Heiße Luft aus Wiens Skandalmagazin
Heute hat ein österreichisches Boulevardmagazin schwere – und ungeprüfte – Anschuldigungen gegen den Vizeoffizial der Diözese St. Pölten, Hw. Reinhard Knittel, an die Luft gesetzt. Doch dieser wehrt sich. Die Stellungnahme des Priesters im Wortlaut.

Der suspendierte St. Pöltener Diözesanpriester Volker S. beschuldigt mich in einem den Medien zugespielten Schreiben, ihn als Kaplan Anfang der 90er-Jahre massiv sexuell belästigt zu haben.
‘News’ hat diesen Brief ohne Gegenprüfung auf meiner Seite verwendet und versucht, daraus eine Skandalgeschichte zu machen. Inhaltlich stellen diese Beschuldigungen eine haltlose Lüge dar, die folgenden Hintergrund hat:
Der Anschuldiger, Mag. Volker S., ist ein Priester, über dessen unseliges Treiben ‘News’ bereits in Nr. 4/1997 selber berichtet hatte. Hätte ‘News’ im Zuge sorgfältiger journalistischer Recherche in sein eigenes Archiv geschaut, hätte es dort also nachlesen können, daß Volker S. wegen Drogenkonsums und wegen ausschweifenden homosexuellen Treibens für den priesterlichen Dienst untragbar geworden war.
Er wurde im März 1997 vom Kreisgericht Krems zu einer 12jährigen Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung und versuchten Mordes an einem Strichbuben verurteilt und wurde vor wenigen Wochen auf Bewährung aus der Haft entlassen.
Derzeit befindet er sich in psychotherapeutischer Behandlung in Deutschland zur Vorbereitung seiner Wiedereingliederung in ein ziviles Leben.
Gegen Volker S. wurde nach seiner Haftentlassung ein innerkirchliches Strafverfahren – Disziplinarverfahren – eingeleitet, da noch die kirchenrechtlichen Konsequenzen seines bisherigen Verhaltens abzuarbeiten sind.
Am Prozeßverlauf war ich in meiner Eigenschaft als Vizeoffizial des St. Pöltener Diözesangerichtes erst ab Jänner 2006 beteiligt. In diesem Verfahren hat er gegen mich eine „Befangenheitseinrede“ erhoben und diese mit den eingangs geschilderten unwahren Vorwürfen begründet.
Diese Vorwürfe sind meiner Meinung nach psychotische Projektionen eigenen sittlichen Versagens, aber gleichzeitig wohl der infame Versuch, die kirchlichen Gerichtspersonen, die über ihn zu richten haben
werden, durch „persönliches Anpatzen“ auszuschalten und so den Lauf der innerkirchlichen Verfahren gegen
ihn weiter zu blockieren.
Ich habe sofort nach dem Einlangen dieser Beschuldigungen am 1. März 2006 gegenüber dem hochwürdigsten Herrn Diözesanbischof DDr. Klaus Küng eine ausführliche Stellungnahme abgegeben und die Haltlosigkeit der frei erfundenen Vorwürfe dargetan.
Bischof Küng hat dies zur Kenntnis genommen und mangels namentlich genannter Zeugen keinen Grund zum Einschreiten gegen mich gesehen.
Im Einvernehmen mit dem Bischof habe ich allerdings die richterliche Funktion in der Strafsache Volker S. abgegeben, da unter den gegebenen Umständen eine objektive Amtsführung nur noch schwer möglich wäre.
In weiterer Folge hat Volker S. dieses als „Befangenheitseinrede“ betitelte Verleumdungsschreiben an verschiedene Medien versandt.
Der Hintergrund dieser Medienaktion ist noch nicht klar, vermutlich wurde er dazu von Personen angestiftet, die im Zuge der Diözesanvisitation 2004 wegen ihrer sittlichen Verfehlungen Konsequenzen zu tragen haben werden und sich damit bis heute nicht abfinden können.
‘News’ hat unter schwerer Verletzung jeder journalistischen Sorgfalt diese Vorwürfe ungeprüft wiedergegeben und zu einem vermeintlichen neuen „St. Pölten-Skandal“ aufgeblasen.
Da ich mir derart rufschädigende Anschuldigungen oder Veröffentlichungen um meiner Person, aber mehr noch um des Rufes der Kirche Christi willen, auch nicht im geringsten bieten lasse, habe ich noch am Tag des Erscheinens von ‘News’ einen Rechtsanwalt damit beauftragt, alle medienrechtlichen Schritte einzuleiten.
