Zum ersten Mal in der Geschichte des Schweizer Benediktinerklosters Einsiedeln predigte ein Protestant die alle Jahr stattfindenden Einkehrtage der Mönche. Man versuchte dabei gemeinsam, die Kirche zu finden.
(kreuz.net, Einsiedeln) Anfang März hielt der reformierte Pastor Gottfried Locher für die 82 mehrheitlich
betagten Mönche des Benediktinerklosters Einsiedeln zwei viertägige Exerzitienkurse.
Das weltberühmte
Barockkloster Einsiedeln befindet sich im Innerschweizer Kanton Schwyz 30 Kilometer südöstlich von Zürich.
Laut einer Pressemitteilung des berühmten Klosters waren die protestantischen Exerzitien in der Geschichte
des 1072 Jahre alten Stiftes ein Novum.
Pfarrer Locher ist Vizepräsident des Reformierten Weltbundes
und Dozent am katholischen Institut für Ökumenische Theologie an der Universität Freiburg in der Nordschweiz.
Er ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
Die jährlichen Exerzitien im Kloster haben die Aufgabe,
die Berufung der Mönche zu vertiefen. Sie enden mit der Erneuerung der monastischen Gelübde während
einer Heiligen Messe.
Der Abt des Klosters Einsiedeln Martin Werlen erklärte, daß er sich sehr darüber
gefreut habe, daß sich der Protestant bereiterklärt habe, die Exerzitien zu predigen: „Bereits seine
Anwesenheit und sein Mitleben und Mitbeten in unserem Kloster waren unübersehbare Zeichen der Hoffnung
für die Einheit der Kirche.“
Die tiefgründigen Vorträge von Locher hätten bei allen Generationen
der Mitbrüder ein sehr positives Echo ausgelöst.
Der reformierte Prediger erklärte selber, daß sich
ungeahnte Wege der Ökumene öffneten, wenn die Spiritualität der Mönche und die Theologie eines reformierten
Pfarrers aufeinander träfen: „In diesen Tagen war viel Hoffnung spürbar.“
„Dieses gemeinsame Suchen
nach dem einen Herrn war auch die gemeinsame Suche nach dem Leib Christi, der die Kirche ist.“
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11 Lesermeinungen
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@ Sirilo @ Yersinia In schönen und gewaltigen Worten hat das Geheimnis der Eucharistie zuletzt unser
Papst beschrieben: „Was geschieht da? Wie kann Jesus seinen Leib austeilen und sein Blut? Indem er Brot
zu seinem Leib und Wein zu seinem Blut macht und austeilt, nimmt er seinen Tod vorweg, nimmt er ihn von
innen her an und verwandelt ihn in eine Tat der Liebe. Was von außen her brutale Gewalt ist, wird von
innen her ein Akt der Liebe, die sich selber schenkt, ganz und gar. Dies ist die eigentliche Wandlung,
die im Abendmahlssaal geschah und die dazu bestimmt war, einen Prozeß der Verwandlungen in Gang zu bringen,
dessen letztes Ziel die Verwandlung der Welt dahin ist, daß Gott alles in allem sei (vgl. 1 Kor 15, 28).“
Die ganze Predigt ist unter den Dokumenten zum WJT 2005 zu finden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist,
daß hier ein Geheimnis geschieht, dessen Realität höher ist als atomare oder chemische Prozesse. Es
ist ein Geheimnis des Glaubens.
@ansgar: eventuell habe ich mich tatsächlich ungeschickt ausgedrückt hätte dieses Posting wohl didaktisch
besser aufbereiten sollen? vielleicht hilft’s aber auch, wenn du es nochmals liest? – ein kleines Kind
glaubt eher schon, dass „der Herr Jesus da drinn ist“ im Sinne, dass in der Hostie gleichsam ein Mensch
wäre; ein Erwachsener kann den Sinn dieses Glaubenssatzes dagegen wohl allermeistens verstehen – und
könnte aber auch dem „magischen Missverständnis“ erliegen;
@Ansgar Da Sie den Begriff „Realpräsenz“ erwähnen: Ich suche schon lange nach jemand, der mir diesen
Begriff (bzw. dieses Konzept) so erklärt, daß ich (ein Nichttheologe und blutiger Laie) es begreife.
Was bedeutet es, wenn die katholische Kirche sagt, Brot und Wein werden in Jesu Fleisch und Blut gewandelt/verwandelt?
Stellt man sich da vor, daß etwas auf der molekularen oder atomaren Ebene geschieht? Ich kann mir nichts
Begreifbares vorstellen… Vielleicht können Sie mir Einsicht vermitteln.
@ Yersinia Sagen Sie, haben Sie sich nur ungeschickt ausgedrückt oder sind Sie wirklich so ahnungslos?
