Modernismus
Liebhaberpreis für Nostalgiker
Die Herbert-Haag-Stiftung hat wieder zugeschlagen und ihren legendär-pathetischen Preis „Für Freiheit in der Kirche“ verliehen. Ein Nachruf.
(kreuz.net) Die Herbert Haag-Stiftung „Für Freiheit in der Kirche“ glaubt sich „im Dienste eines aufgeschlossenen und ökumenisch gesinnten katholischen Glaubens“.

In Wahrheit handelt es sich um einen antikirchlichen Verein von unbelehrbaren Alt-68ern, die Leute mit Aggressionen gegen die Kirche auszeichnen.

Die Stiftung wurde vom in Deutschland geborenen und für das Bistum Basel geweihten Priester und ehemaligen Tübinger Alttestamentler Herbert Haag (1915-2001) begründet.

In den 50er Jahren vertrat Hw. Haag einen engen und frömmlerischen Lehramtspositivismus. Nach dem letzten Konzil rutsche er im Sturm der Zeiten von diesem Extrem in das genau Gegenteil.

Nach seiner Emeritierung gab sich Haag durch die Publikation verliebter Kommentare zum Hohenlied der Lächerlichkeit preis.

Präsident des Stiftungsrates ist gegenwärtig der Haag-Freund und ehemalige Tübinger Professor Hans Küng (77).

Hw. Küng wurde in den 70er Jahren durch seine Polemik gegen den Papst und seine zwei inzwischen vergessenen Bestseller „Christ sein“ und „Existiert Gott?“ bekannt.

Auf der Homepage der Herbert-Haag-Stiftung wird er als „einer der herausragenden Denker unserer Zeit“ gepriesen.

Als Vizepräsident der Stiftung amtet der inzwischen pensionierte Schweizer TV-Journalist, Erwin Koller (65). Auf der Homepage der Stiftung wird unterschlagen, daß er ein laisierter Priester ist. Aus den daraus bei ihm entstandenen Ressentiments gegen die Kirche hat er nie einen Hehl gemacht.

Dieses Jahr ging der Herbert Haag-Preis an vier antikirchliche Journalisten aus dem deutschen Sprachraum: die Wiener Journalistin und ehemalige ÖVP-Abgeordnete Dolores Bauer (71); den Redaktor an der „Süddeutschen Zeitung“ und ehemaligen Mitarbeiter der neukatholischen Zeitschrift ‘Publik-Forum’ Matthias Drobinski (42); den Journalisten der kirchenfeindlichen Zürcher Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’ Michael Meier und den Basler Radiojournalisten Hansjörg Schultz.

Eine weitere Auszeichung wurde der ehemaligen katholischen Kirchgemeinde Röschenz zugesprochen, die inzwischen einen sektierischen Sonderweg gegen Kirche und Bischof geht.

Die Liste der Preisträger der vergangenen Jahre liest sich wie das ‘Who is Who’ des kirchlichen Glaubensabfalls.

2005 wurde der Schweizer Franziskaner Josef Imbach für einen angeblich „freimütigen Katholizismus“ geehrt.

Unter den Preisträgern befindet sich auch der umstrittene ‘Schweizerische Katholische Frauenbund’, der sich in der Vergangenheit offen für die Kinderabtreibung eingesetzt hat.

Auch Skurrilitäten wurden ausgezeichnet: so der sogenannte „Verein der vom Zölibat betroffenen Frauen“ oder eine „Loyale Opposition im Bistum Chur“.

Das deutsche kirchenfeindliche Magazin ‘Publik Forum’ sowie der österreichische Priester und Herausgeber des österreichischen Parallelblattes ‘Kirche Intern’ gehörten in der Vergangenheit ebenfalls zu den Preisträgern.

Daß der abgesetzte Bischof von Evreux, Mons. Jacques Gaillot, der aus der Kirche ausgetretene Theologe Eugen Drewermann oder der laisierte brasilianische Priester und Franziskaner Leonardo Boff beim Herbert-Haag-Preis zum Zuge kamen, versteht sich von selber.

An dieses Gruselkabinett des kirchlichen Niederganges seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil fügen sich jetzt neue Namen.

Einer der Preisträger – der antikirchliche Journalist Michael Meier – wurde schon vor drei Jahren von keinem geringeren als dem Bischof von Basel für sein Wirken hervorgehoben.

Damals bezeichnete der Bischof einen von Meier verfaßten Artikel als „reißerisch“ und „bewußt irreführend“.
      
