Heiliges Land
Israel führt Krieg gegen ein Hospiz der Vinzentinerinnen
Französische Schwestern führen in Jerusalem ein Zentrum für Kinder, Behinderte und Arme. Doch Regierung und Geschäftsleute möchten sich ihr Grundstück unter den Nagel reißen und die Schwestern verjagen. Von Arieh Cohen.
(kreuz.net/AsiaNews, Tel Aviv) Seit Jahrzehnten versucht die israelische Regierung zusammen mit privaten Geschäftsleuten auf illegale Weise, ein katholisches Gebäude in Jerusalem zu enteignen, das Heimstätte für arme Kinder, alte Menschen und Behinderte ist.

An die Stelle wollen sie Kinos und Vergnügungseinrichtungen bauen.

Jetzt ist die katholische öffentliche Meinung aufgefordert, sich zu mobilisieren.

Im Augenblick versucht die Kirche in Israel eine wichtige karitative Institution zu retten: das berühmte Hospiz der Vinzentinerinnen in Jerusalem. Zu ihm gehört auch ein Schwesternkonvent und eine Kirche.

Diese Anlage ist vom anhaltenden Versuch einer Allianz von Regierung und Geschäftsleuten bedroht, welche sich die Liegenschaft unter den Nagel reißen wollen.

Mit einem Appell in letzter Minute haben die Ordensschwestern jetzt beim Jerusalemer Bezirksgericht eine Beschwerde eingereicht.

Aber es ist nicht sicher, ob das Gericht das Hospiz ohne diplomatische Interventionen und den Druck der weltweiten katholischen öffentlichen Meinung schützen wird.

Das gefährdete Hospiz ist Heimat für etwa 150 bis 200 Personen.

Von ihnen sind etwa dreißig Säuglinge und Kinder unter vier Jahre alt. Ferner leben dort 80 bis 120 Mädchen und Burschen, die jünger als 18 sind, sowie alte oder behinderte Erwachsene mit schweren körperlichen oder geistigen Behinderungen.

Ungefähr dreißig Säuglinge werden außerdem täglich ambulant behandelt.

In den Gebäuden gibt es auch einen Kindergarten für weitere hundert meist arme und benachteiligte Kinder.

Sieben Schwestern des Heiligen Vinzenz von Paul betreiben das Hospiz zusammen mit 75 Angestellten. Unter diesen befinden sich Ärzte, Psychologen, Psychiater, Krankenschwestern, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten und andere Angestellte.

Das Hospiz wurde für seine unverzichtbaren Dienste an den Bedürftigen und Leidenden vom Staat verschiedentlich anerkannt.

Zum Gebäudekomplex gehört eine der bekanntesten und wichtigsten Kirchen in der Jerusalemer Neustadt.

Bereits 1974 drängte der damalige Bürgermeister von Jerusalem die Mutter Oberin des Hospizes, einen Verkaufsvertrag zu unterschreiben, um einen Teil der Anlage an einen israelischen Geschäftsmann zu veräußern.

Der Bürgermeister war für seine Versuche bekannt, Kirchengut in israelische Hände privater oder öffentlicher Natur zu überführen.

Der kirchlich nie approbierte Verkauf war selbstverständlich illegal. Darum forderte die Kirche, daß der Vertrag für null und nichtig erklärt würde.

Daraufhin schritt der Staat zur Enteignung des Besitzes, um dessen Transfer an israelische Geschäftsinteressen sicherzustellen.

Die Kirche mußte vor Gericht ziehen, um die Konfiskation rückgängig zu machen.

An diesem Punkt drängte der Staat die Schwester zu einem neuen Verkaufsvertrag, das heißt, einen Baurechtsvertrag über 125 Jahre.

In den Vertrag fügte der Staat verschiedene, von der Kirche verlangte Garantien ein, um die Weiterführung des Hospizes, des Konventes und der Kirche sicherzustellen.

So wurde zum Beispiel eine Zugangsstrasse versprochen, welche durch die konfiszierten – oder „vermieteten“ – Teile des Grundstücks führen sollte, damit das Hospiz überhaupt mit Personenwagen, Ambulanzen und Lieferwagen erreicht werden kann.

