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Montag, 13. März 2006 15:36
Eine kalte Dusche für den Papst
Die Ernennung des Bischofs von Hong Kong zum Kardinal wurde von einem hohen Vertreter der kommunistischen Gegenkirche als „Akt der Feindschaft gegen China“ bezeichnet.
Der Neokardinal Zen
Der Neokardinal Zen
(kreuz.net, Hong Kong) In China fliegen die Fetzen. „Ein Akt der Feinschaft gegen China“ nannte Liu Bainian – der Vizepräsident der „Chinesisch- katholischen Patriotischen Vereinigung“ – die Ernennung von Mons. Joseph Zen Ze-kiun zum Kardinal.

Das berichtete der Nachrichtendienst ‘AsiaNews’ am Donnerstag. ‘AsiaNews’ zitierte aus einer Erklärung des Neo-Kardinals, die der Nachrichtenagentur vorab zugesandt wurde.

Darin findet Bischof Zen scharfe Worte gegen den kommunistischen Kirchenfunktionär. Liu habe sich als Richter über Benedikt XVI. aufgespielt und präsentiere sich als Vertreter der offiziellen Kirche:

„Doch wenn den Bischöfen, Priestern und Gläubigen die Redefreiheit gewährt würde, könnte man Ansichten hören, die davon sehr verschieden sind.“

Mit seiner jüngsten Erklärung widersprach der Vizepräsident der kommunistisch kontrollierten Regimekirche den Aussagen, die er am 23. Februar vor der Hong Konger Tageszeitung ‘South China Morning Post’ machte. Damals erklärt er:

„Wenn der Neo-Kardinal die Absicht hat, Festland-China zu besuchen, und beitragen möchte, die chinesisch-vatikanischen Beziehungen wiederherzustellen, dann wäre er sehr willkommen.“

Lius jüngste Erklärung endete mit dem üblichen Refrain des chinesischen Regimes, wonach alle diplomatischen Beziehungen mit der „Rebellenprovinz“ Taiwan abzubrechen seien und der Vatikan sich nicht in innerchinesische Angelegenheiten einmischen dürfe.

Darauf erwidert Mons. Zen, daß inzwischen jeder wisse, daß der Heilige Stuhl bereit sei, Taiwan zu opfern und sich Peking zuzuwenden:

„Diplomatische Beziehungen sind eine politische Angelegenheit, aber der Heilige Stuhl hat kein Interesse an solchen Angelegenheiten und besitzt noch weniger politische Ambitionen. Die einzige Hoffnung des Heiligen Vaters besteht darin, daß die chinesischen Gläubigen in einer echten Religionsfreiheit leben dürfen.“

Bischof Zen schließt mit einer sehr persönlichen Ermahnung:

„Ich möchte daran erinnern, daß sowohl Bischof Zen als auch Vizepräsident Liu beide über 70 Jahre alt sind und der Tag nicht fern ist, an dem beide dem himmlischen Richter begegnen müssen. Möge dieser Gedanke zu mehr Weisheit in allen ihren Entscheidungen führen.“
2 Lesermeinungen:
Donnerstag, 30. März 2006 22:05
Christin: Für Religionsfreiheit in China…
*Die einzige Hoffnung des Heiligen Vaters besteht darin, daß die chinesischen Gläubigen in einer echten Religionsfreiheit leben dürfen.“*

Die Ein-Kind-Politik in China ist bekannt.WEr mehr KInder bekommt muß dort mit mehr Steuern rechnen.Dennoch nehmen Chinas Eltern diese Steuern gern in Kauf ihren Kindern zuliebe.Das find ich eine sehr christliche Einstellung.
In europäischen Ländern sind kinderreiche Familien ebenso benachteiligt durch niedrigeren Lebensstandart.
Immer weniger Paare entscheiden sich für Kinder,weil die Umwelt immer kinderfeindlicher erscheint oder das Singledasein einfach egoistischer zu werden scheint und die Gesellschaft nicht wirklich gewillt ist eine monogame Partnerschaft eingehen zu wollen,um an persönlicher Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit möglichst wenig eingeschränkt zu werden.

Es gibt schon Überlegungen in Europa Familien mit „NUR“ einem Kind nicht als Familie im klassischen Sinn zu sehen und dementsprechend keine Familienbeihilfe zugestehen zu wollen.Das find ich ungerecht.Denn ab einem Kind gilt man als Familie.Besonders wenn das Kind dann studieren will,hat die Famlienbeihilfe einen doch sehr wichtigen Stellenwert,was nicht wegzudenken wäre.
Montag, 13. März 2006 17:19
Athanasius: Trotzdem…
wird zwar den Katholiken der ehemals britischen Sonderverwaltungszone Hongkong (China) einen Kardinalstitel verliehen, aber den treuen seit 1957 verfolgten Katholiken der Untergrundkirche wenig geboten. In Westeuropa werden die Bischöfe der kommunistischen ‘Patriotischen Vereinigung’ mit Ehre an katholischen (sogar pontifikalen: etwa Leuven, Belgien) Universitäten empfangen, in den USA arbeiten Priester der Patriotischen Vereinigung Rotchinas in den katholischen Diözesen (wo sie das Wunder ‘des sozialistischen Staates seit 1949’ verkünden). Aber den Untergrundkatholiken wird seit 1962 immer weniger gegeben, obwohl doch Papst Pius XII. diese verfolgte Märtyrerkirche Chinas 1957 als „kommende Gnadenquelle für die katholische Gesamtkirche“ pries. Mit Progressismus, kommt oft Sozialismus. Nicht umsonst nannten sich die pro-Kommunismuskleriker der Tschechoslowakei ‘Pacem in terris’ oder ‘Populorum progressio’ und wohnten dem II. Vatikanum in Ehren bei, etwas was Pius XII. niemals erlaubt hätte!
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