Fastenzeit
Belügt Euch nicht selbst!
Vor 50 Jahren warnten die deutschen Bischöfe in einem gemeinsamen Hirtenwort zur Fastenzeit ihre Schäfchen: „Dialektischer Materialismus und Atombombe vergehen, und ihre Schrecken hören einmal auf, die Hölle aber bleibt ewig.“
(kreuz.net) Geliebte Diözesanen! So darf es mit uns nicht weitergehen. Lasset uns vor den Herrn treten und „sein Angesicht suchen“ (Ps 104,4) und wie die Hörer des Täufers fragen: „Was sollen wir tun?“ (Lk 3,10)

Wir Bischöfe aber rufen Euch mit eben diesem Johannes dem Täufer zu: „Tuet Buße!“ (Mt 3,1) Tuet Buße, das heißt nicht nur: tuet bestimmte Bußwerke!, sondern heißt noch mehr: ändert Eueren Sinn, ändert Euer ganzes Leben, denket um, bekehret Euch!

Erkennt wieder an, daß Gott Euer Herr ist! Daß Euere Kräfte, Euer Einkommen, Euer Gatte, Euere Gattin, Euere Kinder zunächst ihm gehören und daß Ihr darum mit all dem und all diesen umgehen müßt, nicht wie es Euerem Gutdünken, sondern wie es seinem heiligen Willen entspricht.

Habet Furcht vor Gott, wie unser Heiland uns lehrt: „Fürchtet Euch nicht vor denen, die den Leib zwar töten können, darüber hinaus aber nichts vermögen. Ich will Euch zeigen, wen Ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der über den Tod hinaus noch in die Hölle stürzen kann. Ja, ich sage Euch: Den sollt ihr fürchten!“ (Lk 12,4f)

Wie spottet ein Mensch seiner selbst, der vor der Macht des dialektischen Materialismus und der Wasserstoffbombe Respekt hat, aber es darauf ankommen läßt, mit Gott in Feindschaft zu stehen!

Dialektischer Materialismus und Atombombe vergehen, und ihre Schrecken hören einmal auf, die Hölle aber bleibt ewig.

Frevelt nicht leichtfertig gegen die Gebote Gottes und fügt nicht weiteren Frevel hinzu, in dem Ihr Euch dann selbst die Lossprechung gebt mit dem Hinweis darauf, daß Euer Gewissen Euch dies und jenes gestatte.

Verhöhnet nicht die Majestät Gottes, indem Ihr die Stimme Euerer Leidenschaft und Euerer kleinen Süchte „Gewissen“ nennt. Denn die Stimme des Gewissens ist letztlich die Stimme Gottes. Darum muß das Gewissen sich bilden und orientieren an den Geboten Gottes, wie die Kirche als die gottgesetzte Lehrerin der Wahrheit sie uns lehrt.

Belügt Euch nicht selbst! Schon vor fast 3000 Jahren ruft der Prophet Isaias ein „Wehe“ über die diejenigen, die das Böse gut und das Gute böse nennen (Is 5,20). Sündigt auch nicht und sagt dabei: „Der liebe Gott ist nicht so kleinlich.“

Gottes Erbarmen ist groß, aber gegen den Frevler, der nicht Buße tut, entbrennt sein Zorn: „Furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen“ (Hebr 10, 31).

Geliebte Diözesanen, habet doch Erbarmen mit Euch selbst und denket weiter als nur die wenigen Jahrzehnte oder Jahre bis zu Euerem Tode – vielleicht sind es auch nur Tage – und höret die Mahnung des Herrn: „Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden leidet an seiner Seele“ (Mt 16,26).

Ihr, die Ihr praktisch Materialisten seid: Für das Alter wollt ihr versorgt sein, aber nach dem, was nach Alter und Tod kommt, fragt Ihr nicht!

Der Götze Geld und der Götze Genuß retten Euch nicht! Sie begleiten Euch nicht über die Sterbestunde hinaus, vielleicht bleiben sie Euch nicht einmal in den irdischen Tagen treu. Wer Euch rettet, ist der barmherzige Gott. „Er will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe“ (Ez 18, 23).

Tuet Buße. Denket um. Stürzet die Götzen, die doch ohnmächtig sind. Beuget Euch von neuem unter den einen und alleinigen Herrn und Gott, denn er ist ein eifersüchtiger Gott (Ex 20, 5).

Ihr könnt nicht ihm dienen und dem Mammon (Mt 6,24). Ihr könnt Euch nicht zu ihm bekennen und dann tun, was ihr wollt.

