenianischen Parlamentsgebäudes. Frau Maathai kämpft für die Rechte der Frauen und fordert für sie bessere Rahmenbedingungen. Sie versucht Männer auch finanziell für gezeugte Kinder zur Verantwortung zu ziehen.

In Kenia ist die Kinderabtreibung mit Ausnahme der medizinischen Indikation strafbar. Die Zahl der illegalen Abtreibungen werden auf 250.000 pro Jahr geschätzt. Den abgetriebenen Kindern stehen rund eine Million Lebendgeburten gegenüber.
      
1 Lesermeinung
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#1   Dolfus   15:15:54 | Samstag, 11. Dezember 2004
Afrikas erfrischende Skandaldamen
Ich danke der mutigen Dame aus Kenya für diese klaren Worte, und daß sie dem Westen nicht nach dem Munde redet.
Kompliment.
Interessant war übrigens auch jene andere afrikanische Nobelpreisträgerin vor kurzem, die für einen anderen handfesten Skandal sorgte, als sie die Ursprünge des quasi über Nacht aufgetauchten und nun pestartig extrem stark in Afrika grassierenden AIDS-Virus in westlichen Labors ortete – er sei sinngemäß als eine Art biologische Kriegsführung gegen die Afrikaner kreiert worden.
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