15:58:44 | Donnerstag, 23. März 2006
St. Pölten
Gegenwärtig streut die Boulevardpresse in Österreich schlüpfrige Anklagen gegen einen St. Pöltner Priester. Um diese zu verstehen, muß man auch den Ankläger und seine kriminelle Vergangenheit kennen.
(kreuz.net, St. Pölten) Gegenwärtig läuft in Österreich eine Pressekampagne gegen den Vizeoffizial
der Diözese St. Pölten, Hw. Reinhard Knittel. Der Priester ist auch Leiter der Indultpfarrei in der
Stadt St. Pölten. Er stammt ursprünglich aus Vorarlberg im Westen des Landes.
Grund für die Kampagne
sind die Vorwürfe eines suspendierten Priesters und Ex-Prämonstratensers, dessen Zwangslaiisierung gegenwärtig
von der Diözese St. Pölten angestrebt wird.
Der Ex-Prämonstratenser beschuldigt Hw. Knittel homosexueller
Übergriffe gegen ihn.
Um diese Vorwürfe einordnen zu können, muß man die Hintergründe des Anklägers
kennen. Dieser stammt aus Deutschland war früher Prämonstratenser im niederösterreichischen Stift Geras
unweit der tschechischen Grenze.
Vor seinen ewigen Gelübden bat der damalige Leiter des Stiftes,
Abt
Joachim Angerer, den damaligen Diözesanbischof Franz Žak († 2004), den Ordensmann auf die Diözese St.
Pölten zu weihen. Bischof Žak entsprach dem Begehren des Abtes.
Vor den Ewigen Gelübden entschied
sich der Prämonstratenser aber, sein Stift zu verlassen und als Diözesanpriester des Bistums St. Pölten
zu arbeiten.
Schon während der Zeit im Kloster wurde deutlich, daß mit dem
Ex-Prämonstratenser etwas
nicht ganz in Ordnung sein konnte.
So soll er einmal seine Notdurft vor der Tür des Abtes verrichtet
haben. Eine damals in Auftrag gegebene Stuhlprobe überführte ihn.
Während seines Dienstes in der Pfarrei
versank der zweifelhafte Priester schnell und gründlich in der Drogen- und Homo-Szene.
Sein Absturz
erreichte den Tiefpunkt, als er an einem Abend einen Homo-Prostituierten aus Wien zu sich in sein Pfarrhaus
holte. Die beiden gerieten einander in die Haare. Dabei ergriff der Homo-Priester ein Messer und stach
auf den Prostituierten ein, der mit seinem Leben davonkam.
Vor Gericht wurde der Priester des versuchten
Mordes schuldiggesprochen und zu rund zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Den ersten Teil seiner Strafe
büßte er in der niederösterreichischen Vollzugsanstalt Stein ab.
Später bat er um eine Haftverlegung
nach Deutschland, wo er den Rest seiner Strafe absaß. Nach seiner Haftentlassung blieb er in Deutschland.
Bei einem so gravierenden Fehlverhalten eines Priester ist die Diözese gehalten, einen kanonischen Strafprozeß
durchzuführen. Der Prozeß wurde jedoch eingestellt und erst von Bischof Klaus Küng neu aufgerollt.
Die Sache geriet erneut ins Stocken, als sich der verantwortliche Offizial – der Leiter des Diözesangerichtes –
vor einigen Monaten wegen schwerer gesundheitlicher Probleme beurlauben lassen mußte.
Der Fall mußte
somit vom Vizeoffizial übernommen werden. Dieses Amt übt gegenwärtig der vom Angeklagten beschuldigte
Hw. Reinhard Knittel aus.
Offenbar witterte der messerstechende Ex-Prämonstratenser kurz vor dem lange
erwarteten Entscheid – der ihn mit großer Wahrscheinlichkeit einer Zwangslaiisierung zuführen wird –
Morgenluft.
Vielleicht um den Prozeß aufzuhalten, reichte der Ex-Prämonstratenser beim Diözesangericht
Einspruch gegen den Vizeoffizial ein – wegen einer angeblichen Befangenheit.
Hw. Knittel hat seine richterliche
Funktion in dem Fall auf Anraten des Bischofs zurückgelegt. Ein neues Richterkollegium wurde gebildet.
Der Ex-Prämonstratenser verband seinen Einspruch mit schwersten Vorwürfen gegen Hw. Knittel.
Nicht
genug. Der Messerstecher übergab den Text seines Schreibens offensichtlich auch der Presse, die heute
daraus Auszüge veröffentlichte.
Darin beschuldigt der Ex-Messerstecher in einer detailreichen obszönen
Ausmalung den Vizeoffizial einer homosexuellen Belästigung, die vor Jahren stattgefunden haben soll.
Er behauptet auch, weitere Zeugen für angebliche homosexuelle Aktivitäten des Vizeoffizials benennen
zu können. Diese Zeugen scheinen sich aber – trotz Aufforderung des Bischofs – bislang nicht gemeldet
zu haben.
Der Vizeoffizial selber dementierte vor der österreichischen Tageszeitung ‘Kurier’ die massiven
Vorwürfe. Sie seien ein Phantasiekonstrukt:
„Das ist völlig erstunken und erlogen. Es handelt sich
um infame Anschuldigungen eines Mannes, dessen Vergangenheit mehr als fragwürdig ist.“
Von dem Ex-Messerstecher
sei bekannt, daß er aggressiv werde, sobald er unter Druck gerate.
Hw. Knittel kündigte an, gegen das
Boulevardmagazin mit medienrechtlichen Schritten vorzugehen.
Der St. Pöltner Bischofssekretär und Opus
Dei-Priester, Hw. Bernhard Augustin, erklärte, daß die Anschuldigungen unbewiesen seien: „Aber man kann
davon ausgehen, daß wir die Sache genau untersuchen werden.“
Der Bischof wolle ganz gewiß keine Leichen
im Keller. Es seien einige Probleme aus der Krenn-Ära offen, aber das brauche Zeit.
Die Punkteliste
sei noch nicht abgehakt.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.