Es wurde auch garantiert, daß die neuen Geschäftsgebäude – die sehr eng an das Hospiz errichtet werden sollten – nicht so hoch gebaut würden, daß dem Sozialzentrum das Sonnenlicht abgeschnitten würde.

Die Bautätigkeit auf dem Gebäudeareal hat erst kürzlich begonnen.

Dabei stellt sich heraus, daß jede einzelne der Garantien, die der Kirche gegeben wurden, verletzt wird.

Insbesondere verweigert die Bauherrschaft die versprochene Zugangsstrasse und droht so, das Hospiz zu ersticken und sein Funktionieren zu verunmöglichen.

Nach den Plänen sollen die neuen Gebäude auch so eng an das Hospiz gebaut und so hoch werden, daß das Haus der Vinzentinerinnen in eine ewige Dunkelheit eingeschlossen sein wird.

Im Widerspruch zu den Vertragsbestimmungen sollen ferner um das Hospiz Kinos und Unterhaltungsanlagen gebaut werden.

Das droht das Hospiz, seine Bewohner, den Schwesternkonvent und die Kirche besonders nachts einem endlosen Lärm auszusetzen.

Als sich die Vinzentinerinnen beschwerten und von der Regierung und den Geschäftsleuten forderten, ihr Wort zu halten, wurde ihnen empfohlen, einfach den ganzen Besitz an die Geschäftsorganisation zu verkaufen, das Hospiz zuzumachen und zu verschwinden…

Es gibt Stimmen in Jerusalem, die meinen, daß das von Anfang an die Absicht der Operation gewesen ist.

Jetzt haben die Schwestern erneut vor Gericht Beschwerde eingereicht und die Regierung aufgefordert, ihren Verpflichtungen nachzukommen.

Aber das wird schwierig werden.

Neben der langjährigen Taktik, den Kirchen Immobilien in Jerusalem zu entreißen und öffentlichen oder privaten israelischen Interessen zu übergeben, ist hier auch die ökonomische Macht großer Geschäftsstrategien involviert.

Eigentlich wären die betroffene Kirche und der Konvent in der Grundsatzvereinbarung zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel als „Heilige Orte“ bezeichnet.

Das würde ihnen – unter Artikel 4 § 3 der Vereinbarung – das Recht auf eine besonderen Schutz geben.

Doch die israelische Regierung hat sich bisher geweigert, die Grundsatzvereinbarung mit dem Heiligen Stuhl im israelischen Gesetz zu integrieren.

Sie behauptet darum, daß die Grundsatzvereinbarung nicht bindend sei und somit vor israelischen Gerichten nicht durchgesetzt werden könne.

Erst kürzlich vertrat die Regierung in einem andern Fall vor dem Obersten Gerichtshof des Landes die Position, daß sie an Vertragsverpflichtungen, die sich aus der Grundsatzvereinbarung mit dem Heiligen Stuhl ergeben, nicht gebunden sei.

Diplomatische Hilfe könnte vielleicht Frankreich anbieten. Das Land könnte sich auf seine eigene Vereinbarung mit Israel beziehen, welche katholische Institutionen im Heiligen Land betrifft, die unter dem Schutze Frankreichs stehen.

Dennoch besteht die größte Hoffnung auf eine Unterstützung durch die katholische öffentliche Meinung.

Das Verschwinden des Hospizes würde einen bedeutenden Teil der katholischen Präsenz und des katholischen Zeugnisses in Jerusalem zum Verschwinden bringen.

Das wäre nicht nur ein materieller, sondern auch ein moralischer Verlust.

Die soziale Mission der Vinzentinerinnen bezeugt gerade in Israel die Grundaussage des christlichen Glaubens, daß „Deus caritas est“ – wie der Heilige Vater Kirche und Welt in seiner ersten Enzyklika erinnert hat.

Es ist klar, daß Politiker und Geschäftsleute manchmal andere Interessen haben.
      