Erkennet „die Zeichen der Zeit“ (Mt. 16, 3); brüchig ist unsere Welt, vergänglich ihr Glück, alles ist eitel (Ekkl 12, 9), wer aber dem Herrn dient, dem wird eine ewige Wohnung im Hause des Vaters bereitet (Joh 14,2).

Zweiter Teil aus dem Hirtenbrief der deutschen Bischöfe zur Fastenzeit 1956. Onlinebereitstellung durch stjosef.at

Nächsten Sonntag: „Es ist auf unserer Erde unheimlich geworden!“
      
13 Lesermeinungen
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#13   Filia_Nocte   13:39:19 | Samstag, 18. März 2006
Die Angstmachung der Kirche
Also wenn man Christ ist, gehört man Gott? Hab ich das jetzt richtig herausgelesen? Und man soll sich einem Gott, der ja friedlich und doch eigentlich liebevoll sein soll demütig mit geneigtem Haupt unterwerden und auf seine Gnade bauen? Entschuldigung, aber das klingt für mich nach einer Abhängigkeit und nicht nach einer Verehrung eines Gottes. Das erinnert mich gleich an die Frau die sich dem Manne gegen ihren Willen unterwirft in der Angst vor Schlägen.
Oder wie soll das jetzt gemeint sein?
Könnte mich da mal jemand aufklären?
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#12   GerdEric   22:48:14 | Dienstag, 14. März 2006
@ Athanasius
Wo steht ‘omnes judes’? Nirgendwo. Also nicht alle. Die Juden die sich bekehrten zum Messias wohl nicht.
Wie du so schön sagst!
Alle Juden,
denn ein Jude der sich zum „Christentum“ „bekehrt“,
ist kein Jude!
Bekehrte Juden z.B. im Spanien nach der sogenannten Zurückeroberung,
wurden Marranen geheissen,
das ist nicht Jude,
und nicht als Christ anerkannt.
Und das „Christentum“ wird nie das Volk Israel sein,
auch nicht das neue,
denn es müsste sich den Gesetzen unterordnen, doch „Christen“ sind Gesetzeslos und nur ihren eigenen Ideen hörig.
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#11   Athanasius   20:10:46 | Dienstag, 14. März 2006
@GerdEstoteric Seventh Day Adventist?
Nun, hier stehen die Juden in einem Topf, also alle!
Der Klerus nur, wenn es Ritter sind…?
aber die Christen nicht per se?
Die Ritter sitzen in einem Kessel drinne, zusammen. Alle. Die Juden, das heisst diejenige von ihnen welche verdammt wurden, auch. Und auch die Kleriker und die Bürger sind wohl im Gesamtgemälde in separaten Töpfen abgebildet! Alle mittelalterliche Personengruppen werden in separaten Kesseln abgebildet. Wahrscheinlich auch die Moslems. Wo steht ‘omnes judes’? Nirgendwo. Also nicht alle. Die Juden die sich bekehrten zum Messias wohl nicht.
Nicht das Judentum hat sich von G’TT abgewandt,
das Christentum hat dem Heidentum Tor und Tür geöffnet,
in der Kirche Unterschlupf zu finden.
Hör’ doch auf mit Ihren Beleidigungen gegen das Christentum. Das talmudische Judentum hat sich von Gott und von dem Messias abgewandt. ‘Wenn ihr nicht glaubet, dass ich Er bin, werdet ihr in euren Sünden sterben,’ spricht Jesus zu uns. Sie präferieren anstatt des Evangeliums aber lieber 7. Tag-Adventisten und andere Sekten. Das ist hiermit erwiesen.
Das neue Israel ist die katholische Kirche. Und sonst keiner.
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#10   GerdEric   17:57:51 | Dienstag, 14. März 2006
@ Athanasius
‘Judes’ waren keine Ritter, und die Ritter waren Christen. Also sind die ‘Judes’ und die Christen in der Hölle nicht alleine mit der eigenen Gruppe drinne.
Nun, hier stehen die Juden in einem Topf, also alle!
Der Klerus nur, wenn es Ritter sind…?
aber die Christen nicht per se?
und die Ritter waren Christen.
Mörder (Ritter)?
Mörder sind also Christen?…
Nicht das Judentum hat sich von G’TT abgewandt,
das Christentum hat dem Heidentum Tor und Tür geöffnet,
in der Kirche Unterschlupf zu finden.
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#9   Athanasius   23:22:05 | Montag, 13. März 2006
@GerdERic
Setz’ eine historische Brille auf, und Sie wüssten, dass die meisten Bischöfe damals auch Ritter und weltliche Fürsten waren. Im ganzen Bild ist auch bestimmte ein Kessel mit abtrünnigen Klerikern dabei – das war gewöhnlich auf Bildern in jener Zeit des vor-Renaissance-‘Katholentums’. ‘Judes’ waren keine Ritter, und die Ritter waren Christen. Also sind die ‘Judes’ und die Christen in der Hölle nicht alleine mit der eigenen Gruppe drinne.