Mittlerweile liegt bereits eine mündliche Entschuldigung der ‘News’-Redaktion vor, die aber zur Wiedergutmachung des angerichteten Schadens noch nicht ausreichen wird.
Gerade in der Fastenzeit sollten wir alle, Priester und Laien, besonders um die Gabe der Unterscheidung der Geister beten.
Ich strecke meine Hand zur Versöhnung jenen entgegen, die mich durch diese Aktion in meiner priesterlichen Existenz schwerwiegend verletzen wollten und bitte alle in der Diözese St. Pölten, auch weiterhin ihr volles Vertrauen dem gegenwärtigen Hirten DDr. Klaus Küng entgegenzubringen, der wirklich in allen Vorwürfen und Problemfällen den gebotenen Fragestellungen nach bestem Gewissen nachgeht.
Allen Gläubigen, die mich persönlich kennen, versichere ich, daß ich Sie auch weiterhin in meinem in meinem kirchlichen Dienst in Einheit mit dem Heiligen Vater und dem Ortsbischof so gut wie möglich nicht enttäuschen werde.
Eine gesegnete Fastenzeit und gute Karwoche wünscht Ihnen allen schon heute
Ihr Vizeoffizial Dr. Dr. Reinhard Knittel, Kirchenrektor
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Freitag, 24. März 2006 22:57
Nikolaus: Pünktchen
Wenn man sich nun den offenbar verheerenden Leumund des Kandidaten Schnell anschaut, dann verwundert es
noch mehr, wie und durch wen und warum er zur Priesterweihe zugelassen wurde!
Wie wurde Schnell zur Weihe zugelassen: er war im Stift Geras, hatte noch nicht die ewige Profess abgelegt und wurde deshalb auf die Diözese geweiht. Mit der Ablegung der Profess wäre er automatisch auf das Stift inkardiniert worden.
Durch wen wurde er geweiht: sein Weihebischof war Bischof Zak (ist in einem anderen Artikel nachzulesen:http://www.kreuz.net/article.2917.html) bereits in den 80-ern. Bischof Krenn kam am 14. Sept. 1991 nach St. Pölten.
Warum wurde er zur Weihe zugelassen: weil ihn Abt Angerer präsentierte.
Im Übrigen sind Sie auf meine Einwände mit keinem Wort eingegangen (z. B. „Ich war im Gefängnis und ihr habt mich (nicht) besucht“).
Wenn Sie schon Abt Angerer zitieren, dann sollten Sie zuvor einmal die Frage stellen, warum er Schnell zur Weihe präsentierte.
N.B. Wenn Sie die Hintergründe nicht kennen, sollten Sie nicht so großspurig daherschreiben.
Wie wurde Schnell zur Weihe zugelassen: er war im Stift Geras, hatte noch nicht die ewige Profess abgelegt und wurde deshalb auf die Diözese geweiht. Mit der Ablegung der Profess wäre er automatisch auf das Stift inkardiniert worden.
Durch wen wurde er geweiht: sein Weihebischof war Bischof Zak (ist in einem anderen Artikel nachzulesen:http://www.kreuz.net/article.2917.html) bereits in den 80-ern. Bischof Krenn kam am 14. Sept. 1991 nach St. Pölten.
Warum wurde er zur Weihe zugelassen: weil ihn Abt Angerer präsentierte.
Im Übrigen sind Sie auf meine Einwände mit keinem Wort eingegangen (z. B. „Ich war im Gefängnis und ihr habt mich (nicht) besucht“).
Wenn Sie schon Abt Angerer zitieren, dann sollten Sie zuvor einmal die Frage stellen, warum er Schnell zur Weihe präsentierte.
N.B. Wenn Sie die Hintergründe nicht kennen, sollten Sie nicht so großspurig daherschreiben.
Freitag, 24. März 2006 20:51
Pünktchen: Nikolaus
Gleichwohl gibt es zu denken, daß Volker Schnell sich zu der traditionalist. „Partei“ zählte! Hw. Knittel
muß dies im Interview mit Kreuz.net bestätigen. Schnell wollte Unterricht in Zelebrationsfragen im alten
Ritus bei ihm nehmen und so haben sie sich kennengelernt. Dies stimmt eindeutig mit der Information durch
den damaligen Abt Angerer überein, daß es Mitglieder des Stiftes mit Sympathien zu „vorkonziliaren Strömungen“
gewesen seien, die in die Diözese St. Pölten gewechselt waren. Wenn man sich nun den offenbar verheerenden
Leumund des Kandidaten Schnell anschaut, dann verwundert es noch mehr, wie und durch wen und warum er
zur Priesterweihe zugelassen wurde!