26 Lesermeinungen
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#26   Parzifal   20:35:57 | Mittwoch, 29. März 2006
@ richard
Ausnahmsweise gebe ich Ihnen sogar teilweise recht.
Dass Bismarck Östereich aussen vor ließ, lag aber ganz einfach daran dass Bismarck selbst kein Nationalist war.
Bismarck lag nichts an einem deutschen Nationalstaat, er war viel zu sehr Realist, vielleicht sogar Zyniker, um Nationalist zu sein. Im Grunde genommen war er nur ein loyaler preußischer Untertan seines Königs der die Gunst der Stunde erkannte, Deutschland für Preußen quasi eroberte und damit die Macht Preußens gewaltig vergrößerte. Gleichzeitig hat er damit aber auch Preußens Grab ausgehoben, denn fortan redete niemand mehr von Preußen, sondern jeder nur noch von Deutschland.
Dass es eine Verbindung gab zwischen Hitler und Bismarck, da gebe ich Ihnen auch recht. Die Verbindung kann mn erkennen wenn man bedenkt dass dasselbe Bürgertum das 1848 noch die Demokratie und Liberalismus forderte, nach dem verlorenen großen Krieg die darauf folgende Weimarer Republik ablehnte. Was ja seltsam ist, denn 70 Jahre vorher wollte das Volk ja diese Demokratie unbedingt, jetzt plötzlich sollte sie „undeutsch“ sein. Der Grund für diesen Sinneswandel war eben Bismarcks konservativer Nationalstaat. Bismarck hatte das Bürgertum in gewisser Weise durch seine origkeitsstaatliche Einigung Dtl. entmündigt, hatte dafür gesorgt dass der deutsche Nationalstaat eins wird mit seinen (Bismarcks) konservativen, reaktionären Ideen. Aus dieser Bevormundung vermochte sich das Volk nicht mehr zu befreien und hat schließlich die Weimarer Republik ab…
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#25   richard   17:11:35 | Mittwoch, 29. März 2006
@ brandenburgis: Der „Stuß“ im
Geschichtsunterricht trägt Blüten, wie Sie, geschätzter Brandenburgis, erleben müssen. Ihre geschichtliche Lektion über die franz. Krone und deren jahrhundertealte Angriffe auf Reichsländer mit gewaltsamer Losreißung wird träumerisch übergangen, ebenso Ihr fundierter Hinweis auf die Rolle Bismarcks. Ich ergänze: Bismarck zerschlug bewußt die Idee des alten Reiches mit seinem von ihm provozierten Krieg 1866. Damit wurde der älteste Teil des Reiches, Österreich, verloren. Und damit wuchs am fernen Horizont bereits der dunkle Schatten am Wiener Heldenplatz des 13.3.1938: „Und hiemit verkünde ich vor der Geschichte den Wiedereintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich“. Ohne „liberale“ Schwätzer mit „liberalem Nationalstaat“ kein Bismarck und ohne Bismarck kein folgender faschistischer Diktator.
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#24   Parzifal   12:51:35 | Mittwoch, 29. März 2006
@ Benedikt @ Brandenburgis
Wo sind Sie denn zur Schule gegangen? Im Kaiserreich?
Einstein ist nach der Machtergreifung Hitlers von einer Auslandsreise nicht mehr nach Dt. zurück gekehrt und blieb in den USA. Die Berliner Zeitung titelte damals:„Gute Nachrichten von Einstein: er kommt nicht wieder!“. Meine Bemerkung mit dem Vatikan war sarkastisch oder spöttisch gemeint.
Nein, weil sich die großen Staaten schlicht geweigert haben, die Verfassung anzuerkennen. Und hätten sie das auch später nicht gemacht, so hätte es den Staat nie gegeben.
Sie haben erst abgelehnt weil die bürgerliche Revolution (etwas anderes war es nicht) einen Machtverlust für den Adel und die herrschenden Schichten, sowie einen Machtgewinn für das Bürgertum bedeutet hätte. Bismarck ist es eben gelungen den Willen des Volkes, des Bürgertums (liberaler Nationalstaat) mit dem Willen des Adels(kein Machtverlust usw.) zu verbinden. Aus diesem Grund hat der Adel sich dem Willen Bismarcks später gebeugt.
Was die Bürger wollten war die Verfassung an sich, mehr Mitsprache am politischen Prozess, Gewaltenteilung Rechtsschutz.
