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Sonntag, 12. Dezember 2004 11:11
kreuzmeldungen
Romantische Verklärung des Vaterlands ist Gift + Aufstand gegen Homo-Bund + Märchenstunde statt Krippenspiel + Martyrium auf dem Altar der Historiker + Adulte Stammzellen erneuern Gehirnzellen
Romantische Verklärung des Vaterlands ist Gift

Deutschland. Laut einem Bericht der gestrigen Ausgabe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ kritisierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, die gegenwärtig in Deutschland laufende Patriotismusdebatte. Der Bischof von Mainz bedauerte, daß diese Thematik seit 30 Jahren immer wieder aufflamme. Dies sei „Gift“. Er habe etwas gegen die modische Patriotismuswelle, weil sie zu oberflächlich sei. „Es gibt auch eine romantische Verklärung von Vaterland und Heimat, die uns jedoch nicht weiterbringt.“

Aufstand gegen Homo-Konkubinat

Kanada. Der Oberste Gerichtshof von Kanada hat vor wenigen Tagen entschieden, daß die staatliche Anerkennung des Konkubinates eines homosexuellen Paares verfassungskonform sei. Gegen diesen Entscheid will der Erzbischof von Quebec, Marc Kardinal Ouellet (60), die Katholiken mobilisieren. Der staatliche Konkubinatsvertrag zwischen zwei Homosexuellen dürfe nicht mit der Ehe gleichgestellt werden: „Wir laden speziell die katholische Bevölkerung ein, ihre Meinung offen zu bekunden.“ Die Menschen sollten für den Wert der Ehe aufstehen. Eine Ehe bestehe nur zwischen einem Mann und einer Frau. „Die Ehe sichert die Zukunft der Gesellschaft.“

Märchenstunde statt Krippenspiel

Italien. Vergangene Woche entschied eine staatliche Volksschule in Treviso die traditionelle Weihnachtsgeschichte durch das Märchen vom ‘Rotkäppchen’ zu ersetzen. Treviso liegt im Nordosten Italiens, 30 km nördlich von Venedig. Der Lehrkörper meinte, das berühmte Märchen sei eine angemessene Darstellung des Kampfes zwischen Gut und Böse. Durch das Spiel würden muslimische Kinder nicht ausgegrenzt. Erzbischof Agostino Marchetto (64), der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Migranten und Itineranten, kritisierte: „Wir müssen andere annehmen, aber ebenso müssen sie unsere Identität akzeptieren.“ Wir dürften unsere Identität nicht preisgeben. Auf den christlichen Glauben ging der Erzbischof nicht ein.

Martyrium auf dem Altar der Historiker

Vatikan. Am 4. Dezember hat die vatikanische Liturgiekongregation anläßlich ihres alljährlichen Studientages, das römischen Martyrologium überarbeitet. Das römische Martyrologium ist das offizielle Register, das alle Märtyrer der Kirche nach ihren Festtagen auflistet und Details aus ihrem Leben berichtet. Die Gottesdienstkongregation hat nach einem Bericht im ‘Osservatore Romano’ vor allem bei antiken Heiligen Veränderungen vorgenommen. Aufgrund von angeblichen neuen historischen Erkenntnissen wurde beispielsweise die in Katalonien sehr verehrte heilige Eulalia aus dem Martyrologium eliminiert. Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona ist eine autonome Region im Nordosten Spaniens an der Mittelmeerküste.

Stammzellen Erwachsener erneuern Gehirnzellen

Korea. Zwei Mediziner der katholischen Universität von Korea, Dr. Rha Hyoung-kyun und Dr. Lee Jong-wook, haben herausgefunden, daß adultue Stammzellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen totes Hirngewebe regenerieren können. Dies berichtet heute die Zeitung ‘Korea Times’. Die Mediziner erzielten bei drei von fünf Patienten, die an Lähmungen und Schädigungen des Sprachzentrums litten, große Fortschritte. Die Ärzte sind optimisch: „Es mag zu früh sein, die Besserung der Krankheiten einzig auf die Stammzellentherapie zurückzuführen.“ Um das zu beweisen, seien noch weitere Untersuchungen nötig, sagte Dr. Rha. Tierversuche hätten jedoch bewiesen, daß Stammzellen aus erwachsenen Körpern Gehirnzellen teilweise erneuern könnten. „Wir nehmen darum an, daß die Stammzellentherapie auch unseren Patienten geholfen hat.“ Die Forschung mit Stammzellen von erwachsenen Menschen ist moralisch unbedenklich, weil zur Gewinnung dieser Zellen keine Kleinkinder umgebracht werden.
3 Lesermeinungen:
Montag, 13. Dezember 2004 10:17
Dolfus: @Pelagius
Danke für die Blumen!
Alles in unserer Geschichte wollte ich durch die Betrachtung unserer uns eigenen Mentalität natürlich noch nicht erklären, vor allem nicht die Machtergreifung durch Hitler & seine Freunde. Das ist von außen mehr gesteuert worden, als man uns wissen läßt.
Aber die Lage des heutigen Deutschlands steht im ursächlichen Zusammenhang mit der re-education, z.B. die Frankfurter Schule. Literatur dazu findet sich im kopp-verlag.de
Montag, 13. Dezember 2004 09:46
Pelagius: Pelagius an Dolfus:
Danke für die tiefsinnige Analyse des deutschen Wesens. Das trifft den Nagel auf den Kopf. Endlich weiß man bescheid und versteht, warum das alles so ist, mit Luther und den Preußen, mit Bismarck, Hitler, aber auch Schröder, Lehmann usw. Nochmals danke!
Sonntag, 12. Dezember 2004 17:56
Dolfus: „Debatten“, „Debatten“ …
„Debatten“ – eine typisch deutsche Schlagzeile. Der deutsche Charakter neigt dazu, alle Sachverhalte und Dinge durchleuchten und ergründen zu wollen … leider wird von den Massenmedienbesitzern bestimmt, über was man jetzt in der Öffentlichkeit discutieren darf und worüber nicht, und die Hintermänner haben auch stets das Ziel, der nachdenklichen Nation eine neue Lection zu geben.
Die deutsche Mentalität – zumindest der geschlossene deutsche Siedlungsraum – hat sich bis heute noch nicht von den Folgen des verlorenen Krieges erholt, verbunden mit einer auf allen Ebenen stattgefundenen „Umerziehung“ (re-education) des deutschen Volkscharakters.
Die Folgen dieses Traditionsbruches des zahlenmäßig größten Volkes Europas werden sich wohl nie mehr ausmerzen lassen.
Wie in „Der Krieg in unseren Städten“ ausgeführt wird, haben unsere Städte schon längst den deutschen Charakter verloren, ein gutgläubiger Narr, wer denkt, dies wäre nicht planmäßig erfolgt, vor allem wenn man die internen Überlegungen der Alliierten während des Kriegsendes detaillierter kennt („What do with Germany“, „Germany must perish“).
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