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Montag, 13. Dezember 2004 09:47
Bankrott
Die Diözese des neugewählten Präsidenten der US-amerikanischen Bischofskonferenz hat am vergangenen Montag offiziell Insolvenz angemeldet.
(kreuz.net, Spokane) Die Diözese Spokane im Nordwesten der Vereinigten Staaten hat beim lokalen Insolvenzgericht Bankrott angemeldet. Spokane ist die Diözese des neuen Präsidenten der US-Bischofskonferenz, Bischof William Skylstad (70). Das berichtet die Tageszeitung „Seattle Times“.

Grund für den ungewöhnlichen Schritt der Diözese sind Schadenersatzforderungen in der Höhe von ungefähr 81 Millionen Dollar (61 Millionen Euro), denen sich die Diözese gegenübersieht. Diese Forderungen resultieren aus Schadenersatzprozessen im Zusammenhang mit dem sexuellen Mißbrauch von Minderjährigen durch Priester der Diözese Spokane. In der Regel handelt es sich um homosexuelle Belästigungen halbwüchsiger Jugendlicher.

Spokane ist die dritte US-amerikanische Diözese, die mit diesem Schritt einen Ausweg aus der moralischen und finanziellen Krise sucht, der sich auch viele andere US-Diözesen gegenübersehen. Den Forderungen gegen die Diözese stehen nur ungefähr elf Millionen Dollar (8 Millionen Euro) Aktiva gegenüber. Die Diözese hofft, daß das Insolvenzgericht, die Haftpflicht der Diözese beschränken und die zögernden Versicherungen der Diözese anspornen wird, einen Teil des Schadens zu übernehmen.

Die Diözese hat den Schritt auch gewählt, um einerseits in der Lage zu sein, die Schadenersatzforderungen größtenteils zu begleichen und andererseits die kirchliche Arbeit in den Pfarreien und in der Diözese aufrechterhalten zu können.

Der beschrittene Weg der Bankrotterklärung ist nicht ohne Gefahren. Das zeigt der Stand der Dinge in den andern zwei US-Diözesen, die ebenfalls Insolvenz angemeldet haben.

In diesen Diözesen haben die Bankrottrichter zum Beispiel entschieden, daß Opfer mit „unterdrückten Mißbrauchserinnerungen“ sich auch noch nach Abschluß des Konkursverfahrens vor Gericht melden können. Damit ist eines der Hauptziele der Bankrotterklärung nicht erreicht worden, nämlich einen Schlußstrich unter die finanziellen Forderungen gegen die Diözesen im Zusammenhang mit Mißbrauchsvorwürfen zu ziehen.

In beiden Diözesen ist die Frage außerdem immer noch offen, ob Pfarreibesitz – Kirchen und Schulen eingeschlossen – verkauft werden kann, um die Schulden der Diözese zu bezahlen.

Die Diözese Spokane hofft, mit dem Weg der Bankrotterklärung einem endlosen und teuren Parteiengezänk vor Gericht zu entkommen. An den Kosten solcher Prozesse würden sich außerdem die Rechtsversicherungen der Diözese nicht beteiligen.

Einige Versicherungen der Diözese Spokane haben bisher Zahlungen mit dem Argument verweigert, daß die Bischöfe zwar schon lange über die Mißbräuche im Bild gewesen seien, aber dagegen nichts unternommen hätten.

Der amerikanische Insolvenzprozeß

1. Die Diözese reicht vor Gericht eine Bankrotterklärung ein

2. Die Gläubiger treffen sich und wählen Repräsentanten.

3. Es wird ein Termin festgelegt, bis wann Forderungen an die Diözese gestellt werden können.

4. Die Aktivposten der Diözese werden ermittelt.

5. Die Diözese unterbreitet einen Finanzplan und legt ihre Bilanzen offen.

6. Die Gläubiger stimmen über den Finanzplan ab. Dieser legt auch fest, wie die Gläubiger ausbezahlt werden sollen. Wird der Finanzplan angenommen, kann mit der Neuordnung der diözesanen Finanzen begonnen werden.
2 Lesermeinungen:
Montag, 13. Dezember 2004 10:05
Dolfus: Von der Redaktion entfernt
Montag, 13. Dezember 2004 10:04
Dolfus: Der verwüstete Weinberg
Es ist schlimm, die Kirche Gottes derart herabgewirtschaftet zu sehen, und zwar durch die häretischen Concilsgeisthandlanger.
Diese Leute – Geistliche und Berufslaien – konnten sich zwar gegenseitig einreden, wie großartig der Aufbruch nach „DEM Concil“ war, und Kritiker dieser Sichtweise systematisch wegmobben und mittels kirchlicher Disciplinierung mundtot machen (ein geniales Meisterstück satans) … aber eine objective, an Facten und Daten orientierte Sichtweise hat immer jenen „Propheten des Untergangs“ Recht gegeben, die die Selbstzerstörung seit dem „conciliaren Aufbruch“ anprangerten.
Wie gesagt, es ist traurig, die Kirche, den mystischen Leib, als stinkenden Kadaver zu sehen, aber nach der Zeit des Säens in den 1970ern ernten die Alt-68er-Revoluzzers nun ihre Früchte.
Es ist beklagenswert, daß wir rechtgläubige Katholiken im selben Boot sitzen.
Es hilft anscheinend nur mehr Meuterei gegen diese Mietlinge im Bischofsamt.
Von den Wölfen im Weinberg des Herrn – libera nos, Domine!
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