Habe ich etwas anderes behauptet? Der König wollte aber keinen Machtverlust. Er wollte keine Gewaltenteilung, keine Mitsprache usw. sondern möglichst viel Macht für sich. Aus diesem Grund hatte er kein Interesse an einem geeinten (weil liberalen, also konstitutive oder parlamentarische Monarchie) Deutschland.
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#23   Benedikt   12:38:47 | Mittwoch, 29. März 2006
@ Parzival: Fortsetzung
Damals standen sich zwei unvereinbare Entwürfe für Deutschland gegenüber. Auf der einen Seite die Konservativen die ein von Monarchie, Aristokratie, Klerus usw. in Kleinstaaten zersplittertes Dtl. wollten. Und auf der anderen Seite ein geeintes aber liberales Deutschland
Das stimmt so nicht. Zum einen war diese „andere Seite“ in ein großdeutsches und ein kleindeutsches Lager gespalten. Zum anderen hat sich die Paulskirchenversammlung ebenfalls für eine Monarchie ausgesprochen. Auch das Bestehen von Kleinstaaten wurde nicht in Frage gestellt (Föderalismus).
hier begann die angebliche „ewige“ Feindschaft zwischen Dtl. und Frankreich. Der Grund für diese Feindschaft lag darin dass Dtl ein konservativer Nationalstaat
Der Hauptgrund dürfte darin gelegen haben, dass Deutschland Frankreich in einem Krieg besiegt hat.
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#22   Brandenburgis   12:30:04 | Mittwoch, 29. März 2006
Lieber Parzifal,
sie sind anscheinend in DDR oder BRD zur Schule gegangen, in beiden Ländern hat man den gleichen Stuß zur dt. Geschichte vermittelt. Deutschland war 1848 keinesfalls „zersplittert“, das galt vielleicht vor 1803, jedoch nicht danach. Genausogut könnten Sie behaupten, daß Skandinavien zersplittert ist oder daß Afrika zersplittert ist, oder daß Rußland zersplittert ist. Das sind haltlose, gefährliche Spinnereien. Bismarck hat Deutschland keinesfalls geeinigt, sondern er hat den Deutschen Bund, die harmonische Nachfolgeform für das alte Imperium zerschlagen und viele deutsche Staaten mit ihrer gewachsenen Kultur dazu. Sie können ja mal versuchen nachzurechnen, welche Staaten und Regionen durch 1866 kurz- oder mittelfristig aus Dtld. ausgeschieden sind, – da habe sie ihre schöne Zersplitterung in Form der Totalzerstörung, dank Bismarck, einem notorischen Rechtsbrecher. Die ang. Feindschaft zw. Deutschland und Frankreich begann 400 Jahre vor Bismarck, – mit den notorischen Raubzügen der pariser Könige gegen Burgund, Lothringen, Elsaß und Pfalz, alles Teile der deutschen Königsherrschaft.
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#21   Benedikt   12:14:04 | Mittwoch, 29. März 2006
@ Parzifal
Och, Humor ist mir eigentlich nicht fremd, deswegen fragte ich ja ;-). Meiner Meinung nach können Sie sich die Frage sehr gut selber beantworten, gerne bekommen Sie Hilfestellungen:
1. Der Vatikan lag nun nicht gerade außerhalb der Reichweite der Nazi-Schergen
2. Was hätte Einstein denn im Vatikan gewollt?
Ein Monarch von Volkes Gnaden ist nun mal etwas völlig anderes als ein König von Gottes Gnaden. Das Bürgertum wollte sich die Bevormundung durch ein mittelalterlich strukturiertes Staatswesen nicht mehr gefallen lassen
Das kann man mE nicht 100%ig so sagen. Nach dem Antragen der Krone hatte das Volk keinen Einfluss mehr auf den Kaiser. Das Amt sollte vererbt werden, die Person des Kaisers war unverletzlich, d.h. jeder politischen und strafrechtlichen Verantwortung entzogen. Insbesondere konnte der Kaiser nicht abgesetzt werden. Was die Bürger wollten war die Verfassung an sich, mehr Mitsprache am politischen Prozess, Gewaltenteilung Rechtsschutz.
Warum Deutschland nicht schon 1848 geeint wurde? Naja vielleicht weil der Aufstand blutig niedergeschlagen wurde?
Nein, weil sich die großen Staaten schlicht geweigert haben, die Verfassung anzuerkennen. Und hätten sie das auch später nicht gemacht, so hätte es den Staat nie gegeben. Bekanntlich musste Bismarck ja erst Ludwigs II. Prunksucht ausnutzen, um die Bayern ins Boot zu bekommen.
