11:13:08 | Mittwoch, 15. März 2006
Im Bistum Essen beginnen sich die Pfarreien auf den beschlossenen Abbau auszurichten. Dieser wird – nicht ohne Zweckoptimismus – Aufbruch genannt.
(kreuz.net, Gelsenkirchen) Der vorgesehene massive Abbau kirchlicher Strukturen im Bistum Essen macht
sich gegenwärtig durch eine Vermehrung von Sitzungen bemerkbar.
In Gelsenkirchen treffen sich im Laufe
dieser Woche gleich zwei Ausschüsse zum ersten Mal. Sie werden die Gründung der geplanten Großpfarrei
St. Augustinus in die Wege leiten.
Die Stadt Gelsenkirchen befindet sich im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen.
Die zwei Gremien sind der Koordinierungsausschuß für den Pastoralplan und der Koordinierungsausschuß
‘Personal, Finanzen, Liegenschaften’.
Bei den Beratungen geht es um eine Bestandsaufnahme, um die Planung
und Verteilung der Arbeit sowie um die Festlegung der nächsten Schritte bis zur Gründung der neuen Großpfarrei
St. Augustinus.
Diese wird neben der Gelsenkirchener Altstadt und Neustadt die umliegenden Bereiche Bulmke,
Hüllen, Ückendorf, Rotthausen und den Düppel umfassen.
Dazu kommen Personalgemeinden italienischer,
spanischer und kroatischer Sprache. In der neuen Großpfarrei gibt es auch polnische und portugiesische
Messen und Treffen sowie ein Zentrum für Jugendpastoral.
Die neue Großpfarrei St. Augustinus soll bis
Ende 2007 Wirklichkeit werden. Auf ihrem Boden leben gegenwärtig 27.483 Katholiken.
Zum Vergleich: Das
1997 von Papst Johannes Paul II. gewünschte Erzbistum Vaduz umfaßt 25.730 Katholiken.
Die Großpfarrei
St. Augustinus wird aus der Asche von sechs zusammengelegten Gemeinden entstehen und sieben Gotteshäuser
besitzen.
Drei weitere Kirchen dürften im Zusammenhang mit den Maßnahmen profaniert werden. Zu ihnen
gehören die architektonisch bekannte Kirche Heilig Kreuz und die
stadtbildprägende Kirche St. Georg.
Für die Planung der Zukunft hat das Bistum einige dialektische Grundsätze vorgegeben.
So soll eine
Wertschätzung des Vorhandenen bestehen, aber keine Bewahrung um jeden Preis angestrebt werden. Man möge
auf Vielfalt, aber nicht auf Beliebigkeit achten. Angebote sollen sich gegenseitig ergänzen, nicht konkurrenzieren.
Im betroffen Gebiet solle die zukünftige demographische Entwicklung berücksichtig werden. Auch die
verbindliche Zusammenarbeit und die Nutzung vorhandener Ressourcen wird betont.
Die Entscheidung zur
neuen Pfarreienstruktur der Diözese wurde am 15. Januar vom Bischof von Essen, Mons. Felix Genn, bekanntgegeben.
Danach werden die bislang 259 Pfarrgemeinden im Ruhrbistum zu 42 Großpfarreien zusammengelegt. 254 Kirchen
sollen weiterhin als Gottesdienstorte genutzt, 96 Kirchen aufgegeben werden.
Die komplette Umsetzung
der neuen Pfarreienstruktur erfolgt schrittweise und wird bereits bis Ende 2008 abgeschlossen sein.
Die
Pfarrei St. Augustinus in Gelsenkirchen stellt ihr „Bemühen um eine Pastoral unter veränderten Bedingungen“
unter ein Wort des Jesuiten und Konzilstheologen Karl Rahner aus dem Jahre 1972:
„Je kleiner die Herde
Christi im Pluralismus der heutigen Gesellschaft wird, um so weniger darf sie sich eine Mentalität des
Ghettos und der Sekte leisten, um so offener muß sie nach außen sein.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#9
Perfugium 17:29:50 | Donnerstag, 16. März 2006
#8
Isidor 10:14:47 | Donnerstag, 16. März 2006
#7
r.ruhrgebietler 07:09:50 | Donnerstag, 16. März 2006
#6
Benedikt 21:35:16 | Mittwoch, 15. März 2006
#5
Athanasius 18:28:08 | Mittwoch, 15. März 2006
#4
Hrodgar 17:32:35 | Mittwoch, 15. März 2006
#3
Athanasius 16:39:17 | Mittwoch, 15. März 2006
#2
Fabianus 14:45:26 | Mittwoch, 15. März 2006
#1
Gotthard 12:30:22 | Mittwoch, 15. März 2006