Denn auch der Glaube alleine rechtfertigt nicht vor Gott, sondern nur Glaube únd die Werke.
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#8   GerdEric   22:55:04 | Montag, 13. März 2006
Lieber Athanasius
ich trage wohl manchmal eine Brille,
aber seit wann haben Bischöfe Helme auf…
ein verunsicherter GerdEric
;-)
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#7   Athanasius   22:22:40 | Montag, 13. März 2006
@GerdEric
Sie sind offensichtlich „Judenanbeter“ (mein Lieblingsjude nach dem Herrn, St. Paulus von Tarsus, würde Sie als „Judaisator“ verurteilen) oder ähnliches, und dispensationalistischer „Evangelischer“ Pfingstlerprotestant, aber nicht Katholik.
Der Katholischen Kirche des Hochmittelalters Antisemitismus vorzuwerfen ist übertrieben, die grössten Inquisiteure und Heiligen von damals, etwa Torquemada und auch St. Vincentius Ferrier, waren aus dem hebräischen Volke.
Übrigens sind im Bild nicht nur die ‘Judes’ in der Hölle, sondern auch viele Bischöfe (sieh den rechten Kessel an). In der Hölle gibt es auch Christen, auch Juden, und auch Heiden, und auch Atheisten.
Im Himmel triumphiert dagegen das ewige, gläubige Israel, das früher (vor 33 AD) im Stamme Juda, jetzt in allen Völkern der Welt weiterlebt (sowohl in Juden als in Griechen, aber nicht mehr in Juden als in Griechen).
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#6   GerdEric   16:01:42 | Montag, 13. März 2006
Blass phemie
Belügt Euch nicht selbst! Schon vor fast 3000 Jahren ruft der Prophet Isaias ein „Wehe“ über die diejenigen, die das Böse gut und das Gute böse nennen(Is 5,20).
Und glaubt nicht,
dass euch ein Mensch kann retten,
denn einzig G’TT rettet.
Dass allerdings auf diesem Forum „Bildchen“ zu sehen sind,
die das Volk G’TTES per se in Kesseln kochen sehen wollen
(ist da der Wunsch „Vater“ des Bildes?
(Ihr sollte euch keine Bilder machen,
von dem was auf der Erde,
noch im Himmel oder darunter ist…))
(Prima aus der katholischen „Mottenkiste“ hervorgeholt)
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#5   bonifatius   10:56:30 | Montag, 13. März 2006
@Sirilo
D’accord, ist eine Fehlentwicklung des Konkordats. Ansonsten bitte keinen Neid.
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#4   Sirilo   23:49:45 | Sonntag, 12. März 2006
@bonifatius
„Für das Alter wollt ihr versorgt sein“ – na, machen’se mal halblang, möchte man den Bischöfen zurufen. Bischöfe und Klerus wollen in Deutschland auch bestens fürs Alter versorgt sein; die Bischöfe noch dazu aus der Staatskasse, die ihnen Gehälter und Pensionen zahlt.
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#3   Yersinia   20:26:55 | Sonntag, 12. März 2006
das waren halt noch Zeiten
als man klare Feindbilder haben konnte; heute müßen Moralisten schon diffus herumrudern, wenn es um die Verdammung der ganz normalen Marktwirtschaft mit ihren Opfern geht; immerhin: jede Woch verhungern weltweit soviele Menschen, wie bei der Tsunamikatastrophe in Ostasien um Leben kamen;
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#2   MariaGoretti   20:23:00 | Sonntag, 12. März 2006
Belügt Euch nicht selbst
Das waren wenigstens noch Hirtenbriefe, die das katholische Volk aufgerüttelt und begleitet haben, anders, als das, was wir uns heute im Bistum Mainz haben anhören müssen über die Änderungen der Pfarreistrukturen, die völlig überflüssig sind und nur die Priester noch mehr belasten.
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#1   bonifatius   18:08:21 | Sonntag, 12. März 2006
Mahnruf
„Ihr, die Ihr praktisch Materialisten seid: Für das Alter wollt ihr versorgt sein, aber nach dem, was nach Alter und Tod kommt, fragt Ihr nicht!„So müßte es heute von allen Kanzeln der Kirchen herunterschallen. Moment mal: die Kanzel als Symbol des
schlechten Gewissen hat man ja auch entsorgt.
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