später mehr.
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#20   Parzifal   12:02:57 | Mittwoch, 29. März 2006
@ Benedikt
Natürlich ist das ernst gemeint. Haben Sie Angst ich würde Sie nicht ernst nehmen? Ich bin ein Deutscher, Humor ist mir völlig fremd! Genau wie Ihnen offenbar.
Ein Monarch von Volkes Gnaden ist nun mal etwas völlig anderes als ein König von Gottes Gnaden. Das Bürgertum wollte sich die Bevormundung durch ein mittelalterlich strukturiertes Staatswesen nicht mehr gefallen lassen und hat deshalb nach politischer Macht gestrebt.
Warum Deutschland nicht schon 1848 geeint wurde? Naja vielleicht weil der Aufstand blutig niedergeschlagen wurde?
„Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“?!
Damals standen sich zwei unvereinbare Entwürfe für Deutschland gegenüber. Auf der einen Seite die Konservativen die ein von Monarchie, Aristokratie, Klerus usw. in Kleinstaaten zersplittertes Dtl. wollten. Und auf der anderen Seite ein geeintes aber liberales Dtl. in dem die Adeligen, die Großgrundbesitzer usw. wenig Einfluss gehabt hätten. Bismarck ist es nun gelungen beide Entwürfe zu verbinden, indem er Deutschland zwar einte aber eben von oben. Das heißt ohne Machtverlust für Adel oder Monarchie. Hier begann der sogenannte „deutsche Sonderweg“, hier begann die angebliche „ewige“ Feindschaft zwischen Dtl. und Frankreich. Der Grund für diese Feindschaft lag darin dass Dtl ein konservativer Nationalstaat war, Frankreich aber ein liberaler.
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#19   Benedikt   11:19:05 | Mittwoch, 29. März 2006
@ Parzival
Richtig, und weil Einstein so enorm viel Vertrauen in Pius XII. hatte ist er ja bekanntlich auch in den Vatikan geflüchtet, anstatt bspw in die USA.
Ernst gemeint?
Diese Revolutionäre wollten aber nicht nur einen Nationalstaat, sondern einen LIBERALEN Nationalstaat in dem der König wenn überhaupt nur noch eine unbedeutende Rolle gespielt hätte.
König? Was für einen König? Die Verfassung von 1848 sah einen Kaiser der Deutschen vor, dessen Machtbefugnisse erheblich über die des Deutschen Kaisers ab 1871 hinausgingen. Der Fürst, dem man sie anbot (darin war die Versammlung völlig frei) wollte die Krone bloß nicht „aus der Gosse“ haben.
den Nationalstaat dessen Gründung unabwendbar
Wie kommen Sie darauf? Warum ist der Staat dann nicht schon 1848 entstanden?
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#18   Parzifal   08:51:50 | Mittwoch, 29. März 2006
Einstein, Bismark, Zionismus
Richtig, und weil Einstein so enorm viel Vertrauen in Pius XII. hatte ist er ja bekanntlich auch in den Vatikan geflüchtet, anstatt bspw in die USA.
Warum hat denn Preußen die deutschen Fürstentümer unter seiner Führung zu einem Nationalstaat geeint? Weil es damals eine regelrechte Volksbewegung gegeben hat, man denke nur an die Revolution von 1848/49 oder die Frankfurter Paulskirche. Diese Revolutionäre wollten aber nicht nur einen Nationalstaat, sondern einen LIBERALEN Nationalstaat in dem der König wenn überhaupt nur noch eine unbedeutende Rolle gespielt hätte. Das konnte der preußische König nicht akzeptieren. Bismarck hatte die Zeichen der Zeit erkannt. Und hat es durch seine Politik verstanden den Nationalstaat dessen Gründung unabwendbar war zwar zu gründen, aber eben nicht wie das Volk eigentlich wollte als liberalen Nationalstaat sondern als konservativen Nationalstaat.
Die ursprüngliche Bewegung aber aus der dieser deutsche Nationalstaat enstanden ist war identisch mit vielen anderen Bewegungen im damaligen Europa. Die eurpäischen Juden wurden davon genauso ergriffen wie andere europäische Völker. Wenn Sie mal bspw. Altneuland von Herzl lesen würden, dann wüßten Sie dass Herzl keine „Blut u. Boden“ Ideologie vertreten hat, sondern fortschrittliche, liberale Ansichten. In AltNeuland ist es ein Deutscher, ein astreiner Preuße, der eine der Hauptrollen spielt.