Die Realpräsenz ist seit Jahrhunderten der Grundstein jeder Messe und unseres katholischen Glaubens,
durchdacht, durchglaubt, erfahren von den größten Geistern der Weltgeschichte. Und zahllosen einfachen
Gläubigen. Und da kommt Yersinalein daher und verkündet Dummerhaftigkeiten…
„Jesus Christus sei wahrhaftig in der konsekrierten Hostie answesend? „ na ja, wenn es quasi „physisch“
verstanden wird, ist es eben eines der bekannten „magischen Mißverständnisse“ – einer Gefahr, der gerade
die Sakramente sehr ausgesetzt sind; das trifft nb auch auf das „Meßopfer“ zu – insofern, dass man eine
Gottheit durch eine Opfergabe „gnädig stimmen“, also manipulieren wollte; daher steht ja die Meßfeier
im Spannungsfeld zwischen einem „Opfer“ und dem Beziehungsangebot Gottes, das schon im Ersten Testament
vielfältig zum Ausdruck kommt;
Exerzitien Was denn, Exerzitien geleitet von einem Protestanten geht doch noch, je nach Thema halt. Unlängst
habe ich von jemandem aus Speyer gehört, dass in seiner Pfarrei Protestanten mal Firmkatecheten waren –
also Unterweiser in einem Sakrament, dass ihnen völlig unbekannt ist. DAS ist dann ein wirklicher (Ver-)Fall.
Die Ökumenismusfalle … von H.H. Georg May. Mehr braucht man zu diesem Thema eigentlich nicht sagen.
Das Schlußwort ist gut zusammenfassend; u.a. hier zu finden. www.kreuzforum.net/showthread.php?tid=116&pid=84…
Hatte ich schon erwähnt, daß unser „katholischer“ Ortspfarrer den Erstkommunionkindern und ihren Eltern
einschärft, daß man auf keinen Fall sagen dürfe, Jesus Christus sei wahrhaftig in der konsekrierten
Hostie answesend? Er gibt übrigens zudem „katholischen“ Religionsunterricht in der Grundschule. (Nebenbei
bemerkt bezeichnet er die FSSPX als Sekte. Hören Sie die Hühner lachen?) Hatte ich schon erwähnt, daß
in der Gemeinde meines Freundes gleich ein Protestant den Erstkommunionunterricht „gibt“? Der inhaltliche
Unterschied zum oben genannten „katholischen“ Pfarrer ist vernachlässigbar. Das ist gelebte Ökumene:
das trojanische Pferd in der Stadt Gottes, eingelassen beim Fest namens „V.II“.
unerforschlich „unerforschlich heisst in diesem Fall (der Theologie) nicht, dass man nichts erforschen
kann, sondern dass man niemals alles erforschen kann da Gott unendlich ist und die Forschung begrenzt.
Man kann daher, wenn man forscht, nie zum Ende der Forschung gelangen, in diesem Sinn sind Gottes Reichtümer
unerforschlich. Dafür braucht man kein Zwiedenken, das wusste schon Augustinus.
Unerforschliches erforschbar durch gemeinsame Forschungsarbeit „Unitatis redintegratio 11: … Darüber
hinaus müssen beim ökumenischen Dialog die kath. Theologen, wenn sie in Treue zur Lehre der Kirche in
gemeinsamer Forschungsarbeit mit den getrennten Brüdern die göttl. Geheimnisse zu ergründen suchen,
mit Wahrheitsliebe, mit Liebe und Demut vorgehen… So wird der Weg bereitet werden, auf dem alle in diesem
brüderlichen Wettbewerb zur tieferen Erkenntnis und deutlicheren Darstellung der unerforschlichen Reichtümer
Christiangeregt werden.“ Auf der einen Seite werden die Reichtümer Christi als unerforschlich bezeichnet
und im gleichen Atemzug als doch erforschlich via gemeinsamer Forschungsarbeit. Für Zwiedenker eine leichte
Übung, aber für mich den verstockten Altdenker ein unüberwindliches Hindernis.
Die Suche nach der verlorenen Einheit Ja, ja, die bösen Äbte und Bischöfe und der gute Benedikt XVI.,
der ja angeblich nicht kann, wie er will, wie uns P.Schmidberger versichert. Dieser Abt tut nichts anderes,
was Johannes Paul II. nicht schon vor ihm getan hatte. Und ist Benedikt XVI. etwa gegen die Erklärung
zur Gültigkeit der Anaphora von Addai & Mari ohne Wandlungsworte? Da gibt es Halbkonservative, die meinen,
Gott könne zulassen, daß ein Papst eine ungültige Messe als gültig hinstelle, was auch sie nicht akzeptieren
(David Berger), jedoch sei es unmöglich, daß der neu eingeführte Weiheritus ungültig sei. Tatsächlich
ist beides unmöglich. Ein Papst kann weder das eine, noch das andere tun. Entweder man nimmt beides als
gültig an, wie Martin Lugmayr FSSP, oder man verwirft beides mit den Urhebern.
die gemeinsame Suche nach der Wahrheit Unitatis redintegratio 11: … Darüber hinaus müssen beim ökumenischen
Dialog die kath. Theologen, wenn sie in Treue zur Lehre der Kirche in gemeinsamer Forschungsarbeit mit
den getrennten Brüdern die göttl. Geheimnisse zu ergründen suchen, mit Wahrheitsliebe, mit Liebe und
Demut vorgehen… So wird der Weg bereitet werden, auf dem alle in diesem brüderlichen Wettbewerb zur
tieferen Erkenntnis und deutlicheren Darstellung der unerforschlichen Reichtümer Christi angeregt werden.