Was die Reportage durch Kreuz.net betrifft, fällt die Tendenz auf, homosexuelle Verfehlungen bei sog. „liberalen“ oder „modernistischen“ Kirchenvertretern ins grelle Scheinwerferlicht zu stellen. Auf der Tradi-Seite wird das Scheinwerferlicht ausgeknipst oder heruntergedimmt.
Was die Reportage durch Kreuz.net betrifft, fällt die Tendenz auf, homosexuelle Verfehlungen bei sog. „liberalen“ oder „modernistischen“ Kirchenvertretern ins grelle Scheinwerferlicht zu stellen. Auf der Tradi-Seite wird das Scheinwerferlicht ausgeknipst oder heruntergedimmt.
Freitag, 24. März 2006 18:18
Nikolaus: Pünktchen
„Ich war im Gefängnis und ihr habt mich (nicht) besucht“
Gehört es nicht auch zur Hirtensorge eines Bischofs, sich um einen Priester zu kümmern, selbst wenn er etwas Schlimmes angestellt hat? Ein Besuch bedeutet doch noch nicht, dass jemand mit dem einverstanden ist, was jemand getan hat! In diesem Fall dürfte ja auch kein Priester mit jemandem reden, der in Sünde lebt (Geschieden-Wiederverheiratet, uneheliche Verbindung, alkoholiker,…)
Gehört es nicht auch zur Hirtensorge eines Bischofs, sich um einen Priester zu kümmern, selbst wenn er etwas Schlimmes angestellt hat? Ein Besuch bedeutet doch noch nicht, dass jemand mit dem einverstanden ist, was jemand getan hat! In diesem Fall dürfte ja auch kein Priester mit jemandem reden, der in Sünde lebt (Geschieden-Wiederverheiratet, uneheliche Verbindung, alkoholiker,…)
Freitag, 24. März 2006 17:15
Pünktchen: Der Fall Volker S.
Lt. e. Bemerkung von Angerer sind einige Stiftmitglieder in die Diözese St.Pölten gewechselt:
>>Einige Stiftmitglieder hätten sich dem Bischof zugewendet, um etwas zu werden. Die üblichen „vorkonziliaren Strömungen“ etc.“
Der Pöltener Priester Volker Schnell, der sich einen Stricher vom Wiener Karlsplatz aufgegabelt hatte, gehörte zur Pöltener Tradi-Szene, wie aus diesem Bericht hervorgeht.
>>„… Im Pfarrhof gibt es für Roman Alkohol und Tabletten. Man trinkt exzessiv, schaut Pornovideos, geht ins Schlafzimmer… Der Pfarrer fesselt den Strichjungen mit Klebeband, legt ihn auf den Bauch und vergeht sich an ihm. Tut ihm dabei weh. Roman weint und schläft dann ein. Am Morgen wird er vom Pfarrer gebadet und rasiert. Geld hat er keines bekommen. Sogar seine slowakischen Scheine fehlen. Der Pfarrer behauptet, er hat sie nicht. Bei der Hausdurchsuchung wird das Geld gefunden.“ Dann das Messerattentat, von dem der Gerichtsmediziner später bemerkt, es hätten nur Millimeter zum tödlichen Stich gefehlt.…<<
Krenn besucht Schnell eine Woche nach dem Mordversuch: >> Die bischöfliche Fürsorge verwundert nicht. Gehörte doch der Angeklagte zu den erzkonservativen Hardlinern der Diözese und zu den Fans des Bischofs. „Der Kurt ist mein Kumpel“, konnte man Schnell öfters sagen hören.<<
>>Einige Stiftmitglieder hätten sich dem Bischof zugewendet, um etwas zu werden. Die üblichen „vorkonziliaren Strömungen“ etc.“
Der Pöltener Priester Volker Schnell, der sich einen Stricher vom Wiener Karlsplatz aufgegabelt hatte, gehörte zur Pöltener Tradi-Szene, wie aus diesem Bericht hervorgeht.