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#17   richard   22:18:40 | Dienstag, 28. März 2006
@ elendster Sünder: Sie werden
wohl mit Ihrer Ansicht richtig liegen!
MfG
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#16   Athanasius   18:50:51 | Dienstag, 28. März 2006
Ihr…
…Deutsche sind wohl zum grössten Teil só zwangskonditioniert und indoktriniert von entweder Vorkriegs- oder Nachkriegspropaganda, dass eine nüchterne Feststellung der Tatsachen entweder als „zionistisch“ oder „antisemitisch“ bewertet wird.
Der Autor dieses Artikels ist Arieh Cohen, ein Jude, und Korrespondent für die Internationale Agentur AsiaNews, die u.a. für Zeitungen im südostasiatischen und indischen Raum arbeitet.
Parzifal, wieso gehe ICH nach einem gewissen Prinzip vor? Dieser Artikel ist nicht von mir geschrieben! Ich denke nicht, dass der israelische (und jüdische) Korrespondent Cohen eine Aussage wie „Ich bin doch kein Antisemit“ benötigt. Dass Sie direkt die für Deutsche so peinliche Antisemitismuskeule herbei holen, zeigt wohl wie zwangsindoktriniert Sie selber sind.
Albert Einstein hatte dazu mal eine schöne Aussage. Übrigens auch zur katholischen Kirche, die er vor 1945 immer gehasst hatte, aber wegen des Schutzes den Pius XII. den Juden gewährte immer mehr zu respektieren begann. Sogar die kirchliche Kritik gegen die Auswüchse seiner Volksgenossen begann er zu verstehen… Das sagt schon was.
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#15   Elendester Sünder   16:44:51 | Dienstag, 28. März 2006
Richard,
dabei handelt es sich um ein teuflisches Nach- oder richtiger Voräffen des Neuen Jerusalems. Ich bin mir sicher, daß in Wahrheit niemals ein anderes Gebiet als Palästina erwogen wurde.
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#14   richard   16:34:44 | Dienstag, 28. März 2006
Mit zionistischer Propaganda
kommt man bei Denkfähigen nicht sehr weit. Der sogenannte „deutsche Nationalstaat“ basierte auf der Tatsache, daß sich Dutzende kleinerer, von Deutschen seit jeher bewohnter Fürstentümer unter starkem Druck/Zwang durch Preußen und unter Ausschluß des preußischen Konkurrenten Österreich zu einem Staat vereinigen mußten. Der zionistische heutige Staat basiert darauf, daß ein gewisser Theodor Herzl mit Genossen die Idee des Blut+Boden-Zionismus propagierte und vorerst noch unschlüssig, ob er in Argentinien oder im Nahen Osten sein Zion errichten wollte, sich schließlich für Palästina entschied. Einige Millionen Fremder aus aller Welt, vorwiegend Khasaren aus Rußland, drangen dann in ein für sie fremdes, von Arabern bewohntes Land ein und nahmen diesen mit direkter und indirekter Gewalt ihre Lebensexistenz und ihr Land weg. Dieser Prozeß der Vernichtung scheint noch nicht abgeschlossen zu sein.
„Ähnliche Voraussetzungen“ festzustellen, bringen nur Träumer oder zionistische Propagandisten zu Wege.
MfG
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#13   Parzifal   08:42:00 | Dienstag, 28. März 2006
@ Bonifatius
Der Artikel scheint hier bei kreuz.net nicht mehr abrufbar.
Ein Artikel der sich mit besagtem Thema beschäftigt finden Sie bspw. hier www.achgut.de/…dgd/view_article.php?aid=1540&ref=0
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#12   bonifatius   22:01:46 | Montag, 27. März 2006
@Parzifal
Wann hat kreuz.net welchen Artikel veröffentlicht, worin eine israelische zum Christentum konvertiert sei, fliehen mußte und in Frankreich um Asyl bat? Würde mich interessieren!
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#11   Parzifal   21:56:01 | Montag, 27. März 2006
Selig sind die arm im Geiste!