7 Lesermeinungen
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#7   methusalix †   23:26:55 | Donnerstag, 30. März 2006
@bonifaz
Eben von der Dienstreise zurück lese ich Ihren Beitrag und darf Sie korrigieren. Was Sie da beschreiben ist ein ganz einfacher Mensch, wie Sie und ich; einfach ein Sünder, wobei die letzte Entscheidung, ob er wirklich ein Sünder ist, weder bei Ihnen, noch bei mir liegt, sondern beim HErrn. Lesen Sie nach über die Hinrichtung auf Golgatha. Da gab es einen, den hielt alle Welt für einen verkommenen Menschen der schlimmsten Sorte, einen Mörder und was sagt der HErr: „Noch heute wirst du…“ Ist gut sich oft daran zu erinnern. Was hiemit geschehen ist.
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#6   Gotthard   22:12:28 | Dienstag, 28. März 2006
ich schüttel mich
Gespräche des Papstes als Auszeichnung? Was ist denn das für eine Gedankenwelt?
Wer weiß etwasd über den Inhalt des Gespräches mit Hans Küng? Niemand in der Öffentlichkeit…
ein Gespräch ist niemals ein Fehler …
Wenn der Bischof von Rom den Titel „Pontifex“ zu Recht trägt, dann sind solche Gespräche not-wendig!
Es wäre einfach gut, wenn der Papst mehr „Gespräche führen“ als „Audienzen gewähren“ würde…
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#5   Schüttel   22:04:56 | Dienstag, 28. März 2006
Danke, „römisch-katholisch“ für den Link
zum überzeugenden „offenen Brief“ des Basler Bischofs an Hans Küng wegen dessen Lob von Rüschenz. Aber diesem Hans Küng hat Papst Benedikt XVI. im September vergangenen Jahres über vier Stunden eine Audienz gewährt! War es Eitelkeit oder „Liebe“? Jedenfalls ist dies der erste kapitale Fehler des Pontifikates falls er den häretischen Professor nicht gemahnt hat. Der glaubwürdige Bischof von Basel das Opfer päpstlicher Eitelkeit?
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#4   Römisch-Katholisch   21:30:26 | Dienstag, 28. März 2006
Offener Brief von Bischof Kurt Koch an Hans Küng
Unter dem folgenden Link findet sich ein offener Brief von Bischof Kurt Koch an Hans Küng bezüglich der Preisverleihung der Herbert-Haag-Stiftung.
www.bistum-basel.ch/seite.php?na=1,1,0,57249…
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#3   bonifatius   22:44:14 | Montag, 27. März 2006
ad methusalem: verkommene Despotie
Ich nenne jemand verkommen, der zunächst in Freiheit sich Regeln, die er als heilsnotwendig erachtet, unterwirft, dann aber aus irgend welchen egoistischen Motiven gegen diese Regeln verstößt.
Beispiel 1:
Jemand gibt vor Gott das Ja – Wort zur Ehe. Er verspricht Treue bis zum Tod. Dann bricht er aus oben geschilderten Gründen den Bund.
Beispiel 2:
Ein Mitglied der Katholischen Kirche lehnt ganz oder teilweise den Dekalog und die Kirchengebote ab. Da er aber (meist materiell) Nutzen aus der Mitgliedschaft zieht will er diese formell nicht verlassen; ja im Gegenteil, er opponiert mit allen verfügbaren Varianten offen und verdeckt. Dieser jemand ist besonders verkommen!
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#2   methusalix †   17:43:15 | Montag, 27. März 2006
Danke römisch-katholisch!
Römisch-Katholisch: Freiheit???Freiheit in der Kirche???
Sie bestätigen hier wieder einmal, dass Freiheit, zu der uns ja Jesus Christus berufen hat (ohne Freiheit keine Sünde und keine Vergebung) in der römisch-katholischen Kirche als Schimpfwort aufgefasst wird.
Das ist demnach nicht mehr die von Jesus gedachte Kirche, sondern eine verkommene Despotie, die Dank Gottes Hilfe doch noch menschliche Züge aufweist und die Chance zur Umkehr hat.
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#1   Römisch-Katholisch   12:31:09 | Montag, 27. März 2006
Freiheit???
Freiheit in der Kirche??? Diese Leute sind Gefangene ihrer selbst. Eigentlich sollte man solche Leute exkommunizieren. Die richten so viel schaden an.
Schwierige Zeiten gab es schon immer für die Kirche, aber zu früher gibt es einen entscheidenden Unterschied: Früher gründeten Abtrünnige ihre eigenen Kirchen (Protestanten, Christkatholiken…) und kehrten der katholischen Kirche einfach den Rücken zu. Die Kirche wurde von aussen bedrängt und war dafür im innern umso stärker. Aber heute? Heute bleiben die abtrünnigen Häretiker und Schismatiker hartnäckig in der Kirche drin und nennen sich auch noch katholisch. Früher machte man kurzen Prozess und exkommunizierte solche Leute. Aber heute? Die Kirche ist mehr von innen her bedroht und gar nicht mehr so stark wie früher. Ein Schiff ist einfacher von innen her zum Sinken zu bringen als von aussen. Nicht dass ich das glauben würde, denn „die Pforten der Hölle werden sie nicht besiegen“.
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