>>„… Im Pfarrhof gibt es für Roman Alkohol und Tabletten. Man trinkt exzessiv, schaut Pornovideos, geht ins Schlafzimmer… Der Pfarrer fesselt den Strichjungen mit Klebeband, legt ihn auf den Bauch und vergeht sich an ihm. Tut ihm dabei weh. Roman weint und schläft dann ein. Am Morgen wird er vom Pfarrer gebadet und rasiert. Geld hat er keines bekommen. Sogar seine slowakischen Scheine fehlen. Der Pfarrer behauptet, er hat sie nicht. Bei der Hausdurchsuchung wird das Geld gefunden.“ Dann das Messerattentat, von dem der Gerichtsmediziner später bemerkt, es hätten nur Millimeter zum tödlichen Stich gefehlt.…<<
Krenn besucht Schnell eine Woche nach dem Mordversuch: >> Die bischöfliche Fürsorge verwundert nicht. Gehörte doch der Angeklagte zu den erzkonservativen Hardlinern der Diözese und zu den Fans des Bischofs. „Der Kurt ist mein Kumpel“, konnte man Schnell öfters sagen hören.<<
Freitag, 24. März 2006 16:27
Stimme aus dem Tradiland: Eine gute Replik von Hw. DDr. Reinhard Knittel!
Kurz und bündig. Den Vorrednern möchte ich mich anschließen.
Ein Blick in die entsprechende Ausgabe des Printmagazins „News“ zeigt, dass die Angelegenheit auch einen politischen Hintergrund hat.
Den Hw. DDr. Knittel ließ als Rektor der St. Pöltner Prandtauerkirche ein Altarbild anfertigen, welches Bezug auf die Geschichte der Prandtauerkirche nimmt, die 1934 nach einer Unterbrechung seit Joseph II. wieder dem göttlichen Kult zur Verfügung gestellt wurde.
Auf dieses Jahr Bezug nehmend ist der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuss, gegen welchen von link und ganz rechts des politischen Forums bis heute der nackte Haß gerichtet ist, auf dem Altarbild abgebildet.
Abgesehen von der Geschichte der Prandtauerkirche ist die Abbildung von Dollfuss auch sonst berechtigt. Schließlich hat er sich sowohl erfolgreich gegen die „Diktatur des Proletariats“, welche von den damaligen Sozialisten drohte, als auch gegen das „1000-jährige Reich“ erfolgreich zur Wehr gesetzt.
Gegen dieses Altarbild wettert „News“ in der gleichen Ausgabe zwei Seiten lang, unmittelbar nach und so lange wie es über die Anschuldigungen von Volker s. berichtet. Wer Knittel meint, will offenbar in Fälschung der Geschichte Dollfuss treffen. Mit diesem auch die ÖVP, die den Märtyrerkanzler immer noch in ihrem Parlamentsklub hängen hat.
Ein Blick in die entsprechende Ausgabe des Printmagazins „News“ zeigt, dass die Angelegenheit auch einen politischen Hintergrund hat.
Den Hw. DDr. Knittel ließ als Rektor der St. Pöltner Prandtauerkirche ein Altarbild anfertigen, welches Bezug auf die Geschichte der Prandtauerkirche nimmt, die 1934 nach einer Unterbrechung seit Joseph II. wieder dem göttlichen Kult zur Verfügung gestellt wurde.
Auf dieses Jahr Bezug nehmend ist der damalige Bundeskanzler Engelbert Dollfuss, gegen welchen von link und ganz rechts des politischen Forums bis heute der nackte Haß gerichtet ist, auf dem Altarbild abgebildet.
Abgesehen von der Geschichte der Prandtauerkirche ist die Abbildung von Dollfuss auch sonst berechtigt. Schließlich hat er sich sowohl erfolgreich gegen die „Diktatur des Proletariats“, welche von den damaligen Sozialisten drohte, als auch gegen das „1000-jährige Reich“ erfolgreich zur Wehr gesetzt.
Gegen dieses Altarbild wettert „News“ in der gleichen Ausgabe zwei Seiten lang, unmittelbar nach und so lange wie es über die Anschuldigungen von Volker s. berichtet. Wer Knittel meint, will offenbar in Fälschung der Geschichte Dollfuss treffen. Mit diesem auch die ÖVP, die den Märtyrerkanzler immer noch in ihrem Parlamentsklub hängen hat.
Freitag, 24. März 2006 14:18
goiserer: Sachen gibt es…
Da hat doch einmal ei gewisser DI Dinhobl (oder so ähnlich) in einer Fernsehaussendung mit einem damaligen
Taxi-Orange Star über den Goiserer Kinderpornoskandal 1997 gewettert, allerdings meiner Meinung auch
ohne sich vorher genauer zu informieren. Wird auch hier mit zweierlei Maß gemessen?
(www.goiserer.forum.io)
(www.goiserer.forum.io)
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