Ja aber lieber Richard SIe haben mir ja immer noch nicht mitgeteilt ob SIe folgerichtigerweise auch Deutschland aufzulösen gedenken? Wie ich Ihnen ja bereits versucht habe klarzumachen basieren der jüdische und der deutsche Nationalstaat auf ähnlichen Voraussetzungen. Verurteilen Sie nun also konsequenterweise Deutschland gleich mit? Müssen wir uns jetzt auch wieder auflösen und Preußen, Bayern oder Östereich-Ungarn wieder einführen?
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#10   richard   21:33:40 | Montag, 27. März 2006
Den Zionismus
und deren gewaltsame Vertreter muß man nicht diffamieren, sie diffamieren sich seit Th. Herzl täglich selbst. Von weit vorausblickenden Rabbinern wurde schon vor 100 Jahren erkannt, daß der Zionismus das Unglück für ALLE Juden bedeutet. Die warnenden Stimmen von Seiten dieser Friedliebenden verstärkten sich die letzten Jahre immer mehr. Ihnen gehört meine ganze Sympathie und so Gott will, werden sie einmal in Palästina+Israel als ein Land regieren. „Selig sind die Friedfertigen,…“
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#9   Gotthard   20:54:40 | Montag, 27. März 2006
Überschrift ist Hetze
dieser Artikel ist ein absoluter Schmarrn …da schließen Schwestern Verkaufsverträge … und wundern sich anschließend, was sie unterschrieben haben …
Die Schwestern haben wohl auch die Dollar-zeichen in den Augen gehabt, als ihnen der Verkauf schmackhaft gemacht wurde … ist wohl eine gute und damit teure Grundstückslage …
Wenn eine Ordensgemeinschaft ein Grundstück oder eine Immobilie verkaufen will, bedarf es keinerlei „kirchlicher“ Genehmigungen …
Also was soll dieser Aufruf zu öffentlichem „katholischen“ Druck?
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#8   ttoni   20:28:41 | Montag, 27. März 2006
@parzifal
„Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Staat Israel und den Zionisten?“
tja, vielleicht gibt es da keinen so großen unterschied. sehr wohl gibt es einen zwischen den zionisten uns so vielen israelis. in meinem jahr in israel lernte ich viele israelis kennen, die so waren, wie unsere mitteleuropäer so häufig sind: ohne interesse an religion, gut und in frieden leben, den sabbath für einen ausflug und einen guten wein hernehmen … diese menschen führten keinen krieg. sie wollten leben, gut leben! was sicher stimmt: ohne unterstützung der christlichen staaten usa, d (obwohl ich nicht wiß, ob diese wirklich so bezeichnet werden sollten) gäbe es kein israel mehr. was mich so sehr freuen würde und wofür ich bete, beginnt mit dem eingansvers des laetare-sonntags: „freue dich, stadt jerusalem! … freut euch und trinkt euch satt an der quelle göttlicher tröstung.“ wenn dies nur allen menschen möglich wäre, die dort leben!
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#7   Parzifal   20:02:15 | Montag, 27. März 2006
@ richard
Also eines muß man Ihnen rundweg lassen: Sie haben von nichts eine Ahnung, aber zu allem eine Meinung.
1.)Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Staat Israel und den Zionisten?
2.)Warum sollten die Zionisten Krieg gegen die Christen führen wo doch die christliche Welt sozusagen den jüdischen Staat garantiert, schließlich wäre der allein kaum lebensfähig?
3.)Wieso verlangen SIe nicht auch von den Deutschen sie sollen die Bundeswehr abschaffen, den deutschen Nationalstaat auflösen und stattdessen wieder Preußen oder die Habsburgermonarchie zum Leben erwecken?
Der Zionismus ist die Nationalstaatsbewegung des jüdischen Volkes und zur gleichen Zeit entstanden wie andere Nationalstaatsbewegungen vieler europäischer Völker. Bspw. auch die deutsche Nationlstaatsbewegung. Deutschland oder Italien wurden auch nicht gerade friedlich geeint. Bismarck oder Garibaldi waren nicht unbedingt Pazifisten. Warum wollen Sie dem jüdischen Volk nicht genauso seine einge Nationalstaatsbewegung zugestehen?
Stattdessen diffamieren SIe hier den Zionismus und erfinden künstliche Unterscheidungen. Deutschland ist heute ein liberaler Nationalstaat, es gibt aber auch erzreaktionäre, erzkonservative Kath. die zu Zeiten zurückkehren wollen als es keinen Nationalstaat sondern eine übernationale Monarchie gab, bspw das Hl.römische Reich dt. Nation. Ihre Unterscheidung zwischen Zionist(=böse) und Jude(=gut) ist ungefähr so wie wenn sie sagen würden:säkularer Deutscher(=schlecht), bayerischer Katholik(=gut).
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#6   richard   18:11:33 | Montag, 27. März 2006
Nicht Israel
führt Krieg gegen Christen, sondern DIE Zionisten. Ein wesentlicher Unterschied. Eine Minderheit von menschlich/moralisch Führenden in Israel ist für Frieden und Gerechtigkeit ohne Wenn und Aber, ohne Hightech-Armee + Atombomben, ohne Todesmauer+Vertreibung, ohne Landraub+Gewalt. Es ist gut, daß ein Israeli diesen Beitrag schrieb (sehr zum Leidwesen von liberalen Träumern).
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#5   Der Tradition verbunden   13:08:08 | Montag, 27. März 2006
Juden und Araber müssen katholisch werden!
Jesus ist für alle Menschen gestorben und möchte alle – auch die Juden und die Araber in dem einen neuen Bund, in der Hl. Katholischen Kirche vereinen.
Wenn doch nur alle Juden und alle Araber dies erkennen würden, Jesus Christus als ihren Erlöser annehmen würden und in die eine heilige katholische und apostolische Kirche eintreten würden.
Dann gäbe es alle diese Probleme nicht, und ein dauerhafter Frieden für Israel wäre sicher.
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#4   Parzifal   13:02:11 | Montag, 27. März 2006
@ Athanasius
Verfahren Sie nach dem Prinzip: Ich kann unmöglich ein Antisemit sein, ich hab ja einen jüdischen Freund?
Diese Website ist anonym. Wer weiß wer diesen Artikel zu verantworten hat. kreuz.net hat mal einen Artikel veröffentlicht über eine israelische Familie die zum Christentum konvertiert sei und dann wegen „Christenverfolgung“ in Frankreich um Asyl bitten mußte.
Andere Websites haben sich die Mühe gemacht zu recherchieren. Und was war das Ergebnis? Alles erstunken und erlogen. Anonymer Verfasser, anonyme Familie, keine Ortsangabe, nichts. Französische Behörden haben bestätigt dass es eine solche Familie in Frankreich nicht gibt.
Die Artikel betreffs Israel und Judentum auf kreuz.net sind schlicht tendenziös und wie viel davon wahr ist oder falsch, wie viel sachlich richtig und wie viel schamlos übertrieben kann man schwer einschätzen. Die Seriosität
kann man jedenfalls anzweifeln.
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#3   Athanasius   12:42:20 | Montag, 27. März 2006
Geschrieben…
…von Arieh Cohen.
Und der Parzifal schreit, dass der Artikel Hamas bevorzugt…
Natürlich. Herr Cohen hat es gut geschrieben, denke ich. Aber natürlich ist Hamas nicht besser. Im Gegenteil. Trotzdem muss man aber jeder Ungerechtigkeit die Stirn zeigen.
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#2   Copertino   12:40:13 | Montag, 27. März 2006
Wenn solche Artikel…
…die eigentlich Hilfeschreie sind, nicht mehr erscheinen, dann müsste Parzival auch seine seltsamen Kommentare nicht mehr schreiben. Wieso er dabei unterstellt, dass damit die Hamas glorifiziert werde, zeigt, dass er offenbar ein schlechtes Gewissen hat. Wer auf andere zeigt, muss damit rechnen, dass man selbst ins Scheinwerferlicht gerät.
Jerusalem ist nicht nur für Juden eine heilige Stadt.
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#1   Parzifal   11:57:21 | Montag, 27. März 2006
Das übliche halt!
Tja wenn Israel nicht Israel hieße sondern Palästina und in Jerusalem keine Zionisten regieren würden sondern die Hamas dann ginge es der Kirche im Heiligen Land sicherlich besser.
Wo die Hamas doch so tolerant ist einen Christen in ihrer Regierung zu dulden!
kreuz.net hat sich schon sehr vorbildlich ans Dimmy Dasein gewöhnt.
Ganz nach dem Motto: lieber einen radikalen Moslem als einen säkularen Juden.
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